Verrückte Weihnachtsbräuche aus aller Welt

Zu Weihnachten pflegt jedes Land seine ganz eigenen Traditionen. Wir blicken über die deutschen Landesgrenzen hinaus und stellen die verrücktesten Weihnachtsbräuche aus der ganzen Welt vor.

Halt! Werfen wir doch noch ein Blick nach Deutschland, bevor wir auf die internationale Weihnachtsreise gehen.

Kratzige Socken, ein Furzkissen oder die alte Kinderkassette: Beim Schrottwichteln gilt es, möglichst sinn- und nutzlose Sachen zu verschenken – und zwar an die Liebsten, die im Gegenzug ebenfalls jemanden mit etwas völlig Absurdem beglücken müssen. Klingt komisch? Mag sein, doch das Schrottwichteln ist eine beliebte deutsche Weihnachtstradition, sagen zumindest die Experten des Reiseanbieters Travelzoo. Jedes Jahr würden Millionen Deutsche im Freundeskreis oder in der Familie wichteln und verschenken das, was sie irgendwo im Keller oder auf dem Dachboden finden. In der Redaktion hatten wir bisher noch nichts von dem Brauch gehört, aber wir lernen natürlich gerne hinzu.

Schauen wir jetzt, was im Ausland so an lustigen Bräuchen üblich ist.

Russland: Russische Single-Frauen greifen in der Weihnachtszeit traditionell zum Telefon

In Russland beginnt das eigentliche Fest erst im neuen Jahr und zwar am 7. Januar. Zu Weihnachten soll sich dort eine ganz besondere Tradition durchgesetzt haben: Single-Frauen nutzen ab dem 6. Januar die nächsten 12 Tage, um auf verschiedenen kuriosen Wegen ihren zukünftigen Ehemann zu finden. Heiratsunwillige Männer sollten daher an diesem Tag lieber nicht ans Telefon gehen. Denn gemäß einer beliebten Tradition werden von vielen Frauen – teilweise wahllos, teilweise weniger wahllos – Nummern ins Telefon getippt und die Regel besagt: Wer abnimmt ist der zukünftige Ehemann.

Polen: Weihnachtsoblate als Vorspeise

Gastfreundschaft ist in Polen auch an den Feiertagen wichtig: Der festliche Tisch wird deswegen mit einem Teller mehr gedeckt, falls unerwarteter Besuch kommt. Allerdings beginnt das Weihnachtsessen erst, wenn der erste Stern am Himmel aufgegangen ist. Teil der Tradition sind außerdem die Weihnachtsoblaten: Auf jedem Teller wird eine Oblate platziert, die meist mit einem Bild bedruckt ist. Vor dem Essen bricht man dann für jedes Familienmitglied ein Stück ab und teilt es mit den anderen Feiernden.

Finnland: Reis-Porridge mit Fruchtsuppe

Schon der Morgen eines Weichnachtstags nach Finnen-Manier beginnt ungewöhnlich. Gemeinsam gönnt sich die Familie ein ordentliches Schwitzbad in der Sauna. Nach erhöhten Temperaturen sorgt der traditionelle Spaziergang zum Friedhof für Abkühlung. Als Weihnachtsritual hinterlässt dort jeder eine Kerze für seine verstorbenen Lieben. Ebenfalls anders: süßes Reis-Porridge statt saftigem Braten. Bei dieser traditionellen finnischen Weihnachtsspezialität wird Reis mit Milch aufgekocht und mit einer Suppe aus Früchten, Zimt und Zucker serviert.

Santa Claus Office. Foto: Visit Finland
Santa Claus Office. Foto: Visit Finland

Schweden: Hochzeitsvorhersage dank Mandel im Reis Pudding

Bei den Schweden spielt eine ähnliche Speise eine bemerkenswerte Rolle: Reis-Pudding. Im Weihnachtsgericht versteckt, befindet sich eine Mandel. Wer die Mandel erwischt, wird – so der Volksglaube – im darauf folgenden Jahr heiraten. Den Pudding nutzt man jedoch auch, um den Weihnachtsmann bei Stimmung zu halten und stellt eine kleine Schüssel für ihn nach draußen. Und das kulturelle Weihnachtsprogramm? Statt dem kleinen schwedischen TV-Rabauken Michel, läuft in den Wohnzimmern am Nachmittag Donald Duck. Alle die ihre Zeit jedoch lieber draußen verbringen, können sich dank einer garantierten Menge winterlichen Schnees die Zeit mit Schneeballschlachten und Schlittenfahrten vertreiben.

China: Geschenkte Äpfel

Der Heiligabend ist in China ganz klar für Pärchen reserviert: Verliebte verbringen ihn gemeinsam und machen sich einen schönen Abend. Geschenke gibt es natürlich auch: “Wir schenken uns an Heiligabend rote Äpfel. Wir glauben, dass sie uns Glück und Frieden bringen”, sagt Emily Huang, Reisespezialistin bei Travelzoo aus Peking. Sie erklärt: “‘Apfel’ heißt in unserer Sprache ‘Ping Guo’, der Weihnachtsabend ‘Ping An Ye’. ‘Ping’ steht dabei für ‘Frieden’ und ‘Sicherheit'”. Wichtiger als Weihnachten ist hier aber immer noch das Chinesische Neujahr, das die Menschen sehr groß feiern: Sie schmücken ihre Häuser in verschiedenen Rottönen – Rot gilt ebenfalls als glückbringend – und treffen ihre Familien.

Kolumbien: Tägliche Gebete und Teelichter auf den Straßen Kolumbiens

Schnee sucht man zu dieser Jahreszeit in Kolumbien vergeblich, dafür sorgen dort vor allem Lichter für festliche Stimmung. Am „Día de las Velitas“ (Tag der Kerzen) am 7. Dezember wird die Ankunft Marias gefeiert. Um ihr den Weg zu leuchten, findet man überall auf den Straßen kleine Teelichter. Den Kolumbianern der Stadt Medellín reicht das jedoch noch nicht aus: Bei dem Fest „Los Alumbrados“ verwandeln 15 Millionen Glühbirnen und spezielle Installationen die Stadt während der Weihnachtszeit in ein romantisches Lichtermeer. Am 16. kommt außerdem die kolumbianische Sippe für „Las Novenas“ zusammen, um im Kreise der Familie der Geburt Jesu zu gedenken. Von diesem Tage an beten die Kolumbianer täglich bis zum Weihnachtstag.

Savoir vivre in Frankreich: Jede Menge Köstlichkeiten auf der Weihnachtstafel

Während die Kolumbianer beten, wird in Frankreich geschlemmt. Truthahn, Foie Gras und Lachs – exquisites Essen ist ein fester Bestandteil des französischen Weihnachtstages. Abgesehen von einigen zusätzlich aufgetischten Köstlichkeiten, unterscheidet sich das Fest der Franzosen jedoch nicht allzu sehr von dem unseren. Nachdem alle satt sind, besucht man in Frankreich die Mitternachtsmesse. Geschenke dürfen entweder noch am Abend des 24. oder am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages ausgepackt werden.

Großbritannien: Die ersehnte Rede

Was wird die Queen sagen? Wird sie ihre Enkel erwähnen? Verliert sie ein Wort über Harry und Meghan? Und laufen vielleicht sogar irgendwann ein paar tobende Urenkel durch das Bild? “Die Weihnachtsansprache der Queen ist bei uns Briten ein absolutes Pflichtprogramm”, sagt die UK-Reisespezialistin Emily Heath von Travelzoo: “Wir schauen sie alle gemeinsam mit der Familie an und schließen sogar Wetten darauf ab, was die Queen trägt und welche Fotos im Hintergrund stehen.” Während die Monarchin spricht, essen die Leute vor dem Fernseher traditionelle Weihnachtsspezialitäten wie Rosenkohl oder Christmas Pudding, tragen Papierkronen und ziehen an Knallbonbons. Die Geschenke gibt es übrigens erst am nächsten Morgen.

Irland: Weihnachtsschwimmen im eiskalten Wasser

Auch Irland hält einige ungewöhnliche Traditionen bereit. Um Fremde zur Weihnachtszeit zu begrüßen und an diejenigen zu erinnern, die an diesen Tagen nicht zuhause sein können, platzieren viele Iren am Heiligabend eine Kerze am Fenster. Am Weihnachtstag wiederum zeigen die Iren dann, dass sie wahrhaftig abgehärtete Inselbewohner sind: Überall, jedoch vor allem am Forty Foot Gebirge, findet das traditionelle Weihnachtsschwimmen statt, bei dem hunderte von Menschen von der Klippe in das eiskalte Wasser der irischen See springen.

Spanien: Mandarinen und nachträgliches Weihnachtsfest

Der Weihnachtsmann mag gerne Mandarinen – zumindest, wenn es nach den Katalanen geht. In der spanischen Region besorgen sich die Menschen in der Adventszeit einen Baumstamm, dekorieren ihn mit einer roten Mütze, damit er aussieht wie der Weihnachtsmann. Und der wird dann mit Mandarinenschalen gefüttert. Je mehr Mandarinenschalen der bemützte Baum – auch “Tió de Nadal” genannt – bekommt, desto mehr Geschenke gibt es an Heiligabend. “Das ist eine typische katalanische Tradition”, erklärt Sandra Gracía, Reisespezialistin aus Barcelona, “daher kann ich nicht an Weihnachten denken, ohne dass mir der ‘Tío de Nadal’ in den Sinn kommt”. Sie kennt den Hintergrund des Brauchs: Früher war der “Tío de Nadal” (etwa: Weihnachtsonkel) ein Holzscheit, der im Kamin des Hauses brannte und Wärme für die Feier schenkte. “Heute soll er immer noch Wärme und Zuneigung verbreiten – aber vor allem durch Geschenke.”

Spanier sind aus deutscher Sicht Weihnachts-Nachzügler, denn erst am 5. Januar beginnen die Feierlichkeiten mit dem „Cabalgata de los Reyes Magos“, einer Parade mit festlichen Wagen, die die Ankunft der Heiligen Drei Könige am darauf folgenden Tag einläutet. Am Tag der großen Bescherung, dem „Día de Reyes“ am 6. Januar, dürfen dann auch endlich Geschenke getauscht werden. Vorher stärkt man sich am Frühstückstisch noch mit „Roscón de Reyes“, kranzförmigen Kuchen, die für die Heiligen Drei Könige gebacken wurden. Wer noch nicht genug von Süßigkeiten und Paraden hat, kann an diesem Tag Caspar, Melchior und Baltasar mit ihren Kamelen, Geschenken und „caramelos“ auf den Straßen Spaniens treffen.

Brasilien: Truthahn trotz tropischer Hitze

Die Weihnachtsfeier der Brasilianer beginnt – wie auch in Deutschland – am 24. Dezember. Der Weihnachtsmann bringt jedoch erst am späten Abend Geschenke vorbei. Die Zeit vertreibt man sich bis dahin, trotz tropischer Hitze, mit köstlichem Truthahn, der als traditionelles Gericht von den Nordamerikanern übernommen wurde. Alle, die ebenfalls lieber mit einer Palme statt der Tanne als Weihnachtsbaum vorlieb nehmen, die sollten die „heiße“ Stadt Rio de Janeiro bereisen. Die Copacabana glänzt mit weißem Sandstrand statt Schneelandschaft. Und länger bleiben lohnt sich, denn der Strand an der Copacabana ist nicht nur für seine Schönheit, sondern auch für eine der größten Strand-Silvester-Partys bekannt.

Kanada: Eine leuchtende Rübe

Am Weihnachtsmorgen wird es in Kanada laut – zumindest in der Provinz Nova Scotia. Denn einige der Einwohner dort maskieren sich und ziehen von Haus zu Haus. Dabei machen sie – mit Ketten und Glocken so viel Lärm wie möglich. So lange, bis sie genügend Süßigkeiten zugesteckt bekommen, um sie von ihrem Umzug abzulenken. “Diese Tradition trägt bei uns den Namen ‘Belsnickeling'”, erklärt Amanda Blake, Reisespezialistin bei Travelzoo Kanada, “aber auch in vielen anderen Regionen gibt es eigene Rituale.” In der Provinz Labrador etwa sammeln die Menschen Rüben ein und höhlen sie aus. Sie stellen eine Kerze hinein und schenken sie dann ihren Kindern. Und die Eskimos veranstalten Winterfestivals, auf denen Geschenke überreicht und viel gesungen und getanzt wird.

Italien: Dudelsack-Klänge sorgen für festliche Stimmung

Der Startschuss für italienische Weihnachten fällt am 8. Dezember mit Mariä Empfängnis, dem Tag der unbefleckten Empfängnis. Pünktlich an diesem Tag finden auch die Weihnachtsbäume ihren Platz im heimischen Wohnzimmer. In Mittel- und Süditalien ziehen die Zampognari, Schäfer aus den Bergen, durch die Städte und Dörfer und sorgen mit Dudelsack-Klängen für weihnachtliche Stimmung. Nicht fehlen darf außerdem der Panettone, ein leckerer Hefekuchen. Die Tradition besagt weiter, dass am Tag des 24. kein Fleisch auf dem Weihnachtstisch landen darf.

Weihnachten in Nicaragua / Copyright INTUR
Weihnachten in Nicaragua / Copyright INTUR

Zentralamerika: Bananenblätter statt Tannenzweige

Laut, fröhlich und kulinarisch ungewöhnlich geht es zur Weihnachtszeit in den zentralamerikanischen Ländern Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama zu – und das bei durchschnittlich 26 Grad auch in dieser Jahreszeit. Eingeläutet wird die festliche Saison bereits Mitte Dezember: In Anlehnung an die Herbergssuche von Maria und Josef ziehen Familien mit Kerzen und Fackeln durch die Straßen. Sie kehren bei den Nachbarn ein und singen traditionelle Lieder. Als Belohnung warten zahlreiche süße und herzhafte Leckereien. Besonders ausgiebig wird dieser Tradition in Honduras in der Hauptstadt Tegucigalpa und San Pedro Sula gefrönt.

Auch am Heiligen Abend steht das Zusammensein mit Freunden und Familie im Vordergrund. Reges Treiben füllt die Straßen und Häuser, es wird bis lang in die Nacht getanzt und gelacht – wer besinnliche Stille sucht, ist eher fehl am Platz. Trotz einiger regionaler Gemeinsamkeiten besitzt jedes zentralamerikanische Land eigene Weihnachtstraditionen. Guatemala ist in dieser Zeit für seine Krippenspiele bekannt, die in fast jedem Haushalt zu finden sind. In Honduras erscheint der Weihnachtsbotschafter “Warini” mit einer Gefolgschaft aus Sängern und Trommlern und zieht von Haus zu Haus. Die beiden Leidenschaften Pferde und Festlichkeiten bringen die Costa Ricaner auch zu Weihnachten zusammen: Bei der Pferdeparade “El Gran Tope Nacional” ziehen tausende Reiter und Reiterinnen am 26. Dezember durch die Hauptstadt San José. Aufgrund der besonderen Gangart sieht es aus als ob die Pferde tanzen.

Statt festlichem Gänsebraten, werden in Zentralamerika “Tamales” aufgetischt. Diese Maisteigtaschen werden meist mit Huhn- oder Schweinefleisch sowie Gemüse- oder Bohnenmus gefüllt und in Bananenblätter eingerollt. Etwas weihnachtlicher empfinden die meisten Touristen mit Backpflaumen und Rosinen gefüllte Teigtaschen, die in Guatemala serviert werden. In Panama reicht man als Aperitif einen “Ron Ponche”, einen Weihnachtspunsch mit Rum.

Quellen: Hotels.com, Travelzoo.com, CATA/KPRN

Titelfoto pixabay / Couleur

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