Nur noch einen kleinen Augenblick...

Korea: Mit dem Asiana A380 von Frankfurt nach Seoul

Abends um 18:30 Uhr (Sommerflugplan 19 Uhr) geht täglich der Asiana Arlines Flieger von Frankfurt nach Seoul. Zum Einsatz kommt das größte Passagierflugzeug der Welt, der A380. Rund 10 Stunden dauert der Flug OZ542 nach Südkorea, der Sonne entgegen. Wir sind im Asiana Airbus A380 mit der Kennung HL7625 unterwegs. Es ist die erste von sechs Airbus A380-Maschinen, die Asiana geordert und inzwischen komplett geliefert bekommen hat.

 

Vorzügliche Business Class

Hin geht es in der Business Class. In dem Superjumbo von Asiana ist die Business Class, die Asiana Business Smartium, im oberen Deck untergebracht. Zwei Kabinen umfassen insgesamt 66 Sitze. Einfach super: Die spezielle Anordnung der Sitze ermöglicht den direkten Zugang zum eigenen Sitz, ohne sich an einem Nachbarn vorbeizwängen zu müssen.

Wer Business Class fliegt, erlebt schon vor dem Flug mehr Service. Die ganzen „Formalismen“, bevor der Gast auf seinem Platz sitzt, gehen viel schneller: der Check-in, die Sicherheitskontrolle und das Boarding nehmen nur einen Bruchteil der Zeit in Anspruch, die ein Passagier für die Economy Class benötigt. Und außerdem steht in Frankfurt die Business Lounge der Lufthansa für den Zeitvertreib und zur Entspannung bis zum Boarding bereit, denn Asiana Airlines ist Mitglied der Star Alliance.

Im Flieger vergeht die Zeit wie im Flug. Unser Abteil in der Business Class von Asiana Airlines, hinter dem vorderen Eingang, ist an diesem Mittwoch nur wenig besetzt. Die Gäste sind nahezu ausschließlich auf die Fensterplätze verteilt. Jeder Fenster-Passagier verfügt über zwei Fenster für den freien Blick nach außen.

 

Fliegendes Schlemmer-Restaurant

Der erste Eindruck: endlich mal viel Platz, Vordermann und Hintermann sind gefühlt weit weg.

Der zweite Eindruck: Der Service ist einfach wunderbar.

Von Anfang werde ich herzlich umsorgt. Der Chef der Kabine bringt die Speisekarte mit mehreren Menüs zur Auswahl, es gibt sogar eine deutsche Übersetzung der Karte. Da ich auf dem Weg nach Korea bin, wähle ich natürlich das koreanische Hauptgericht Bibimbap, mit verschiedenen Gemüsen und Rindfleisch auf feine Art zubereitet, mit Suppe und diversen Beilagen.

 

Hier einige Fotos zum Bericht als Slideshow:

 

Das Getränkeangebot ist ebenfalls phantastisch. Auch wenn es eventuell nicht zusammenpasst, genehmige ich mir zum Abendessen ein Glas Laurent Perrier Brut und ein koreanisches Bier. Ich bin etwas ratlos, welches der vier angebotenen lokalen Biere ich probieren soll. Die Stewardess empfiehlt mir „Hite“. Das schmeckt okay, so dass es noch ein zweites sein kann. Ist mein Glas Champagner leer, wird sofort nachgeschenkt.

 

Frühstück. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Anschließend bleibt noch Zeit, mir einen von mehreren aktuellen Filmen anzusehen. Ein großer Anteil des Angebots ist sogar in deutscher Sprache verfügbar. Jetzt ist aber Zeit für die Nachtruhe. Per Knopfdruck fährt mein Sitz in die 180-Grad-Liegeposition – besser habe ich noch nie geschlafen in einem Flugzeug.

Rechtzeitig zum Frühstück werde ich wach. Auch diese Mahlzeit mundet wieder. Einige der Geschäftsreisenden aus Südkorea „verschlafen“ den Frühstücksgang, sie lassen sich erst kurz vor der Landung wecken und nutzen die gemütliche Schlafposition voll aus.

 

Leider kein Internet

Ein Menüpunkt in dem Unterhaltungssystem an Bord der Asiana Airlines Maschine ist die Anzeigemöglichkeit der Frontkamera. So erlebe ich das erste Mal live, wie ein Flieger nach der Landung auf die Parkposition eingewiesen wird. Cool.

 

Hier ist das Video über meinen Flug:

 

Kleiner Wermutstropfen: Es gibt in der Maschine kein WLAN und damit auch keinen Internetzugang. Das ist zwar kein Beinbruch, aber es wäre doch schön, könnte man während des Fluges seine E-Mails beantworten oder die aktuellen Nachrichten checken. Zumal alle Sitzplätze in dem Flieger über einen USB-Stromanschluss und zusätzlich eine Steckdose verfügen.

 

Schnelle Einreise

Wir landen planmäßig um 12:40 Uhr in Seoul. Die nächste wohltuende Überraschung: Das Einreiseprocedere geht recht schnell, obwohl Fingerabdrücke und ein Gesichtsscan genommen werden. Da die meisten Passagiere dieses Fluges Südkoreaner sind, bildet sich eine Schlange an der Passkotrolle für die Einheimischen, an den Schaltern für Ausländer ist es relativ leer.

Kaum sind wir da durch, können wir auch schon unser aufgegebenes Gepäck vom Band nehmen. Vieles in der Republik Korea macht einen gut durchorganisierten Eindruck, gepaart mit enormer Servicefreundlichkeit. Vielleicht erringt auch deswegen der Incheon International Airport Seoul schon seit Jahren Spitzenpositionen beim Title „Airport of the Year“, der von Skytrax vergeben wird.

Ich bin mit einer Journalistengruppe unterwegs und wir werden mit einem Bus abgeholt. Dadurch machen wir gleich Erfahrungen mit den allgegenwärtigen Staus in Seoul.

Wir sind im wirklich komfortablen Lotte World Hotel untergebracht. Es ist Bestandteil der Lotte World in Seoul. Zur Lotte World gehören u.a. zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten und der „weltgrößte Indoor-Vergnügungspark“ Lotte Adventure World. Größte Attraktion ist jedoch seit neuem der Lotte World Tower mit seinen 555 Metern und 123 Stockwerken, in dem unter anderem das Signiel Seoul residiert.

Toll: Von meinem schönen Zimmer hatte ich direkten Blick auf den Tower, das sechstgrößte Gebäude der Welt. Hier gibt es auf WeltReisender mehr Informationen zum neuen Wahrzeichen Südkoreas.

 

Hier ist mein Video zum Lotte World Tower:

 

Bier-Restaurant und deutsche Burger

Obwohl Südkorea ein asiatisches Land ist, fühlte ich mich irgendwie an Deutschland erinnert. Vielleicht ist es der Status Quo zwischen dem kommunistischen Nordkorea und der Republik Südkorea, der ja so ähnlich lange Jahre auch Deutschland prägte. Voller Hoffnung schaut man in Südkorea auf die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands zurück und hofft, dass es in Korea auch dazu kommen möge.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die bilateralen Beziehungen und die Zusammenarbeit zwischen Südkorea und Deutschland ausgesprochen gut sind. Unsere sehr freundliche koreanische Reiseleiterin Irene, die mit ihrem Mann über 20 Jahre in Deutschland lebte, erzählte, dass in die koreanische Gesetzgebung und im Sozialbereich Anregungen aus Deutschland eingeflossen sind.

Auch in der Lotte World gibt es Einrichtungen, in denen deutsche Anregungen eingeflossen sind. So lädt die gemütliche Kloud Beer Bar im Untergeschoss des Lotte World Hotels im bayerischen Ambiente ein. Sogar ein bayerischer Maibaum findet sich vor dem Restaurant. Kloud ist übrigens eine Biermarke des Lotte-Konzerns. Das Bier soll mit reinem Malz und Hopfen gebraut werden.

Das Burger-Restaurant „Deutschen“ zielt auf die deutschen Essgewohnheiten. Dort erfahren wir, dass Burger das Lieblingsgericht der Deutschen sind. Aber nur in der speziellen Ausfertigung mit Sauerkraut!

Burger mit Sauerkraut. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Vielfältiges Frühstücksangebot

Wer im Lotte World Hotel einmal gefrühstückt hat, wird dies Frühstücksangebot wohl nicht vergessen. Ich glaube, ich habe noch nie in einem Hotel übernachtet, in dem das Frühstück so variantenreich und reichhaltig war. Für jeden Geschmack gibt es das passende Essen. In drei thematischen Bereichen bereiten Köche Mahlzeiten frisch zu. Jeder kann nach seiner Fasson essen: asiatisch, europäisch, vegetarisch, Süßspeisen…

 

Das Früstücksrestaurant im Lotte World Hotel ist grandios. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Das Buffet-Restaurant können tagsüber und abends auch Nichthotelgäste genießen. Allerdings ist es nicht ganz preiswert. Für 90 Euro kann man Essen, was und wie viel man möchte.

Mehr Infos zum Infos zum Lotte World Hotel: http://www.lottehotel.com/world/en/

 

Seoul gehört zu den teuersten Städten der Welt. Laut einer Aufstellung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nimmt Seoul weltweit den sechsten Platz ein. Deswegen braucht ihr aber nicht auf einen Südkorea-Besuch zu verzichten, denn es gibt ja auch die Anbieter von Pauschalreisen.

Wer Pauschalreisen nicht mag, kann sich über Hotelportale günstige Übernachtungen buchen und beispielsweise im Gwangjang-Markt preiswert und schmackhaft speisen. Außerdem ist dieser Markt mit seinen vielen gutbesuchten Garküchen selbst eine Sehenswürdigkeit, die man besucht haben sollte.

 

Hier ist mein Video vom Besuch des Gwangjang-Marktes:

 

 

Sehenswürdigkeiten in Seoul

Wenn man sich den von der Koreanischen Zentrale für Tourismus herausgegebenen Reiseführer Korea ansieht, steht unter „Reisen nach Themen“ am Anfang gleich als erster Punkt Shopping. In der Tat gibt es für Shopping-Begeisterte zahlreiche Möglichkeiten.

Aber keine Angst, wenn man nicht der Shopping-Typ ist, es gibt auch so genug zu erleben. Für Besucher besonders reizvoll sind die vielen historischen Stätten, wie die Paläste Gyeongbokgung und Changdeokgung sowie die traditionelle Kultur im Hanok-Dorf Bukchon, im Viertel Insadong und auf dem Namdaemun-Markt.

Viele Koreaner, besonders junge Leute, leihen sich für den Besuch der historischen Stätten ein traditionelles Hanbok-Gewand aus. Dann ist übrigens der Eintritt der historischen Anlagen kostenfrei. Mehr dazu erfahrt ihr in dem speziellen Beitrag auf der (deutschsprachigen) Webseite von Visit Korea.

 

Hier eine kurze Sildeshow über das Kriegsmuseum in Seoul:

 

 

Das Kriegsmuseum (The War Memorial of Korea) ist unbedingt einen Besuch wert. Es ist ein gewaltiger Komplex, der über die 5000-jährige Kriegsgeschichte auf der koreanischen Halbinsel informiert. Vor allem der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 steht natürlich im Mittelpunkt. Ohne das damalige Eingreifen der Amerikaner würde vermutlich das gesamte Korea jetzt „Volksrepublik“ sein. Mehr als 9.000 Relikte, viele auch im Außenbereich, legen glaubwürdiges Zeugnis ab und sind sehr sehenswert.

 

Die Stadt erkunden

Mit Geschichte nichts am Hut? Oder schon zu viel gesehen? Es gibt genug andere Themen: Beispielsweise der Besuch des N Seoul Tower im Namsan-Park. Man hat einen tollen Panorama-Blick auf Seoul. Der Turm selbst steht auf einem Hügel. Das Restaurant in der obersten Etage dreht sich in 100 Minuten einmal um sich selbst. Beim Gang auf den Hügel und vor dem Eingang in den Turm fallen sofort die immens zahlreichen Schlösser auf, die Liebende an jeder möglichen Stelle hinterlassen.

Beliebtes Ausflugsziel der Seouler ist auch der künstliche Fluss Cheonggyecheon, der früher als Abwasserkanal fungierte. Knapp 11 Kilometer lang, fließt er vom Tor Gwanghwamun in der Seouler Stadtmitte bis in die Mitte des Heilkräutermarktes, wo er in den Fluss Hangang mündet. Lange Zeit floss er unterirdisch, aber jetzt ist er freigelegt und quasi zu einer Flaniermeile umgebaut worden.

 

Die Promenade des Flusses Cheonggyecheon ist ein beliebte Flaniermeile. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Am vierten Tage geht es leider schon wieder zurück nach Deutschland. 56 Sekunden braucht der Asiana A380 bis zum Take-off, bis zum Abheben. Beim Rückflug sitze ich in der Economy Class des Asiana A380 im Hauptdeck. Auch schön, aber wer einmal Business Class geflogen ist, bei dem kommt in der Touristenklasse nicht mehr so die rechte Freude auf.

 

Schnelle Passkontrolle, langwierige Gepäckanlieferung

Angekommen in Frankfurt sammle ich zum ersten Mal Erfahrungen mit dem Easypass-System, das schon seit längerem im Einsatz ist. Nun ja, problemlos verlief mein erster Kontakt nicht. Nach einigen Fehlversuchen öffnen schließlich die ersten Glastüren. Damit ist es nicht vorbei, denn nun wird das Gesicht gescannt und mit dem Passfoto verglichen. Interessanterweise konnte der Computer nach dem zweiten Versuch mit meinem Überraschungsblick etwas anfangen. Ergebnis: In relativ kurzer Zeit durch die Passkontrolle. Das nächste Mal geht es bestimmt schneller. Deutschland ist eben Hightech-Standort.

Was dann folgt, ist allerdings etwas beschämend, denn über eine Stunde braucht der Flughafen Frankfurt bis der letzte der mitreisenden Kollegen sein Aufgabegepäck in den Händen hält.

Von Frankfurt fahre ich mit der Bahn nach Berlin. In Berlin-Hauptbahnhof kommt der Zug nachts mit Verspätung an. Es fährt in meine Richtung keine S-Bahn mehr, weil gebaut wird. Dafür ist Schienenersatzverkehr eigerichtet. Vielleicht sind die anderen Busse schon weg, aber der eine Bus, den ich sehe, für die mehreren Hundert Menschen, die in Berlin an ihr Ziel wollen, ist einfach nicht genug. Bei den wenigen Taxis suchen sich die Taxifahrer ihre Fahrgäste nach ihnen genehmen Zielen aus. Willkommen in der Service-Wüste Deutschland.

Mein Vorschlag: Da die Republik Korea viel von unserem Rechtssystem übernommen haben soll, könnten wir im Ausgleich etwas vom koreanischen Service-Anspruch übernehmen.

Ingo Paszkowsky

 

Mehr Informationen über das Reiseland Korea:

www.korea.or.kr oder

http://german.visitkorea.or.kr

 

Hier erfahrt ihr mehr über die Anreise und die Einreisebestimmungen

 

Was mir sonst noch auffiel

Foto: Ingo Paszkowsky

Nicht nur im Lotte World Hotel, nein auch in öffentlichen Toiletten, werden sogenannte Dusch-WCs eingesetzt. Wir waschen unsere Hände aus Hygiene-Gründen bei jeder Gelegenheit und duschen täglich. Aber ausgerechnet beim Toilettengang geben wir uns lediglich mit Papier zufrieden. In Korea ist es üblich, sich zusätzlich nach dem Toilettengang mit Wasser zu reinigen. Gefällt mir.

 

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