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Inhaltsverzeichnis:
- Das französische „Territoire de Belfort“ wird 100
- Eine Auswahl der Kunst
- Das Museum für moderne Kunst – Schenkung Maurice Jardot
- Museum für schöne Künste
- Turm 46
- Musik-Festivals
- Die Löwen von Belfort
- Belfort – die Fotos
- Die mächtige Zitadelle
- Die wichtigsten touristischen Orte und Sehenswürdigkeiten in Bourgogne-Franche-Comté
- Ausflüge in die Umgebung
- Klein aber oho
- Erfrischung am See
- Ausflüge in naturbelassene Höhenlagen
- Ein Paradies für Wanderer…
- ….und Radfahrer
- Luxeuil les Bains – mehr als nur Thermalbad
- Luxeuil les Bains – die Fotos
- Drei Anregungen vom „Weg des Erbes“
- Champagney – ein kleiner Ort mit einem wichtigen Erbe
- Montbéliard – die württembergischen Wurzeln sind gut sichtbar
- Montbéliard – die Fotos
- Peugeot-Museum – die Fotos
- 200 Jahre Industriegeschichte – das Peugeot-Museum
- Essen und Trinken in der Region Franche-Comté – die Fotos
- Zu Weihnachten wird es sehr festlich
- Anreise – alle Wege führen nach Belfort
- Auch interessant
Belfort ist eine bezaubernde Stadt mit einer schönen Umgebung. Und eine der buntesten Städte Frankreichs, sagen zumindest die Belforter. Und es stimmt. Bummelt man doch nicht gerade selten durch Städte, deren Stadtbild grau-in-grau erscheint. Dagegen können Sie in Belfort an den Fassaden der Altstadt eine enorme Farbenvielfalt entdecken: blau, rosa, gelbgrün…
Woher kommt die Farbenvielfalt? Irgendwann war den Stadtvätern das triste Grau der Häuser nichts mehr und so beschlossen sie erfolgreich, die Stadt bunter zu machen. Geht doch. Bitte nachahmen.
Überall in Belfort belebt zudem Kunst das Stadtbild. Museen, Galerien, Statuen, Fresken, Mosaike, Brunnen, Parks und blühende Stadtgärten …
Das französische „Territoire de Belfort“ wird 100
Zu diesem Jubiläum in 2022 sind viele Feste, Feierlichkeiten und Veranstaltungen in dem Gebiet vorgesehen, das nur etwa 60 Kilometer von Deutschland entfernt liegt. Auch für seine Landschaften und Sehenswürdigkeiten ist das „Territoire de Belfort“ eine Reise wert.
Die Entstehung des „Territoire de Belfort“ ist eng mit der deutsch-französischen Geschichte verbunden. Das Gebiet war bis 1871 der südwestlichste Teil des Elsass. Infolge des Vertrags von Frankfurt, der den Deutsch-Französischen Krieg beendete, wurde Elsass-Lothringens an das Deutsche Reich abgetreten. Bis auf den 609 Quadratkilometer großen französischsprachigen Teil, der die Bezeichnung „Territoire de Belfort“ erhielt. 1922 wurde mit der Ernennung eines Präfekten, als einziger offizieller Akt, seine Existenz bestätigt.
Ein dichtes Veranstaltungsprogramm zieht sich durch das ganze Jubiläumsjahr, das am 10. September einen Höhepunkt erfährt: „Confluence“ zeichnet am See Malsaucy mit einer spektakulären musikalischen Show ein Jahrhundert Geschichte nach.
Eine Auswahl der Kunst
Das Museum für moderne Kunst – Schenkung Maurice Jardot
Im Musée d’Art Moderne, das sich in einem ehemaligen Herrenhaus des ausgehenden 19. Jahrhunderts befindet – dem Familiensitz des kaum bekannten Lyrikers Léon Deubel -, gibt es 150 Kunstwerke, u.a. von Picasso, Marc Chagall, Fernand Léger, Juan Gris, Georges Braque, Le Corbusier und Manolo.
Der aus dem Raum Belfort stammende Maurice Jardot, ein Mitarbeiter des deutschen Kunsthändlers Daniel-Henry Kahnweiler, Galerie Kahnweiler/Leiris in Paris, sammelte Zeit seines Lebens bedeutende Kunstwerke und hinterließ die Sammlung seiner Herzensstadt. Damit besitzt Belfort eine der schönsten Sammlungen moderner Kunst in der Bourgogne-Franche-Comté.
Musée d’Art Moderne, 8 rue de Mulhouse, 90000 Belfort, +33 3 84 22 16 73
Museum für schöne Künste
Das Musée des Beaux-Arts befindet sich in dem von Sébastian Le Preste de Vauban – französischer General, Festungsbaumeister und Marschall von Frankreich – konzipierten Turm 41. Es zeigt eine umfangreiche Sammlung von Skulpturen (Rodin), Gemälden (Courbet), Flachreliefs und Stichen (Dürer). Diese sind entlang der fünf Wandflächen des Turms ausgestellt und in fünf Themenbereiche unterteilt: allegorische Malerei, religiös inspirierte Malerei, Landschaftsmalerei, Porträts und Camille Lefèvre, ein Bildhauer, welcher der Stadt großartige Werke geschenkt hat.
Musée des Beaux-Arts, Rue Georges Pompidou, 90000 Belfort, +33 (0)3 84 54 27 87
Turm 46
Der Bau spielte eine wesentliche Rolle im Zuge der Verteidigung der Stadt. Heute finden dort wechselnde Ausstellungen der Museen von Belfort statt.
Turm 46, Rue de l’ancien Théâtre, 90000 Belfort, +33 (0)3 84 54 25 46

Musik-Festivals
Am meisten macht der Besuch von Belfort natürlich im Sommer Spaß – durch die schönen Gassen flanieren, in den Straßencafés vom Bummel entspannen. Im Juli wird zudem zweimal die Stadt gerockt.
Jedes Jahr am 1. Juliwochenende trifft sich bei den Eurockeennes von Belfort die Rockszene.
Eine kurze visuelle Nachlese von 2019 auf Youtube
Die Eurockeennes gehören zu den bekanntesten Open-Air-Festivals Frankreichs. Jahr für Jahr reisen Tausende an, um den Kunstlern aus aller Herren Länder auf der Halbinsel im Malsaucy-See zuzujubeln. Musik, Feiern, Rock and Roll stehen auf dem Programm für dieses wirklich ausgefallene Wochenende.
Etwas beschaulicher, aber stimmungsmäßig keinesfalls minder interessant, geht es bei dem internationalen Universitätsfestival FIMU (Festival International de Musique Universitaire) zu, das von der Stadt und den Studenten organisiert wird. Drei Tage während des Pfingstwochenendes treten rund 2500 Amateurmusiker und -Chorsänger aus über 30 Ländern auf. Nahezu alle Musikrichtungen sind vertreten: klassische Musik, moderne Musik, Jazz, Pop-Musik, Blasmusik, Chore, Oper…
Ein musikalisches Kaleidoskop aus über 200 kostenlosen Konzerten, die auf 13 verschiedenen Bühnen vor der grandiosen Kulisse der Belforter Altstadt aufgeführt werden.
Eine kurze visuelle Nachlese vom FIMU 2019 auf Youtube
Weil die Konzerte kostenlos sind und die Musiker keine Tantiemen für ihren Auftritt erhalten, wohnen die Künstler in dieser Zeit überwiegend bei Gastfamilien in Belfort. Es herrscht eine Super-Stimmung – unbedingt erlebenswert.
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Die Löwen von Belfort
Spätestens jetzt müssen wir den größten Löwen von Belfort erwähnen, thront er doch über der Stadt und ist von vielen Stellen gut sichtbar. Der Löwe von Belfort ist Symbol des heldenhaften Widerstands der Stadt während der Angriffe im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Während des Krieges widerstanden die französischen Truppen 103 Tage lang einer Belagerung durch die Preußen. Erst auf Befehl der französischen Regierung wurden Stadt und Festung am 16. Februar 1871 dem Feind übergeben.

Der Löwe wurde von dem berühmten Bildhauer Frédéric Auguste Bartholdi – der auch die Freiheitsstatue entwarf – geschaffen. Das kolossale Werk aus Blöcken aus rosa Sandstein ist in die Befestigungsanlagen der Zitadelle integriert und heute einer der wichtigsten Identitätsträger der Stadt. Seit 1880 wacht er mit seinen 22 Metern Länge und 11 Metern Höhe über die Stadt. Bei Dunkelheit wird der Löwe beleuchtet, ein magischer Anblick.
Löwen spielen im Stadtbild von Belfort generell eine große Rolle. Es gibt sie sehr zahlreich, mindestens 150 an der Zahl. Wer mehr über die Löwen und ihre Bedeutung an den jeweiligen Bauwerken erfahren will, nimmt an einer speziellen Löwen-Stadtführung teil oder geht selbst auf Tour. Mit einer touristischen Karte „bewaffnet“ sucht man nach den Löwenfiguren und -abbildungen die von der immensen, historischen Löwenstatue von Bartholdi inspiriert wurden.
Belfort – die Fotos

Die mächtige Zitadelle
Die Zitadelle, die in Etappen vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, diente den Bewohnern Belforts als Zuflucht. In der mächtigen Zitadelle befindet sich ein Geschichtsmuseum, das eine Reise in das Alltagsleben der Region von vorgeschichtlichen Zeiten bis zur Zeit der Invasionen bietet. Das Museum zeigt historische, archäologische und ethnographische Sammlungen. Bartholdi soll in Belfort einen dauerhaften Platz erhalten und so widmete man ihm sechs Ausstellungsräume, die ein Fundus von Skulpturen, Zeichnungen, Stichen und alten Fotos zeigen.
Die Zitadelle ist nicht nur ein imposantes Bauwerk, von der Plattform auf der Zitadelle hat man zudem einen herrlichen Rundumblick über die Region.
Die bewegte Vergangenheit des Departments Territoire Belfort spiegelt sich auch in den zahlreichen Festungsanlagen in der Region wider. Geschichtsinteressierte Wanderer können mehr auf einem 75 Kilometer langer Wanderweg erfahren. Die „Randonnée des Forts“ führt nicht nur durch schöne Natur, sondern auch zu Festungsanlagen von Séré de Rivières.
Die wichtigsten touristischen Orte und Sehenswürdigkeiten in Bourgogne-Franche-Comté
Die französische Region Burgund-Franche-Comté lädt in einem Video auf Youtube zu einer Art touristischen Modenschau ein. Alle wichtigen touristischen Orte und Sehenswürdigkeiten werden auf originelle Weise vorgestellt.

Die Niederlage Frankreichs im Jahre 1870 führte zu weiteren Festigungsbauten. 1874 wurde unter der Leitung von Séré de Rivières ein riesiger Befestigungsring errichtet. Um die Burgundische Pforte zu schützen, wurden zwischen 1874 und 1911 insgesamt 19 Festungen und militärische Anlagen in Giromagny, Roppe, Bessoncourt, Bermont u.a. gebaut. Ihr geniales Konzept und ihr relativ geringer Abstand voneinander sollten den damaligen Feind Deutschland abschrecken.
Die Burgundische Pforte ist die einzige Ebene, die eine Verbindung der Täler des Rheins und der Donau mit dem Rhônetal herstellt. Dieser Durchgangsort zwischen Vogesen und Jura, ist übrigens auch ein Verbindungsort germanischer und romanischer Kulturen.
Mehr über Belfort auf der Webseite von Belfort Tourisme (auch in deutscher Sprache)
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Ausflüge in die Umgebung
Belfort eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region. Da wäre Ronchamp zu nennen, mit dem Hügel Notre Dame du Haut. Dort entwarf Le Corbusier eine sehr moderne Kirche, obwohl er eigentlich keine sakralen Bauwerke errichten wollte. Erfahrt mehr über den außergewöhnlichen Ort Notre-Dame du Haut.

Klein aber oho
Das „Territoire de Belfort“ ist das kleinste und jüngste französische Département. Auf 610 Quadratkilometer konzentrieren sich eine Großzahl landschaftlicher und kultureller Höhepunkte. Sein Wappentier ist der Löwe. Während des preußischen Angriffs 1870 konnte Belfort dem Feind standhalten und die französische Staatszugehörigkeit bewahren. Der von Auguste Bartholdi (der auch der Schöpfer der New Yorker Freiheitsstatue ist) in Stein gehauene König der Löwen wurde als Hommage an die Tapferkeit und den Widerstand einer kämpferischen Bevölkerung errichtet. Die 11 Meter hohe und 22 Meter breite Steinstatue ist auch heute noch die größte Steinskulptur Frankreichs. Ein Koloss, der imponiert und zusammen mit der Zitadelle 2020 zum „Beliebtesten Monument der Franzosen“ gewählt wurde.
Erfrischung am See
Nur zehn Autominuten von Belfort ist der See Malsaucy eines der attraktivsten Ausflugsziele im „Territoire de Belfort“. Hier findet jeden Sommer das berühmte Musikfestival Eurockéennes statt. Die Halbinsel mit ihrer unberührten Natur und großen ökologischen Vielfalt wartet auf 6000 Quadratmeter mit Stränden, Spielplätzen, Wassersportmöglichkeiten (Katamaran, Kanu, Kajak, Windsurfen, Segeln, Rudern, Tretboot, Schifffahrten usw.) sowie Rad- und Wanderwegen auf, darunter ein Naturlehrpfad mit Vogelobservatorien. Am Seeufer stellt ein Naturkundezentrum die lokale Tier- und Pflanzenwelt vor. In den ganzjährigen Ausstellungen und bei kostenlosen Veranstaltungen stehen Naturerziehung und Sensibilisierung für den Umweltschutz an erster Stelle.

Ausflüge in naturbelassene Höhenlagen
Das „Territoire de Belfort“ schmiegt sich zwischen zwei Massive, die Südvogesen und den Jura, und auch ihm selbst fehlt es nicht an Höhenlagen. Nördlich von Belfort ragt der Ballon d‘Alsace oder Elsässer Belchen mit seinen stolzen 1247 Metern in die Höhe und bietet einen Rundumblick auf die Alpen, den Schwarzwald, den Schweizer Jura und die Berner Alpen. Er ist der ideale Startpunkt für leichte oder mehrtägige Wanderungen im Herzen des Regionalen Naturparks Ballons des Vosges. Tannenwälder, Felsformationen, Talkessel, Wasserfälle, Seen und Flüsse sind unberührte Landschaften, in denen Luchse, Gämsen, Biber, Wanderfalken und Auerhähne harmonisch zusammenleben.
Ein Paradies für Wanderer…
Ein mehr als 1000 Kilometer langes Wanderwegenetz mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden schlängelt sich durch das “Territoire de Belfort“. Von den Ebenen des Sundgaus bis zu den zwei Gebirgsmassiven wimmelt es in dem Departement nur so vor Wegen und Naturschauplätzen, die herrliche Landschaften und malerische Dörfer miteinander verbinden. Kleine Rundstrecken, Naturlehrpfade, halb- oder ganztägige Wanderungen, nationale und internationale Fernwanderwege erwarten die Wanderer.
….und Radfahrer
Der europäische Radwanderweg Eurovelo 6 (Atlantik – Schwarzes Meer) durchquert das „Territoire de Belfort“ am Rhein-Rhône-Kanal und die Francovélosuisse von Belfort nach Porrentruy in der Schweiz ist eine 40 km lange grenzüberschreitende Radstrecke. Für kleinere Radausflüge ist die „Coulée Verte“ von Belfort nach Montbéliard über 25 km am Haute-Saône-Kanal entlang ideal. Über 7 km verbindet die Promenade François Mitterrand Belfort mit der Halbinsel Malsaucy. Und ganz sportliche Radler können von dort aus den Radweg Nord Territoire bis nach Giromagny am Fuß des Ballon d’Alsace nehmen (8 km) und von dort sogar auf den Ballon d’Alsace oder Elsässer Belchen, ein historischer Gebirgspass der durch die Tour de France bekannt ist, aufsteigen.
Luxeuil les Bains – mehr als nur Thermalbad
Schon die Römer schätzten die heißen Quellen und ihre Wirkungen. Das Bad zählt daher zu einem der ältesten Thermalbäder Frankreichs. Mit seiner einmaligen Architektur und den heilenden Quellen ist Luxeuil-les-Bains vielen in Europa bekannt.
Einige Meter unter der Erde liegen die Ruinen der alten Stadt “Luxovium”. Im 19. Jahrhundert erlebten die Thermalbäder ihre Hochzeit. Ganz Paris gab sich hier ein Stelldichein, einschließlich Napoleon III und Kaiserin Eugenie, die im Jahre 1856 dem Ort ihre Aufwartung machten. Insgesamt gibt es 18 Quellen. Die Thermalbäder sind seit 1998 im Besitz der Chaine Thermale du Soleil.
Chlor, Natrium, Natron, Fluor, Lithium, leicht alkalisch – das ist die Zusammensetzung des Thermalwassers von Luxeuil-les-Bains. Wenn das warme Nass aus der Erde kommt, liegt die Wassertemperatur zwischen 48 und 58 Grad. Für die Anwendungen beträgt es jedoch nur 34 Grad.

Das Thermalwasser wird zur therapeutischen Behandlungen von Venenerkrankungen, Rheuma und bei der Frauenheilkunde verwendet. Geöffnet ist die Therme von März bis November.
In Luxeuil-les-Bains gibt es natürlich mehr als „nur“ die Thermalquellen. Der Ort überzeugt auch durch eine historische Altstadt. Am besten lernt man die Sehenswürdigkeiten auf dem etwa zwei Kilometer langen „Pfad des Erbes“ kennen. 12 ausgewiesene Orte bzw. Bauwerke mit QR-Codes zum Scannen mit dem Smartphone, um die jeweiligen Audio-Erklärungen in deutscher Sprache! hören zu können.
Luxeuil les Bains – die Fotos

Drei Anregungen vom „Weg des Erbes“
Der irische Wandermönch und Missionar Columban (von Luxeuil) gründete Ende des 6. Jahrhunderts die spätere Abtei Luxeuil, die im 7. Jahrhundert ihre Blütezeit erlebte. Der Kreuzgang aus dem 15. Jahrhundert ist noch erhalten.
Die Rue Carnot oder Straße der 52 Balkone. Die feingearbeiteten Balkone sind Zeugnis des damaligen hohen Stands der Eisengießereien und Kunstfertigkeiten der Schmiede in der Region. Oder der Schöffenturm aus Vogesen-Sandstein, der sich 33 Meter über die Stadt erhebt und aus dem 15. Jahrhundert stammt. Der Turm fungierte ursprünglich als Rathaus. Das Gebäude ist reich verziert mit Skulpturen.
Besucher dürfen den Turm besteigen. Nach 146 Treppenstufen wird die Mühe mit einer phantastischen Aussicht auf über die Stadt, die Vogesen und den Jura belohnt.
Tipp: Das Fremdenverkehrsamt bietet Besichtigungen des Turmes mit einem Überraschungsaperitif auf der Aussichtsplattform an. Ein tolles Erlebnis!
360Grad-Video auf Youtube über die Aussicht auf dem Turm
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Champagney – ein kleiner Ort mit einem wichtigen Erbe
Die Sklaverei ist ein sehr langes und sehr dunkles Kapitel in der Menschheitsgeschichte. Belege bezeugen Sklaverei seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien. Erst im 17. Jahrhundert regten sich in Amerika nennenswert Stimmen, die eine Abschaffung der Sklaverei (Abolitionismus) forderten. In Europa nahm 1808 Großbritannien eine wichtige Rolle beim Kampf gegen die Sklaverei ein. Obwohl in Frankreich die Sklaverei am 4. Februar 1794 vom Nationalkonvent offiziell abgeschafft wurde, erfolgte deren Umsetzung nicht. Während der Restauration vertrat die französische Kolonialverwaltung zudem weitgehend die Interessen der Sklavenhalter. Erst im April 1848 während der Zweiten Republik fand die Sklaverei in Frankreich ihr Ende. Der Abolitionismus war in Frankreich nie eine Massenbewegung. Quelle: Wikipedia
Umso mehr erstaunt der Ort Champagney in der heutigen Region Bourgogne-Franche-Comté, der damals etwa 2000 Einwohner zählte. Innenpolitische Schwierigkeiten im den Jahren 1788/89 zwangen König Ludwig XVI zur Einberufung der Generalstände – der dritte Stand, Adel und Klerus -, die letzte derartige Zusammenkunft fand mehr als 150 Jahre davor im Jahr 1614 statt. Zur Vorbereitung der Generalstände-Versammlung, deren Beginn für Mai 1789 geplant war, sollten die Dörfer nach dem Wunsch des Königs Eingaben abfassen. Die Eingabe aus Champagney unterscheidet sich inhaltlich und in der Tonalität von vielen anderen nicht, aber der Absatz oder Artikel 29 hat es in sich. Um nichts weniger als die sofortige Abschaffung der „Negersklaverei“ wird gebeten.

Man ist sich sicher, dass dieser Punkt auf Jacques Antoine Priqueler zurückgeht, einem Offizier der königlichen Garde, der damals gerade in seinem Geburtsort Champagney auf Urlaub weilte. Er hat vermutlich aus Paris die Ideen der Abolition mitgebracht und verfasste als delegierter Wahlmann der Bauern das Beschwerdebuch (Cahier de Doléance). Er brachte die Einwohner von Champagney offenbar dazu, sich mit dem Schicksal der Sklaven auseinanderzusetzen. Das ist wirklich erstaunlich, denn die Gemeindemitglieder hatte noch nie einen farbigen Menschen gesehen, einzig die Darstellung des farbigen Königs Balthasar als Teammitglied der Heiligen Drei Könige auf einem Gemälde in ihrer Kirche.
René Simon holte 1971 aus den Archiven des Departments das „Cahier de Doléance“ von 1789 hervor und erkannte die Bedeutung des Artikels 29. Zur Ehrung der Bürger von Champagney beschloss Simon im Ort einen Ort des Gedenkens zu schaffen – das Haus der Négritude und der Menschenrechte (La Maison de la Négritude et des Droits de i’Homme). Mehr zum Thema Négritude bei Wikipedia
(Seite mit den Öffnungszeiten in deutscher Sprache)
Montbéliard – die württembergischen Wurzeln sind gut sichtbar
Die Herzöge von Württemberg, Heinrich Schickhardt und die Familie Peugeot sind nur einige bekannte Namen, welche Montbéliard – klingt doch besser als das damalige deutsche Mömpelgard – prägten. Der frühere deutsche Name beruht auf der 400-jährigen Zugehörigkeit von 1397 bis 1793 zum Haus Württemberg. Es gibt sogar nach Nachfahren der Württembergs in der Stadt.
Als Folge des Augsburger Religionsfriedens wurde in Monbéliard als einziger frankophoner Stadt die lutherische Lehre als Staatsreligion eingeführt. Seitdem blieb sie eine der protestantischen Bastionen in Frankreich, sehr zum Ärger der französischen Herrscher. Viele Bürger Montbéliards wanderten auf Werben des Königs nach Kanada aus. Er wollte damit die Stellung der Lutheraner schwächen. Die Nachfahren der ehemals ausgewanderten bilden heute eine stabile Besuchergruppe der schönen Stadt.
Das herzogliche Schloss ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Das Schlossmuseum beherbergt vier Sammlungen der Naturwissenschaften, der Archäologie, der Geschichte und der schönen Künste, auch mit wechselnden Ausstellungen.
Schlossmuseum der Herzöge von Württemberg – Musée du château des ducs de Wurtemberg,
Cours du château
25200 Montbéliard
Tel. 03 81 99 22 61, musees@montbeliard.com
Öffnungszeiten:
9:30 bis 12:30 Uhr und 13:30 bis 18 Uhr. Jeden Tag außer dienstags.
Führungen: Historischer Rundgang durch die Burg von 15 bis 16 Uhr
Webseites des Schlossmuseums (in französicher Sprache)
Montbéliard – die Fotos

Der bedeutende Baumeister Heinrich Schickhardt verband in der Architektur deutsche mit italienischen Einflüssen und prägte als Hofbaumeister und Stadtplaner des Herzogtum Württembergs die Renaissance in der Residenzstadt Mömpelgard. Auf einen eigens benannten Stadtrundweg „Heinrich Schickhardt“ lässt sich sein Wirken bewundern. Auch die evangelische Martins-Kirche in Montbéliard hat mit seinem Wirken zu tun. Sie wurde zwischen 1601 und 1607 gebaut und ist der älteste evangelische Kirchenbau in Frankreich. Die 37 Meter lange, 16 Meter breite und 11 Meter hohe Kirche ist das Werk zweier Männer: Prinz Friedrich I., Herzog von Württemberg sowie Graf von Montbéliard und Architekt Heinrich Schickhardt. Sie wird noch von der Gemeinde benutzt, aber auch als Veranstaltungsort und empfängt jedes Jahr über 10.000 Besucher.
Nun steht die Renovierung für rund zwei Millionen Euro an. Im Zuge der geplanten Renovierungen wurde in ausgewählten Bereichen mit Erfolg nach alten Wandgemälden gesucht. Die entdeckten Dekore aus dem Jahr 1607 werden bei der Renovierung berücksichtigt.
Wer noch mehr über das Wirken von Schickhardt, dem schwäbischen „Leonardo da Vinci“, erfahren will, kann die Europäische Kulturstraße Heinrich Schickhardt besuchen.
Peugeot-Museum – die Fotos

200 Jahre Industriegeschichte – das Peugeot-Museum
Löwen gibt es nicht nur Belfort, sondern auch in Montbéliard – im Musée de l’Aventure Peugeot, auf den Autos und anderen Erzeugnissen der Marke Peugeot. Auf 10.000 Quadratmeter Fläche erleben Sie 200 Jahre Industriegeschichte. Alles beginnt im Jahr 1810 mit einer zur Gießerei und Hammerschmiede umgebauten alten Getreidemühle. Die Gebrüder Peugeot produzierten zunächst Sägeblätter und Uhrwerksfedern, später folgten Nähmaschinen und Fahrräder. Dann schließlich Motorräder und Autos. 1891 begann die Serienproduktion von Automobilen. Damit ist Peugeot die älteste noch existierende Automarke. Heute ist Peugeot Bestandteil der PSA-Gruppe, die übrigens vor einiger Zeit den deutschen Automobilhersteller Opel gekauft hat.
Tipp: Sehr sehenswert, nicht nur für Technikbegeisterte. Sie erleben den Spirit von 200 Jahren innovativer Industriegeschichte.
Die Krönung: Eine Stadtrundfahrt im Oldtimer. 100 Euro kostet die zweistündige Oldtimer-Tour, wobei rund 30 Kilometer zurückgelegt werden. Der Preis gilt nicht pro Person, sondern pro Wagen. Sie werden vom Besitzer des Oldtimers kutschiert. Die Akteure sind Mitglieder des Autoklubs Vieux Volants Franc Comtois in Sochaux, dem Standort der größten Automobilfabrik von Peugeot, ganz in der Nähe von Montbéliard.
Buchungen beim Tourismusbüro Tel. 03 81 94 45 60.
Mehr Infos auf der Webseite von Pays de Montbéliard Tourisme (in französischer Sprache)
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Essen und Trinken in der Region Franche-Comté – die Fotos

Zu Weihnachten wird es sehr festlich
Die von der Stadt Montbéliard organisierten „Weihnachtslichter“ – Les Lumières de Noël – erleuchten jedes Jahr ab Ende November die ehemalige Residenzstadt der Herzöge von Württemberg. Einer der schönsten Weihnachtsmärkte Frankreichs und Europa wird jährlich von 500.000 Besuchern bewundert. Es gibt nicht nur viel zu kaufen, sondern auch reichlich festliche Unterhaltung.
Ingo Paszkowsky
Titelfoto: Ingo Paszkowsky
Transparenz-Mitteilung
Die Recherchereise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien, PR-Agenturen und bzw. oder Tourismus-Behörden.
Unsere Berichterstattung ist davon unabhängig. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf Inhalt, Ausrichtung oder Tonalität unserer Artikel.
Anreise – alle Wege führen nach Belfort
Mit dem Auto:
Autobahn A36 auf der Achse Stuttgart-Lyon
Mit dem Zug:
TGV-Bahnhof Belfort-Montbéliard oder SNCF-Bahnhof Belfort
Fahrzeit ab Basel 45 Min.,
ab Straßburg 1:15 Std.,
ab Zürich oder Bern 1:45 Std.,
ab Lyon 2:10 Std.,
ab Paris 2:20 Std.,
ab Stuttgart 3:30 Std.,
ab Marseille 4 Std.)
Mit dem Flugzeug:
Internationaler Flughafen Basel- Mulhouse-Freiburg (Euroairport), 45 Min entfernt.
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Mit dem Rad:
Fernradweg Eurovelo6 und Radweg Francovélosuisse ),
Schweizer Radwegenetz “Schweizmobil” (Strecke 64).
Zu Fuß:
Europäische Fernwanderwege E2 und E5, französische Fernwanderwege GR5, GR 7 und GR 59, Jakobsweg.
Mit dem Schiff:
Rhein-Rhône-Kanal, Schiffsanlegestelle Montreux-Château.
Vor Ort:
mit Bus, Fahrrad oder Car-Sharing mit Optymo-Nahverkehrsnetz, mit dem Taxi, Rad oder Mietwagen.
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