Brexit: Das Vereinigte Königreich verlässt die EU, was Reisende beachten müssen

Das Vereinigte Königreich verlässt am 31. Januar 2020 die EU. Für Besucher, die das Land bereisen wollen, ändert sich jedoch in diesem Jahr nichts, versichert VisitBritain, die Britische Zentrale für Tourismus.

Flüge, Fähren, Busse und Züge verkehren weiterhin wie gewohnt. EU-Bürger können wie bislang mit dem Personalausweis oder Reisepass einreisen und die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt weiterhin auch im Vereinigten Königreich. Reisende mit einem biometrischen Reisepass können die E-Gates für eine schnelle und einfache Einreise nutzen. Und auch die Mitnahme von Haustieren ist weiterhin mit einem EU-Heimtierausweis möglich.

Robin Johnson, Direktor VisitBritain Europa, erklärt: “Europa war und wird immer ein sehr wichtiger Markt für das Vereinigte Königreich sein und wir heißen in etwa 27 Millionen europäische Besucher im Jahr willkommen.“

„Da unsere Hotels, Geschäfte und Besucherattraktionen durch den Wechselkurs ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, ist jetzt eine besonders günstige Gelegenheit eine Reise nach UK zu buchen.”

In diesem Frühjahr soll eine große Kampagne um Urlauber aus Europa werben. Die Kampagne ist in Frankreich und Deutschland, zwei der größten Tourismus-Quellmärkte Großbritanniens, sowie in Italien, den Niederlanden, Skandinavien und Spanien geplant.

Wird die EHIC wirklich noch akzeptiert?

Michael Zaubzer, Auslandsberater bei der Siemens-Betriebskrankenkasse SBK, hat eine andere Sicht auf die fortgesetzte Gültigkeit der europäischen Gesundheitskarte (EHIC). Ab dem 1. Januar 2020 kann es in vielen Fällen sein, dass die europäische Gesundheitskarte (EHIC), die gesetzlich Krankenversicherte auf der Rückseite ihrer Versicherungskarte finden, dort nicht mehr akzeptiert wird.

Wurden gesetzlich Versicherte aus Deutschland während eines Aufenthalts auf der Insel krank, konnten sie sich bisher unter Vorlage ihrer Gesundheitskarte bei britischen Ärzten ohne Mehrkosten behandeln lassen.

Mit dem Brexit werden viele Ärzte die Karte aber vermutlich nicht mehr akzeptieren: Nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union müssen Reisende bei einer Behandlung durch den britischen National Health Service (NHS) voraussichtlich vermehrt in Vorkasse gehen.

Bis Ende des Übergangszeitraums am 31.12.2020 erstatten Krankenkassen Versicherten aber noch maximal die Kosten, die für die gleiche Behandlung in Deutschland angefallen wären, abzüglich der gesetzlich vorgeschriebenen Eigenanteile. Dies gilt ausschließlich für Ärztinnen und Ärzte des NHS, nicht für Privatpraxen. Ab 2021, nach Ablauf des Übergangszeitraums, könnte auch eine Kostenerstattung für NHS-Behandlungen nicht mehr möglich sein. “Ich empfehle daher jedem, der nach Großbritannien reist, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen – auch bereits während des Übergangszeitraums.” Wie es nach Ende des Übergangszeitraums ab 2021 aussieht, steht aktuell noch nicht fest. Die Regelungen im Gesundheitsbereich sind Bestandteil der Verhandlungen zwischen EU und Großbritannien, die nun beginnen.

Eine Auslandskrankenversicherung könnte ab kommendem Jahr die einzige Möglichkeit sein, um nicht selbst für die Behandlungskosten aufkommen zu müssen.

Für längere Aufenthalte gelten andere Regeln

“Für Studierende, Praktikanten oder Arbeitnehmer, die länger als acht Wochen in England, Schottland, Wales oder Nordirland sein werden, reicht eine reguläre Auslandskrankenversicherung jedoch nicht, da diese in der Regel keine längeren Aufenthalte abdeckt”, erklärt Zaubzer. Diese Personen benötigen eine Langzeit-Reisekrankenversicherung. “Das war aber auch bisher bereits der Fall. Bei einem Aufenthalt über die Länge eines Urlaubs hinaus war schon vor dem Brexit eine zusätzliche Versicherung notwendig.” Einen Auslandskrankenschein, wie er für einige Länder existiert, gibt es für Großbritannien nicht.

Titelfoto / Die Tower Brigde in London. / Foto: pixabay / fotofan1

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