Portugal: Die Garnisonsstadt Elvas und ihre Befestigungsanlage ist Welterbestätte

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In Portugal ist die ehemalige Garnisonsstadt Elvas mit ihrer Befestigungsanlage Weltkulturerbestätte.

Enge Gassen in Elvas. Foto: Ingo Paszkowsky
Enge Gassen in Elvas. Foto: Ingo Paszkowsky

Die „Festungsstadt“ Elvas liegt ganz im Osten Portugals, kurz vor der spanischen Grenze und zählt zu den versteckten Juwelen der Region Alentejo.

Jahrhundertelange Grenzstreitigkeiten sowie die ständige Gefahr von Angriffen von spanischer Seite führten dazu, dass Elvas zu den am stärksten befestigten Städten Portugals gehört und 2012 zur UNESCO-Weltkulturerbstätte gekürt wurde. Mehrere Wehranlagen, wie das Castelo de Elvas, das südliche Forte de Santa Luzia und das nördliche Forte da Graça gehören zu den am besten erhaltenen Stadtwällen Europas. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich durch den stetigen Ausbau der Verteidigungssysteme die größte Trockengraben-Befestigungsanlage der Welt.

Die Stadt als Museum

In der Tat ist Elvas mit seinen Festungsanlagen sehr beeindruckend. Über das Fort Nossa Senhora da Graça, das Graf Wilhelm Friedrich Ernst zu Schaumburg-Lippe bauen ließ, berichtete WeltReisender bereits in einer Fotostrecke.


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Das Forte Nossa Senhora da Graça gilt als Meisterwerk der Militärarchitektur und wurde auf Wunsch von König José I erbaut. Als Vorbild für “Fort Lippe”, wie es der König zu Lippes Ehren nannte, diente die Festung Wilhelmstein im Steinhuder Meer in Niedersachsen.

Wegen der unmittelbaren Grenznähe ist von Elvas auch ein Tagesausflug nach Spanien möglich. Dennoch bieten Elvas und Umgebung selbst viel Sehenswertes. Natürlich vor allem die Festungsanlagen, wie das Castelo de Elvas, das südliche Forte de Santa Luzia und das nördliche Forte da Graça.

Aber auch die kleineren Befestigungen wie beispielsweise Fortim de São Pedro, Fortim de São Mamede, Fortim da Piedade sowie Fortim de São Francisco sind spannende Zeitzeugen. Innerhalb der mächtigen Festungsmauern erwartet die Besucher eine Stadt mit maurischem Flair.

Das Forte de Nossa Senhora da Grassa. Foto: Ingo Paszkowsky
Das Forte de Nossa Senhora da Grassa. Foto: Ingo Paszkowsky

Der Ursprung der Stadt selbst geht zurück auf das 10. Jahrhundert, während die Bollwerkbauten vor allem ab 1640 zu Zeiten des Restaurationskrieges und der damit verbundenen wiedergewonnenen Unabhängigkeit Portugals von Spanien entstanden.

Verwinkelte Gassen und lauschige Plätze

Innerhalb der mächtigen Festungsmauern von Elvas erwartet die Besucher eine Stadt mit verwinkelten Gassen und lauschigen, kleinen Plätzen, die zum Verweilen einladen. Zudem eignet sich die wunderschöne Altstadt zum Bummeln und Flanieren, denn die vielen weißen Häuschen sind mit kunstvollen Fenstergittern, Schmiedearbeiten und wunderschönen Torbögen verziert.

Elvas, das schon mal gerne als Museumsstadt für Festungsanlagen bezeichnet wird, verfügt natürlich standesgemäß auch über ein Militärmuseum. Der zentrale mit weißem und schwarzen geflasterte Praca da Republica ist so ein hübscher Platz. Dort befindet sich auch die Touristeninformation und unter dem Platz ein Parkhaus. Die imposante dreischiffige einstige Bischofskirche Nossa Senhora da Assuncao steht auf der höchsten Stelle des Platzes. Von diesem höchsten Punkt der Festung (900m) hat man einen atemberaubenden Blick auf die weiten Ebenen und Dörfer des Alentejo, bis hin nach Spanien. Aber auch die kleine Kirche Dominicas hat prächtige, bemalte Fliesen und einen achteckigen Boden aus der Zeit der mächtigen Templerorden.

In unmittelbarer Nähe von Elvas befindet sich mit dem beeindruckenden Amoreira Aquädukt ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Foto: Turismo de Portugal – Portugiesisches Fremdenverkehrsamt
In unmittelbarer Nähe von Elvas befindet sich mit dem beeindruckenden Amoreira Aquädukt ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Foto: Turismo de Portugal – Portugiesisches Fremdenverkehrsamt

In der Nähe von Elvas befindet sich mit dem beeindruckenden Amoreira Aquädukt ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Der Bau hat sich über 80 Jahre erstreckt, bis er im Jahr 1622 vollendet wurde. Das Amoreira Aquädukt ist das größte der Iberischen Halbinsel: Das vierstöckige Bauwerk hat eine Höhe von 31 Metern und erstreckt sich mit seinen 843 Bögen über ein Strecke von mehr als acht Kilometern, mit 1.367 Meter der unterirdischen Stollen. Bis heute versorgt das Aquädukt, das ebenfalls Teil des Weltkulturerbes ist, den Springbrunnen in Elvas mit Wasser.

Besonders stolz ist man in Elvas auf das Museum für Moderne Kunst (Museu de Arte Contemporânea): Im ehemaligen Misericordia-Hospital, einem spätbarocken Bau, ist heute das Museum für zeitgenössische Kunst mit Ausstellungen namhafter Künstler und Sammler untergebracht.

Elvas ist nach Évora das zweite UNESCO-Weltkulturerbe in der Region Alentejo. Insgesamt stehen aktuell 14 portugiesische Stätten auf der Liste des Weltkulturerbes.

Foto: Ingo Paszkowsky
Foto: Ingo Paszkowsky

Elvas gehört mit zur grünsten Region des Alentejo und gilt als Zentrum des Obstanbaus. Das besonders warme Klima im Alentejo sorgt für ertragreiche Ernten von Apfelsinen, Pflaumen und Oliven. Doch noch bekannter ist die Stadt für ihre einzigartigen kandierten Pflaumen, die auf keinem Markt und in keinem Delikatessenladen fehlen dürfen.

Titelfoto / Sehenswert sind vor allem die Festungen Castelo de Elvas, Forte de Santa Luzia sowie Forte da Graça (im Bild). / Foto: Turismo de Portugal

Weitere Informationen:

Festung bei Elvas mit deutschen Wurzeln

https://www.visitalentejo.pt/de/

http://whc.unesco.org/en/list/1367

www.visitportugal.com


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