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Im Hintergrund Praia do Moinho. Nachmittagssonnenstrahlen am Strand Carcavelos im Großraum Lissabon / Foto: Ingo Paszkowsky

Kurztrip nach Portugal: Lissabon und Alentejo entdecken

9 Minuten Lesezeit

Eigentlich wollte ich ja meinen Bericht gleich nach meiner Reise im Herbst nach Lissabon schreiben. Leider ist der Beitrag wegen wichtiger anderer Dinge dann doch liegen geblieben. Der Frühling ist natürlich auch eine Super-Reisezeit für die schöne Stadt am Tejo. Aber vielleicht planst Du ja schon eine Reise für den Herbst. Finde Anregungen für Deinen Trip ins schöne Portugal.

Ein Blick aus meinem Fenster in Berlin im vergangenen Oktober zeigt mir, dass der Herbst in vollem Gange ist sich zu entfalten: trübes Wetter, kein Sonnenstrahl, die Blätter färben sich und geben sich der Schwerkraft hin. Ich gebe zu, letzteres mit den Farben hat auch seinen Reiz. Aber ich sehne mich nach Sommer und Wärme.

Warmes Wetter (fast) garantiert

Wo gibt es das in Europa im Oktober? Zum Beispiel in Portugal. Garantiert ist gutes Wetter nicht, aber doch sehr wahrscheinlich. Also auf nach Portugal. Vom Flughafen Berlin-Brandenburg  fliegen derzeit die Airlines easyJet, Ryanair und TAP Air Portugal direkt nach Lissabon, Flugzeit rund 3,5 Stunden.

Lissabon: Kaum zu glauben - es ist Mitte Oktober / Foto: Ingo Paszkowsky
Lissabon: Kaum zu glauben – es ist Mitte Oktober / Foto: Ingo Paszkowsky

Während der easyJet-Flieger in Schönefeld vom BER, Terminal 1, zu einer angenehmen Reisezeit um 11:30 Uhr abhebt, ist die Startzeit des Rückflugs dagegen die Härte. Denn bereits um 6:15 Uhr startet EJU7651. Das bedeutet, wer mit Aufgabegepäck reist, muss um 4:15 Uhr am Flughafen sein.

In Lissabon ist Terminal 2 das Abflugterminal für Billigflieger. Formal kommen wir mit unserem Flug auch dort an, die Gepäckausgabe ist aber im Terminal 1. Wir werden von unserer Maschine mit Bussen also direkt zum Terminal 1 gefahren, das größer, komfortabler und ansehnlicher ist.

Am Ausgabeband wird die Zeit angezeigt, wann das Gepäck voraussichtlich auf dem Laufband erscheint. Fast auf die Minute genau läuft das Laufband mit den Koffern unseres Fluges an.

Gut organisiert ist der Taxistand am Terminal 1. Es gibt genug Taxis, immer vier Taxis fahren gleichzeitig vor, ein Einweiser sorgt zudem dafür, dass es keine Drängeleien gibt. Und so ist die Riesenschlange innerhalb weniger Minuten abgebaut.

Die Abfahrt vom Flughafen mit dem Taxi ist teurer als die umgekehrte Strecke zurück, aber für Berliner Verhältnisse vergleichsweise trotzdem preiswert. Warum für die Strecke vom Flughafen mehr zahlen muss? Weiß ich auch nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass die Taxiunternehmen für den Start am Flughafen eine Gebühr entrichten müssen.

Bad im Atlantik im Herbst

Lissabon erstrahlt im Sonnenschein, Mitte Oktober laufen die Leute im T-Shirt durch die warme Stadt. Der Strand Praia dos Gémeos in Carcavelos in unmittelbarer Nähe Lissabons ist gut besucht. Leute baden. Ich war leider nicht mal mit den Füßen drin, um die Temperatur zu erkunden. Irgendwie vergessen. Sorry. Oder auf Portugiesisch: Lamento muito. (Laut leo.org).

Gegen Abend kommen immer mehr Surfer. Viele deutsche Stimmen sind zu hören. Studenten der nahegelegenen Nova School of Business & Economics. Vom Hörsaal direkt an den Strand, einfach toll.

Fotostrecke Strand Praia dos Gémeos in Carcavelos

Praia dos Gémeos in Carcavelos. Im Hintergrund das Forte de Sao Juliao da Barra aus dem 16. Jahrhundert / Foto: Ingo Paszkowsky
Einfach aufs das Foto oder hier klicken, dann kommst Du zur Fotostrecke über den Strand Praia dos Gémeos in der Nähe von Lissabon.

Lissabon – Stadt des Lichts

Selbst wer nicht romantisch angehaucht ist, wird es entdecken, dieses besondere Licht, auch als goldenes Licht bezeichnet. Werbeagenturen aller Welt lieben dieses Licht für ihre Video- und Fotoaufnahmen (halbstündiger Film auf 3sat über Lissabon) – weiches, nicht so hartes Licht.

Nicht nur bei den Werbe- und Produktionsfirmen ist Lissabon beliebt, sondern vor allen Dingen bei Touristen, die den Flair und das Ursprüngliche lieben. Dabei kehrten früher viele Einwohner der Stadt am Tejo den Rücken. Wohnten in der Metropole 1980 noch 800.000 Einwohner, waren es 2017 lediglich noch 500.000. Grund für den massiven Einwohnerrückgang waren strukturelle Probleme wie die marode Bausubstanz und der überbordende Straßenverkehr. Seitdem wurde viel saniert und zahlreiche Neubauten errichtet. Mittlerweile soll die Einwohnerzahl wieder 600.000 betragen. Im gesamten Distrikt Lissabon leben knapp drei Millionen Menschen.

Die Mitfahrt in den historischen Straßenbahnen ist bei Touristen äußerst begehrt / Foto: Ingo Paszkowsky
Die Mitfahrt in den historischen Straßenbahnen ist bei Touristen äußerst begehrt / Foto: Ingo Paszkowsky

Die Stadt selbst wird internationaler. Immer Ausländer ziehen in die schöne Stadt am Tejo mit ihrem kunstvollen Pflaster, ihren beeindruckenden Fliesen und der überall im Stadtbild zu bewundernden Street-Art.

In Campo de Ourique, einem sehr ursprünglichen Bezirk, sind die  Veränderungen deswegen gerade gut zu sehen. Straße um Straße werden die Gebäude saniert. Neue Cafés und Restaurants wie das Amelia werden eröffnet. Vor einigen Jahren wurde die alte, zentrale Markthalle, Mercado de Campo de Ourique, in einen Erlebnisbereich Essen umgebaut. Markstände gibt es immer noch, aber auch viele Gelegenheiten preiswert zu essen oder etwas zu trinken.

Neue Cafés und Restaurants wie das Amelia eröffneten in Lissabon Traditionsbezirk Campo de Ourique / Foto: Ingo Paszkowsky
Neue Cafés und Restaurants wie das Amelia eröffneten in Lissabon Traditionsbezirk Campo de Ourique / Foto: Ingo Paszkowsky

Mercado de Campo de Ourique, R. Coelho da Rocha 104, 1350-075 Lissabon, Öffnungszeiten: Montag und Dienstag von 7 bis 23 Uhr, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 10 bis 24 Uhr, Freitag und Samstag von 7 bis 1 Uhr

Facebook https://www.facebook.com/mercadodecampodeourique

Warten auf Kunden. Fischstand im Mercado de Campo de Ourique / Foto: Ingo Paszkowsky
Warten auf Kunden. Fischstand im Mercado de Campo de Ourique / Foto: Ingo Paszkowsky
Vor einigen Jahren wurde die alte, zentrale Markthalle, Mercado de Campo de Ourique, in einen Erlebnisbereich Essen umgebaut. / Foto: Ingo Paszkowsky
Vor einigen Jahren wurde die alte, zentrale Markthalle, Mercado de Campo de Ourique, in einen Erlebnisbereich Essen umgebaut. / Foto: Ingo Paszkowsky

Anfahrt: Vom Zentrum nimmt man die Straßenbahn 28, bleibt bis zur Endhaltestelle Campo de Ourique sitzen und muss noch einige Schritte laufen. Von der Endhaltestelle gesehen befindet sich Markt hinter der Kirche Igreja do Santo Condestável.

Übrigens befindet sich an der Straßenbahnhaltestelle eine andere berühmte Sehenswürdigkeit, der Cemitério das Prazeres, der Friedhof der Vergnügen.

Der Friedhof erscheint wie eine kleine Stadt.   Foto: Ingo Paszkowsky
Der Friedhof erscheint wie eine kleine Stadt. Foto: Ingo Paszkowsky

Geheimtipp: Vitor Vac, Inhaber des traditionellen kleinen Restaurants Segredos de Goa in Campo de Ourique, reagiert auf die veränderten Essgewohnheiten durch die internationalen Gäste, indem er zusätzlich zu seinen traditionellen Gerichten der Küche aus Goa und Mosambik, auch eine Vielzahl veganer Gerichte anbietet. Im Segredos de Goa werden keine Fertigprodukte verwendet, alles werde selbst zubereitet.  Und es schmeckt.

Vitor Vac, Inhaber des traditionellen kleinen Restaurants Segredos de Goa in Campo de Ourique, bietet neben traditionellen auch vergane Gerichte an. / Foto: ingo Paszkowsky
Vitor Vac, Inhaber des traditionellen kleinen Restaurants Segredos de Goa in Campo de Ourique, bietet neben traditionellen auch vergane Gerichte an. / Foto: ingo Paszkowsky

Historische Straßenlaternen in Lissabon

Lissabon ist für sein besonderes, ja einmaliges (Tages-) Licht bekannt. Aber auch das Licht der Straßenlaternen ist eine Besonderheit. Die alten, an Wänden befestigten Laternen aus Metall und die modernen Straßenlampen in Säulenform erzählen die Geschichte der öffentlichen Beleuchtung der Stadt.

Historische Straßenbahn und historische Beleuchtung: Lissabon ist für sein besonderes und einmaliges (Tages-) Licht bekannt. Aber auch das Licht der Straßenlaternen ist eine Besonderheit. / Foto: Ingo Paszkowsky
Historische Straßenbahn und historische Beleuchtung: Lissabon ist für sein besonderes und einmaliges (Tages-) Licht bekannt. Aber auch das Licht der Straßenlaternen ist eine Besonderheit. / Foto: Ingo Paszkowsky

Die von Königin Maria (1734 bis 1816) installierten Olivenöl-Lampen wurden durch Gaslaternen und ab 1878 durch die ersten elektrischen Lampen ersetzt. Nach und nach hielten schmiedeeiserne Laternen – Vertreter der Romantik und der Moderne – Einzug.

Oft sind sie mit dem Symbol für Lissabon verziert: einer Karavelle mit zwei Raben. Man findet sie in den historischen Stadtvierteln.

Parque das Nações

Der Parque das Nações (Park der Nationen) umfasst das ehemalige EXPO-Gelände, das am Fluss Tejo entlang liegt. Die Gegend wird ständig weiterentwickelt. Es entstehen mehr Grünanlagen, aber auch gelungene, nachhaltige Neubauten mit Büroflächen und  Wohnungen. 

In den ehemaligen Expo-Hallen sind auch viele Restaurants mit portugiesischer und internationaler Küche untergebracht. Das Gelände lässt sich gut zu Fuß und mit dem Rad erkunden.

Fotostrecke Parque das Nações

In den ehemaligen EXPO-Hallen befinden sich jetzt viele Restaurants / Foto: Ingo Paszkowsky
Hier gelangst Du zur Fotostrecke Parque das Nações (Park der Nationen) oder klick einfach auf das Foto / Foto: Ingo Paszkowsky

Ein Teil des Parks lässt sich über eine Länge von 1.230 Metern mit einer Gondel überqueren. Telecabine Lisboa heißt die Gondelbahn vom Parque das Nações. Unweit der Station Norte der Seilbahn befindet sich der Vasco-da-Gama-Turm, ein 145 Meter hoher Aussichtsturm, der 1998 für die Weltausstellung Expo 98 errichtet wurde. Seit Ende 2012 ist in einem zusätzlichen „Anbau“ das Hotel Myriad der Sana Hotels-Gruppe untergebracht, mit Zimmern mit grandioser Aussicht.

Zu den bekanntesten Bauwerken im Parque das Nações gehört zudem das Ozeanarium, in dem viele Meerestiere bewundert werden können.

Der Bahnhof Oriente prägt das Stadtbild am Parque das Nações. Auch wenn Du nicht mit dem Zug fahren solltest, dieses architektonische Highlight ist einen Besuch wert.

Hinweis: Der Beitrag wird forgesetzt. Schau einfach wieder vorbei.

Titelfoto / Im Hintergrund Praia do Moinho. Nachmittagssonnenstrahlen am Strand Carcavelos im Großraum Lissabon / Foto: Ingo Paszkowsky

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