Blick vom Empire State Building bei Nacht. Foto: Stefanie Gendera

7 Tage New York City – eine Woche, die es in sich hatte

Es war ihr 60ster Geburtstag und ich wollte etwas ganz besonderes schenken. Eine Woche New York, ein gemeinsamer Urlaub. Meine Mutter ahnte noch zwei Tage vor Abflug nichts von ihrem Glück und als erste Reaktion, vernahm ich: „Ich fahre eigentlich lieber in arme Länder“.


Nichts desto trotz ging es an einem Sonntag im Juni auf die große Reise. Im Gepäck außer allerlei Notwendigem auch jede Menge Unsicherheit. Wie wird es uns ergehen in der riesigen Stadt mit den hohen Häusern? Wie werden die Menschen sein? Werden wir uns zurecht finden?

Berlin bietet mit airberlin eine Direktverbindung direkt in die Metropole*. Früh gebucht gibt es den direkten Hin- und Rückflug schon ab 650,-€. Die Freude über die relativ kurze Anreise von knapp 8 Stunden, verflog leider noch am Flughafen durch lange Wartezeiten an der Zollabfertigung. Geschlagene zwei Stunden hat es gebraucht, bis wir aus dem Gebäude des Flughafens endlich US-Amerikanischen Boden betreten konnten.

 

Eine Gedenkstätte der Opfer der Anschläge von 9/11 - das One World Observatory
Eine Gedenkstätte der Opfer der Anschläge von 9/11 – das One World Observatory. Foto: Stefanie Gendera

Es gibt zwei Möglichkeiten, um vom Flughafen in die Stadt zu kommen. Entweder man nimmt ein Taxi und rechnet mit 50 bis 60 $ oder man springt direkt ins kalte Wasser und benutzt die öffentlichen Verkehrsmittel. Da uns unser Geld ans Herz gewachsen ist, wollten wir es nicht so schnell in andere Hände geben und entschieden uns für letzteres. Eine Woche Bus und Bahn, Kostenpunkt: 30 $ pro Person. Dazu kommen noch mal 5 $ pro Person, um mit dem Air Train zu den öffentlichen Bahnen gebracht zu werden. Die erste Hürde war genommen; das Abenteuer konnte beginnen.

 


ANZEIGE

NEW YORK PASS

FREIER Eintritt bei über 90 der besten Sehenswürdigkeiten und Touren in New York!

Einschließlich: Empire State Building, Top of the Rock, Freiheitsstatue, 9/11 Museum …: de.newyorkpass.com

 


 

Unser Hotel lag in Queens, unweit der Sehenswürdigkeiten auf der anderen Seite des East River (NESVA-Hotel, 6 Nächte im Doppelzimmer, inklusive Frühstück 930,-$).

New York ist unterteilt in fünf Stadtteile: Manhattan, Queens, Brooklyn, die Bronx und Staten Island. Schon bevor wir im Hotel eingecheckt hatten, musste meine Mutter sich eingestehen, dass das was sie bis jetzt von der Stadt gesehen hatte, ganz und gar nicht reich aussah. Obdachlose in den Bahnhöfen, jede Menge Müllsäcke auf den Bürgersteigen und kaputte Straßen.

 

Müllberge in New York City
Müllberge in New York City. Foto: Stefanie Gendera

 

Mit der neuen Erfahrung und den Gefühl, es zu Hause besser zu haben, machten wir uns auf den Weg ins Zentrum New Yorks, nach Manhattan. Und plötzlich waren wir zwei Alice im Wunderland – chaotisch, schnell, laut, bunt und unendlich hoch ist die Stadt, die uns umgab. Es war überwältigend!

 

Der Neon-Wahnsinn am Times Square, der rosa-Wolke-Wahnsinn im Walt Disney Store, der wahnsinnige Ausblick vom Empire State Building und wir mitten drin. Wir hatten uns gleich am Anfang der Woche einen City-Pass von der offiziellen Touristeninformation besorgt (www.nycgo.com, Kosten pro City-Pass 114,-$). Damit bekommt man umgerechnet circa 40% Rabatt auf eine Auswahl an Eintrittsgeldern. Ab dem Besuch der vierten angebotenen Attraktion lohnt sich der Pass bereits.

 

Besonders beeindruckt haben uns der Besuch des Empire State Buildings bei Nacht und die Fahrt mit der Circle Line zur Freiheitsstatue, beide Attraktionen sind im City Pass enthalten. Darüber hinaus sollten die Fahrstuhlfahrt hoch auf das One World Observatory und ein Besuch der High-Line für jeden New York Besucher ein Muss sein. Wir waren natürlich auch auf dem Gelände des Ground Zero, haben es aber nicht übers Herz gebracht dem 9/11 Memorial & Museum einen Besuch abzustatten. Der Ort der Katastrophe wird nicht neu bebaut, die Fundamente der Twin Towers mahnen und gedenken. In tiefer Trauer und mit einem Kloss im Hals, gingen wir schweigend unseres Weges.

 

Freestyle Breakdance unterm Time Square - Akrobatik im Untergrund
Freestyle Breakdance unterm Time Square – Akrobatik im Untergrund. Foto: Stefanie Gendera

 

Neben einem Spaziergang auf der erwähnten High-Line, einer stillgelegten und zum Park umfunktionierten Hochbahntrasse, ist auch der Besuch einer der ältesten Kneipen der Stadt, der Fraunces Tavern, ein Muss, beides ist unbedingt sehenswert und noch dazu kostenlos! Weitere kostenlose Höhepunkte gibt es regelmäßig und wahrscheinlich ununterbrochen in den U-Bahnstationen unter der Stadt zu bewundern. Künstler und Artisten bieten ihr Können feil und freuen sich über ein paar Dollar, wenn die Darbietung den Zuschauern gefallen hat. Wir durften zum Beispiel unter dem Times Square eine Truppe junger Männer bei erstklassigem Freestyle Breakdance bewundern.

 

 

Den Anweisungen des Marco Polo-Reiseführers folgend, haben wir uns an einem der Tage zu Fuß von Williamsburg in Brooklyn über die Brooklyn Bridge auf nach Manhattan gemacht. Die Route belohnt mit einem tollen Ausblick über den East River und ist unbedingt zu empfehlen, wenn Sie gerne Spazieren gehen. Wenn die Zeit es zulässt und noch Kraft in den Beinen steckt, lassen Sie sich einen Bummel durch Chinatown nicht entgehen. Die quirlige Gegend im unteren Teil Manhattans versetzt die Reiseerfahrenen unter ihnen direkt auf einen ganz anderen Kontinent, nämlich nach Asien. Die kleinen Gassen links und rechts der Canal Street geben einen Eindruck von dem bunten Miteinander der unterschiedlichsten Kulturen und versetzen uns zurück in die Zeit der ersten chinesischen Einwanderer.


ANZEIGE

Finden Sie Ihren Reiseführer für New York

 


 

zu Fuß von Brooklyn nach Manhattan - die Brooklyn Bridge
Zu Fuß von Brooklyn nach Manhattan – die Brooklyn Bridge. Foto: Stefanie Gendera

Geradezu überwältigend war die Freundlichkeit der Menschen, die uns begegnet sind. Mit Ausnahme von einigen wenigen, wurde uns immer gerne geholfen und immer wieder ein Herzlich Willkommen in New York mit auf den Weg gegeben. Ich bin von Natur aus ein skeptischer Mensch und schwanke noch heute zwischen Interpretationsansätzen wie Drogen im Trinkwasser oder dem Vitamin D bedingtem Einfluss der ersten Sonnenstrahlen. Womöglich besitzen die New Yorker auch einfach nur eine von Gott gegebene, natürliche Freundlichkeit. Warum auch immer, es ist sehr viel angenehmer liebenswürdig und (vielleicht) oberflächlich willkommen geheißen zu werden, als gar nicht. Gehen Sie an einem bewölkten Novembernachmittag durch Berlin und Sie werden wissen, was ich damit meine.

Wir wären nicht Deutsch, wenn wir nicht doch etwas zum Meckern gefunden hätten. Essen, das schmeckt, ist in der Regel teuer und in unserem Hotel gab es leider nur Einweg-Geschirr.

Nach den ersten zwei Tagen sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass unsere gute Laune uns ein paar Dollar mehr, für gutes Essen, wert sein sollte. Gesagt, getan! Erwähnenswert erscheinen mir zum einen das kleine Frühstücks-Café „Rustic Table“ (504 W.42nd St.), in dem die Wartezeit auf die Circle Line gut überbrückt werden konnte und ein sehr nettes Lokal mit guten Essen, guten Cocktails und netter Bedienung in der Lower East Side namens „Jimmy’s no.43“ (43 East. 7th St.).

 

Streetart auf Rädern - Graffiti in Manhattan
Streetart auf Rädern – Graffiti in Manhattan. Foto: Stefanie Gendera

 

Die Stadt hat mich in ihren mächtigen Bann gezogen, umgeben von den meisten Hochhäusern der Welt, fühlt man sich so frei wie sonst an kaum einem anderen Ort. Ein Leben vom Tellerwäscher zum Millionär, New York lässt diese Märchen wahr werden. Ein buntes Potpourri aus Asiaten, Latinos, Afro-Amerikanern und Europäern, macht das Miteinander bunt und wunderbar.

Meine Mutter ist nach einer Woche voll Eindrücken erschöpft und beseelt. Ihr Tipp: Stützstrümpfe für den Flug nicht vergessen und kein herzhaftes Frühstück erwarten, dann werdet ihr Amerika lieben.

In diesem Sinne und mit einem Schmunzeln auf den Lippen, viel Spaß in New York.

Stefanie Gendera

Titelfoto / Blick vom Empire State Building bei Nacht. / Foto: Stefanie Gendera

 

Wichtiger Hinweis:

Wer selbst die Reiseplanung übernimmt, sollte nicht vergessen, rechtzeitig die Einreiseerlaubnis ESTA zu beantragen.

 

Der Fahrstuhl des One World Trade Centers erzahlt die Geschichte Manhattans:

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.