Belfort und Umgebung erleben: Kultur, Natur und Geschichte

15 Minuten Lesezeit

Inhalt:

Kunst und Kultur in Belfort
Die Löwen von Belfort
Die mächtige Zitadelle
Luxeuil les Bains – mehr als nur Thermalbad
Champagney – die Abschaffung der Sklaverei
Montbéliard – die württembergischen Wurzeln sind gut sichtbar
200 Jahre Industriegeschichte – das Peugeot Museum

Belfort ist eine bezaubernde Stadt mit einer schönen Umgebung. Und eine der buntesten Städte Frankreichs, sagen zumindest die Belforter. Und es stimmt. Bummelt man doch nicht gerade selten durch Städte, deren Stadtbild grau-in-grau erscheint. Dagegen können Sie in Belfort an den Fassaden der Altstadt eine enorme Farbenvielfalt entdecken: blau, rosa, gelbgrün…

Woher kommt die Farbenvielfalt? Irgendwann war den Stadtvätern das triste Grau der Häuser nichts mehr und so beschlossen sie erfolgreich, die Stadt bunter zu machen. Geht doch. Bitte nachahmen.

Überall in Belfort belebt zudem Kunst das Stadtbild. Museen, Galerien, Statuen, Fresken, Mosaike, Brunnen, Parks und blühende Stadtgärten …

Eine Auswahl

Das Museum für moderne Kunst – Schenkung Maurice Jardot

Im Musée d’Art Moderne, das sich in einem ehemaligen Herrenhaus des ausgehenden 19. Jahrhunderts befindet – dem Familiensitz des kaum bekannten Lyrikers Léon Deubel -, gibt es 150 Kunstwerke, u.a. von Picasso, Marc Chagall, Fernand Léger, Juan Gris, Georges Braque, Le Corbusier und Manolo.

Der aus dem Raum Belfort stammende Maurice Jardot, ein Mitarbeiter des deutschen Kunsthändlers Daniel-Henry Kahnweiler, Galerie Kahnweiler/Leiris in Paris, sammelte Zeit seines Lebens bedeutende Kunstwerke und hinterließ die Sammlung seiner Herzensstadt. Damit besitzt Belfort eine der schönsten Sammlungen moderner Kunst in der Bourgogne-Franche-Comté.

Musée d’Art Moderne, 8 rue de Mulhouse, 90000 Belfort, +33 3 84 22 16 73

Museum für schöne Künste

Das Musée des Beaux-Arts befindet sich in dem von Sébastian Le Preste de Vauban – französischer General, Festungsbaumeister und Marschall von Frankreich – konzipierten Turm 41. Es zeigt eine umfangreiche Sammlung von Skulpturen (Rodin), Gemälden (Courbet), Flachreliefs und Stichen (Dürer). Diese sind entlang der fünf Wandflächen des Turms ausgestellt und in fünf Themenbereiche unterteilt: allegorische Malerei, religiös inspirierte Malerei, Landschaftsmalerei, Porträts und Camille Lefèvre, ein Bildhauer, welcher der Stadt großartige Werke geschenkt hat.

Musée des Beaux-Arts, Rue Georges Pompidou, 90000 Belfort, +33 (0)3 84 54 27 87

Turm 46

Der Bau spielte eine wesentliche Rolle im Zuge der Verteidigung der Stadt. Heute finden dort wechselnde Ausstellungen der Museen von Belfort statt.

Turm 46, Rue de l’ancien Théâtre, 90000 Belfort, +33 (0)3 84 54 25 46

Gegen Abend war es auch auf diesem Platz vor dem Denkmal des Löwen küppeldickevoll.
FIMU 2019: Gegen Abend war es auch auf diesem Platz vor dem Denkmal des Löwen küppeldickevoll.

Musik-Festivals

Am meisten macht der Besuch von Belfort natürlich im Sommer Spaß – durch die schönen Gassen flanieren, in den Straßencafés vom Bummel entspannen. Im Juli wird zudem zweimal die Stadt gerockt.

Jedes Jahr am 1. Juliwochenende trifft sich bei den Eurockeennes von Belfort die Rockszene.

Eine kurze visuelle Nachlese von 2019 auf Youtube

Die Eurockeennes gehören zu den bekanntesten Open-Air-Festivals Frankreichs. Jahr für Jahr reisen Tausende an, um den Kunstlern aus aller Herren Länder auf der Halbinsel im Malsaucy-See zuzujubeln. Musik, Feiern, Rock and Roll stehen auf dem Programm für dieses wirklich ausgefallene Wochenende.

Etwas beschaulicher, aber stimmungsmäßig keinesfalls minder interessant, geht es bei dem internationalen Universitätsfestival FIMU (Festival International de Musique Universitaire) zu, das von der Stadt und den Studenten organisiert wird. Drei Tage während des Pfingstwochenendes treten rund 2500 Amateurmusiker und -Chorsänger aus über 30 Ländern auf. Nahezu alle Musikrichtungen sind vertreten: klassische Musik, moderne Musik, Jazz, Pop-Musik, Blasmusik, Chore, Oper…

Ein musikalisches Kaleidoskop aus über 200 kostenlosen Konzerten, die auf 13 verschiedenen Bühnen vor der grandiosen Kulisse der Belforter Altstadt aufgeführt werden.

Eine kurze visuelle Nachlese vom FIMU 2019 auf Youtube

Weil die Konzerte kostenlos sind und die Musiker keine Tantiemen für ihren Auftritt erhalten, wohnen die Künstler in dieser Zeit überwiegend bei Gastfamilien in Belfort. Es herrscht eine Super-Stimmung – unbedingt erlebenswert.

http://www.fimu.com/

Die Löwen von Belfort

Spätestens jetzt müssen wir den größten Löwen von Belfort erwähnen, thront er doch über der Stadt und ist von vielen Stellen gut sichtbar. Der Löwe von Belfort ist Symbol des heldenhaften Widerstands der Stadt während der Angriffe im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Während des Krieges widerstanden die französischen Truppen 103 Tage lang einer Belagerung durch die Preußen. Erst auf Befehl der französischen Regierung wurden Stadt und Festung am 16. Februar 1871 dem Feind übergeben.

Von der Aussichtsplattform der Zitadelle in Belfort hat man eine grandiose Rundumsicht.
Von der Aussichtsplattform der Zitadelle in Belfort hat man eine grandiose Rundumsicht.

Der Löwe wurde von dem berühmten Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi – der auch die Freiheitsstatue entwarf – geschaffen. Das kolossale Werk aus Blöcken aus rosa Sandstein ist in die Befestigungsanlagen der Zitadelle integriert und heute einer der wichtigsten Identitätsträger der Stadt. Seit 1880 wacht er mit seinen 22 Metern Länge und 11 Metern Höhe über die Stadt. Bei Dunkelheit wird der Löwe beleuchtet, ein magischer Anblick.

Löwen spielen im Stadtbild von Belfort generell eine große Rolle. Es gibt sie sehr zahlreich, mindestens 150 an der Zahl. Wer mehr über die Löwen und ihre Bedeutung an den jeweiligen Bauwerken erfahren will, nimmt an einer speziellen Löwen-Stadtführung teil.


Fotostrecke Belfort


Die mächtige Zitadelle

Die Zitadelle, die in Etappen vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, diente den Bewohnern Belforts als Zuflucht. In der mächtigen Zitadelle befindet sich ein Geschichtsmuseum, das eine Reise in das Alltagsleben der Region von vorgeschichtlichen Zeiten bis zur Zeit der Invasionen bietet. Das Museum zeigt historische, archäologische und ethnographische Sammlungen. Bartholdi soll in Belfort einen dauerhaften Platz erhalten und so widmete man ihm sechs Ausstellungsräume, die ein Fundus von Skulpturen, Zeichnungen, Stichen und alten Fotos zeigen.

Die Zitadelle ist nicht nur ein imposantes Bauwerk, von der Plattform auf der Zitadelle hat man zudem einen herrlichen Rundumblick über die Region.

Die bewegte Vergangenheit des Departments Territoire Belfort spiegelt sich auch in den zahlreichen Festungsanlagen in der Region wider. Geschichtsinteressierte Wanderer können mehr auf einem 75 Kilometer langer Wanderweg erfahren. Die „Randonnée des Forts“ führt nicht nur durch schöne Natur, sondern auch zu Festungsanlagen von Séré de Rivières.

Die Niederlage Frankreichs im Jahre 1870 führte zu weiteren Festigungsbauten. 1874 wurde unter der Leitung von Séré de Rivières ein riesiger Befestigungsring errichtet. Um die Burgundische Pforte zu schützen, wurden zwischen 1874 und 1911 insgesamt 19 Festungen und militärische Anlagen in Giromagny, Roppe, Bessoncourt, Bermont u.a. gebaut. Ihr geniales Konzept und ihr relativ geringer Abstand voneinander sollten den damaligen Feind Deutschland abschrecken.

Die Burgundische Pforte ist die einzige Ebene, die eine Verbindung der Täler des Rheins und der Donau mit dem Rhônetal herstellt. Dieser Durchgangsort zwischen Vogesen und Jura, ist übrigens auch ein Verbindungsort germanischer und romanischer Kulturen.

Katherina Buet von Belfort Tourisme gibt Tipps (Video auf Youtube), was man sich ansehen oder erleben sollte.

Mehr über Belfort auf der Webseite von Belfort Tourisme (auch in deutscher Sprache)

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Ausflüge in die Umgebung

Belfort eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Da wäre Ronchamp zu nennen, mit dem Hügel Notre Dame du Haut. Dort entwarf Le Corbusier eine sehr moderne Kirche, obwohl er eigentlich keine sakralen Bauwerke errichten wollte. Erfahren Sie mehr über den außergewöhnlichen Ort Notre-Dame du Haut.

Farbige Fenster
Kapelle Notre Dame du Haut in Ronchamp

Luxeuil les Bains – mehr als nur Thermalbad

Schon die Römer schätzten die heißen Quellen und ihre Wirkungen. Das Bad zählt daher zu einem der ältesten Thermalbäder Frankreichs. Mit seiner einmaligen Architektur und den heilenden Quellen ist Luxeuil-les-Bains vielen in Europa bekannt.

Einige Meter unter der Erde liegen die Ruinen der alten Stadt “Luxovium”. Im 19. Jahrhundert erlebten die Thermalbäder ihre Hochzeit. Ganz Paris gab sich hier ein Stelldichein, einschließlich Napoleon III und Kaiserin Eugenie, die im Jahre 1856 dem Ort ihre Aufwartung machten. Insgesamt gibt es 18 Quellen. Die Thermalbäder sind seit 1998 im Besitz der Chaine Thermale du Soleil. (Webseite in französischer Sprache)

Chlor, Natrium, Natron, Fluor, Lithium, leicht alkalisch – das ist die Zusammensetzung des Thermalwassers von Luxeuil-les-Bains. Wenn das warme Nass aus der Erde kommt, liegt die Wassertemperatur zwischen 48 und 58 Grad. Für die Anwendungen beträgt es jedoch nur 34 Grad.

Der Schöffenturm in Luxeuil-les-Bains
Der Schöffenturm in Luxeuil-les-Bains

Das Thermalwasser wird zur therapeutischen Behandlungen von Venenerkrankungen, Rheuma und bei der Frauenheilkunde verwendet. Geöffnet ist die Therme von März bis November

In Luxeuil-les-Bains gibt es natürlich mehr als „nur“ die Thermalquellen. Der Ort überzeugt auch durch eine historische Altstadt. Am besten lernt man die Sehenswürdigkeiten auf dem etwa zwei Kilometer langen „Pfad des Erbes“ kennen. 12 ausgewiesene Orte bzw. Bauwerke mit QR-Codes zum Scannen mit dem Smartphone, um die jeweiligen Audio-Erklärungen in deutscher Sprache! hören zu können.

(Die Audio-Dateien können auch direkt über diesen Link heruntergeladen werden. Es handelt sich um eine rar-Datei, entspricht im Prinzip zip, mit einer Größe von knapp 20 Megabyte, diese enthält 14 Audio-Dateien.)


Fotostrecke Luxeuil les Bains


Drei Anregungen vom „Weg des Erbes“

Der irische Wandermönch und Missionar Columban (von Luxeuil) gründete Ende des 6. Jahrhunderts die spätere Abtei Luxeuil, die im 7. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte. Der Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert ist noch erhalten.

Die Rue Carnot oder Straße der 52 Balkone. Die feingearbeiteten Balkone sind Zeugnis des damaligen hohen Stands der Eisengießereien und Kunstfertigkeiten der Schmiede in der Region. Oder der Schöffenturm aus Vogesen-Sandstein, der sich 33 Meter über die Stadt erhebt und aus dem 15. Jahrhundert stammt. Der Turm fungierte ursprünglich als Rathaus. Das Gebäude ist reich verziert mit Skulpturen.

Besucher dürfen den Turm besteigen. Nach 146 Treppenstufen wird die Mühe mit einer phantastischen Aussicht auf über die Stadt, die Vogesen und den Jura belohnt.

Tipp: Das Fremdenverkehrsamt bietet Besichtigungen des Turmes mit einem Überraschungsaperitif auf der Aussichtsplattform an. Ein tolles Erlebnis!

360Grad-Video auf Youtube über die Aussicht auf dem Turm

Weitere Informationen über die Region auf der Webseite (auch in deutscher Sprache)

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Champagney – ein kleiner Ort mit einem wichtigen Erbe

Die Sklaverei ist ein sehr langes und sehr dunkles Kapitel in der Menschheitsgeschichte. Belege bezeugen Sklaverei seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien. Erst im 17. Jahrhundert regten sich in Amerika nennenswert Stimmen, die eine Abschaffung der Sklaverei (Abolitionismus) forderten. In Europa nahm 1808 Großbritannien eine wichtige Rolle beim Kampf gegen die Sklaverei ein. Obwohl in Frankreich die Sklaverei am 4. Februar 1794 vom Nationalkonvent offiziell abgeschafft wurde, erfolgte deren Umsetzung nicht. Während der Restauration vertrat die französische Kolonialverwaltung zudem weitgehend die Interessen der Sklavenhalter. Erst im April 1848 während der Zweiten Republik fand die Sklaverei in Frankreich ihr Ende. Der Abolitionismus war in Frankreich nie eine Massenbewegung. Quelle: Wikipedia

Umso mehr erstaunt der Ort Champagney in der heutigen Region Bourgogne-Franche-Comté, der damals etwa 2000 Einwohner zählte. Innenpolitische Schwierigkeiten im den Jahren 1788/89 zwangen König Ludwig XVI zur Einberufung der Generalstände – der dritte Stand, Adel und Klerus -, die letzte derartige Zusammenkunft fand mehr als 150 Jahre davor im Jahr 1614 statt. Zur Vorbereitung der Generalstände-Versammlung, deren Beginn für Mai 1789 geplant war, sollten die Dörfer nach dem Wunsch des Königs Eingaben abfassen. Die Eingabe aus Champagney unterscheidet sich inhaltlich und in der Tonalität von vielen anderen nicht, aber der Absatz oder Artikel 29 hat es in sich. Um nichts weniger als die sofortige Abschaffung der „Negersklaverei“ wird gebeten.

Das Haus der Négritude und der Menschenrechte (La Maison de la Négritude et des Droits de i’Homme)

Man ist sich sicher, dass dieser Punkt auf Jacques Antoine Priqueler zurückgeht, einem Offizier der königlichen Garde, der damals gerade in seinem Geburtsort Champagney auf Urlaub weilte. Er hat vermutlich aus Paris die Ideen der Abolition mitgebracht und verfasste als delegierter Wahlmann der Bauern das Beschwerdebuch (Cahier de Doléance). Er brachte die Einwohner von Champagney offenbar dazu, sich mit dem Schicksal der Sklaven auseinanderzusetzen. Das ist wirklich erstaunlich, denn die Gemeindemitglieder hatte noch nie einen farbigen Menschen gesehen, einzig die Darstellung des farbigen Königs Balthasar als Teammitglied der Heiligen Drei Könige auf einem Gemälde in ihrer Kirche.

René Simon holte 1971 aus den Archiven des Departments das „Cahier de Doléance“ von 1789 hervor und erkannte die Bedeutung des Artikels 29. Zur Ehrung der Bürger von Champagney beschloss Simon im Ort einen Ort des Gedenkens zu schaffen – das Haus der Négritude und der Menschenrechte (La Maison de la Négritude et des Droits de i’Homme). Mehr zum Thema Négritude bei Wikipedia

http://www.maisondelanegritude.fr/index.php?IdPage=1492176308 (Seite mit den Öffnungszeiten in deutscher Sprache)

Montbéliard – die württembergischen Wurzeln sind gut sichtbar

Die Herzöge von Württemberg, Heinrich Schickhardt und die Familie Peugeot sind nur einige bekannte Namen, welche Montbéliard – klingt doch besser als das damalige deutsche Mömpelgard – prägten. Der frühere deutsche Name beruht auf der 400-jährigen Zugehörigkeit von 1397 bis 1793 zum Haus Württemberg. Es gibt sogar nach Nachfahren der Württembergs in der Stadt.

Als Folge des Augsburger Religionsfriedens wurde in Monbéliard als einziger frankophoner Stadt die lutherische Lehre als Staatsreligion eingeführt. Seitdem blieb sie eine der protestantischen Bastionen in Frankreich, sehr zum Ärger der französischen Herrscher. Viele Bürger Montbéliards wanderten auf Werben des Königs nach Kanada aus. Er wollte damit die Stellung der Lutheraner schwächen. Die Nachfahren der ehemals ausgewanderten bilden heute eine stabile Besuchergruppe der schönen Stadt.

Das herzogliche Schloss ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Das Schlossmuseum beherbergt vier Sammlungen der Naturwissenschaften, der Archäologie, der Geschichte und der schönen Künste, auch mit wechselnden Ausstellungen.

Schlossmuseum der Herzöge von Württemberg – Musée du château des ducs de Wurtemberg,
Cours du château
25200 Montbéliard

Tel. 03 81 99 22 61, musees@montbeliard.com

Öffnungszeiten:

9:30 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 18 Uhr. Jeden Tag außer dienstags.

Führungen: Historischer Rundgang durch die Burg von 15 bis 16 Uhr

Webseites des Schlossmuseums (in französicher Sprache)


Fotostrecke Montbéliard


Der bedeutende Baumeister Heinrich Schickhardt verband in der Architektur deutsche mit italienischen Einflüssen und prägte als Hofbaumeister und Stadtplaner des Herzogtum Württembergs die Renaissance in der Residenzstadt Mömpelgard. Auf einen eigens benannten Stadtrundweg „Heinrich Schickhardt“ lässt sich sein Wirken bewundern. Auch die evangelische Martins-Kirche in Montbéliard hat mit seinem Wirken zu tun. Sie wurde zwischen 1601 und 1607 gebaut und ist der älteste evangelische Kirchenbau in Frankreich. Die 37 Meter lange, 16 Meter breite und 11 Meter hohe Kirche ist das Werk zweier Männer: Prinz Friedrich I., Herzog von Württemberg sowie Graf von Montbéliard und Architekt Heinrich Schickhardt. Sie wird noch von der Gemeinde benutzt, aber auch als Veranstaltungsort und empfängt jedes Jahr über 10.000 Besucher.

Nun steht die Renovierung für rund zwei Millionen Euro an. Im Zuge der geplanten Renovierungen wurde in ausgewählten Bereichen mit Erfolg nach alten Wandgemälden gesucht. Die entdeckten Dekore aus dem Jahr 1607 werden bei der Renovierung berücksichtigt.

Wer noch mehr über das Wirken von Schickhardt, dem schwäbischen „Leonardo da Vinci“, erfahren will, kann die Europäische Kulturstraße Heinrich Schickhardt besuchen.


Fotostrecke Peugeot-Museum


200 Jahre Industriegeschichte – das Peugeot-Museum

Löwen gibt es nicht nur Belfort, sondern auch in Montbéliard – im Musée de l’Aventure Peugeot, auf den Autos und anderen Erzeugnissen der Marke Peugeot. Auf 10.000 Quadratmeter Fläche erleben Sie 200 Jahre Industriegeschichte. Alles beginnt im Jahr 1810 mit einer zur Gießerei und Hammerschmiede umgebauten alten Getreidemühle. Die Gebrüder Peugeot produzierten zunächst Sägeblätter und Uhrwerksfedern, später folgten Nähmaschinen und Fahrräder. Dann schließlich Motorräder und Autos. 1891 begann die Serienproduktion von Automobilen. Damit ist Peugeot die älteste noch existierende Automarke. Heute ist Peugeot Bestandteil der PSA-Gruppe, die übrigens vor einiger Zeit den deutschen Automobilhersteller Opel gekauft hat.

Tipp: Sehr sehenswert, nicht nur für Technikbegeisterte. Sie erleben den Spirit von 200 Jahren innovativer Industriegeschichte.

Die Körnung: Eine Stadtrundfahrt im Oldtimer. 100 Euro kostet die zweistündige Oldtimer-Tour, wobei rund 30 Kilometer zurückgelegt werden. Der Preis gilt nicht pro Person, sondern pro Wagen. Sie werden vom Besitzer des Oldtimers kutschiert. Die Akteure sind Mitglieder des Autoklubs Vieux Volants Franc Comtois in Sochaux, dem Standort der größten Automobilfabrik von Peugeot, ganz in der Nähe von Montbéliard.

Buchungen beim Tourismusbüro Tel. 03 81 94 45 60.

Mehr Infos auf der Webseite von Pays de Montbéliard Tourisme (in französischer Sprache)

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Fotostrecke Essen und Trinken in der Region Franche-Comté

Essen und Trinken in Burgund-Franche-Comté


Zu Weihnachten wird es sehr festlich

Die von der Stadt Montbéliard organisierten „Weihnachtslichter“ – Les Lumières de Noël – erleuchten jedes Jahr ab Ende November die ehemalige Residenzstadt der Herzöge von Württemberg. Einer der schönsten Weihnachtsmärkte Frankreichs und Europa wird jährlich von 500.000 Besuchern bewundert. Es gibt nicht nur viel zu kaufen, sondern auch reichlich festliche Unterhaltung.

Ingo Paszkowsky

Titelfoto: Ingo Paszkowsky

Weitere Anregungen für die Region bietet die deutschprachige Webseite von Bourgogne-Franche-Comté Tourisme

Anreise – alle Wege führen nach Belfort

Mit dem Auto:
Autobahn A36 auf der Achse Stuttgart-Lyon

Mit dem Zug:
TGV-Bahnhof Belfort-Montbéliard oder SNCF-Bahnhof Belfort
Fahrzeit ab Basel 45 Min.,
ab Straßburg 1:15 Std.,
ab Zürich oder Bern 1:45 Std.,
ab Lyon 2:10 Std.,
ab Paris 2:20 Std.,
ab Stuttgart 3:30 Std.,
ab Marseille 4 Std.)

Mit dem Flugzeug:
Internationaler Flughafen Basel- Mulhouse-Freiburg (Euroairport), 45 Min entfernt.
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Mit dem Rad:
Fernradweg Eurovelo6 und Radweg Francovélosuisse (http://francovelosuisse.com/de/home.8.html),
Schweizer Radwegenetz “Schweizmobil” (Strecke 64).

Zu Fuß:
Europäische Fernwanderwege E2 und E5, französische Fernwanderwege GR5, GR 7 und GR 59, Jakobsweg.

Mit dem Schiff:
Rhein-Rhône-Kanal, Schiffsanlegestelle Montreux-Château.

Vor Ort:
mit Bus, Fahrrad oder Car-Sharing mit Optymo-Nahverkehrsnetz, mit dem Taxi, Rad oder Mietwagen.

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Hotel und Unterkünfte:

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