Wo sind die besten Sitzplätze im Flieger?

Last updated on 2. August 2021


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Natürlich reist man am bequemsten in der Business Class oder noch besser in der First Class. Die meisten von uns fliegen aber in der Economy Class – in der Touristenklasse oder auch Holzklasse, wie manche sagen. Gerade bei längeren Flügen, bereits ab drei oder vier Stunden, hat die richtige Wahl des Sitzplatzes einen entscheidenen Anteil daran, wie ausgeruht man sein Ziel erreicht. Wir sagen euch, welche Plätze ihr wählen oder meiden sollten.

Sitz am Notausgang – Für und Wider

Generell sollten Reisende folgende Dinge bei der Sitzplatzwahl beachten: Zwar haben Fluggäste beispielsweise am Notausgang mehr Beinfreiheit, aber die Verstellung der Rückenlehnen ist an diesen Plätzen oft eingeschränkt. Gepäck kann dort auch nicht unter den Sitzen verstaut werden.

Reisende, die den Flug möglichst erschütterungsfrei erleben möchten, wählen Sitzplätze direkt über den Tragflächen. Am ruhigsten sind die Reihen bis zur Tragflächenmitte, dahinter ist der Lärm der Triebwerke stärker zu hören. Meist komplett zu vermeiden, ist die letzte Sitzreihe. Dort ist oftmals der Sitzabstand geringer als in den anderen Reihen und die Lehnen sind nicht verstellbar. Die Nähe zum WC ist zwar hilfreich bei einem eiligen Toilettengang, aber verstärkt durch die angrenzende Bordküche handelt es sich dort um die unruhigsten und geruchsintensivsten Plätze im Flugzeug. Außerdem stehen nicht selten viele Reisende in einer Warteschlange an der Toilette an. In diesen Reihen kommt es auch am häufigsten zu Beschwerden von Fluggästen.

Falls ihr einen Anschlussflug mit relativ kurzen Umsteigezeiten habt, sind Sitzplätze im vorderen Bereich von Nutzen, denn auf vielen Airports wird meist nur vorn ein- und ausgestiegen.

Fenster oder Gang, auf keinen Fall Mittelsitz

Kurzstreckenflugzeuge haben oft auf jeder Seite zwei Sitzplätze. Langstreckenflieger dagegen eine 2-3-2 bis hin zur 3-4-3-Sitzkombination. Am Fenster auf einem Fenstersitz habt ihr eure Ruhe und eine schöne Aussicht, müsst aber bis zu zwei Mitreisende bitten, euch für den Toilettengang oder zum Beine vertreten rauszulassen. Auch an euer Handgepäck kommt ihr nicht so leicht ran. Wenn während eines Tagfluges die Sonne genau auf das Guckloch knallt, lässt sich schnell die Blende schließen. Dein Sitznachbar könnte aber dagegen sein, er wird nicht geblendet und möchte gerne die Aussicht genießen.

Ein Gangsitz hat den Vorteil, dass ihr einfach ohne jemanden zu fragen, euren Sitz verlassen könnt. Günstig für Leute, die häufiger die Toilette benutzen müssen. Längere Personen können auch mal die Beine in den Gang strecken. Allerdings muss man auch etwas aufpassen, dass man nicht versehentlich angerempelt wird. Auch die nette Flugbegleiterin oder der nette Flugbegleiter, die sich gerade um Passagiere auf der anderen Seite des Fliegers kümmern und ihre Augen dort haben, könnten einen mit dem Duty-Free- oder Essen&Getränke-Trolley versehentlich touchieren. Dann gibt es noch die Zeitgenossen, die den Hinweis der Crew vorsichtig die Gepäckfächer zu öffnen, nicht beherzigen. In der Folge davon kann euch in Gangposition schon mal ein Handgepäckstück treffen. Trotz alledem, ich bevorzuge in der Economy Gangplätze.

Mittelsitze sind eigentlich die unbeliebtesten. Es sei denn ihr reist gemeinsam oder ihr wollt euch mal so richtig aussprechen, dann habt ihr zwei Sitznachbarn für anregende Gespräche, In der Konfiguration 3-4-3 werden die Sitze in der Regel mit A, B, C, dann mit D, E, F, G und weiter mit H, J, K bezeichnet. I gibt es nicht, weil es vermutlich leicht Verwechselungen mit J geben könnte. Also die Sitzplätze B, E, F und J sind die nicht die beste Wahl.

Sleeper's Row: Die Lufthansa bietet seit 2. August 2021 auf extra-langen Langstrecken derartige Schlafreihen an. / Grafik: Lufthansa
Lufthansa Sleeper’s Row / Foto: Lufthansa

Sleeper’s Row

Eine Schlafcouch ist kein gänzlich neues Konzept, einige Airlines testeten bereits die Sleeper’s Row. Die Lufthansa bietet seit 2. August 2021 auf extra-langen Langstrecken derartige Schlafreihen an. Je nach Flugzeugtyp und verfügbarem Platz werden drei bis vier Plätze nebeneinander angeboten, gegen einen Aufpreis ab 159 Euro bis 229 Euro. Dazu gibt es Matraze, Kopfkissen und Decke. Diese Option kann aber nur beim Check-in oder am Gate dazu gebucht werden, falls die Maschine leer genug ist. Pro Flug werden maximal drei Sleeper’s Row-Reihen angeboten. Eine Reservierung im Voraus ist nicht möglich.

Für die Sicherheit während des Fluges sorgt ein spezieller Sicherheitsgurt, der auch im Liegen geschlossen bleibt, und eine separate Sicherheitsanweisung.

Ein weiterer Vorzug ist das Pre-Boarding. Fluggäste, die eine Sleeper’s Row buchen, steigen früher in das Flugzeug ein.

Lufthansa bietet die Sleeper’s Row auf Langstreckenflügen ab etwa elf Stunden Flugdauer an, zum Beispiel auf Routen nach Fernost, an die Westküste der USA, nach Mittel- und Südamerika oder ins südliche Afrika.

Lufthansa hat die Sleeper’s Row Ende letzten Jahres auf der Strecke Frankfurt – São Paulo – Frankfurt mehrere Wochen getestet. Das Angebot erhielt viel positives Feedback von den Fluggästen und war entsprechend stark nachgefragt.

Für etwas größere Personen sind drei Sitzbreiten nicht viel. Auf vier Sitzen kann man sich schon lang machen. Das sind dann die Mittelreihen. Wer unruhig schläft, wird gegebenenfalls von Mitreisenden gestört, die am Kopfende vorbeilaufen. Vielleicht ist beim Checkin ein Upgrade in die Premium Economy Class oder in die Business Class die bessere Wahl.

Airbus A320: die erste Reihe ist die beste

Unter Insidern sind in Flugzeugen des Typs Airbus A320 die Plätze 1A und 1F als die besten Sitze bekannt. Hier gibt es mehr Beinfreiheit, die beste Aussicht aus dem Fenster, die nicht von einem Flügel versperrt wird und die Chance, als erster Speisen und Getränke serviert zu bekommen. Kleines Manko: Dieser Platz wird von Passagieren häufig als zugig wahrgenommen.


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Boeing 777: Reihe 32 gewinnt

Am komfortabelsten sitzen Fluggäste in den Flugzeugen des Typs Boeing 777 in Reihe 16, der ersten Reihe hinter der Trennwand zur Business Class, und in Reihe 32 an den Notausgängen.

Bei beiden Sitzreihen genießt der Passagier große Beinfreiheit und schnellen Service aufgrund der Nähe zur Crew. Reihe 32 bietet zusätzlich noch besonders gute Sicht, da sie sich hinter den Tragflächen befindet.

Grafik: Swoodoo.com
Grafik: Swoodoo.com

Die besten Sitzplätze im A380

Auch für das größte Passagierflugzeug der Welt, den Superjumbo Airbus A380, gilt, dass jeweils in den ersten Reihen der “Teilkabinen” der Economy Class die größte Beinfreiheit herrscht. Die Sitzkonfiguration in diesem riesigen Flugzeug lautet 3-4-3. Man hat keinen Vordermann vor sich und beispielsweise beim A380 von Asiana Airlines 16 cm mehr Beinfreiheit bei den Plätzen in der Mitte. Wer etwas größer ist, kann diese Beinfreiheit nicht völlig genießen, weil man seine Beine nicht ausstrecken kann. Das geht dagegen bei einem “normalen” Economy-Sitz durchaus.

Anders sieht es dagegen auf den Plätzen links und rechts an den Ausgängen aus. Die Beine können bei Bedarf dauernd ausgestreckt bleiben. Allerdings ist es nicht gerade selten sehr zugig auf diesen Sitzen. Die Freude über die große Beinfreiheit wird zusätzlich etwas dadurch getrübt, dass immer mehr Fluggesellschaften für diese Plätze teils happige Aufschläge verlangen.

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Und bei sehr langen Flügen vertreten sich dort zahlreiche Passagiere die Beine, warten auf das freiwerdende WC und halten unter Umständen lautstark einen Plausch mit anderen Mitreisenden. Mit Ruhe und Beinfreiheit ist es dann vorbei – zumindest eine zeitlang, bis endgültig Nachtruhe einkehrt.

Quelle: Swoodoo, eigene Recherche

Titelfoto /Das Angebot an Filmen – auch in der Economy – im Airbus A380 von Asiana Airlines ist beachtlich. / Foto: Asiana Airlines


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Weitere Informationen über den A380



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