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Portugals Weihnachtsbräuche erleben

Zeit für die Familie, für traditionelle Gerichte und für einen Weihnachtsbummel durch die geschmückten Gassen – jedes Jahr ab Anfang Dezember bis zum Dreikönigstag am 6. Januar herrscht in Portugals Dörfern und Städten feierliche Feststimmung.

Bevor in der Nacht zum 25. Dezember Papa Weihnacht die Geschenke bringt, genießen Urlauber die prachtvolle Adventszeit in Portugal auf vielfältige Art und Weise. Sie lernen die regionalen Weihnachtstraditionen und Werte kennen, lassen sich bei einem Besuch der Weihnachtsdörfer und Krippen in weihnachtliche Stimmung versetzen und probieren sich durch die vielen typischen Festtagsspeisen und -getränke.

Weihnachtsinsel Madeira

Bei milden 20 Grad und jeder Menge Sonnenschein genießen Urlauber die Jahreswende auf der Blumeninsel Madeira, die sich in dieser Zeit in eine regelrechte Weihnachtsinsel mit einem vielfältigen Programm aus zahlreichen Weihnachts- und Neujahrsfesten verwandelt. Bereits am 16. Dezember starten die insgesamt neun Geburtsmessen, die sogenannten „As novenas“, die bis zum 24. Dezember in der Morgendämmerung stattfinden. Auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk bummeln Besucher durch die festlich dekorierten Straßen Funchals oder schlendern am Abend des 23. Dezember über den traditionellen Bauernmarkt „Mercado dos Lavradores“, auf dem sie Madeiras älteste Süßigkeit, den Honigkuchen „Bolo de mel“ probieren.

Madeira zur Weihnachtszeit / Credit Henrique Seruca

Tonkrippenfiguren aus dem Alentejo

Die geschichtsträchtige Stadt Estremoz im Alentejo ist für ihren Königspalast, die weißen Fassaden der historischen Altstadt sowie für den qualitativ hochwertigen Marmor bekannt. Darüber hinaus spielt die Handwerkskunst eine bedeutende Rolle − allen voran die berühmten Tonfiguren, für die die Stadt seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist und die seit 2017 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit gelistet sind. Bei einem Spaziergang durch die kleinen Geschäfte schauen Besucher den Künstlern beim Herstellen dieser Figuren, die die Weihnachtskrippen in ganz Portugal schmücken, über die Schulter und können sich mit den Unikaten auch für die heimische Krippe ausstatten.


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Europas größte Lebendkrippe im Norden Portugals

Im Norden Portugals kommen Urlauber in der Weihnachtszeit nicht nur in den Genuss des Portweins, der im ganzen Land fester Bestandteil des Weihnachtsmenüs ist, oder des bekannten Oktopusses. In der Gemeinde Priscos besuchen sie Europas größte, „lebende“ Krippe und begeben sich dort auf Zeitreise nach Jerusalem zur Geburt Christi. Dabei können sie aus vier angebotenen Stücken wählen: die jüdische Hochzeit, die Prozession des Lichts, das Gericht und die Beerdigung. Neben den zahlreichen Tieren, stellt eine über zehn Meter breite Höhle, in der die biblischen Figuren von Maria, Josef, Jesus, der Kuh und dem Esel stehen, die Hauptattraktion dar.

Einer der größten Weihnachtsbäume Europas in Lissabon

In der Weihnachtszeit funkelt und leuchtet es in und um die Hauptstadt Portugals an jeder Ecke. Zahlreiche Weihnachtsmärkte, wie der Rossio Christmas Market im Zentrum der Stadt oder der Weihnachtsmarkt am Campo Pequeno locken mit abwechslungsreichen Buden und Geschenkideen. Der größte unter ihnen ist das Wonderland Lisboa. Wie überall im Land kommen Besucher auch dort in den Genuss traditioneller Desserts, wie dem berühmten „Bolo Rei“, einem Kuchen mit kandierten Früchten und Nüssen, der aufgrund seiner Kronenform auch als Königskuchen bezeichnet wird, den Rabanadas, einer Art French Toast oder dem Sonhos e Filhós, einem frittierten, süßen Gebäck. Darüber hinaus befindet sich am Platz Terreiro do Paço, in der Nähe des Hauptstadtfluss Tejo einer der größten Weihnachtsbäume Europas. Wer seine Liebsten mit einem besonderen Weihnachtsgeschenk überraschen möchte, findet in ganz Portugal von handgemachten Textilien und filigranem Gold- und Silberschmuck über zahlreiche Korkprodukte bis hin zu hochwertiger Keramik- und Gourmetprodukten eine große Auswahl an Ideen.

Lissabon zur Weihnachtszeit / Credit RR-TdP

Miniaturkrippen auf den Azoren

Eine der wichtigsten Traditionen auf den Azoren ist das Aufstellen der sogenannten „Lapinha“, einer Miniaturkrippe, die auf Felsen aufgestellt und mit Erd- und Meeresmaterialien sowie mit kleinen, handbemalten Tonfiguren verziert ist, die das Leben Jesu darstellen. Vor allem die Insel São Miguel ist dafür bekannt. Dort besuchen Interessierte die Krippen an verschiedenen Orten und Einrichtungen, wie beispielsweise im Stadtmuseum von Ribeira Grande oder im beliebten Ort Furnas, wo die Krippe mit 500 Figuren eine der Winterattraktionen der Insel darstellt.

Die Weihnachtsdörfer von Centro de Portugal

Das kleine mittelalterliche Städtchen Óbidos im Zentrum Portugals verwandelt sich in der Adventszeit in ein echtes Weihnachtsdorf – die Vila Natal. Von der beleuchteten, historischen Stadtmauer bis zu einer großen Krippe zwischen den Burgruinen: Besucher treffen hier auf „echte” Elfen und Schneemänner, kaufen handgemachte Geschenke und probieren an den vielen Verkaufsständen den Ginja, einen lokalen Sauerkirschlikör. In der Serra da Estrela, dem höchsten Gebirge Portugals, erleben Urlauber mit etwas Glück nicht nur ein paar Schneeflocken, sondern im kleinen Bergdörfchen Cabeça auch ein besonderes, nachhaltiges Weihnachtsdorf. Zwischen Oliven- und Orangenbäumen wandeln sie durch die festlichen Gassen, deren Schmuck ausschließlich aus natürlichen Materialien hergestellt werden. Fernab der Massen tauchen Urlauber hier in die authentischen Weihnachtstraditionen ein und lassen sich von den Bewohnern in deren Scheunen und Garagen mit Gebäck und Fleisch oder Stockfisch aus dem Holzofen verwöhnen oder binden in der Weihnachtswerkstatt ihren eigenen Kranz.


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Musik an der Algarve

Auf der ganzen Welt erinnern Musik und Gesang an die Geburt Christi. Auch an der Algarve spielt diese Tradition zur Weihnachtszeit eine wichtige Rolle. Im Dezember finden in der südlichsten Region Portugals zahlreiche Weihnachtskonzerte mit den renommiertesten Chorgruppen statt. In dieser Zeit ziehen Gesangs- und Ziehharmonikagruppen von Tür zu Tür und wünschen allen ein frohes neues Jahr. Und auch in den geschmückten Straßen treffen Besucher immer wieder Musiker an, deren Weihnachtsliedern sie beim Schlemmen traditioneller Festtagsgerichte lauschen, wie dem „Galo assado“, einem gebratenen Hähnchen, welches in Portugal als eines der typischsten Festtagsgerichte an Heiligabend auf dem Tisch kommt.

Quelle: Visit Portugal

Titelfoto / Obidos ist ein hübsches Städtchen, nicht nur zur Weihnachtszeit / Credit CM Obidos

Reisehinweise für Portugal

Das milde Klima, 3.000 Sonnenstunden pro Jahr, 1.860 Kilometer Küstenlinie mit über 200 Surfspots, 850 Kilometer Strände an der Atlantikküste und 25 UNESCO-Welterbestätten machen Portugal fast ganzjährig zum idealen Reiseziel.

In dem Land mit den ältesten Grenzen Europas findest Du auf relativ kleinem Raum sehr abwechslungsreiche Landschaften, viele Freizeitmöglichkeiten und ein einzigartiges Kulturerbe, in dem Tradition und Moderne eine harmonische Verbindung eingehen. Die schmackhafte Küche, die guten Weine und die gastfreundlichen Menschen sind weitere Gründe, das Land zu besuchen.

Portugal / Bild: The World Factbook CIA / gemeinfrei

Portugal besteht aus fünf Regionen auf der iberischen Halbinsel: Porto und der Norden, Centro, Alentejo, Lissabon und Umgebung sowie Algarve. Außerdem gehören zu Portugal die Azoren und Madeira.

Die portugiesische Flagge / Grafik: gemeinfrei

Währung

Portugal hat den Euro.

Internationaler Telefoncode

351, mit dem Telefon wählst Du entweder +351 oder 00351 und anschließend die Telefonnummer in Portugal mit regionaler Vorwahl

Notrufnummer

112

Wichtig zu wissen: EU-Bürger können mit ihrem Handy in der Regel in Portugal zu den gleichen Konditionen wie im Heimatland telefonieren. Es sei denn, sie haben einen Mobilfunktarif, der dies anders regelt.

Trinkgeld

Wenn eine Servicegebühr nicht in der Rechnung enthalten ist, dann gib rund 10 Prozent Trinkgeld. In ursprünglichen Restaurants ist es bei Barzahlung oft noch üblich, sich das Wechselgeld aushändigen zu lassen und das Trinkgeld beim Verlassen der Lokalität auf dem Tisch zurück zu lassen.

Souvenirs

Portugal produziert ausgezeichnete Weine, nicht nur den legendären Portwein. Wer Fan des nachhaltigen Naturrohstoffes Kork ist, kommt in Portugal voll auf seine Kosten. Es gibt sehr viele Produkte, die aus Kork hergestellt werden: Bekleidung, Taschen, Schirme, sogar Handwaschbecken…Auch handbemaltes Geschirr und Keramikfliesen sind bei Touristen gefragt.

Traditionelle Küche

Bacalhau – getrockneter und gesalzener Kabeljau, der normalerweise zuerst in Wasser oder Milch eingeweicht wird; dazu sind eine Vielzahl von Zutaten wie Kartoffeln, Karotten, Kohl oder Eiern möglich. Der Fisch kann gebacken, gekocht oder gebraten werden. In Portugal gibt es aber auch viele moderne Restaurants, die dieses Gericht nicht anbieten. Ansonsten stehen die Portugiesen auch auf süße Sachen, wie die legendären Törtchen Pastéis.

Anreise

Die Anreise aus Deutschland mit dem Zug ist zeitaufwändig und teuer. Auch mit dem Auto dauert die Anreise sehr lang und belastet die Urlaubskasse stark. Es sind ja nicht nur Kosten für die Abnutzung des Autos und den Kraftstoff, auch die Mautgebühren schlagen beispielsweise für die rund 2.800 Kilometer lange Strecke von Berlin nach Lissabon ins Kontor. Kommt also wirklich nur eine Flugreise infrage. Nach Portugal gibt es von Deutschland aus zahlreiche Direktverbindungen, beispielsweise mit TAP Air Portugal*, Lufthansa*, Eurowings*, easyJet oder Ryanair.

Was sonst noch zu beachten ist

In den Sommermonaten kommt es in Portugal – meist im Zentrum und im Norden – aufgrund der klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden. Auf Madeira kann es ganzjährig zu Stürmen, Starkregen und extremen Wetterwechseln kommen.

Die Promillegrenze für Verkehrsteilnehmer beträgt 0,5. Sie liegt bei 0,2 für Fahranfänger in den ersten zwei Jahren und Berufsfahrer.

Der deutsche Führerschein ist bei vorübergehenden Aufenthalten ausreichend.

Wichtige Links

visitPortugal

Reisehinweise des Auswärtigen Amts

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen sich unabhängig vom Land und der Dauer des Auslandsaufenthalts in die Krisenvorsorgeliste “Elefand“ des Auswärtigen Amts einzutragen

Quellen: eigene Recherche / The World Facbook der CIA / Auswärtiges Amt

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