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Place de la Liberation in Dijon / Foto: Weltreisender.net / Ingo Paszkowsky

Frankreich: Dijon – Feinschmecker-Metropole mit viel Kultur

15 Minuten Lesezeit

Dijon, die Hauptstadt von Burgund, ist ein zauberhaftes, historisches Kleinod. Verantwortliche Politiker habe etwas gewagt und Dijon, ihre Bewohner und Gäste, haben gewonnen. Dijons Innenstadt ist komplett verkehrsberuhigt. Vorbehalte und Kritiken gegen die Verbannung des Verkehrs aus der City waren anfangs enorm. Heute wird es als gelungenes Konzept gefeiert und die Zustimmung ist sehr hoch. Dijon ist Feinschmecker-Metropole mit viel Kultur.

Die Top-Sehenswürdigkeiten

Wegen der Beliebtheit der Eule sich die Touristeninformation dazu entschieden, den Nachtvogel als Symbol des Fußgängerrundwegs durch die Altstadt zu verwenden / Foto: Weltreisender.net / Ingo Paszkowsky
Wegen der Beliebtheit der Eule sich die Touristeninformation dazu entschieden, den Nachtvogel als Symbol des Fußgängerrundwegs durch die Altstadt zu verwenden / Foto: Weltreisender.net / Ingo Paszkowsky

Folge der Eule

Jeder Einwohner Dijons kennt die Eule an der Kirche Notre-Dame! Wenn Du sie mit der linken Hand streichelst, dann erfüllt sie Deinen Wunsch! (Nicht zu empfehlen während der Corona-Pandemie oder nur bei Verwendung von Desinfektionsmitteln).

Die Eule ist das Lieblingstier in der Stadt Dijon. Die Statue auf einem Pfeiler der Kapelle der Kirche Notre-Dame stammt aus dem Ende des 15. Jahrhunderts.

Notre-Dame de Dijon: Zwei Geschosse von Arkadenreihen mit drei Reihen von Wasserspeiern mit ausschließlich dekorativer Funktion / Foto: Weltreisender.net / Ingo Paszkowsky

Die älteste Kirche von Dijon wurde innerhalb von 20 Jahren, von 1230 bis 1250, errichtet. Über ihrer Fassade aus feinen Blendarkaden, die von drei Reihen mit (funktionslosen) Wasserspeiern bewacht wird, wacht der Jacquemart über die Zeit.

Uhrwerk und Gehäuse, die von Philipp dem Kühnen 1382 aus Courtrai in Belgien als Siegestrophäe mitbrachte, zeigen den Einwohner von Dijon seitdem die Zeit an. Im Laufe der Jahrhunderte wurden dieser Figur eine Reihe weiterer mit kleineren Glocken beigesellt.

Wegen der Beliebtheit der Eule sich die Touristeninformation dazu entschieden, den Nachtvogel als Symbol des Fußgängerrundwegs durch die Altstadt zu verwenden. Eine Markierung im Boden, die eine auf dreieckigen Platten eingravierte Eule darstellt, führt die Besucher zu den Top Sehenswürdigkeiten der Stadt Dijon. Der Rundgang Parcours de la Chouette führt Dich zu 22 Sehenswürdigkeiten im denkmalgeschützten Teil Dijons.

Der Palast der Herzöge und Stände von Burgund / Foto: WeltReisender.net Ingo Paszkowsky
Der Palast der Herzöge und Stände von Burgund / Foto: WeltReisender.net Ingo Paszkowsky

Der Palast der Herzöge und Stände von Burgund

Ursprünglich war der Gebäudekomplex eine Festung. Sie sicherte einen Teil der Verteidigung des galloromanischen Castrums. 1366 begann Philippe der Kühne, der erste Herzog aus dem Hause Valois, mit seiner Neuerrichtung. Der Gardesaal ist Philipp dem Guten zu verdanken, genau wie der Terrassenturm, der heute seinen Namen trägt. Im 17. Jahrhundert gestaltete Jules Hardouin-Mansart, der Architekt des Schlosses von Versailles, den Palast so, wie wir ihn heute kennen.

Heute beherbergt der Palast das Fremdenverkehrsamt, das Rathaus von Dijon und das Musée des Beaux-Arts.

Seit seiner Eröffnung im Jahre 1799 befindet sich das Kunstmuseum der Stadt Dijon im Herzen des Palastes der Herzöge von Burgund. Es gehört zu den ältesten Museen mit einer umfangreichen Sammlung in Frankreich. Seit seiner Wiedereröffnung im Mai 2019 sind in den 50 komplett neu gestalteten Sälen über 1500 Kunstwerke von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst zu sehen. Ein außergewöhnlicher Ort der Kultur.

Das Fremdenverkehrsamt bietet Führungen durch den Palast an.

Der Palast der Herzöge von Burgund beherbergt seit dem Mittelalter den Turm Philippe Le Bon, der zwischen 1450 und 1460 vom Architekt Jean Poncelet erbaut wurde / Foto: Weltreisender.net / Ingo Paszkowsky

Der Turm Philippe le Bon

Der Palast der Herzöge von Burgund beherbergt seit dem Mittelalter den Turm Philippe Le Bon, der zwischen 1450 und 1460 vom Architekt Jean Poncelet erbaut wurde. Mit seinen 46 Metern überragt er die Stadt. Er wurde zwischen 1450 und 1460 erbaut und symbolisiert die ganze Pracht und Macht der Herzöge von Burgund. Am Ende seiner 316 Stufen erwartet den Besucher ein herrlicher Panoramablick auf die Stadt Dijon und ihre Umgebung.

Sofern es die Pandemie-Situation zulässt, kann man auf dem Turm auch einen Aperitif genießen, bei ausgezeichneter 360-Grad-Sicht.

Philippe der Gute (Philippe III.) (geboren 31. Juli 1396 in Dijon und verstorben 15. Juni 1467 in Brügge), war vom 10. September 1419 bis zu seinem Tod Herzog von Burgund.

Der Mosesbrunnen

Von der Chartreuse de Champmol, die im 14. Jh. von Philipp II. dem Kühnen gegründet wurde, ist nur noch der Mosesbrunnen übrig. Philipp wollte hier seine Grabstätte einrichten. Doch nur der Grundstock des Martyriums, der das Zentrum eines großen Klosters ausmachte, überlebte den Zorn der Französischen Revolution. Dieser hexagonale Sockel ist sieben Meter hoch und wurde symbolisch auf einer Quelle platziert. Er ist ein wahres Kunstwerk!

Die Skulptur von Claus Sluter ist ein Meisterwerk an Präzision und an Realismus. Sie stellt sechs freistehende Statuen der Propheten des Alten Testaments dar. Der flämische Meister wird ebenfalls den im Musée des Beaux-Arts ausgestellten großen Kenotaph von Philippe II. dem Kühnen anfertigen.

Die Stadtpaläste

In der historischen Altstadt von Dijon verbergen sich zahlreiche Stadtpaläste („Hôtels particuliers“), die zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert erbaut wurden.

Die außergewöhnliche Architektur, zwischen Hof und Garten, des denkmalgeschützten Viertels sowie die Geschichten der Familien der „Noblesse de Robe“ kannst Du in einer geführten Tour erleben.

Ganz besondere Weinverkostungen in Dijon

Ein Theater, ein geheimer Garten, ein Stadtpalast, … Das Kulturerbe von Dijon birgt unzählige verborgene Schätze!

Jeden Donnerstagabend (während der Saison von April bis September) verwandelt das Fremdenverkehrsamt einen geschichtsträchtigen Ort in Dijon für einen Abend in einen Weinkeller. Eine Verkostung der besonderen Art mit Weinen aus dem Burgund!

Tour mit Audioguide

Die Tourismus-information verleiht Audioguides plus Stadtplan auch in deutscher Sprache mit dem Du die Top-Sehenswürdigkeiten von Dijon erkunden kannst.

(Dauer ca. 2 Stunden, Preise 6€).


Suche nach garantiert nachhaltigen Unterkünften garantiert

Das Unternehmen VAOVERT aus Dijon ist die erste französische Plattform umweltbewusster Unterkünfte, die umweltfreundlich gesinnte Touristen bei ihrer Buchung unterstützt. Ihr wurde im Oktober 2020 von der französischen Tourismusorganisation Atout France der nationale Preis „Tourisme et Innovation“ verliehen.

Die Plattform bietet Ferienunterkünfte, Gästezimmer, außergewöhnliche Unterkünfte, Hotels…

VAOVERT vereinigt Anbieter von Unterkünften, die sich für den Schutz des Planeten einsetzen.

www.vaovert.fr (in französischer Sprache)


Cité de la Gastronomie feiert die Gastronomie Frankreichs

Ein ganzes Stadtviertel der Gastronomie („Cité de la Gastronomie“) mit über 70.000 Quadratmetern wird voraussichtlich im April 2022 in der französischen Stadt Dijon im Burgund eröffnet. Es feiert die Gastronomie der Franzosen und das „Leben wie Gott in Frankreich“. Eine Millionen Besucher werden jährlich erwartet. Burgund will auch damit seine Spitzenrolle für Feinschmecker behaupten.

2010 wurde das gastronomische Essen der Franzosen in die Liste des immateriellen Welterbes aufgenommen. Die UNESCO erkannte den außergewöhnlichen Wert einer tausendjährigen Tradition an: das Essen, die Rezepte, die Kunst, die richtigen Produkte auszuwählen und zu verarbeiten, sie mit dem idealen Wein zu begleiten, die Geselligkeit, die das Essen „à la française“ auszeichnet, die Rituale und Lebensart.

Feinschmeckerdorf "Stadt der Gastronomie" / © EPICURE
Feinschmeckerdorf „Stadt der Gastronomie“ / © EPICURE

Im Juni 2013 wählte Frankreich vier Städte, darunter Dijon, aus, um das Netzwerk der Gastronomie zu gründen. Jede Stadt musste ein bestimmtes Thema behandeln.

Die Hauptstadt Burgunds ist eine treibende Kraft für die Verbesserung und Förderung von Reben und Wein. Zudem sind die „Climats de Bourgogne“, die Weinparzellen Burgunds 2015 in die Liste der UNESCO aufgenommen worden.

Das ehrgeizige Projekt mit kultureller, touristischer und wirtschaftlicher Dimension wird auf  eine Gesamtsumme von  250 Millionen Euro von privaten Investoren geschätzt.

Die Internationale Stadt der Gastronomie und des Weines wird sich über 6,5 Hektar, auf dem Gelände des ehemaligen Allgemeinen Krankenhauses, vor den Toren der Altstadt von Dijon erstrecken und am Startpunkt der berühmten „Route des Grands Crus“ liegen.

Gesamtansicht der „Cité de la Gastronomie“ / © EPICURE
Gesamtansicht der „Cité de la Gastronomie“ / © EPICURE

Der Gebäudekomplex, wird aus sanierten historischen Gebäuden aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert und konsequent zeitgenössischen Bauten bestehen.

Neben großen Ausstellungen, einem erlebnisreichen Kochworkshop, immersiven Verkostungsplätzen, Lebensmittelgeschäften im gastronomischen Dorf wird es auch drei Restaurants, einen außergewöhnlichen Weinkeller und einen Schulungsraum geben.

Die Internationale Stadt der Gastronomie und des Weins wird ein Viertel in Dijon bilden, in dem sich französische Einwohner und internationale Touristen treffen. Pro Jahr werden eine Million Menschen erwartet, um die Ausstellungen zu besuchen, an Kongressen, Konferenzen, Workshops teilzunehmen, die Geschäfte, Cafés und Restaurants zu genießen, Vorführungen zu besuchen.

https://www.metropole-dijon.fr/Grands-projets/La-Cite-internationale-de-la-gastronomie-et-du-vin2

(Der Link zeigt auch ein 3-D-Video der zukünftigen „Cité de la Gastronomie“)

Feinschmecker-Produkte aus Burgund

Zu den herausragenden Feinschmeckerprodukten des Burgund gehören auch der Senf, die Trüffel und der Ziegenkäse. Burgund und Senf, das ist eine lange und schöne Liebesgeschichte. Heute macht sich der Verband „Moutarde de Bourgogne“ für ein vom Dijon-Senf verschiedenes Produkt stark, denn dieser wird nicht nur in Burgund hergestellt. Dieser „Senf aus Burgund“ (Moutarde de Bourgogne), der aus in Burgund geernteten und gelagerten Senfkörnern und burgundischem AOC-Aligoté oder -Chardonnay (mindestens 25 Prozent) hergestellt wird, bekennt sich zu seiner Heimat. Dies bestätigt das IGP-Siegel, das dieser Senf als einziger in Frankreich führen darf.

Objekt der kulinarischen Begierde: Trüffel / Foto: Alain DOIRE / BFC Tourisme
Objekt der kulinarischen Begierde: Trüffel / Foto: Alain DOIRE / BFC Tourisme

Auf cremigem Rührei, in feinen Scheiben auf zart getoastetem Brot oder zu Geflügel, Nudeln, Kartoffeln oder einem Risotto entfaltet burgundischer Trüffel (tuber uncinatum) herausragende kräftige und feine Aromen, die wunderbar miteinander harmonieren. Kenner wissen, dass die Aromen nur dann am besten erhalten bleiben, wenn der Trüffel entweder roh oder einem Gericht beigemischt vorsichtig erwärmt verwendet wird. Die kostbare „schwarze Perle“ ist eine Herbstfrucht und muss im reifen Zustand zwischen Mitte September und Ende Januar geerntet werden, um den intensiven Wohlgeruch entfalten zu können.

Im äußersten Süden Burgunds ermöglichten die zwischen den Weinhängen eingestreuten Magerwiesen den Winzern eine bescheidene Ziegenzucht. Die Ziegen lieferten Milch für die Herstellung von Käse für den Eigenbedarf und gleichzeitig Dung für die Rebstöcke. Der Ziegenkäse wurde nicht gewendet, was dem Mâconnais AOP sein charakteristisches kegelförmiges Aussehen verlieh. Verzehrt wird der Käse traditionell als kleiner Imbiss, als kleine Nachmittagsmahlzeit, zum Aperitif oder als Teil einer Käseplatte. Serviert wird dazu natürlich ein Wein aus dem Mâconnais.

Weitere Informationen über Dijon

Titelfoto / Place de la Liberation in Dijon / Foto: Weltreisender.net / Ingo Paszkowsky

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