Australien: Reiseland Queensland im Überblick – alle Fakten

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Queensland bezeichnet sich selbst als Sonnenschein-Staat. Sunshine State ist übrigens auch auf jedem Autokennzeichen dieses australischen Bundesstaats vermerkt. In der Tat ist die sonnige Ostküste Australiens mit dem Barrier Reef der Touristenmagnet in Australien. Aber es herrscht nicht nur Sonnenschein in Queensland. Starke Regenfälle mit immer wiederkehrenden Überschwemmungen sind nicht gerade selten. Der trockenste Bundesstaat in Australien ist übrigens Südaustralien oder South Australia.

Tauchen am Barrier Reef. So sieht es aus, wenn Fotos ohne zusätzliches Licht geschossen werden. Foto: Ingo Paszkowsky
Tauchen am Barrier Reef. So sieht es aus, wenn Fotos ohne zusätzliches Licht geschossen werden. Foto: Ingo Paszkowsky

Einreise / Visum

Zur Einreise in Australien wird ein Visum benötigt. Das „eVisitor“ wird einfach im Internet beantragt und im Normalfall innerhalb von 24 Stunden per E-Mail bestätigt.

http://www.immi.gov.au/Services/Pages/evisitor-online-applications.aspx

Anreise

Internationale Flughäfen befinden sich in Brisbane (BNE) und Cairns (CNS). Sie werden von allen großen Fluggesellschaften angeflogen. Vom Brisbane International Airport erreicht man die City mit dem Airtrain innerhalb von 20 Minuten. Der Cairns International Airport liegt 4 km nördlich der Stadt. Oft kommt man jedoch auch in Sydney oder Darwin aus Asien an und fliegt dann weiter.

Klima – beste Reisezeit

Queensland ist von zwei Klimazonen geprägt. Im Norden herrscht tropisches, im Süden subtropisches Klima. Die Jahreszeiten sind denen Europas entgegen gesetzt. Dennoch gelten die australischen Wintermonate als ideale Urlaubszeit, weil die Temperaturen angenehmer sind und die Regenzeit vorbei ist. Beste Reisezeit: April – November.

Barrier Reef. Foto mit einer Wegwerf-Kamera zur einmaligen Benutzung, ohne zusätzliches Licht. Dennoch täuscht das Foto - das Tauchen ist eingrandioses Erlebnis. Foto: Ingo Paszkowsky
Barrier Reef. Foto mit einer Wegwerf-Kamera zur einmaligen Benutzung, ohne zusätzliches Licht. Dennoch täuscht das Foto – das Tauchen ist ein grandioses Erlebnis. Foto: Ingo Paszkowsky

Zeit

In Queensland ist es im europäischen Sommer acht Stunden später als in Mitteleuropa, im Winter sind es neun Stunden Zeitdifferenz. Diese Zeitdifferenz sollte man seinen Verwandten, Freunden und Kollegen in Deutschland klar machen, sonst rufen sie einen ungeniert Mitten in der Nacht auf dem Handy an.

Infrastruktur / Selbstfahrer

Queenslands Vielfalt lässt sich am besten mit dem Mietwagen oder Wohnmobil erkunden, das ist auch die von Besuchern aus Deutschland bevorzugte Reisevariante. In den letzten Jahren sind die Hotelpreise in Australien ziemlich stark gestiegen. Deswegn ist ein Wohnmobil, jedenfalls meines Erachtens, die bessere Wahl.

Egal, ob entlang der Küste, zu Traumstränden, durch Regenwald oder quer durchs Outback – das Streckennetz ist vielerorts sehr gut ausgebaut. Zu den beliebtesten Strecken gehören die „Pacific Coast Touring Route“ von Brisbane bis Cairns, der „Great Sunshine Way“ im Süden zwischen der Gold- und Sunshine Coast sowie Fraser Island, der „Great Tropical Drive“ zwischen Cairns, Townsville und Cooktwon sowie „Reef to Outback“ in Central Queensland.

Der Chef ruht aus. Dösendes Riesenkänguru in der Nähe von Cairns. Foto: Ingo Paszkowsky
Der Chef ruht aus. Dösendes Riesenkänguru in der Nähe von Cairns. Foto: Ingo Paszkowsky

Währung

Die Währung Queenslands ist der Australische Dollar (AUD). Am einfachsten ist es, am Geldautomaten mit der EC-Karte (mit Geheimzahl) Bargeld abzuheben. Fast überall kann man aber auch ohne Probleme bargeldlos mit der Kreditkarte bezahlen. Bei meinem Besuch in Australien – ist allerdings schon einige Jährchen her – wurde Kreditkartenzahlung an der Tankstelle meist nicht akzeptiert.

Regionen Queenslands

Gold Coast + Hinterland

Die Gold Coast südlich von Brisbane ist bekannt für ihre schönen Strände und die zahlreichen Sportmöglichkeiten. Von Surfen über Kiten bis hin zum Wasserskifahren ist alles möglich. Glitzer, Glanz und Glamour sowie Freizeitparks und über 60 Top-Golfplätze gehören zu den weiteren Attraktionen. Zu den beliebtesten Orten zählen Surfers Paradise und Broadbeach, etwas ruhiger geht es rund um Coolangatta zu. Australiens größtes Naturschutzgebiet mit subtropischem Regenwald, der Lamington National Park, liegt im grünen Hinterland und nur eine Autostunde von der Küste entfernt.  www.VisitGoldCoast.com

Brisbane

Brisbane ist mit rund zwei Millionen Einwohnern die Hauptstadt und damit das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Queenslands. Die lebensfrohen Bewohner sollen ihre florierende City „Brissie“ nennen. Dreh- und Angelpunkt sind die Southbank Parklands am Brisbane River, gesäumt von preisgekrönten Restaurants und Cafés im Freien. Gute Einkaufsmöglichkeiten bieten sich in der komplett neu gestalteten Queen Street Mall. Brisbane ist optimaler Ausgangspunkt, um die Vielfalt von Südqueensland zu erkunden und gilt dank des internationalen Flughafens als das Tor zu Queensland. www.VisitBrisbane.com.au

Sumpflandschaft in der Nähe von Cairns. Foto: Ingo Paszkowsky
Sumpflandschaft in der Nähe von Cairns. Foto: Ingo Paszkowsky

Sunshine Coast

Die Sunshine Coast, eine Autostunde nördlich von Brisbane, erstreckt sich zwischen Caloundra und Rainbow Beach. Die unberührten Strände, Seen, Flüsse, Berge und Regenwälder des 150 km langen Küstenabschnittes sowie die dramatische Kulisse der Glasshouse Mountains ziehen Einheimische und ausländische Touristen magisch an. Zu dem beliebtesten Ziel für Urlaubs- und Erholungssuchende gehört Noosa. www.VisitSunshineCoast.com.au; www.VisitNoosa.com.au


Weitere Informationen über Australien


Fraser Island

Mit 123 km Länge und 14 km Breite ist Fraser Island die größte Sandinsel der Welt und zählt zum Unesco-Weltnaturerbe. Die Aborigines nennen die Insel „K’gari“ („Paradies“). Geprägt wird die gesamte Insel durch Süßwasserseen, Regenwald, Sanddünen und eine einzigartige Tiervielfalt (darunter der bekannte Dingo). Alles was hier wächst, geschieht auf Sand! Erreichbar ist die Insel mit der Fähre von Hervey Bay aus.  www.FraserCoastHolidays.info

Great Barrier Reef / Inseln

Das Great Barrier Reef mit seinen über 600 Inseln erstreckt sich rund 2.300 km von Cape York im Norden bis nach Lady Elliot Island im Süden. Es ist das größte Korallenriff der Welt und ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Die Auswahl an Insel-Resorts ist vielfältig. In letzter Zeit klagen Umweltschützer über die zunehmende Verschmutzung einhergehend mit einem Korallensterben des einzigartigen Reefs.

Whitsunday Islands

Die meisten der 74 Inseln der Whitsundays sind unbewohnt. Ausgangspunkt für Segeltörns ist das Hafenstädtchen Airlie Beach. Ein Highlight der Whitsundays ist neben den einzigartigen Resorts (Hayman, Hamilton und Daydream Island) vor allem Whitehaven Beach auf Whitsunday Island. Dort ist der Sand so fein, dass er angeblich unter den Füssen quietschten soll. www.TourismWhitsundays.com.au

Im Hinterland kann man auch gut baden. Foto: Ingo Paszkowsky
Im Hinterland kann man auch gut baden. Foto: Ingo Paszkowsky

Townsville / Magnetic Island

Townsville gilt als Tor zum nördlichen Outback von Queensland (Richtung Mount Isa). Darüber hinaus bietet die tropische Stadt ihren Besuchern eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen das historische Schiffswrack der HMS Pandora und das sehenswerte und weltgrößte Korallen-Aquarium Reef HQ. Zu ihren besonderen Qualitäten zählt darüber hinaus, dass sie mit rund 300 Sonnentagen im Jahr gesegnet ist. Beste Voraussetzung, um Strand und Meer in vollen Zügen zu genießen. Zum Beispiel auf der vorgelagerten Insel Magnetic Island mit ihren einladenden Buchten und Stränden sowie schicken Hotels. www.TownsvilleHolidays.info

Begrüßung am Strand von Yorkers Knob. Bitte beachten, sonst droht Lebensgefahr. Foto: Ingo Paszkowsky
Begrüßung am Strand von Yorkers Knob. Bitte beachten, sonst droht Lebensgefahr. Foto: Ingo Paszkowsky

Mission Beach

Der bei Touristen beliebte Ort zwischen Townsville und Cairns bietet Strandidylle pur. In Mission Beach gibt es einen acht Kilometer langen weißen Sandstrand. Viele Hotels und Tourenanbieter sind hier ansässig. Von hier aus können Urlauber unter anderem den verwunschenen Paronella Park besuchen. www.MissionBeachTourism.com

Vorsicht Quallen - Warnschild in Queensland. Foto: Ingo Paszkowsky
Vorsicht Quallen – Warnschild in Queensland. Foto: Ingo Paszkowsky

Cairns

Cairns im tropischen Norden von Queensland ist das Tor zu einzigartigen Stätten des Weltnaturerbes: dem Great Barrier Reef, den Regenwaldgebieten Cape Tribulation und dem Daintree Nationalpark im Norden sowie dem Wooroonooran Nationalpark im Süden. Viele Tagesausflüge starten in Cairns; darunter Segeltörns zu den vorgelagerten Inseln und dem Riff, Regenwald- und Aborigines-Touren, Heißluftballonfahrten und Wildwasser-Rafting-Trips. Lohnenswert ist auch ein Ausflug mit der Kuranda Scenic Railway ins Hinterland (und mit der Skyrail Gondel zurück). www.Cairns-GreatBarrierReef.org.au

Palm Cove / Port Douglas

Nördlich von Cairns liegen die Küstenstädtchen Palm Cove und Port Douglas mit ihren traumhaften, palmengesäumten Sandstränden. Palm Cove gilt als „Spa Capital” Australiens und entsprechend sorgen diverse Spa- und Wellness-Anwendungen für Entspannung pur. Port Douglas bietet ein noch größeres Angebot an Hotels und Geschäften. Von hier aus starten täglich mehrere Tauch- und Schnorchel-Anbieter ihre Tagesausflüge ans Great Barrier Reef.

Sonnenbad in einer Krokodilfarm. Foto: Ingo Paszkowsky
Sonnenbad in einer Krokodilfarm. Foto: Ingo Paszkowsky

Wet Tropics Regenwälder

Im Norden Queenslands erstreckt sich eines der größten Regenwaldgebiete der Erde: die Wet Tropics of Queensland. Hier gibt es Bäume, die mehr als 3.000 Jahre alt sind. Seltene Pflanzen und Tiere, wie das Baum-Känguru, sind hier zu Hause. 1988 erklärte die UNESCO die Wet Tropics zum Weltnaturerbe. Eine hervorragende Möglichkeit, die tropischen Regenwälder zu erkunden, ist der „Great Tropical Drive“, eine große Selbstfahrer-Rundtour durch Queenslands tropischen Norden.

Cape York und Cape Tribulation

Ganz im Norden zählt die Halbinsel Cape York zu den größten Regenwaldgebieten, die noch gänzlich unberührt sind. Die atemberaubende Landschaft lässt sich am besten auf einer geführten Tour oder auch auf eigene Faust im Geländewagen erkunden. Urlauber, die nur bis Cape Tribulation und den zum Weltnaturerbe der UNESCO gehörenden Daintree Nationalpark fahren, benötigen keinen 4WD, erleben aber dennoch Regenwald hautnah. Auch das entlegene Cooktown, der Ausgangspunkt für Touren durch Cape York, ist mit seinen historischen Gebäuden und dem James Cook Historical Museum einen Rundgang wert.

Atherthon Tablelands

Direkt im Hinterland von Cairns wird es bergig. Besucher können die Atherton Tablelands (auch Cairns Highlands genannt) auf unterschiedliche Weise erreichen. Die Verbindung per Zug von Cairns nach Kuranda (gleiche Strecke ist auch als Gondelfahrt über Regenwald möglich) eignet sich besonders für Tagestouristen. Da die Atherton Tablelands in Flora, Fauna, Landschaft und Kultur sehr abwechslungsreich sind, ergeben sich hier viele Freizeitmöglichkeiten. Besonders beliebt sind Wanderungen und Ausflüge zu mehreren Wasserfällen (Tipp: die Millaa Millaa Falls).

Outback

Das sonnenverwöhnte Outback von Queensland reicht von der südlichen Grenze Queenslands bis Cape York, dem nördlichsten Zipfel des australischen Kontinents und zählt über 20 Nationalparks. Felszeichnungen und Artefakte der Ureinwohner, uralte Fossilien und zeremonielle Stätten zeugen von der langen Geschichte. Besonders der nördliche Teil ist für seine Fossilienfunde bekannt (in der Gegend um die ehemalige Goldgräberstadt Charters Towers, in der Nähe von Townsville).

Tiefstes Outback. Grenze zwischen Northern Territory und Queensland. Bis Cairns oder Brisbane ist es vor hier aus noch ein gewaltiges Ende. Foto: Ingo Paszkowsky
Tiefstes Outback. Grenze zwischen Northern Territory und Queensland. Bis Cairns oder Brisbane ist es vor hier aus noch ein gewaltiges Ende. Foto: Ingo Paszkowsky

Im Lava-Land

Im Undara Volcanic Nationalpark, etwa 290 Kilometer südwestlich von Cairns, befindet sich das größte Lava-Röhren-System der Welt. Die Lava-Tunnel von mehr als 100 Kilometern Länge durchziehen eine ausgedehnte Savannenlandschaft, aus der wie riesige Maulwurfshügel 160 erloschene Vulkane ragen. Das Lava-Tunnel-System entstand vor etwa 190.000 Jahren bei der Eruption des Undara Vulkans, dessen Kegel weithin in der flachen Gras-Steppe sichtbar ist. Die ausgestoßenen Lavamassen suchten sich ihren Weg in ausgetrockneten Flussbetten und Senken. An der Oberfläche erkaltete der glühend heiße Lava-Strom und bildete eine Basalt-Kruste. Im Inneren floss die Lava weiter und als der Lava-Strom schließlich versiegte, blieb ein Tunnelsystem zurück, das als eines der geologischen Wunder Australiens gilt. Zugänglich sind die Lava-Röhren an den Stellen, wo die Kruste eingebrochen ist. Geschützt vor der Trockenheit und Hitze sind in den Senken kleine tropische Regenwälder gewachsen. Besucher erreichen den Nationalpark über die Undara Lava Lodge. Auf dem Gelände stehen zur Übernachtung stilvoll umgebaute Eisenbahnwagons zur Verfügung. Außerdem gibt es einen Campingplatz, ein Restaurant, eine Tankstelle und einen kleinen Supermarkt. www.undara.com.au

Nationalparks / UNESCO-Weltnaturerbe

Die besonderen Naturwunder von Queensland werden in 215 Nationalparks und weiteren 235 „Protected Areas” geschützt.

www.nprsr.qld.gov.au

www.ehp.qld.gov.au

In Queensland befinden sich fünf der elf Gebiete Australiens, die von der Unesco auf die Liste der Weltnaturerbe (http://www.queenslandholidays.com.au/index.cfm) gesetzt wurden. Die Wälder im Lamington National Park – zwischen den Bergen der Gold Coast gelegen – gehören zu den letzten subtropischen Regenwäldern der Welt. Sie beherbergen eine Vielzahl von seltenen und bedrohten Pflanzen- und Tierarten. 45 Minuten Luftlinie von Brisbane entfernt, erstreckt sich mit 123 Kilometer Länge Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt. Bekannt für unendlich lange, weiße Strände und Dünen, Mangrovensümpfe, ursprüngliche Frischwasserseen und subtropischen Regenwald, beherbergt das Eiland außerdem 230 Vogel- und 25 Säugetierarten. Nördlich von Fraser Island liegt das flächenmäßig größte Weltnaturerbe, das Great Barrier Reef, welches sich auf einer Länge von 2.000 Kilometer erstreckt. Die Wet Tropics liegen zwischen Townsville und Cooktown und faszinieren durch reißende Flüsse, tiefe Schluchten, Regenwälder und imposante Wasserfälle. Sie bieten Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Tierisches Queensland

Queensland bietet zahlreiche tierische Vergnügen. Zu den Top-Tipps gehören:

  • Buckelwale: Am besten von Juli bis November in Hervey Bay und entlang der Küste
  • Zwergwale: Von Juli bis Anfang September in Port Douglas
  • Delphine: Ganzjährig entlang der Küste
  • Dingos: Ganzjährig auf Fraser Island
  • Kängurus: Überall, am besten bei Sonnenauf- und -untergang
  • Koalas: Ganzjährig in Noosa National Park und auf Magnetic Island sowie in vielen Wildlife Parks
  • Schildkröten: Von November bis April in der Region rund um Bundaberg und Gladstone
  • Schnabeltiere: Ganzjährig im Mackay`s Eungella National Park

Quelle: Tourism Queensland, Global Spot, eigene Recherche

Titelfoto / Mit solchen Booten geht es zur Tauchtour ins Barrier Reef. / Foto: Ingo Paszkowsky

Krokodil zum Streicheln. Allerdings ist das Maul mit durchsichtigem Klebeband zugeklebt. Foto: ingo Paszkowsky

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