Burgund: Wandern mit schönen Aussichten und Genuss Auf dem Fernwanderweg GR 213 A zwischen Fontenay und Vézelay


15 Minuten Lesezeit
Was sich so kryptisch anhört, ist in der Realität ein sehr schöner Wanderweg in der Region Burgund-Franche-Comté. Auf 84 Kilometern erleben Wanderer auf dem GR 213 A zwischen Fontenay und Vézelay wunderbare Landschaften, ein reichhaltiges kulturelles Erbe und natürlich die vorzügliche französische Küche mit den wunderbaren Weinen der Region.

Gewissermaßen bildet der Wanderweg also eine optimale Synthese zwischen den genannten erlebenswerten Dingen der Region. Burgund-Franche-Comté besitzt darüber hinaus ein in Europa einmaliges klösterliches Erbe. Ein Teil dieser Sehenswürdigkeiten lässt sich mit dem Fernwanderweg GR 213 A „Fontenay-Vézelay“ erwandern. So verbindet er die beiden herausragenden Sehenswürdigkeiten: die Abtei Fontenay und die Basilika von Vézelay, beides UNESCO-Welterbe.

In der Region Burgund-Franche-Comté sind übrigens gleich acht der insgesamt 43 in Frankreich beheimateten UNESCO-Welterbestätten angesiedelt.

Die frühere Strecke des Jakobswegs führt an zahlreichen Flüssen und Kanälen entlang, durchquert malerische Dörfer, burgundische Weinlagen und idyllische Landschaften.

Eines der vielen Schleusenwärterhäuschen in Burgund, die heute aber nicht mehr von der Wärtern bewohnt werden.
Eines der vielen Schleusenwärterhäuschen in Burgund, die heute aber nicht mehr von der Wärtern bewohnt werden.

Der Besuch der Abtei Fontenay ist ein absolutes Muss

Ausgangspunkt unserer Genuss-Wanderung ist die Abtei Fontenay, in der Nähe des Städtchens Montbard, im Norden von Burgund gelegen. Während die Industriestadt Montbard selbst für den Besucher nicht viel Interessantes zu bieten hat, ist der Besuch der Abtei Fontenay in der Nähe ein absolutes Muss. Auch die Schmiede von Buffon in unmittelbarer Nähe der Stadt sollte besichtigt werden.


Montbard als Ausgangspunkt unserer Wanderung, lässt sich natürlich per Pkw über die A5 und A6 gut erreichen. Wir sind mit dem TGV, dem Hochgeschwindigkeitszug der Franzosen, in einer Stunde von Paris Gare Lyon bequem angereist.

Wer mit dem Boot in der Region unterwegs ist, kann auch den Canal de Bourgogne als Verkehrsweg nutzen und die reizende Landschaft aus einer anderen Perspektive erleben.

Wir – eine kleine Gruppe von Journalisten – sind nicht die gesamte, nachfolgend vorgestellte Strecke erwandert, sondern auch größere Abschnitte mit dem Bus gefahren.

Die Hausboot-Besatzung freut sich über die Wanderer.
Die Hausboot-Besatzung freut sich über die Wanderer.

Was ist eine Genuss-Wanderung?

Ein Wort zur Begriffsklärung. Was ist eine Genuss-Wanderung, werden Sie sich vielleicht fragen? Keine Wanderstrecke, bei der an jeder Ecke ein Restaurant oder Café auf die Wandersleute wartet, wie ein Pressekollege vermutete. Nein, der Zusatz „Genuss“ steht für eine gemächliche, nicht schnelle Fortbewegung, für einfache Touren, ohne große Schwierigkeitsgrade … So könne man das Wandern oder Radfahren mehr genießen, meinen die Touristiker. Als ob jene, die schwierigere Wander- oder Bike-Trails nutzen, ihren Trip nicht genießen würden.

Ein Genuss sind auf jeden Fall der Anblick und Besuch der Abtei Fontenay, ein Meistwerk zisterziensischer Baukunst. Die historischen Gebäude sind in einem tadellosen Zustand und die Gartenanlagen sehr gepflegt.

„Die Abtei von Fontenay wurde 1118 vom Heiligen Bernhard von Clairvaux gegründet, einem der größten französischen Heiligen. Die Anlage ist die älteste erhaltene Zisterzienserabtei der Welt und direkt aus Citeaux, dem im Jahre 1098 gegründeten Mutterkloster des Zisterzienserordens, hervorgegangen“, erzählt Guide Sylvie Perette.

Die Zisterzienser wollten das monastische Leben, also die mönchische Lebensform, durch eine strenge Anwendung bzw. Auslegung der Regeln des Heiligen Benedikt von Nursia reformieren, der ein Leben in Armut und Einsamkeit gepredigt hatte. Eine gewisse Ironie: Später gelangten freilich auch die Zisterzienser durch gekonnte Bodenbewirtschaftung zu großem Reichtum.

Von der Papierfabrik zum UNESCO-Welterbe

Vor Baubeginn mussten die Mönche das sumpfige Gelände trockenlegen. Der Name „Fontenay“ ist aus den lateinischen „Fontanetum“ hervorgegangen, was „die auf den Quellen schwimmt“ bedeutet.

Die gesamte Anlage ist imposant, aber ein besonders interessantes Bauwerk ist die langgestreckte Abtei-Kirche. Die Kirche hat die Form eines lateinischen Kreuzes und misst 66 Meter in der Länge und 16,70 Meter in der Höhe. Sie besteht aus einem Hauptschiff mit zwei Seitenschiffen sowie einem Querschiff und einer flachen Apsis. Die Kapitelle sind kaum mit Skulpturen versehen, damit die Betenden nicht abgelenkt werden.

Die Abtei erlebte bis zum 15. Jahrhundert großen Wohlstand und zählte in ihrer Blütezeit mehr als 200 Mönche. Sie war wirtschaftlich unabhängig, da sie ein großes Klostergut besaß, auf dem Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde.

Im 16. Jahrhundert ging es mit dem Kloster bergab. Später wurde die Anlage sogar in eine Papierfabrik umfunktioniert. 1906 kaufte Edouard Aynard, Bankier und Kunstliebhaber, die Abtei und sanierte sie umfassend. Heute ist sie immer noch im Besitz der Familie Aynard. Seit 1981 ist die Anlage als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet.


Fotostrecke Abtei Fontenay


Besichtigung der Abtei Fontenay

Wie nicht anders zu erwarten bei einem sakralen Bau, richten sich die Öffnungszeiten nach kirchlichen Gedenktagen. Die Abtei ist das ganze Jahr über täglich geöffnet. Vom Palmsonntag bis Allerheiligen von 10 bis 18 Uhr. Die andere Zeit von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

Führungen in deutscher Sprache werden auch angeboten. Es empfiehlt sich eine vorherige Anmeldung.

Tel. +33 (0) 3 80 92 1500

E-Mail info@abbayedefontenay.com

http://www.abbayedefontenay.com/en/ (auch in englischer Sprache)


Wandern am Kanal

Am nächsten Vormittag geht es dann per pedes auf dem GR 213 A, ein kurzes Stück – rund sechs Kilometer – von Montbard bis Buffon. Wir sind im Department Côte-d’Or unterwegs. Auf dieser Strecke führt ein Großteil des Weges auf ebener Strecke am Kanal entlang. Wir wandern fast alleine auf dieser Etappe, mitten im Juni. Lediglich Schleusenwärter sausen auf Mopeds an unserer Gruppe vorbei, um für die wenigen Boote auf dem Kanal die Schleusen zu bedienen. Von den Wiesen schauen die Kühe zu uns herüber. Den Wanderweg gibt es schon einige Zeit, aber so richtig ins „Lampenlicht“ rücken wird er wohl erst nach seiner offiziellen Eröffnung als GR231A am 30. September.

Auf GR 213 A bekommt man reichlich Kühe zu Gesicht.
Auf GR 213 A bekommt man reichlich Kühe zu Gesicht.

Da der Weg bisher kaum bekannt ist, hat ihn noch kein Reiseveranstalter in seinem Programm aufgenommen. Also die richtige Route für Entdecker, die gerne alles selbst erleben und planen wollen.

Bedeutendes Industriedenkmal

Entspannt erreichen wir die Grande Forge de Buffon, die große Schmiede. Dieser sehenswerte Komplex feiert in diesem Jahr den 250. Jahrestag seiner Gründung. Das meisterhafte Industriedenkmal zeugt eindrucksvoll vom technischen Know-how jener Zeit.

Die Schmiede wurde im Jahr 1768 vom berühmten Naturforscher Comte de Buffon erbaut. Es besteht aus einem einzigartigen, architektonischen Ensemble mit Wohnbereich und industriellem Teil. Zum ersten Mal wurden in dieser Region drei Etappen der Eisenherstellung von der Reduktion des Eisenerzes bis zur Herstellung von Halbfertigprodukten in einem Betrieb betrieben.


Fotostrecke Große Schmiede von Buffon


Besichtigung der Schmiede von Buffon

Ausgestellte Grafiken zeigen, dass die Schmiede schon damals nach seiner Errichtung viele Besucher zählte, die das Wunderwerk der Technik bestaunten.

Die Grand Forge ist jedes Jahr vom 1. April bis Allerheiligen täglich von 10 bis 12:30 Uhr und 14:30 bis 18 Uhr geöffnet. Jeden Dienstag im April, Mai, Juni, September und Oktober ist geschlossen. Juli und August ist die Schmiede ganztägig von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen werden auch in deutscher Sprache abgehalten (nur im Sommer).

Falls Sie kein Französisch können, zudem kein Freund von Führungen in einer Gruppe sind und trotzdem viele Informationen aufnehmen wollen, so sind Sie in dem alten Hüttenwerk gut aufgehoben. Denn an jedem Ausstellungsstück im Werksgelände klären Tafeln in deutscher Sprache detailliert über die einzelnen Herstellungsschritte auf. Chapeau!

Sie haben keine Zeit, sich das Museum (ausführlich) anzusehen – kein Problem, es gibt eine wunderbare, ausführliche 360-Grad-Sicht mit vielen Erklärungen (in französischer Sprache) auf das Objekt:

http://www.grandeforgedebuffon.fr/360/

Grandios.

Sehen Sie auch das Video aus der Drohnenperspektive. Der Sound ist etwas schwermütig, lassen Sie sich davon nicht abschrecken.

 

 

Grande Forge de Buffon

21500 Buffon

Tel. 03 80 92 1035

grandeforgedebuffon@gmail.com

www.grandeforgedebuffon.fr


Kommunikationssystem der Mönche: Wach- und Taubenturm

Nach dem Mittagessen in Buffon geht es weiter mit unserer Wanderung auf dem GR 213 A in die kleine Gemeinde Quincy Le Vicomte. Das ist eine Strecke von 6,5 Kilometern, die zum großen Teil durch den Wald führt. Es geht vorbei an kleinen Bächen und glasklaren Quellen, deren sehr kaltes Wasser an diesem warmen Tag eine echte Erfrischung ist.

Unterwegs kommen wir vorbei an einem kleinen Turm, der über einem Bach residiert. Irgendwie sieht das Bauwerk wie ein Taubenturm aus. Großes Rätselraten in der Gruppe, was hatte dieses Bauwerk für eine Funktion?

Tauben-/Kommunikations-/Beobachtungsturm. War Hochwasser im Anmarsch, wurden Tauben zur Warnung der Landwirtschaft treibenden Mönche losgeschickt.
Tauben-/Kommunikations-/Beobachtungsturm. War Hochwasser im Anmarsch, wurden Tauben zur Warnung der Landwirtschaft treibenden Mönche losgeschickt.

Jackie Therin, unser Guide an diesem Tag und Mitglied des örtlichen Wandervereins, schmunzelt und lüftet erst nach einiger Zeit des Ratens und der Vermutungen das Geheimnis. Ja, es handelte sich um einen Turm der Tauben beherbergte, der aber vor allen Dingen den Mönchen als Beobachtungsturm über die Höhe des Wasserpegels diente. Stieg der Wasserstand über ein festgelegtes Maß, ging eine Taube auf Reisen, um die Mönche, die in den tiefergelegenen Lagen in der Landwirtschaft tätig waren, vor der Flut zu warnen.

Von Quincy Le Vicomte nehmen wir wieder den Bus und übernachten in der Nähe von Avallon.

Eine Hütte im Wald. Nichts für große Menschen. Früher war das alles Weingebiet und da diente dieser Bau als Unterschlupf bei schlechtem Wetter für die Bauern.
Eine Hütte im Wald. Nichts für große Menschen. Früher war das alles Weingebiet und da diente dieser Bau als Unterschlupf bei schlechtem Wetter für die Bauern.

Fotostrecke Avallon


Avallon ist eine sehr sehenswerte mittelalterliche Stadt

Avallon mit seinen 7000 Einwohnern, liegt etwa 200 Kilometer südöstlich von Paris auf einem Granitplateau über dem Tal des Cousin. Wegen dieser strategischen Lage bauten es schon vor rund 2000 Jahren die Haeduer als gallische Festung aus. Auch die Römer erkannten die strategische Bedeutung und errichteten im 1. Jahrhundert n. Chr. hier einen Außenposten. Während des hohen Mittelalters wurde Avallon dann zu einer wehrhaften Festung ausgebaut.

Stadtmauern und Türme sind noch heute zu sehen. In den engen Kopfsteinpflasterstraßen der Altstadt geht man auf Zeitreise. Besonders interessant und sehenswert sind auch die Hinterhöfe.

Den Fußgängern dient ein kleiner metallischer Frosch auf dem Boden als Wegweiser zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Das „Musée de l’Avallonnais“ dokumentiert die Geschichte von den Kelten bis heute. Das „Musée du Costume“ zeigt Accessoires und Kostüme des 17. bis 20. Jahrhunderts.

Der Uhrturm (Tour de l’Horloge) ist sehr sehenswert. Der massive Bau aus dem 14. Jahrhundert verfügt über eine seltene Uhr aus dem 15. Jahrhundert.

In der Hostellerie de la Poste, die noch heute ein Hotel ist, übernachtete Napoleon im März 1815.

Besonderer Anziehungspunkt ist die Stiftskirche Saint Lazare, die im Mittelalter vom Herzog von Burgund Reliquien des Heiligen Lazarus bekommen haben soll.

Samstags morgens findet in der Innenstadt ein quirliger Markt statt. Auch die Markthalle ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Übrigens stößt man auch in Avallon auf Spuren von Frankreich großen Baumeisters und Militärstrategen Sébastien Le Prestre de Vauban. Die Stadt konnte den Bildhauer Bartholdi (Schöpfer des Löwen von Belfort) gewinnen, um Vauban mit einer drei Meter hohen Statue zu würdigen, die 1873 mit großem Pomp eingeweiht wurde. Der graue Granit der Skulptur stammt aus Vaubans Heimatdorf Saint-Léger.

Herrliche Landschaften

Ab dem mittelalterlichen Avallon folgt der Wanderweg dem Cousin-Tal nach Pontaubert und Vault-de-Lugny. Weiter geht es für uns am nächsten Tag von dem kleinen Ort Vault-de-Lugny zu der nicht minder kleinen Gemeinde Asquins über eine Strecke von 10 Kilometern. Die Höhenunterschiede sind moderat, dennoch sind doch kleinere Steigungen zu bewältigen. Belohnung sind Ausblicke über herrliche Landschaften. Als Etappenort der Jakobspilger ist Asquins die letzte Station vor dem „ewigen Hügel“ von Vézelay.

GR 213 A führt über Felder, durch Wälder und an Kanälen und Bächen entlang.

Nach der Wanderstrecke an diesem Tag bleibt noch Zeit für eine Weinprobe in der Domaine La Croix Montjoie (https://www.lacroixmontjoie.com/). Der Weinberg von Vézelay befindet sich auf beiden Seiten des Cure, dem Nebenfluss der Yonne. Die offiziell anerkannte Appellation Village Vézelay ist für Weißweine bestimmt, die in dem von der INAO (Institut national de l’origine et de la qualité – diese Institution hat die Aufsicht über in Frankreich produzierte Lebensmittel) festgelegten Gebiet in den vier Gemeinden Vézelay, Asquins, Saint-Père und Tharoiseau im Departement Yonne angebaut werden.

Weißer Burgunder mit Potenzial

Die Weinberge bestehen insgesamt aus 10 Hektar Chardonnay, auch bekannt als weißer Burgunder. Die nach Süden/Südosten ausgerichteten Hänge bieten volles Potenzial. Die Reben wachsen in einem Kalkstein-Ton, der Muschel-Fossilien der Gattung Gryphaea Gigantea enthält. Das Klima ist kontinental, der Winter ist rau und im Sommer sind die Tage warm, aber die Nächte bleiben kühl.

Das Winzer-Paar Sophie und Matthieu setzt auf eine nachhaltige Erzeugung. Sie sind überzeugt, dass mit diesem Ansatz das Terroir am besten zum Zuge kommt – die Weinverkostung gibt ihnen recht.

Nach der Wanderstrecke an diesem Tag bleibt noch Zeit für eine Weinprobe in der Domaine La Croix Montjoie (https://www.lacroixmontjoie.com/). Das Winzer-Paar Sophie und Matthieu setzt auf eine nachhaltige Erzeugung.
Sophie vom Weingut La Croix Montjoie – sie spricht übrigens sehr gut deutsch.

Schönes Dorf und Meisterwerk romanischer Baukunst

Kommen wir zu Ende und Höhepunkt unserer (Bus- und) Wanderreise: Vézeley, eine Gemeinde mit rund 400 Einwohnern, die aber jährlich von über einer Million Touristen besucht wird. Vézelay ist als eines der Plus beaux villages de France klassifiziert, als eines der schönsten Dörfer Frankreichs. In der Tat versprüht der Ort einen Charme, der auch Künstler und Schriftsteller seit je her inspirierte. So verbrachte der große französische Schriftsteller und Pazifist Romain Rolland, Nobelpreisinhaber für Literatur, seinen Lebensabend in Vézelay.

Aus der Schönheit des Dorfes allein ist die hohe Besucherzahl jedoch nicht begründet. Vielmehr gehört der weltbekannte Wallfahrtsort zu den bedeutendsten Stätten des Christentums. Auf ihrem „ewigen Hügel“ verbreitet die seit 1979 zum UNESCO-Welterbe gehörende romanische Basilika Sainte Marie-Madeleine von Vézelay ein Gefühl vom Lauf der Zeit unberührter Ruhe und Gelassenheit. Das im 9. Jahrhundert gegründete Benediktinerkloster entwickelte sich dank seiner Reliquien der heiligen Maria Magdalena zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.

Der heilige Bernhard rief hier 1146 zum zweiten Kreuzzug auf. Richard Löwenherz und Philipp August trafen 1190 in Vézelay zu Beginn des dritten Kreuzzugs zusammen. Immer noch sind der Ewige Hügel und die Basilika eine Hochburg der Spiritualität der christlichen Welt.

Ingo Paszkowsky

Titelfoto / Schöne Aus- und Ansichten auf dem Fernwanderweg GR 213 A / Foto: Ingo Paszkowsky


Fotostrecke Vézelay


Das sollten Sie sich in Vézelay ansehen

1. Die Basilika Sainte Marie-Madeleine

Die Basilika ist bei freiem Eintritt ganzjährig von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet.
Von Juli bis August öffnen Ordensleute der Bruderschaft von Jerusalem täglich (außer montags) um 14:30 Uhr die Tore der berühmten Basilika für einen privilegierten Besuch. Von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr (außer Donnerstag) übernehmen dies Studenten.

Andachten und Messen
Morgenandacht
Samstag und Sonntag 8 Uhr, Dienstag bis Freitag 7 Uhr
Mittagsandacht
Dienstag bis Freitag 12:30 Uhr
Messe
Samstag 12:30 Uhr, Sonntag 11 Uhr, Montag bis Freitag 18:30 Uhr
Abendmesse
Samstag und Sonntag 18 Uhr
http://www.basiliquedevezelay.org/ (Webseite in französischer Sprache)

2. Panoramaaussicht von der Terrasse des alten Abteischlosses

3. Die Porte Neuve

4. Die Kapelle de La Cordelle

5. Die drei Museen Maison Jules Roy, Musee de l’oeuvre Violett-Le-Duc und Musee Zervos – Maison Romain Rolland

6. Konzerte im Rahmen der Veranstaltungsreihe Cité de la Voix (Webseite in französischer Sprache)

Unser Hotel-Tipp…

ist das SY Les Glycines in einem liebevoll saniertem Altbau mit individuellen Zimmern, einem tollem Service und richtig gutem Frühstück. Zu dem Hotel gehört auch das Restaurant SY La Terrasse, das vis-a-vis der Basilika Sainte Marie-Madelaine liegt. Dort lässt sich herrlich entspannen, Kaffee trinken und gut speisen.

Allgemeine Tourismusinformationen über Vézelay:

http://en.vezelaytourisme.com/ (auch in englischer Sprache)


Über den Fernwanderweg GR 213 A

Der Wanderweg ist Teil der alten Strecke zur Kathedrale von Santiago de Compostela in Spanien und damit Bestandteil des Jakobswegs – einer Anzahl von Pilgerwegen. Dieser Abschnitt wurde früher „Weg der Deutschen“ oder „Weg des Ostens“ genannt. Er führt auf einer Länge von 83 Kilometern durch die Landschaft des Morvan und verbindet drei besondere Sehenswürdigkeiten: die Zisterzienserabtei von Fontenay, den Ort Epoisses und die Basilika von Vézelay.

Mit einer durchschnittlichen Höhe von 249 Metern, bei einem Minimum von 179 Metern und einem Maximum von 291 ist die Strecke moderat, dennoch sind ab und zu doch längere leichte Steigungen zu absolvieren.

Es ist möglich die Strecke mit dem Mountainbike zu bewältigen. Die Webseite https://fontenay-vezelay.jimdo.com/patrimoine/ (hier gibt es auch weitere Informationen zum Wanderweg und verschiedene PDF-Broschüren zum Download in französischer Sprache) schlägt ein oder zwei Tage dafür vor. Einen Tag mit dem Bike, die gesamte Strecke – scheint mir ein zu großer Kraftakt zu werden.

Während die vorgeschlagenen vier Wanderetappen – zum Beispiel 17,5 + 22,5 + 25 + 18 Kilometer – durchaus machbar sind.

Weitere Informationen zu den Fernwanderwegen

https://www.ffrandonnee.fr/Default.aspx (nur in französischer Sprache)

Sehr ausführliche Informationen (auch in deutscher Sprache) mit vielen Hinweisen und Karten

https://www.gr-infos.com/gr-de.htm

Der GR 213 A ist jedoch (noch?) nicht aufgeführt.

Beschreibung aller Wanderrouten in der Region auf der Seite von Bourgogne-Franche-Comté Tourisme (in deutscher Sprache)

https://de.bourgognefranchecomte.com/wanderrouten/

Zwischenstopp bei der Wanderung.

Burgund mit dem Hausboot erkunden

Wer keine Lust zum Wandern hat, kann das Burgund auch sehr gut mit einer Hausboot-Tour erkunden. Auf den Booten lassen sich sogar Fahrräder für Ausflüge mitnehmen. Anregungen für Hausboot-Trips finden Sie hier.


Lesen Sie auch unsere Reportagen und Berichte über Burgund-Franche-Comté

Alésia – wo die Gallier lebten und gegen die Römer kämpften


Besançon ist die Perle der Franche-Comté

Mit dem TGV zu einem versteckten Kleinod


 

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