Portugal: Die Garnisonsstadt Elvas und ihre Befestigungsanlage ist Welterbestätte

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In Portugal ist die ehemalige Garnisonsstadt Elvas mit ihrer Befestigungsanlage als Weltkulturerbestätte.

Enge Gassen in Elvas. Foto: Ingo Paszkowsky
Enge Gassen in Elvas. Foto: Ingo Paszkowsky

Die Stadt als Museum

Über das Fort Nossa Senhora da Graça, das Graf Wilhelm Friedrich Ernst zu Schaumburg-Lippe bauen ließ, berichtete WeltReisender.Net bereits in einer Fotostrecke. In der Tat ist Elvas mit seinen Festungsanlagen sehr beeindruckend. Jahrhundertelang war die Stadt umkämpft. Zunächst musste man sich gegen die Mauren wehren und später gegen die Spanier.

Wegen der unmittelbaren Grenznähe ist von Elvas auch ein Tagesausflug nach Spanien möglich. Dennoch bieten Elvas und Umgebung selbst viel Sehenswertes. Natürlich vor allem die Festungsanlagen, wie das Castelo de Elvas, das südliche Forte de Santa Luzia und das nördliche Forte da Graça.

Das Forte de Nossa Senhora da Grassa. Foto: Ingo Paszkowsky
Das Forte de Nossa Senhora da Grassa. Foto: Ingo Paszkowsky

Der Ursprung der Stadt selbst geht zurück auf das 10. Jahrhundert, während die Bollwerkbauten vor allem ab 1640 zu Zeiten des Restaurationskrieges und der damit verbundenen wiedergewonnenen Unabhängigkeit Portugals von Spanien entstanden. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich durch den stetigen Ausbau der Verteidigungssysteme die größte Trockengraben-Befestigungsanlage der Welt. Sehenswert sind vor allem die Festungen Castelo de Elvas, Forte de Santa Luzia sowie das Forte da Graça. Aber auch die kleineren Befestigungen wie beispielsweise Fortim de São Pedro, Fortim de São Mamede, Fortim da Piedade sowie Fortim de São Francisco sind spannende Zeitzeugen. Innerhalb der mächtigen Festungsmauern erwartet die Besucher eine Stadt mit maurischem Flair.

Viele der weißen Häuschen sind mit kunstvollen Fenstergittern und wunderschönen Türbögen verziert. In den verwinkelten Gassen der Altstadt laden lauschige kleine Plätze zum Verweilen ein. Elvas, das schon mal gerne als Museumsstadt für Festungsanlagen bezeichnet wird, verfügt natürlich standesgemäß auch über ein Militärmuseum. Der zentrale mit weißem und schwarzen geflasterte Praca da Republica ist so ein hübscher Platz. Dort befindet sich auch die Touristeninformation und unter dem Platz ein Parkhaus. Die imposante dreischiffige einstige Bischofskirche Nossa Senhora da Assuncao steht auf der höchsten Stelle des Platzes.

In unmittelbarer Nähe von Elvas befindet sich mit dem beeindruckenden Amoreira Aquädukt ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Foto: Turismo de Portugal – Portugiesisches Fremdenverkehrsamt
In unmittelbarer Nähe von Elvas befindet sich mit dem beeindruckenden Amoreira Aquädukt ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Foto: Turismo de Portugal – Portugiesisches Fremdenverkehrsamt

In der Nähe von Elvas befindet sich mit dem beeindruckenden Amoreira Aquädukt ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Der Bau hat sich über 80 Jahre erstreckt, bis er im Jahr 1622 vollendet wurde. Das Amoreira Aquädukt ist das größte der Iberischen Halbinsel: Das vierstöckige Bauwerk hat eine Höhe von 31 Metern und erstreckt sich mit seinen 843 Bögen über ein Strecke von mehr als acht Kilometern, mit 1.367 Meter der unterirdischen Stollen. Bis heute versorgt das Aquädukt, das ebenfalls Teil des Weltkulturerbes ist, den Springbrunnen in Elvas mit Wasser.

Besonders stolz ist man in Elvas auf das Museum für Moderne Kunst (Museu de Arte Contemporânea): Im ehemaligen Misericordia-Hospital, einem spätbarocken Bau, ist heute das Museum für zeitgenössische Kunst mit Ausstellungen namhafter Künstler und Sammler untergebracht.

Elvas ist nach Évora das zweite UNESCO Weltkulturerbe in der Region Alentejo. Insgesamt stehen aktuell 14 portugiesische Stätten auf der Liste des Weltkulturerbes.

Foto: Ingo Paszkowsky
Foto: Ingo Paszkowsky

Weitere Informationen:

Festung bei Elvas mit deutschen Wurzeln

http://www.visitalentejo.pt/de/

http://whc.unesco.org/en/list/1367

www.visitportugal.com


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