Verrückte Weihnachtsbräuche und andere Bräuche zum Jahreswechsel aus aller Welt


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49 Minuten Lesezeit

Zur Weihnachtszeit pflegt jedes Land seine ganz eigenen Traditionen. Wir blicken über die deutschen Landesgrenzen hinaus und stellen die verrücktesten Weihnachtsbräuche aus der ganzen Welt vor.

Deutschland

Halt! Werfen wir doch noch ein Blick nach Deutschland, bevor wir auf die internationale Weihnachts- und Neujahrsreise gehen.

Kratzige Socken, ein Furzkissen oder die alte Kinderkassette: Beim Schrottwichteln gilt es, möglichst sinn- und nutzlose Sachen zu verschenken – und zwar an die Liebsten, die im Gegenzug ebenfalls jemanden mit etwas völlig Absurdem beglücken müssen. Klingt komisch? Mag sein, doch das Schrottwichteln ist eine beliebte deutsche Weihnachtstradition, sagen zumindest die Experten des Reiseanbieters Travelzoo. Jedes Jahr würden Millionen Deutsche im Freundeskreis oder in der Familie wichteln und verschenken das, was sie irgendwo im Keller oder auf dem Dachboden finden. In der Redaktion hatten wir bisher noch nichts von dem Brauch gehört, aber wir lernen natürlich gerne hinzu.

Bayerns böllernde Weihnachtsschützen

Lautes Knallen zur „staden“ Zeit? Das ist eine einzigartige Tradition im oberbayerischen Berchtesgaden. Denn im Advent versammeln sich dort die Weihnachtsschützen. Mit ihren großkalibrigen Handböllern geben sie Schüsse, Schnellfeuer und Salven ab, die dumpf durch den gesamten Talkessel hallen. Der jahrhundertealte Brauch geht zurück auf eine Zeit, in der die Menschen im Berchtesgadener Land mit Kettengerassel, Glockenläuten und Lärm die raue Winterzeit vertreiben wollten. Was man zunächst als heidnischen Aberglauben abtat oder gar verbot, wurde letztlich christlich. Und so beginnt alljährlich eine Woche vor Heiligabend, am 17. Dezember um 15 Uhr, das Berchtesgadener Christkindl-Anschießen. Begleitet werden die Weihnachtsschützen von den Kirchenglocken im Ort. Das besondere Konzert wiederholt sich täglich zur gleichen Uhrzeit, Höhepunkt ist dann am 24. Dezember die letzte halbe Stunde vor der mitternächtlichen Christmette. Die Berchtesgadener freuen sich ein ums andere Mal über ein Ritual, das es so nur bei ihnen gibt.

Dank der rund 3.000 Weihnachtsschützen, davon gut 1.100 aktive Mitglieder in 17 Vereinen, gehört das Berchtesgadener Christkindl-Anschießen zu Bayerns immateriellem Kulturerbe / Bildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus / Marika Hildebrandt
Dank der rund 3.000 Weihnachtsschützen, davon gut 1.100 aktive Mitglieder in 17 Vereinen, gehört das Berchtesgadener Christkindl-Anschießen zu Bayerns immateriellem Kulturerbe / Bildnachweis: Berchtesgadener Land Tourismus / Marika Hildebrandt

So starten die Deutschen ins Jahr 2021

Same procedure as every year – dieser bekannte Satz aus einem Silvesterklassiker trifft dieses Jahr so gar nicht zu. Denn 2020 war vieles anders und so wird es auch der Jahreswechsel. Doch eines bleibt wohl immer gleich: Neues Jahr, Neustart. Und so nehmen sich auch heuer viele wieder einiges für das neue Jahr vor. Eine aktuelle, repräsentative Studie von Statista im Auftrag von Erlebnisanbieter mydays zeigt, welche Silvestertraditionen die Deutschen pflegen und welche Vorsätze sie für 2021 haben.

Anstoßen um Mitternacht (76 Prozent) und ein buntes Feuerwerk ansehen (72 Prozent) gehören zu den verbreitetsten Silvester-Traditionen in Deutschland. Jede fünfte Person (19 Prozent) überlegt sich Vorsätze für das neue Jahr. Dabei sind besonders beliebt: mehr Sport zu treiben (50 Prozent), weniger Stress zu haben (49 Prozent), sich gesünder zu ernähren (47 Prozent) oder abzunehmen (46 Prozent). 23 Prozent der Personen, die angeben Neujahrsvorsätze zu haben, schaffen es, diese auch in ihr Leben zu integrieren.

Diese Traditionen haben sich zu Silvester in Deutschland eingebürgert

Für die meisten Personen gehört das traditionelle Anstoßen um Mitternacht (76 Prozent) und ein Feuerwerk anzusehen (72 Prozent) zu einer guten Silvesterfeier dazu. Ein Drittel (33 Prozent) der Personen fiebert dem neuen Jahr mit einem Countdown entgegen, während ein weiteres Drittel das Jahr gemütlich bei einer Übertragung von Dinner for One empfängt (30 Prozent). Ein Blei- oder Wachsgießen wird nur bei ca. 13 Prozent als Tradition gelebt.

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Das sind die besonders beliebten Neujahrsvorsätze

Etwa ein Fünftel (19 Prozent) aller befragten Personen versuchen mit guten Vorsätzen in das neue Jahr zu starten: Von den Personen, die Vorsätze für das neue Jahr haben, nehmen sich die meisten laut Studie vor, mehr Sport zu treiben (50 Prozent), den alltäglichen Stress zu reduzieren (49 Prozent), eine gesündere Ernährung umzusetzen (47 Prozent) oder abzunehmen (46 Prozent). Ebenfalls beliebt sind die Vorsätze mehr Zeit für sich selbst zu nehmen (34 Prozent), die Liebsten einzuplanen (29 Prozent) oder nachhaltiger zu leben (32 Prozent). Weniger zu Rauchen oder gar ganz aufzuhören steht für 15 Prozent der Befragten mit Vorsätzen auf dem Plan, rund 10 Prozent wollen weniger Alkohol trinken.

Auf die Frage, ob Neujahrsvorsätze schon einmal umgesetzt wurden, antwortete die Mehrheit von denen, die in der Regel Neujahresvorsätze haben, mit einem Ja (77 Prozent). Wie lange die Umsetzung andauert, unterscheidet sich jedoch stark: Nur etwa ein Viertel aller Personen, die sich Vorsätze für 2021 nehmen, bestätigte, Neujahrsvorsätze für immer in ihr Leben zu integrieren (23 Prozent). Ein weiteres Viertel gab zu, die geplanten Vorsätze nur zwei Monate durchzuhalten (26 Prozent), ein Fünftel schafft es bis zum Frühling (17 Prozent). Bis zum Sommer halten die Vorsätze von 9 Prozent an – bei einer gleichen Menge an Personen jedoch nur einen einzigen Tag. Drei Prozent geben den Vorsätzen nicht einmal einen Tag eine Chance.

(Die onlinerepräsentative Studie wurde vom unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Statista durchgeführt. Befragt wurden 1.000 Deutsche ab 18 Jahren. Erhebungszeitraum war Oktober 2020.)

Bevor wir schauen, was im Ausland so an lustigen Bräuchen üblich ist, noch einige Fakten über Deutschland.

Weihnachten im Corona-Jahr 2020 ist anders als sonst

Abgesagte Weihnachtsmärkte, ausgefallene Weihnachtsfeiern und dann der harte Lockdown eine Woche vor dem Heiligen Abend: Da sind die geschmückten Weihnachtsbäume zu Hause für viele Menschen umso wichtiger. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, lieferte das nördliche Nachbarland Dänemark knapp 88 Prozent der rund 2,3 Millionen frischen Weihnachtsbäume, die 2019 insgesamt nach Deutschland importiert wurden. Etwa 45 Prozent der rund 2,0 Millionen dänischen Bäume trafen bereits im November ein, weitere 54 Prozent dann im Dezember.

Heimische Weihnachtsbäume werden außerhalb des Waldes auf speziell dafür angelegten Flächen, den so genannten Weihnachtsbaumkulturen, angebaut. In Deutschland befassten sich 2019 etwa 3 390 Betriebe auf einer Fläche von 15 900 Hektar mit der Aufzucht von Tannenbäumen. Zum Vergleich: Die Fläche, auf der in Deutschland weitere Bäume und Holzpflanzen in Baumschulen gezogen werden, lag mit 18 200 Hektar etwa in derselben Größenordnung.

Lebkuchenproduktion läuft im 3. Quartal auf Hochtouren

In der Weihnachtszeit dürfen Lebkuchen nicht fehlen. In Deutschland produzierten die Lebkuchenhersteller 2019 insgesamt rund 86 400 Tonnen dieses Weihnachtsgebäcks. Damit die Lebkuchen pünktlich zur Vorweihnachtszeit in den Handel gelangen, wird bereits im 3. Quartal die Produktion angekurbelt. So entfielen 34 Prozent der Gesamtproduktion des Jahres 2019 auf die Monate Juli bis September. Weitere 30 Prozent der Lebkuchenproduktion folgten im 4. Quartal.

Lebkuchen sind auch im Ausland beliebt: 2019 exportierte Deutschland rund 19 400 Tonnen Lebkuchen, überwiegend ins europäische Ausland. In Übersee waren die größten Fans von Lebkuchen aus deutscher Produktion offenbar in den Vereinigten Staaten (1 800 Tonnen), Brasilien (600 Tonnen) und Australien (500 Tonnen) zu finden.

Rotkohl: Beilage zum Weihnachtsmenü überwiegend aus heimischem Anbau

An den Weihnachtsfeiertagen wird in vielen Familien ein klassisches Weihnachtsmenü in Form eines Gänse- oder Entenbratens serviert. Der Klassiker unter den winterlichen Beilagen ist dabei der Rotkohl. Im Jahr 2019 wurden in Deutschland knapp 125 000 Tonnen Rotkohl geerntet. Damit liegt der Rotkohl in Bezug auf die Erntemenge nach dem Weißkohl (450 000 Tonnen) an der Spitze unter den anderen Winterkohlarten wie Wirsing (32 000 Tonnen), Grünkohl (17 000 Tonnen) und Rosenkohl (10 000 Tonnen). Fast 80 Prozent der Gesamterntemenge von Rotkohl entfielen auf die Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Zum Vergleich: Nur rund 24 000 Tonnen Rot- und Weißkohl wurden 2019 aus dem Ausland importiert.

Einzelhandel bangt um das Weihnachtsgeschäft

Nach Verkündigung des harten Lockdowns nutzten viele Menschen die beiden verbliebenen Tage vor Schließung der Geschäfte noch für die letzten Weihnachtseinkäufe in den Kaufhäusern und dem stationären Facheinzelhandel der Innenstädte. Der November und Dezember gehören traditionell zu den umsatzstärksten Verkaufsmonaten im Einzelhandel. So erzielte der stationäre Einzelhandel in der Weihnachtssaison gut 18 Prozent des nominalen Jahresumsatzes 2019, bei den Kaufhäusern war es sogar mehr als ein Fünftel (21 Prozent).

Am bedeutendsten war das Weihnachtsgeschäft 2019 unter anderem für den Einzelhandel mit Keramik und Glas sowie mit Haushaltsgegenständen (jeweils 25 Prozent des Jahresumsatzes), Büchern sowie Uhren und Schmuck (jeweils 24 Prozent). Auch der Facheinzelhandel mit Musikinstrumenten erzielte in den beiden letzten Monaten des Jahres 2019 mehr als ein Fünftel (22 Prozent) seines Jahresumsatzes.

Es wird erwartet, dass die Schließung der Ladengeschäfte die Umsätze des Online- und Versandhandels weiter steigen lässt. Auch für den Onlinehandel waren der November und der Dezember 2019 mit gut einem Fünftel (21 Prozent) des nominalen Jahresumsatzes bereits sehr umsatzstarke Monate. Als Folge der Corona-Pandemie waren die realen Umsatzzuwächse des Onlinehandels schon von Januar bis Oktober 2020 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum mit 22,3 Prozent vergleichsweise hoch. Für den stationären Einzelhandel (+1,3 Prozent von Januar bis Oktober 2020) und insbesondere die Kaufhäuser (-10,4 Prozent) wäre das Weihnachtsgeschäft eine gute Chance gewesen, das bislang mäßige Geschäftsjahr positiv abzuschließen.

Weihnachten 2020: Fest der Kernfamilie

Weihnachten feiern viele Menschen traditionell im Kreis der Familie. Da dieses Jahr Reisen und Besuche rund um die Festtage nur eingeschränkt möglich sind, werden die meisten Menschen Weihnachten 2020 nur im engsten Familienkreis verbringen können. Aber wie sieht die Kernfamilie, also Eltern, die mit ihren Kindern in einem Haushalt leben, in Deutschland eigentlich aus? Rund 11,6 Millionen Familien mit Kindern wohnten 2019 in Deutschland unter einem Dach. Dabei machten Ein-Kind-Familien etwas mehr als die Hälfte (5,9 Millionen) aus. 4,2 Millionen Familien (36 Prozent) hatten zwei Kinder. Nur in rund 12 Prozent aller Familien (1,4 Millionen) lebten drei Kinder oder mehr.

Eine typische Familie bestand 2019 in Deutschland aus nicht mehr als vier Personen (exakter Durchschnittswert: 3,43 Personen). Die durchschnittlich größten Familien lebten in Baden-Württemberg (3,50 Mitglieder), gefolgt von Bayern, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (jeweils 3,46). Die kleinsten Familien fand man in den östlichen Bundesländern: Sachsen-Anhalt (3,22), Brandenburg (3,26) und Mecklenburg-Vorpommern (3,27).

Brasilien: Truthahn trotz tropischer Hitze

Die Weihnachtsfeier der Brasilianer beginnt – wie auch in Deutschland – am 24. Dezember. Der Weihnachtsmann bringt jedoch erst am späten Abend Geschenke vorbei. Die Zeit vertreibt man sich bis dahin, trotz tropischer Hitze, mit köstlichem Truthahn, der als traditionelles Gericht von den Nordamerikanern übernommen wurde. Alle, die ebenfalls lieber mit einer Palme statt der Tanne als Weihnachtsbaum vorlieb nehmen, die sollten die „heiße“ Stadt Rio de Janeiro bereisen. Die Copacabana glänzt mit weißem Sandstrand statt Schneelandschaft. Und länger bleiben lohnt sich, denn der Strand an der Copacabana ist nicht nur für seine Schönheit, sondern auch für eine der größten Strand-Silvester-Partys bekannt.

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Chile

Köstliches Essen bei 30 Grad im Hochsommer

Auch bei den Chilenen ist der Dezember ein besonderer Monat. Aber neben Weihnachten und Jahresbeginn stehen in Chile (https://chile.travel/de) zudem Sommeranfang und Ferien vor der Tür. Vom katholischen Glauben geprägt, hat die Weihnachtstradition in Chile einen hohen Stellenwert. Es ist ein besinnliches Fest für die ganze Familie mit vielen Bräuchen: Bunt geschmückte Weihnachtsbäume, festliche Kleidung und köstliches Essen bei 30 Grad im Hochsommer. Santa Claus, in Chile „Viejito Pascuero“ genannt, reicht den Kindern Geschenke durch Schornsteine und Fenster, die sie nach der Mitternachtsmesse auspacken dürfen.

Am 24. Dezember freut sich die ganze Familie auf das traditionelle Weihnachtsmahl. Ein Klassiker ist der mit Kastanien gefüllte, duftende Truthahn und das süße, einem Christstollen ähnliche Weihnachtsbrot, das sogenannte „Pan de Pascua“.

Der „Cola de Mono“ (Affenschwanz) ist in Chile der beliebteste Cocktail in der Weihnachts- und Sommerzeit. Foto: Turismo Chile
Der „Cola de Mono“ (Affenschwanz) ist in Chile der beliebteste Cocktail in der Weihnachts- und Sommerzeit. Foto: Turismo Chile

Und was trinken die Chilenen zu Weihnachten? Der „Cola de Mono“, übersetzt Affenschwanz, gilt als das typische Weihnachtsgetränk. Es wird zubereitet aus Pisco, Milchkaffee, Zucker und Vanille. Verschiedene Geschichten kursieren um den Ursprung des Getränkenamens. Am weitesten verbreitet ist Folgende: Der Präsidentschaftskandidat Pedro Montt verlor die Wahlen im Jahre 1900 sehr knapp gegen Germán Riesco. Dieser geringe Vorsprung wurde als „Cola de Montt“ (Schwanz des Montt) bezeichnet. Um seinen Sieg zu feiern, wollte der Gewinner in einer Eisdiele anstoßen und mischte übermütig ein Getränk aus Milch, Weinbrand, Zimt, Zucker und Kaffee und gab ihm den Namen Cola de Montt. Mit der Zeit verwandelte sich der Name in „Cola de Mono“ (Affenschwanz), und das Getränk schmeckte den Chilenen so gut, dass es zum beliebtesten Cocktail in der Weihnachts- und Sommerzeit wurde.

Tipps für den Jahreswechsel: Fischsuppe

In seiner „Ode an die Seeaalsuppe“ schrieb Pablo Neruda, chilenischer Literaturnobelpreisträger von 1971, über die Fischsuppe als wahres Geschmacksparadies. Das zarte Fleisch im würzigen Sud sei „der Wohlgeschmack des Meeres und der Erde, auf daß du kennenlernst den ganzen Himmel bei diesem Gericht.“

Nicht mit demselben poetischen Pathos aber voller Tradition isst man in Chile am ersten Tag des Jahres Fischgerichte in allen Variationen. Noch bevor die Chilenen nach einer durchfeierten Nacht in die eigenen vier Wände zurückkehren, zieht es viele zum verspäteten Frühstück in die zahlreichen Fischrestaurants oder einfach direkt auf den Markt.

Der Mercado Central (https://www.mercadocentral.cl/) in Chiles Hauptstadt Santiago de Chile schaffte es dieses Jahr auf die National Geographic Liste der zehn weltbesten Lebensmittelmärkte. Sobald die große Markthalle ihre Tore öffnet, kann man dort zwischen allen möglichen Fischsorten, Meeresfrüchten und riesigen Tintenfischen aus dem Pazifik wählen.
Ob als Suppe oder Hauptgericht, nach Chilenischem Volksglauben gibt frischer Fisch nach einer langen Silvesternacht viel Energie für das Neue Jahr. 

Mit Fischsuppe gegen den Kater. Foto: KPRN
Mit Fischsuppe gegen den Kater. Foto: KPRN

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China: Geschenkte Äpfel

Der Heiligabend ist in China ganz klar für Pärchen reserviert: Verliebte verbringen ihn gemeinsam und machen sich einen schönen Abend. Geschenke gibt es natürlich auch: “Wir schenken uns an Heiligabend rote Äpfel. Wir glauben, dass sie uns Glück und Frieden bringen”, sagt Emily Huang, Reisespezialistin bei Travelzoo aus Peking. Sie erklärt: “‘Apfel’ heißt in unserer Sprache ‘Ping Guo’, der Weihnachtsabend ‘Ping An Ye’. ‘Ping’ steht dabei für ‘Frieden’ und ‘Sicherheit'”. Wichtiger als Weihnachten ist hier aber immer noch das Chinesische Neujahr, das die Menschen sehr groß feiern: Sie schmücken ihre Häuser in verschiedenen Rottönen – Rot gilt ebenfalls als glückbringend – und treffen ihre Familien.

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Finnland: Reis-Porridge mit Fruchtsuppe

Schon der Morgen eines Weichnachtstags nach Finnen-Manier beginnt ungewöhnlich. Gemeinsam gönnt sich die Familie ein ordentliches Schwitzbad in der Sauna. Nach erhöhten Temperaturen sorgt der traditionelle Spaziergang zum Friedhof für Abkühlung. Als Weihnachtsritual hinterlässt dort jeder eine Kerze für seine verstorbenen Lieben. Ebenfalls anders: süßes Reis-Porridge statt saftigem Braten. Bei dieser traditionellen finnischen Weihnachtsspezialität wird Reis mit Milch aufgekocht und mit einer Suppe aus Früchten, Zimt und Zucker serviert.

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Santa Claus Office. Foto: Visit Finland
Santa Claus Office. Foto: Visit Finland

Savoir vivre in Frankreich: Jede Menge Köstlichkeiten auf der Weihnachtstafel

In Frankreich wird geschlemmt. Truthahn, Foie Gras und Lachs – exquisites Essen ist ein fester Bestandteil des französischen Weihnachtstages. Abgesehen von einigen zusätzlich aufgetischten Köstlichkeiten, unterscheidet sich das Fest der Franzosen jedoch nicht allzu sehr von dem unseren. Nachdem alle satt sind, besucht man in Frankreich die Mitternachtsmesse. Geschenke dürfen entweder noch am Abend des 24. oder am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages ausgepackt werden.

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Großbritannien: Die ersehnte Rede

Was wird die Queen sagen? Wird sie ihre Enkel erwähnen? Verliert sie ein Wort über Harry und Meghan? Und laufen vielleicht sogar irgendwann ein paar tobende Urenkel durch das Bild? “Die Weihnachtsansprache der Queen ist bei uns Briten ein absolutes Pflichtprogramm”, sagt die UK-Reisespezialistin Emily Heath von Travelzoo: “Wir schauen sie alle gemeinsam mit der Familie an und schließen sogar Wetten darauf ab, was die Queen trägt und welche Fotos im Hintergrund stehen.” Während die Monarchin spricht, essen die Leute vor dem Fernseher traditionelle Weihnachtsspezialitäten wie Rosenkohl oder Christmas Pudding, tragen Papierkronen und ziehen an Knallbonbons. Die Geschenke gibt es übrigens erst am nächsten Morgen.

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Irland: Weihnachtsschwimmen im eiskalten Wasser

Auch Irland hält einige ungewöhnliche Traditionen bereit. Um Fremde zur Weihnachtszeit zu begrüßen und an diejenigen zu erinnern, die an diesen Tagen nicht zuhause sein können, platzieren viele Iren am Heiligabend eine Kerze am Fenster. Am Weihnachtstag wiederum zeigen die Iren dann, dass sie wahrhaftig abgehärtete Inselbewohner sind: Überall, jedoch vor allem am Forty Foot Gebirge, findet das traditionelle Weihnachtsschwimmen statt, bei dem hunderte von Menschen von der Klippe in das eiskalte Wasser der irischen See springen.

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Italien: Dudelsack-Klänge sorgen für festliche Stimmung

Der Startschuss für italienische Weihnachten fällt am 8. Dezember mit Mariä Empfängnis, dem Tag der unbefleckten Empfängnis. Pünktlich an diesem Tag finden auch die Weihnachtsbäume ihren Platz im heimischen Wohnzimmer. In Mittel- und Süditalien ziehen die Zampognari, Schäfer aus den Bergen, durch die Städte und Dörfer und sorgen mit Dudelsack-Klängen für weihnachtliche Stimmung. Nicht fehlen darf außerdem der Panettone, ein leckerer Hefekuchen. Die Tradition besagt weiter, dass am Tag des 24. kein Fleisch auf dem Weihnachtstisch landen darf.

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Japan: Besondere Traditionen und Bräuche zum Jahreswechsel

In Japan wird auch am 1. Januar das Neujahrsfest gefeiert. Bis ins Jahr 1873 wurde allerdings das japanische Neujahrsfest Shōgatsu nach dem lunisolaren Kalender zu Beginn des Frühjahrs gefeiert. Ähnlich wie bei uns an Weihnachten, ist das Fest zum Jahreswechsel vor allem vom Beisammensein der Familie, dem gemeinsamen Essen und weiteren Bräuchen geprägt. Allerdings ist in Japan nicht der 31. Dezember der Tag des Feierns, sondern der 1. Januar. Neujahr gilt in Japan als einer der wichtigsten Feiertage, denn hier kommt die gesamte Familie zusammen um in das neue Jahr zu starten.

Ōmisoka – das japanische Silvester

Silvester hat in Japan nicht die gleiche Bedeutung wie in Deutschland. Der letzte Tag des Jahres ist nicht der Höhepunkt, sondern erst der Auftakt der eigentlichen Neujahrsfeierlichkeiten. Zwar wird am 31. Dezember überall auf den Straßen “Yoi Otoshi o!” – „Ein schönes neues Jahr“ gerufen, allerdings eher um sich von Freunden und Bekannten noch im alten Jahr zu verabschieden. Denn die meisten Japaner verbringen die letzten Tage des Dezembers bis mindestens zum 3. Januar im Kreis ihrer Familie auf dem Land anstatt in den Metropolen. Zu Silvester und Neujahr werden keine großen Partys geplant, sondern man genießt die Zeit im Familienkreis und verabschiedet sich vom alten Jahr.

Toshikoshi Soba, Osechi Ryōri und Mochi-Reiskuchen sind traditionelle Speisen zum Jahreswechsel

Am Abend des 31. Dezembers wird eine Portion Toshikoshi Soba gegessen. Die langen Nudeln aus Buchweizen sollen ein erfülltes und gesundes Leben bescheren. Toshikoshi bedeutet das Ende von diesem Jahr und der Anfang eines neuen. Wenn auch nur eine Nudel auf dem Teller übrig bleibt, bringen sie kein Glück für das kommende Jahr.

In der Präfektur Kagawa werden „Udon-Nudeln” (aus Weizenmehl) bevorzugt / Foto:  SETOUCHI Tourism Authority
In der Präfektur Kagawa werden „Udon-Nudeln” (aus Weizenmehl) bevorzugt / Foto: SETOUCHI Tourism Authority

Das wirklich traditionelle Neujahrsessen sind Osechi Ryōri, kleine Speisen die bereits einige Tage vorher zubereitet und in einer Box angerichtet werden. Die einzelnen Speisen haben jeweils besondere Eigenschaften, beispielsweise gilt ein Heringsrogen als Garant für gesunden Nachwuchs im neuen Jahr. Ein weiteres kulinarisches Highlight ist die Ozōni, eine Suppe mit Mochi-Reiskuchen, die allerdings recht klebrig sind, weshalb die Suppe mit Vorsicht genossen werden sollte.

Schrein-Besuch statt Feuerwerk – Mitternacht in Japan

In Japan steigt um Mitternacht kein lautes Feuerwerk in den Nachhimmel, sondern es ertönt das Glockengeläut der Tempel. Mit 108 Glockentönen jedes Tempels sollen die 108 weltlichen Begierden der Menschen die Erde verlassen, um frei von Sünde und Leid ins neue Jahr starten zu können. Die Menschen in Japan treffen sich dennoch um Mitternacht draußen, zwar nicht um das Feuerwerk zu beobachten, sondern um den ersten Besuch am Schrein zu absolvieren. Dieser erste Besuch, in Japan Hatsumôde genannt, ist besonders wichtig um bei den Göttern vorstellig zu werden und für das nächste Jahr um Wohlwollen zu bitten.

Der Hokkaidō-jingū ist der größte und wichtigste Schrein auf Hokkaidō und befindet sich in einem hügeligen und stark bewaldeten Teil des Maruyama-Parks im Westen der Stadtmitte Sapporos. / Foto: pixabay / May_hokkaido
Der Hokkaidō-jingū ist der größte und wichtigste Schrein auf Hokkaidō und befindet sich in einem hügeligen und stark bewaldeten Teil des Maruyama-Parks im Westen der Stadtmitte Sapporos. / Foto: pixabay / May_hokkaido

Ein weiterer wesentlicher Brauch zu Neujahr ist das Erleben des ersten Sonnenaufgangs. Um Hatsuhinode am 1. Januar zu erleben, stehen viele Japaner sehr früh auf um ans Meer oder in die Berge zu fahren, denn die ersten Sonnenstrahlen des neuen Jahres bringen Glück.

Neujahr zwischen Karten, Dekoration und Tradition

Zu den besonderen Traditionen des Jahreswechsels zählen auch die Neujahrskarten. Statt einer Weihnachtskarte schreiben die Japaner ihren Freunden, engsten Vertrauten und Bekannten zum Jahresende einen Neujahrs-Gruß, um sich für das vergangen Jahr bei einander zu bedanken. Damit die japanische Post der Flut an Karten gerecht wird, gibt es zusätzliche Hilfskräfte und spezielle Briefkästen für die Neujahrskarten. Werden die Neujahrs-Grüße bis zum 25. Dezember eingeworfen, so werden sie exakt am 1. Januar ausgeliefert.

Das Haus putzen und danach mit spezieller Dekoration zum Jahreswechsel schmücken ist ebenfalls ein besonderer Brauch. Rechts und links der Haustür steht jeweils ein Kadomatsu, ein Gesteck aus Bambusrohren, Kiefer und Seilen. Es soll Stärke, Reichtum und ein langes Leben bringen sowie vor bösen Geistern schützen. Im Wohnzimmer wird ab dem 28. Dezember ein besonderer Schrein aufgebaut: Kagami-Mochi. Der „Spiegel-Reiskuchen“, besteht aus zwei übereinander gestapelten Reiskuchen auf denen eine „Daidai“ genannte Zitrusfrucht thront. Durch die Reiskuchen werden das vergangene und kommende Jahr präsentiert, während die Frucht für die Kontinuität der Familie stehen soll.
Heutzutage wird die seltene Daidai-Frucht oftmals gegen eine leichter erhältliche japanische Mandarine ausgetauscht. Während der Feiertage ist Kagami-Mochi eine Opfergabe an die Jahresgötter. Am zweiten Wochenende des neuen Jahres darf der Reiskuchen dann mit der Familie verspeist werden.

Miso Suppe mit Mochis / Foto: SETOUCHI Tourism Authority
Miso Suppe mit Mochis / Foto: SETOUCHI Tourism Authority

Zoni, oder Ozoni, eine Suppe, in die ein salziger Mochi (Reiskuchen) getaucht wird, wird am 1. Januar gegessen. Es gibt so viele Zoni wie es Regionen in Japan gibt, und jede Variation dieses ikonischen Gerichts spiegelt ihr gastronomisches Erbe wider. Kagawa Anmochi Zoni ist eine köstliche Miso-Brühe mit Radieschen, Karotten und vielen anderen Gemüsesorten.In der Präfektur Kagawa in Setouchi wird eine spezielle Zoni aus süßer roter Bohnenpaste hergestellt. Während der Edo-Zeit war diese Zoni ein luxuriöses Geschenk, das es denMenschen erlaubte, an diesem Festtag kostbare Leckereien zu essen. Heutzutage werden den Kindern kleine Geschenke und Taschengeld gegeben, aber die Zoni bleiben immer noch auf dem Tisch!

Die Feierlichkeiten des neuen Jahres enden am 7. Januar. Bis dahin bleiben die Häuser und Wohnungen dekoriert und geschmückt. Danach wird die Dekoration in einer von Priestern durchgeführten Zeremonie feierlich verbrannt um die Jahresgötter weiterziehen zu lassen und im nächsten Jahr wieder begrüßen zu können.

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Kanada: Eine leuchtende Rübe

Am Weihnachtsmorgen wird es in Kanada laut – zumindest in der Provinz Nova Scotia. Denn einige der Einwohner dort maskieren sich und ziehen von Haus zu Haus. Dabei machen sie – mit Ketten und Glocken so viel Lärm wie möglich. So lange, bis sie genügend Süßigkeiten zugesteckt bekommen, um sie von ihrem Umzug abzulenken. “Diese Tradition trägt bei uns den Namen ‘Belsnickeling'”, erklärt Amanda Blake, Reisespezialistin bei Travelzoo Kanada, “aber auch in vielen anderen Regionen gibt es eigene Rituale.” In der Provinz Labrador etwa sammeln die Menschen Rüben ein und höhlen sie aus. Sie stellen eine Kerze hinein und schenken sie dann ihren Kindern. Und die Eskimos veranstalten Winterfestivals, auf denen Geschenke überreicht und viel gesungen und getanzt wird.

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Kolumbien: Tägliche Gebete und Teelichter auf den Straßen Kolumbiens

Schnee sucht man zu dieser Jahreszeit in Kolumbien vergeblich, dafür sorgen dort vor allem Lichter für festliche Stimmung. Am „Día de las Velitas“ (Tag der Kerzen) am 7. Dezember wird die Ankunft Marias gefeiert. Um ihr den Weg zu leuchten, findet man überall auf den Straßen kleine Teelichter. Den Kolumbianern der Stadt Medellín reicht das jedoch noch nicht aus: Bei dem Fest „Los Alumbrados“ verwandeln 15 Millionen Glühbirnen und spezielle Installationen die Stadt während der Weihnachtszeit in ein romantisches Lichtermeer. Am 16. kommt außerdem die kolumbianische Sippe für „Las Novenas“ zusammen, um im Kreise der Familie der Geburt Jesu zu gedenken. Von diesem Tage an beten die Kolumbianer täglich bis zum Weihnachtstag.

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Malediven: Paradiesische Feiertage auf Dhivehi

An Weihnachten den kalten Temperaturen entschwinden und mitten in das Paradies eintauchen? Dies erwartet Besucher auf den Malediven. Statt Schnee und Wind prickelt hier die warme Sonne auf der Haut. Resorts verwandeln ihre Räumlichkeiten teilweise in ein Weihnachtswunderland und locken mit leckeren Menüs, Festivitäten, Tannenbäumen und Spa-Anwendungen.

Da kommt sogar der Weihnachtsmann mit dem Boot angeschippert und zaubert den Kindern ein Lächeln ins Gesicht. Milaidhoo Island Maldives lädt dieses Jahr Gäste auf die Malediven ein, um auf andere Gedanken zu kommen und nach der schwierigen Zeit mit Familie und engen Freunden noch eine besondere Auszeit zu genießen.

Dieses Jahr stehen die Festlichkeiten zum Jahresende unter dem Motto „Die Geschichte von Raajje“. Raajje bedeutet auf Dhivehi, der Sprache der Malediven, wörtlich übersetzt „das Land der Dhivehi-Völker“.

Milaidhoo Island Maldives / Foto: Milaidhoo Island / Klaus Lorke
Milaidhoo Island Maldives / Foto: Milaidhoo Island / Klaus Lorke

Milaidhoo bringt den Urlaubern die typisch lokale Lebensweise und Traditionen näher: Etwa bei einem Ausflug auf eine lokale Insel, mit Eindrücken von Traditionen und Kochkunst aus einer Zeit, bevor die Malediven zum beliebten Urlaubsziel wurden. Über die Feiertage haben Gäste auch die Möglichkeit einen besonderen Tagesausflug mit einem typischen maledivischen Boot, einem sogenannten „Dhoni“ auf eine einheimische Insel zu unternehmen.

Zurück auf Milaidhoo, können Gäste mehr über die traditionelle maledivische Küche, ihre Geschmäcker und Aromen lernen und natürlich sie auch probieren. Etwa das Fisch- und Hummercurry mit Chapati oder die Thunfischspezialität Mashuni. Auf den Malediven erinnert noch vieles an die einstige Gewürzroute, die den Inselstaat schon vor hunderten von Jahren mit der Welt verband und die maledivische Kultur geprägt haben. Traditionelle Darbietungen, maledivische Spezialitäten und weitere Überraschungen runden das Festtagsgefühl ab. Feierliche Momente bei abendlichen Cocktail-Empfängen und Abendessen finden im lässig-luxuriösen Barfuß-Lifestyle von Milaidhoo statt. Der richtige Jahresabschluss, um dem Stress und der Winterdepression zu entfliehen und sternenerfüllte Nächte und sonnige Tage auf den Malediven zu verbringen.

Weitere Informationen zum Reiseland Malediven

Österreich

Tirol: „Racha geha“ für einen guten Start ins neue Jahr

Während das Räuchern früher in weiten Teilen Tirols üblich war, wird die jahrhundertealte Tradition inzwischen nur noch in wenigen Gebieten ausgeübt. Grund für das Räuchern war ursprünglich der Aberglaube der Menschen, denn demnach sollte zur Zeit der Raunächte das Tor zur „Anderswelt“ besonders weit offen stehen für finstere Mächte und Dämonen. Im Tiroler Lechtal heißt es in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember zum ersten Mal „Racha geha“ und Haus sowie Hof von negativen Energien befreien. Dabei werden Kräuter vom Frauenbuschen, der am 15. August zu Mariä Himmelfahrt geweiht wurde, auf ein Stövchen gegeben und die Kerze darunter angezündet. „Die Familie geht damit gegen den Uhrzeigersinn Raum für Raum durchs ganze Haus“, erklärt Expertin Daniela Pfefferkorn den Ablauf. Sie ist eine von zwei Dutzend Kräuterhexen aus der Region mit zertifizierter Ausbildung. Wichtig seien vor allem die Ecken und das gründliche Lüften im Anschluss, so die gebürtige Lechtalerin. „Es darf kein Familienmitglied fehlen, das würde Unglück bringen.“ Das Ritual wird jeweils in der Nacht vor Silvester und dem Dreikönigstag wiederholt. So starten die Hausbewohner mit guten Gedanken ins neue Jahr.

Hochfügen in Tirol: „Stille Nacht!“ aus dem Zillertal in die Welt

„Stille Nacht! Heilige Nacht!“ – auf allen Kontinenten und in über 300 Sprachen sowie Dialekten erklingt der besinnliche Klassiker zur Weihnachtszeit. Aber wer hätte gewusst, dass die kleine Melodie ihren Weltruhm den Tiroler Nationalsängern zu verdanken hat? An Heiligabend 1818 in der Oberndorfer Nikola-Kirche bei Salzburg wurde sie erstmals gesungen. Der Zufall wollte, dass Orgelbauer Carl Mauracher zu der Zeit vor Ort war. Er nahm das Lied kurzerhand mit in seine Heimat Fügen im Zillertal. So heißt es zumindest.

Sicher ist, dass „Stille Nacht! Heilige Nacht“ von dort die Welt eroberte. Dafür legten Ludwig Rainer und seine Geschwister den Grundstein: Im Schloss Fügen trugen es die jungen Musiker Kaiser Franz I. und dem russischen Zaren Alexander I. vor. Es folgten Auftritte in Deutschland, Großbritannien, Russland und sogar New York. So avancierte „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ zum weihnachtlichen Welt-Hit. Im Fügener Heimatmuseum lauschen Besucher heute alten Schallplattenversionen oder bestaunen originale Schriftstücke, Fotos und andere Memorabilien. Tipp: Vom österreichischen Skigebiet Hochfügen liegt das Museum nur 20 Autominuten entfernt. Wer neugierig geworden ist, plant beim nächsten Pistenurlaub einen Abstecher ein.

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Von Fügen im Tiroler Zillertal eroberte das Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ Anfang des 19. Jahrhunderts die Welt. Das dortige Museum liegt nur einen Steinwurf vom österreichischen Skigebiet Hochfügen entfernt. / Bildnachweis: Salzburger Land Tourismus / Kathrin Gollackner
Von Fügen im Tiroler Zillertal eroberte das Weihnachtslied „Stille Nacht! Heilige Nacht!“ Anfang des 19. Jahrhunderts die Welt. Das dortige Museum liegt nur einen Steinwurf vom österreichischen Skigebiet Hochfügen entfernt. / Bildnachweis: Salzburger Land Tourismus / Kathrin Gollackner

Polen: Weihnachtsoblate als Vorspeise

Gastfreundschaft ist in Polen auch an den Feiertagen wichtig: Der festliche Tisch wird deswegen mit einem Teller mehr gedeckt, falls unerwarteter Besuch kommt. Allerdings beginnt das Weihnachtsessen erst, wenn der erste Stern am Himmel aufgegangen ist. Teil der Tradition sind außerdem die Weihnachtsoblaten: Auf jedem Teller wird eine Oblate platziert, die meist mit einem Bild bedruckt ist. Vor dem Essen bricht man dann für jedes Familienmitglied ein Stück ab und teilt es mit den anderen Feiernden.

12 Gerichte am Heiligabend

In Polen werden traditionelle Weihnachtsbräuche noch gepflegt. Was bei der Wigilia, dem Heiligabend, nicht fehlen darf, sind das Weihnachtsmahl und die Geschenke. Wer diese bringt, ist abhängig von der Region, in der man lebt. In Oberschlesien kommt das Jesuskindlein, Dzieciątko genannt, im südostpolnischen Galizien der Aniołek, das Engelchen, und in Großpolen rund um Poznań (Posen) der Gwiazdor, das Sternchen. Für traditionsbewusste Familien ist die genaue Einhaltung der Reihenfolge der Speisen und Bräuche von großer Bedeutung. In vielen Gegenden Polens ist es bis heute Sitte, eine Handvoll Stroh unter die Festtagstischdecke zu legen. Jeder der Anwesenden zieht einen Strohhalm, der je nach Länge Aussagen über das Glück, das einem im kommenden Jahr bevorsteht, machen soll. Das Stroh soll an den überlieferten Geburtsort Christi in einem Stall erinnern.

Nachdem der erste Stern am Himmel gesichtet wurde, beginnt man mit dem traditionellen Brechen der Oblaten: Jeder der Anwesenden bricht von jedem anderen ein Stück Oblate. Dabei werden Wünsche für das kommende Jahr ausgetauscht. Fromme Familien lesen aus den Evangelien, singen traditionelle Weihnachtslieder und beten. Dann ist Zeit für das Heiligabendmahl. Die Art der Speisen variiert abhängig von der Region. Es handelt sich aber immer um zwölf, deren Reihenfolge in traditionell orientierten Haushalten nicht variierbar ist. In moderneren Familien kommt es vor allem darauf an, dass man von jeder Speise etwas zu sich nimmt, um so für das kommende Jahr Unglück abzuwenden.

Im östlichen Polen und den angrenzenden Gebieten in der Ukraine, Belarus und Litauen gehört zum Weihnachtsessen die Kutia, eine Getreidespeise mit Mohn, Honig, Nüssen und Trockenobst. In Schlesien wird eine ähnliche, Makówka genannte Speise ohne Getreide, dafür mit Brot und einem höheren Mohnanteil, serviert. Polen gilt als Land, das auf seine Suppen stolz sein kann. Für viele Polen zählt daher vor allem die Weihnachtssuppe zu den beliebtesten Speisen am Heiligabend. Am bekanntesten und verbreitetsten dürfte der Barszcz Czerwony z uszkami sein, eine klare Rote-Beete-Suppe mit kleinen Teigtaschen. Wahlweise gibt es auch eine Pilzsuppe. Auf keinen Fall fehlen darf am Heiligabend der Fisch, zumeist handelt es sich hier um Karpfen in Aspik oder gebraten.

Ein interessanter Brauch ist es, einen Platz am Weihnachtstisch freizuhalten. Jede Familie stellt ein zusätzliches Gedeck für den „unerwarteten Gast“ auf. Diese Tradition datiert weit in vorchristliche Zeiten zurück, in denen man auch die verstorbenen Vorfahren und deren Geister zu Hochfesten und Totenfeiern mit an den Tisch bat. Heute ist es ein Zeichen für die polnische Gastfreundschaft.
Großer Beliebtheit erfreut sich immer noch der Brauch der „Szopki“, der Weihnachtskrippen. Ihre Tradition reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die berühmtesten kann man in Kraków (Krakau) bewundern, wo seit 1937 jährlich in der Vorweihnachtszeit ein Wettbewerb um das schönste Exemplar ausgetragen wird. Neben üblichen Motiven, wie Engeln, der Heiligen Familie, den Königen aus dem Morgenland und den Tieren, bevölkern auch polnische Könige oder Sagenfiguren wie der Waweldrache die Krippen. Jedes Jahr beteiligen sich rund 150 Krippenbauer. Die Arbeiten werden zunächst auf dem Krakauer Hauptmarkt präsentiert, danach sind die schönsten Krippen im benachbarten Historischen Museum zu sehen.

Den aus Deutschland stammenden Weihnachtsbaum findet man schon seit dem 19. Jahrhundert auch in Polen. Hier schmückt man ihn in ländlichen Gegenden, vor allem im Osten des Landes, häufig ganz traditionell, als echten Baum im Garten mit Trockenfrüchten und Strohschmuck. Glitzerndes Lametta und Christbaumkugeln traten bereits in den 1980er Jahren ihren Siegeszug an. Weihnachtsmärkte, die sich in den vergangenen Jahren wachsender Beliebtheit bei in- und ausländischen Besuchern erfreuten, wurden im Zuge der Corona-Krise weitestgehend abgesagt. Sehr abgespeckte Versionen gibt es zum Beispiel in Olsztyn (Allenstein) und Szczecin (Stettin). Andere Veranstalter verlegten die Märkte kurzerhand ins Internet.

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Russland: Russische Single-Frauen greifen in der Weihnachtszeit traditionell zum Telefon

In Russland beginnt das eigentliche Fest erst im neuen Jahr und zwar am 7. Januar. Zu Weihnachten soll sich dort eine ganz besondere Tradition durchgesetzt haben: Single-Frauen nutzen ab dem 6. Januar die nächsten 12 Tage, um auf verschiedenen kuriosen Wegen ihren zukünftigen Ehemann zu finden. Heiratsunwillige Männer sollten daher an diesem Tag lieber nicht ans Telefon gehen. Denn gemäß einer beliebten Tradition werden von vielen Frauen – teilweise wahllos, teilweise weniger wahllos – Nummern ins Telefon getippt und die Regel besagt: Wer abnimmt ist der zukünftige Ehemann.

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Schweiz

Tessin: Innehalten beim kunstvollen Krippenbummel

Zur Adventszeit bringen viele Tessiner Dörfer traditionell die Weihnachtsgeschichte auf ihre Straßen und Gassen. Dem Brauch der Krippenausstellungen folgen auch die Anwohner von Vira Gambarogno am Ufer des Lago Maggiore, gegenüber von Locarno in der italienischen Schweiz gelegen. Nicht nur ansässige Künstler, auch Privatpersonen, sogar Kinder basteln Figuren-Ensembles und liefern sich einen kreativen Wettstreit, während sie die Tessiner Gemeinde von 13. Dezember 2020 bis 6. Januar 2021 in eine Galerie unter freiem Himmel verwandeln. Wie aus der Zeit gefallen wirken die detailverliebten Darstellungen auf kleinen Plätzen, unter Arkaden, in Eingängen oder Mauernischen der dickwandigen Häuser.

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Auch sportliche Winterurlaube sollten abgesichert sein. Skiunfälle sowie Unfälle mit Lawinen kommen häufiger vor, als Reisende sich träumen lassen. / Foto: Pixabay.com © Julius_Silver (CC0 Creative Commons)
Schweiz, Schilthorn. / Foto: Pixabay.com © Julius_Silver (CC0 Creative Commons)

Schweden

Hochzeitsvorhersage dank Mandel im Reis Pudding

Bei den Schweden spielt eine ähnliche Speise eine bemerkenswerte Rolle: Reis-Pudding. Im Weihnachtsgericht versteckt, befindet sich eine Mandel. Wer die Mandel erwischt, wird – so der Volksglaube – im darauf folgenden Jahr heiraten. Den Pudding nutzt man jedoch auch, um den Weihnachtsmann bei Stimmung zu halten und stellt eine kleine Schüssel für ihn nach draußen. Und das kulturelle Weihnachtsprogramm? Statt dem kleinen schwedischen TV-Rabauken Michel, läuft in den Wohnzimmern am Nachmittag Donald Duck. Alle die ihre Zeit jedoch lieber draußen verbringen, können sich dank einer garantierten Menge winterlichen Schnees die Zeit mit Schneeballschlachten und Schlittenfahrten vertreiben.

Lucia kommt dieses Jahr digital zu den Menschen

Wenn Mitte Dezember die Dunkelheit in weiten Teilen Schwedens regiert, kommt Lucia und bringt Licht in die Wohnungen und Häuser – eine Tradition, die in Schweden mindestens so gerne gefeiert wird, wie das Mittsommerfest oder Weihnachten. Doch auch diese Tradition muss in diesem Winter neu und digital gedacht werden. Also heißt es am Lucia-Tag, dem 13. Dezember: Zuhause einkuscheln, ganz viele Kerzen anmachen, Pfefferkuchen naschen und die Lucia-Prozessionen und -Konzerte per Radio oder online zu sich nach Hause holen.

Eine Auswahl an Online-Lucia-Veranstaltungen ist beispielsweise im Veranstaltungskalender von Visit Stockholm zu finden. Auf Facebook gibt es außerdem die Möglichkeit, beim Singalong mitzufeiern und mitzusingen. Auf diese Weise kann Lucia in diesem Jahr nicht nur in Schweden, sondern weltweit gefeiert werden.

Traditionell erscheint Lucia normalerweise in allen schwedischen Städten und Gemeinden am frühen Morgen des 13. Dezember in einem weißen Gewand mit roter Schärpe und einem Lichterkranz im Haar und kündigt mit feierlichen Gesängen symbolisch die Rückkehr des Lichts an. Denn nach dem alten Kalender bis 1753 war die Lucia-Nacht die längste Nacht des Jahres.

Schweden: am 13. Dezember ist Lucia-Tag. / Credits: OTW/imagebank.sweden.se
Schweden: am 13. Dezember ist Lucia-Tag. / Credits: OTW/imagebank.sweden.se

In ihrem singenden Gefolge hat Lucia eine Schar ebenfalls weiß und Licht tragende „Jungfrauen“ und Sternknaben – und am Ende des Zuges folgen kleine „Wichtelmänner“ mit Laternen. Zur Luciaprozession gehört außerdem der Stallbursche Staffan, der den Mythos um den Märtyrer Stefanos verkörpert. Versüßt wird der Lucia-Tag traditionell mit Pfefferkuchen und Lussekatter (Safrangebäck) zu denen Kaffee oder Glögg (Glühwein) getrunken wird. Fast jede Schule, jeder Kindergarten und jede Stadt in Schweden hat normalerweise eine eigene Lucia.

Darüber hinaus finden an diesem Tag in der Regel sowohl morgens als auch abends in verschiedenen Kirchen und Konzerthäusern der schwedischen Städte Lucia-Konzerte statt. Dabei ist bis heute nicht ganz klar, wem zu Ehren das Lucia-Fest eigentlich abgehalten wird. Eine Herleitung bezieht sich auf die heilige Lucia, die im Jahr 304 n. Chr. als Märtyrerin in Sizilien gestorben sein soll und von den Katholiken traditionell am 13. Dezember geehrt wird. Eine andere Herleitung bezieht sich aber auf die Legende von Lucia als der ersten Frau Adams, der nachgesagt wird, dass sie Kontakte zum Teufel hatte, wodurch ihre Kinder zu unsichtbaren Unterirdischen wurden.

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Ohne Motorschlitten geht es nicht (mehr) im modernen Schweden. Foto: Ingo Paszkowsky
Ohne Motorschlitten geht es nicht (mehr) im modernen Schweden. Foto: Ingo Paszkowsky

Spanien: Mandarinen und nachträgliches Weihnachtsfest

Der Weihnachtsmann mag gerne Mandarinen – zumindest, wenn es nach den Katalanen geht. In der spanischen Region besorgen sich die Menschen in der Adventszeit einen Baumstamm, dekorieren ihn mit einer roten Mütze, damit er aussieht wie der Weihnachtsmann. Und der wird dann mit Mandarinenschalen gefüttert. Je mehr Mandarinenschalen der bemützte Baum – auch “Tió de Nadal” genannt – bekommt, desto mehr Geschenke gibt es an Heiligabend. “Das ist eine typische katalanische Tradition”, erklärt Sandra Gracía, Reisespezialistin aus Barcelona, “daher kann ich nicht an Weihnachten denken, ohne dass mir der ‘Tío de Nadal’ in den Sinn kommt”. Sie kennt den Hintergrund des Brauchs: Früher war der “Tío de Nadal” (etwa: Weihnachtsonkel) ein Holzscheit, der im Kamin des Hauses brannte und Wärme für die Feier schenkte. “Heute soll er immer noch Wärme und Zuneigung verbreiten – aber vor allem durch Geschenke.”

Spanier sind aus deutscher Sicht Weihnachts-Nachzügler, denn erst am 5. Januar beginnen die Feierlichkeiten mit dem „Cabalgata de los Reyes Magos“, einer Parade mit festlichen Wagen, die die Ankunft der Heiligen Drei Könige am darauf folgenden Tag einläutet. Am Tag der großen Bescherung, dem „Día de Reyes“ am 6. Januar, dürfen dann auch endlich Geschenke getauscht werden. Vorher stärkt man sich am Frühstückstisch noch mit „Roscón de Reyes“, kranzförmigen Kuchen, die für die Heiligen Drei Könige gebacken wurden. Wer noch nicht genug von Süßigkeiten und Paraden hat, kann an diesem Tag Caspar, Melchior und Baltasar mit ihren Kamelen, Geschenken und „caramelos“ auf den Straßen Spaniens treffen.

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Türkei: Die Silverstermänner kommen!

Ab dem ersten Dezember beginnt in der Türkei eine ganz besondere Zeit. Aber halt! Nicht etwa Heiligabend wird herbeigesehnt, sondern der Jahreswechsel! Und zwar mit fast allem, was man sonst so aus der Adventszeit kennt: Es gibt sogar Adventskalender – vom ersten bis zum 31. Dezember mit Türchen! Spätestens am Silvesterabend kann diese Weihnachts-Neujahr-Diffusion à la turca bei so manchem Europäer einen kleinen Kulturschock auslösen. Auf türkischen Straßen sind am dann nämlich die die Neujahrsmänner, auch „Noel Babas“ genannt, los – und die sehen genauso aus wie Weihnachtsmänner. Die Geschenke, die sie bringen, landen unterm Neujahrsbaum – die türkische Version des Weihnachtsbaumes. Man wünscht sich: Mutlu Yillar. Das bedeutet nicht etwa “Frohe Weihnachten”, sondern “Frohes Neues Jahr”. Dazu gibt es in der Türkei auch stilecht einen Tannenbaum. Der heißt allerdings Neujahrsbaum – ganz nach dem Motto: Andere Länder, anderes Weihnachten!

USA

Arizona: Tamales statt Braten

In Arizona gibt es Tamales statt Gans. Familien kommen jedoch nicht nur zusammen, um Tamales am Esstisch mit den Liebsten zu essen, sondern auch, um sie zuzubereiten! Tamales ist ein traditionelles zentralamerikanisches Gericht, bestehend aus Masa (Maisteig), der mit Fleisch, Käse oder anderen Zutaten gefüllt, und in Pflanzenblätter eingehüllt gedämpft wird. Bereits die Mayas und Azteken aßen Mitte des letzten Jahrtausends diese Delikatessen.

In Tucson spielen Tamales sogar so große Rolle während der Feiertage, dass ihnen ein eigenes Festival gewidmet wird: Dieses wird in der Regel kurz vor Weihnachten im Casino del Sol ausgerichtet und feiert den reichen Geschmack sowie die Gerüchte und Variationen von Tamales aus dem Südwesten der USA und Mexiko, da viele Mexikaner in Arizona ihre Heimat gefunden haben.

In Arizona gibt es Tamales statt Gans / Foto: Boca Tacos / Jackie Alpers
In Arizona gibt es Tamales statt Gans / Foto: Boca Tacos / Jackie Alpers

Ein weiterer Brauch, der auf die Azteken zurückzuführen ist und bis heute gefeiert wird, ist Las Posadas. Vom 16. bis zum 26. Dezember eines jeden Jahres wird die Ankunft des Gottes Huitzilopochtli gefeiert. In mexikanischen Familien in Arizona ist es bis heute Tradition, während der neun Tage vor Weihnachten mit Liedern und Kerzen vor der Haustür von Freunden und Bekannten um eine Herberge zu bitten, um anschließend gemeinsam zu feiern.

Warme Weihnachten in der Wüste

Auch wenn Scottsdale keinen tatsächlichen Wetterwechsel zur kalten Jahreszeit erlebt, so werden Stadt und Häuser dennoch festlich geschmückt und viel Wert auf saisonales Essen und viel Kürbiskuchengewürz gelegt! Das Restaurant FnB bietet seinen Gästen während der Vorweihnachtszeit beispielsweise mit Ziegenkäse gefüllte Chillies, gerösteten Kürbis mit Käse und diverse Gerichte mit Pilzen an. Eine Institution ist mittlerweile zudem der „Magical Christmas Journey“ der Verde Canyon Railroad. Dieser beginnt an deren sehr schön geschmückten Depot in Clarkdale, wo sich insbesondere kleine Gäste auf einen ein Mini-Weihnachtsdorf freuen können. Anschließend beginnt eine anderthalbstündige Zugrundfahrt zum „Nordpol“: Währenddessen wird an Bord des Zuges leckere Getränke angeboten, am Ziel angekommen ist es, als wäre man direkt in der Heimat von Santa Claus.

Eine Institution ist mittlerweile zudem der „Magical Christmas Journey“ der Verde Canyon Railroad / Foto: VCRR
Eine Institution ist mittlerweile zudem der „Magical Christmas Journey“ der Verde Canyon Railroad / Foto: VCRR

Weihnachten auf dem Wasser

Florida kann zum Fest der Liebe natürlich nicht mit Schnee aufwarten – dafür aber mit vielen anderen Erlebnissen! Anders als die eher dezenten Christbaumkugeln hierzulande, darf die Weihnachtsdekoration im Sunshine State gerne einmal etwas schriller ausfallen. So hängen am Baum auch mal der Miniatur-Helm des Lieblings Footballvereins oder der Weihnachtsmann in Badehose.

Im ganzen Dezember gibt es außerdem in den Städten, die nahe am Wasser oder an Kanälen liegen, festliche Bootsparaden. Bei den sogenannten “Holiday Boat Parades” fahren beleuchtete und schön geschmückte Boote durch die Kanäle und Häfen. Die Boote werden dabei von überdimensionalen Weihnachtsmännern, endlosen Lichterketten, Rentieren und Tannenbäumen geziert.

So auch in St. Pete/Clearwater an der Golfküste: Jedes Jahr im Dezember leuchten die Wasserstraßen von St. Pete/Clearwater während der jährlichen Weihnachtsbootparaden. Flotten von Kanus, Segelbooten und Yachten zeigen sich in schillernden Gewändern und werden von Beobachtern bestaunt und bejubelt. Tagsüber wird in Florida in Santa Outfits gesurft, oder am Pool mit Eierlikör angestoßen.

Jedes Jahr im Dezember leuchten die Wasserstraßen von St. Pete/Clearwater während der jährlichen Weihnachtsbootparaden / Foto. Visit St. Pete/Clearwater / Jeremiah Khokhar
Jedes Jahr im Dezember leuchten die Wasserstraßen von St. Pete/Clearwater während der jährlichen Weihnachtsbootparaden / Foto. Visit St. Pete/Clearwater / Jeremiah Khokhar

New York: Flying Santa über Long Island

Weihnachten am Strand unterm Leuchtturm – Romantik pur! Wenn die Sonne im Dezember untergeht, erleuchten Long Islands Leuchttürme in prächtig geschmückter Kluft. So wird Weihnachtsfans auf der Insel vor den Toren New York Cities mit einem Mix aus maritimem Ambiente und festlicher Stimmung eine ganz besondere Atmosphäre geboten. Seit Jahrzehnten gibt es jedoch eine weitere Tradition, die die Menschen begeistert: 1934 begann der Pilot Snow, seinen Kollegen aus Maine namens William Wincapaw zu unterstützen. Dieser war vielen Menschen nur noch unter seinem Pseudonym bekannt: Flying Santa! Seit Jahren schon flogen er und sein Sohn Geschenke und Leckereien zu den Leuchtturmwärterfamilien, um sich für deren Arbeit zu bedanken. Seit 1934 übernahm Snow diese Aufgabe für Long Island und brachte Spielzeuge, Kaffee, Plätzchen und vieles mehr zu den zum Teil isolierten Familien auf der Insel. Bis zum heutigen Tag sind jedes Weihnachten diverse Flying Santas unterwegs, um diese Tradition fortzuführen und fliegen vollbepackt und in Weihnachtskostüm von Leuchtturm zu Leuchtturm.

Deutsche Weihnachtstraditionen in North Carolina – wie die winterlichen Bräuche im US-Bundesstaat weitergelebt werden

In North Carolina weihnachtet es das ganze Jahr über. Mehr als 34 Millionen Nadelbäume gedeihen dort, um reichlich geschmückt die Häuser der US-Amerikaner an den Festtagen zu verschönern. Doch es weht auch ein Hauch deutsche Weihnacht durch den Bundesstaat und haben die Weihnachtstraditionen dort geprägt.

Weihnachtsdorf in Old Salem

1766 besiedelten Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeine das Städtchen Old Salem und bis heute wird deren Lebensweise dort bewahrt. Ab Mitte November verwandelt sich das historische Viertel von Winston-Salem in ein Weihnachtsdorf und versüßt die Adventszeit mit Konzerten, geführten Touren im Kerzenschein und Leckereien wie Zuckerkuchen und Keksen. Besucher können vier festlich geschmückte historische Häuser besichtigen, singen zum Klang der über 200 Jahre alten Tannenberg-Orgel oder lernen selbst Kerzen aus Bienenwachs herzustellen. Über dieser Szenerie erstrahlt der moravische Stern. Im deutschsprachigen Raum als Herrnhuter Stern bekannt, dient er den Einwohnern Old Salems seit jeher als liebgewonnenes Symbol für die biblische Geschichte und ihre Herkunft.

Weihnachtsdorf in Old Salem. 1766 besiedelten Mitglieder der Herrnhuter Brüdergemeine das Städtchen Old Salem und bis heute wird deren Lebensweise dort bewahrt. / © VisitNC.com

Deutsche Backkunst

Europäische Reisende brauchten neue Waren und Gewürze nach Amerika und beeinflussten damit die traditionelle Küche. So entstand auch der „Moravian Cookie“. Das Gewürzplätzchen ist ein Nachfahre des deutschen Lebkuchens. Die Mähren brachten den Leckerbissen mit, als sie 1753 in das zentrale North Carolina einwanderten. Da die Gewürze sehr teuer waren, wurden die Kekse meist nur für Feiertage und besondere Anlässe zubereitet.

Beim Reinigen einer alten Waffe im Timothy Vogler Gun Shop. Der Timothy Vogler Gun Shop wurde 1831 erbaut und zeigt die Kunst des Büchsenmachens und der Metallverarbeitung. Die Old Salem Museums & Gardens in Winston-Salem sind eines der herausragenden Beispiele für lebendige Geschichte des Landes, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. / © VisitNC.com
Beim Reinigen einer alten Waffe im Timothy Vogler Gun Shop. Der Timothy Vogler Gun Shop wurde 1831 erbaut und zeigt die Kunst des Büchsenmachens und der Metallverarbeitung. Die Old Salem Museums & Gardens in Winston-Salem sind eines der herausragenden Beispiele für lebendige Geschichte des Landes, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. / © VisitNC.com

Heute gilt Winston-Salem als das Zentrum der Keksproduktion. Doch auch viele Unternehmen in der Region sind für ihre mährischen Kekse bekannt, darunter die Salem Baking Company, Dewey’s Bakery und Frau Hanes. Die aktuellen Geschmacksrichtungen gehen weit über das ursprüngliche Gewürz hinaus, und man findet oft beliebte Sorten wie Zitrone, Schokolade, Kürbis oder Key Lime.

Knusper, Knusper Knäuschen

Der Ursprung des Lebkuchenhaus kommt von dem Märchen Hänsel und Gretel. Ein Wettbewerb der besonderen Art findet jedes Jahn in Asheville statt. Bei der National Gingerbread House Competition treten Hobby- und Profibäcker im Wettstreit um das prächtigste Lebkuchenhaus an. Aus Teig, Zuckerguss und mit viel Fantasie schaffen sie kleine Kunstwerke, die Hänsel und Gretel garantiert nicht angeknabbert hätten. Die süßen Kreationen werden bis Ende des Jahres im Omni Grove Park Inn ausgestellt und locken viele Besucher in die Blue Ridge Mountains, die dort ihr eigenes kleines Weihnachtsmärchen erleben. 2020 findet die Ausstellung auch virtuell statt.

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Weihnachten in Nicaragua / Copyright INTUR
Weihnachten in Nicaragua / Copyright INTUR

Zentralamerika: Bananenblätter statt Tannenzweige

Laut, fröhlich und kulinarisch ungewöhnlich geht es zur Weihnachtszeit in den zentralamerikanischen Ländern Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama zu – und das bei durchschnittlich 26 Grad auch in dieser Jahreszeit. Eingeläutet wird die festliche Saison bereits Mitte Dezember: In Anlehnung an den Pilgerweg nach Bethlehem und die Herbergssuche von Maria und Josef ziehen Familien bei den “Posadas” mit Kerzen und Fackeln durch die Straßen. Sie kehren bei den Nachbarn ein und singen traditionelle Lieder. Es wird auf siebenzackige sternförmige Piñatas geschlagen, die mit ihren sieben Zacken die sieben Todsünden symbolisieren.

Als Belohnung warten zahlreiche süße und herzhafte Leckereien. Besonders ausgiebig wird dieser Tradition in Honduras in der Hauptstadt Tegucigalpa und San Pedro Sula gefrönt.

Kulinarisch dürfen zu Weihnachten in vielen zentralamerikanischen Ländern „Tamales“ nicht fehlen. Dabei handelt es sich um in Bananenblätter eingewickelte Maisteigtaschen, die unterschiedlich gefüllt werden: meist mit einer Fleischfüllung aus Huhn oder Schwein, mit Gemüse- oder Bohnenmus, in Guatemala werden sie auch mit Backpflaumen und Rosinen verfeinert sowie Tomatensoße dazu gereicht. In Nicaragua und Honduras bereitet man traditionell an Heiligabend gefülltes Huhn zu und in Panama „Arroz con guandú“, ein Reisgericht mit Erbsen. In zahlreichen zentralamerikanischen Ländern reicht man als Aperitif einen leckeren „Ponche“, einen Weihnachtspunsch mit Rum.

Etwas weihnachtlicher empfinden die meisten Touristen mit Backpflaumen und Rosinen gefüllte Teigtaschen, die in Guatemala serviert werden. In Panama reicht man als Aperitif einen “Ron Ponche”, einen Weihnachtspunsch mit Rum.

Auch am Heiligen Abend steht das Zusammensein mit Freunden und Familie im Vordergrund. Reges Treiben füllt die Straßen und Häuser, es wird bis lang in die Nacht getanzt und gelacht – wer besinnliche Stille sucht, ist eher fehl am Platz. Trotz einiger regionaler Gemeinsamkeiten besitzt jedes zentralamerikanische Land eigene Weihnachtstraditionen.

Tänze und Paraden in Belize

Belize vermischt ebenfalls in seinen Weihnachtstraditionen Elemente der kreolischen und der Garifuna-Kultur: Der Weihnachts-Bram ist ein Fest, bei dem die Menschen tanzen, unter anderem den traditionellen Jankuku-Tanz der Garifuna, musizieren und in den Straßen singen. Die Süßigkeiten werden schon vor Heiligabend in belizianischem Rum getränkt. Traditionell gibt es an Weihnachten Gerichte mit Reis, Bohnen, Kartoffeln und Truthahn.

Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Pferdeparade „El Gran Tope Nacional“ / Copyright: Visitcentroamerica.com / Luis Navarro
Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Pferdeparade „El Gran Tope Nacional“ / Copyright: Visitcentroamerica.com / Luis Navarro

Pferdeparade in Costa Rica

Das Lichterfest, das am zweiten Samstag im Dezember in San José stattfindet, markiert offiziell den Beginn von Weihnachten in Costa Rica. Das Fest wird mit Paraden, Maskeraden, Live-Musik und Feuerwerk gefeiert. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Pferdeparade „El Gran Tope Nacional“. Bei der Parade ziehen tausende Reiter und Reiterinnen am 26. Dezember durch die Hauptstadt San José. Aufgrund der besonderen Gangart sieht es aus als ob die Pferde tanzen.

Der Baum der Dominikanischen Republik

Der dominikanische Weihnachtsbaum wird „Charamico“ genannt. Er ist aus Holz handgefertigt, wird in verschiedenen Farben bemalt und mit Kugeln und Rentieren verziert. Weitere Traditionen sind „Aguinaldo“ und „Angelito“. Beim „Aguinaldo“ trifft man sich mit Freunden und geht gemeinsam zum Rhythmus von Trommel, Akkordeon und Güira von Haus zu Haus und singt Weihnachtslieder und es werden heiße Schokolade, Ingwertee, Kaffee und Kekse serviert. Beim „Angelito“ tauschen Freunde, Kollegen und Familie oder Kinder in der Schule untereinander Geschenke. Beim Abendessen an Heiligabend und Silvester wird häufig Telera – ein Weihnachtsbrot mit Zutaten wie Rum und Anis -, Schweinebraten, Hühnchen, Truthahn, Empanadas, Blätterteigkuchen sowie Weintrauben, Äpfel und Süßigkeiten serviert.

El Salvador, in neuen Kleidern Weihnachten feiern

Heiligabend wird im Kreise der Familie gefeiert, es wird gelacht, getanzt und gegessen. Zum Huhn oder Truthahn und den Tamales gibt es meist einen leckeren Punsch oder heiße Schokolade. Um Mitternacht wird das Weihnachtsfest mit Geschenken und Umarmungen begangen. Außerdem trägt man zu Weihnachten und Neujahr traditionell neue Kleidung. Auch das Verbrennen von Schießpulver in der Weihnachtsnacht und das Feuerwerk gehören zu den Feierlichkeiten.

Krippe in Guatemala / Copyright ICT
Krippe in Guatemala / Copyright ICT

Teufelsverbrennung in Guatemala

Am 7. Dezember findet in Guatemala traditionell die Verbrennung des Teufels statt. Teufel-Piñatas aus Pappe werden verbrannt. Die Tradition der Teufelsverbrennung hat einen religiösen Hintergrund und knüpft an die Verbrennung von so genannten Hexen und Ketzern im Mittelalter an. Den ganzen Monat Dezember über wird die Weihnachtszeit mit Feuerwerk gefeiert. Feuer wird als reinigendes Element verstanden. Die Maya feiern von November bis zum 23. Dezember die Wintersonnenwende. Am 23. Dezember feiern sie den Sieg der Sonne „Hun Ajpú“ über die Dunkelheit. Guatemala ist in dieser Zeit auch für seine Krippenspiele bekannt, die in fast jedem Haushalt zu finden sind.

Weihnachtsbotschafter in Honduras

In Honduras erscheint der Weihnachtsbotschafter „Warini” nach der Tradition der Garifuna mit einer Gefolgschaft aus Sängern und Trommlern und zieht von Haus zu Haus. Nach der Tradition der Weihnachtsgeschichte spielen zahlreiche katholische Christen im Landesinneren bei den „Posadas“ die Pilgerreise von Josef und Maria von Nazareth nach Bethlehem nach. Kurz vor dem 24. Dezember empfangen Gastgeberfamilien die Teilnehmer der Posadas mit traditionellen Speisen. Außerdem ist die Nacht des 31. Dezembers der Verbrennung des Alten Jahres gewidmet: Eine Puppe oder ein Affe aus alten Kleidern mit Zeitungspapier ausgestopft wird verbrannt und so zerfallen alle schlechten Dinge des ausgehenden Jahres zu Asche.

Kreolische Weihnachtssuppe in Nicaragua

Wie in vielen anderen zentralamerikanischen Ländern wird das Essen auch in Nicaragua traditionell an Heiligabend erst nach der katholischen Mitternachtsmesse serviert. In Bluefields an der Karibikküste gibt es noch eine besondere kreolische Tradition: Die Menschen laden sich gegenseitig zu einer Rindfleischsuppe ein. Zur Begrüßung des neuen Jahres verbrennen die Nicaraguaner am Silvestertag um Mitternacht das alte Jahr. Aus alten Kleidungsstücken werden mit Schießpulver gefüllte Puppen hergestellt und um Mitternacht wird so symbolisch das alte Jahr verbrannt.

Weihnachtsfestspiele in Panama

Eine der Traditionen in Panama zu dieser Zeit des Jahres sind die „Posadas Navideñas”. Die Kinder verkleiden sich als Josef, die Jungfrau Maria, Engel oder Esel und gehen neun Tage lang vor dem 25. Dezember von Haus zu Haus, singen beliebte Weihnachtslieder und bekommen Süßigkeiten und Getränke.

Quellen: eigene Recherchen, Hotels.com, Travelzoo.com, CATA/KPRN, Angelika Herrmann-Meier PR, Japan Travel, JNTO, Lieb Management & Beteiligungs GmbH, Turismo Chile, Kaus Media Services, Polnisches Fremdenverkehrsamt, SETOUCHI Tourism Authority, Visit Schweden, maydays, DESTATIS


Titelfoto pixabay / Couleur


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