Malta – Inseln der Ritter und des Feuerwerks – ein Erlebnisbericht

Malta ist ein kleiner Inselstaat im Mittelmeer. Genaugenommen handelt es sich nicht um eine Insel, sondern einen Archipel. Die Inselgruppe umfasst die drei bewohnten Inseln Malta* , Gozo und Comino sowie die unbewohnten Kleinstinseln Cominotto, Filfla, St. Paul’s Islands und Fungus Rock. Die Hauptstadt der Inselrepublik ist Valletta. Die Stadt, UNESCO-Weltkulturerbestätte, wird von den Touristikern – mit Recht – gerne als Freilichtmuseum bezeichnet. Sie ist ein Juwel der Barockarchitektur und wurde vor rund fünf Jahrhunderten maßgeblich von den Johanniterrittern geprägt.

Im Laufe der Zeit hat Valletta Kaiser und Könige, Staatsoberhäupter und Künstler empfangen und ist heutzutage ständiger Regierungssitz der maltesischen Regierung. Mit ihren zahlreichen Cafés und Restaurants stellt Valletta Maltas Hauptsehenswürdigkeit dar. Besucher der Stadt sollten keinesfalls die prachtvolle St John’s Co-Cathedral mit ihren beiden Caravaggio-Gemälden, die beeindruckenden Festungsmauern sowie den Ausblick auf den Grand Harbour – der häufig als der schönste Hafen des Mittelmeers bezeichnet wird – versäumen. Das historische Valletta stellt eine einzigartige Kulisse für kulturelle Veranstaltungen wie englischsprachige Theateraufführungen bis hin zu Konzerten und Opernaufführungen. Tagsüber präsentiert sich Valletta als Hauptstadt mit Geschäftsleuten, Inselbewohnern und Touristen, abends legt die Stadt eine weitaus ruhigere Gangart ein und entwickelt im Abendlicht ihren ganz besonderen Charme.


ANZEIGE

HERBSTAKTION

Fallende Blätter und fallende Hotelpreise bei Hotels.com

Sparen Sie bis zu 40 Prozent!

Buchungszeitraum: 29. August bis 25. September 2017
Reisezeitraum: 29. August bis  5. November 2017

Jetzt buchen und sparen.


 

 

Arkaden von Upper Barrakka Gardens. Foto: Ingo Paszkowsky
Arkaden von Upper Barrakka Gardens. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Upper Barrakka Gardens

Seit 1661 privater Garten und Rückzugsort der italienischen Ritter, deren Herberge – die Auberge d’Italie – sich in der Nähe befindet. Im Jahr 1824 wurde der Garten für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Park stark zerstört. Heutzutage lässt sich von der Aussichtsterrasse ein atemberaubender Ausblick auf Vallettas Hafen, den „Grand Harbour“ sowie die gegenüberliegenden „Three Cities“ genießen.

 

St. John’s Co-Cathedral

Die Konvent- und Hauptkirche des Johanniterordens wurde in den Jahren 1573-77 unter Großmeister Jean de la Cassiere errichtet; erhielt ihre barocke Einflüsse jedoch im Rahmen einer Umgestaltung durch Mattia Preti im Jahr 1661. Erst 1816 wurde die Kirche durch ein Dekret Papst Pius des VII. zur Schwesterkathedrale von Mdina ernannt (daher der Name „Co-Cathedral“). Das prachtvolle Innere der Kirche, in der fast alle Großmeister beigesetzt sind, verdankt sie den Rittern, die zur Aufnahme in den Orden wertvolle Geschenke beisteuern mussten. Im Oratorium befinden sich zwei bedeutende Gemälde von Caravaggio: „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ und „Der Heilige Hieronymus“.

 

St. John's Co-Cathedral. Das prachtvolle Innere der Kirche, in der fast alle Großmeister beigesetzt sind, verdankt sie den Rittern, die zur Aufnahme in den Orden wertvolle Geschenke beisteuern mussten. Foto: Ingo Paszkowsky
St. John’s Co-Cathedral. Das prachtvolle Innere der Kirche, in der fast alle Großmeister beigesetzt sind, verdankt sie den Rittern, die zur Aufnahme in den Orden wertvolle Geschenke beisteuern mussten. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Grand Master’s Palace

Einst Palast der Johanniterritter, heute Sitz des Präsidenten und Parlaments der Republik Malta. Die Waffenkammer präsentiert zahlreiche mittelalterliche Rüstungen und Waffen der Malteserritter.

 

Casa Rocca Piccola

Dieser kleine Stadt-Palazzo wurde im Jahr 1580 erbaut und wird noch heute von der Familie des 9. Marquis De Piro bewohnt. Mit seinen antiken Möbeln, Gemälden, Büchern und Alltagsgegenständen gibt der Palazzo einen hervorragenden Einblick in das Leben einer maltesischen Aristokratenfamillie. Unter dem Palazzo befinden sich zwei Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg – ein öffentlicher, in dem sonntags Messen abgehalten wurden sowie ein privater Bunker für die Bewohner des Casa Rocca Piccola. www.casaroccapiccola.com (http://www.casaroccapiccola.com)

 

Valetta Waterfront

Die Valletta Waterfront diente den Rittern vor rund 250 Jahren als Pier, an dem Galeeren repariert wurden. Heutzutage treffen sich hier sowohl Einheimische als auch Urlauber zum Flanieren und Restaurantbesuch. Zudem ist die Waterfront das Kreuzfahrtterminal Maltas – der Hafen von Valletta empfängt jährlich rund eine halbe Million Kreuzfahrtgäste aus aller Welt.

 

 

Die Valetta Waterfront ist heute das Kreuzfahrtterminal Maltas. Foto: Ingo Paszkowsky
Die Valetta Waterfront ist heute das Kreuzfahrtterminal Maltas. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Hagar Qim & Mnajdra

Die Tempelanlage von Mnajdra befindet sich im Süden Maltas nahe der Küste und zählt zu den wohl atmosphärischsten Tempeln der Maltesischen Inseln. Mnajdra liegt abgeschieden mit Blick auf die kleine, vorgelagerte Insel Filfla und nur 500 Meter entfernt von einem weiteren und bedeutenden Tempelkomplex – Hagar Qim (sprich „Adschar Ihm“).

 

Blaue Grotte

Die Blaue Grotte mit ihren zahlreichen Höhlen fasziniert mit den phosphoreszierenden Farben der Unterwasserflora. Auch von ihr lässt sich die kleine Insel Filfla sehen, die lediglich von einer speziellen Eidechsenart bewohnt wird.

 

 

Birgu/Vittoriosa

Vittoriosa, auf maltesisch „Birgu“, bildet mit den beiden kleinen Städten Cospicua und Senglea die „Three Cities“, auch „Cottonera District“ genannt. Hier wohnten die Johanniterritter bis zur Erbauung Vallettas. Die Bezeichnung „Three Cities“ entstand während der französischen Besetzung Maltas, als Napoleon die Insel in Verwaltungseinheiten aufteilen ließ. Vittoriosa/Birgu ist trotz massiver Zerstörung im Zeiten Weltkrieg immer noch reich an Geschichte. Der Name Birgu stammt ist von dem mediterranen Begriff „Borgo“ abgeleitet, der ein Küstendorf bezeichnet, das von einem Fort oder Schloss geschützt wird. Den Namen „Vittoriosa“ – „die Siegreiche“ – erhielt Birgu anlässlich des Sieges der Malteserritter über die Osmanen während der Großen Belagerung (The Great Siege) im Jahr 1565.

 

Birgu/Vittoriosa. Foto: Ingo Paszkowsky
Birgu/Vittoriosa. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Das Collacchio-Viertel

In diesem alten, verträumt-pittoresken Viertel Birgu befanden sich die Auberges der Malteserritter. Hier lebten und wohnten die Ritter nach Nationalitäten, den sogenannten “Zungen”, aufgeteilt (bspw. Auberge d’Angleterre…)

 

Courvre Porte

Ein komplexes System von Zugängen, durch die man nach Vittoriosa gelangen konnte.

 

Gozo

Maltas kleine, grüne und etwas verträumte Schwesterinsel liegt nur sechs km von der Hauptinsel entfernt. Auf rund 67 Quadratkilometer leben etwa 40000 Menschen. Der Name Gozo bedeutet ‘Joy’, also Freude, und entstand unter der Herrschaft der Aragoneser im 13. Jahrhundert. Die Bezeichnung wurde von der phönizischen und auch römischen Bezeichnung „Gaulos“ abgeleitet. Unter arabischer Herrschaft wandelte sich der Name in die noch heute bestehende, maltesische Bezeichnung ‘Ghawdex’ (sprich: audesh) abgeändert.

 

Blick von Gozo auf die kleinere Insel Comino. Foto: Ingo Paszkowsky
Blick von Gozo auf die kleinere Insel Comino. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Dwejra

Hier befindet sich, vom Meer umtost, der beeindruckend-bizarre, 20 Meter hohe Felsen „Azure Window“ und der Fungus Rock. Auf diesem 60 Meter hohen Felsen, auch “General’s Rock” genannt, wächst eine seltene schwammartige Pflanze, der die Johanniter-Ritter wundheilende und blutstillende Kräfte zusprachen. Der Felsen wurde daher zu Zeiten der Johanniter gut bewacht; unbefugter Zugang wurde mit dem Tode bestraft. Wissenschaftliche Untersuchungen konnten vor einigen Jahren jedoch keine medizinische Wirksamkeit der Pflanze nachweisen.

 

Victoria und die Citadella

Victoria, auf Maltesisch auch „Rabat“ genannt, erhielt ihren Namen im Jahr 1887 zu Ehren von Queen Victoria. Die Zitadelle/Cittadella (auch „Gran Castello“), die im 8. Jahrhundert n. Chr. von den Arabern erstmalig befestigt wurde, ist schon von weitem durch ihre eindrucksvolle Festungsmauer zu erkennen. Sie ist das Wahrzeichen Victorias und beherbergt innerhalb ihrer Mauern die Basilica of St. George, Museen, einige kleine Geschäfte und Überreste alter Wohnhäuser. Gozo wurde in der Vergangenheit häufig von Piraten überfallen. Die Inselbewohner flüchteten in die Zitadelle, um dort Schutz vor Verschleppung und Versklavung zu suchen. Wandelt man auf den Mauern der Zitadelle, bietet sich ein herrlicher Ausblick auf die ganze Insel.

 

Vom Restaurant Fontanella Tea Garden in Mdina hat man eine grandiose Aussicht über Maltas Landschaft. Foto: Ingo Paszkowsky
Vom Restaurant Fontanella Tea Garden in Mdina hat man eine grandiose Aussicht über Maltas Landschaft. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Ggantija Temples

Ggantija – diese prähistorische Megalith-Tempelanlage, deren Errichtung man zwischen 3200 und 3600 v.Chr. schätzt, gilt als die älteste, frei stehende Konstruktion der Welt und ist UNESCO-Welterbestätte. Ihr Name bedeutet „gigantisch“ und sie ist älter als Stonehenge und die Pyramiden. Die Anlage wurde von 1816-1820 vollständig freigelegt und zählt neben Hagar Qim und Mnajdra auf Malta zu den wohl beeindruckendsten Megalithtempeln der Maltesischen Inseln. Bis heute ist unklar, warum die Erbauer der Tempel plötzlich aus Malta verschwanden und zu welchem Zweck die Tempel errichtet wurden. In vielen Megalith-Tempelanlagen der Maltesischen Inseln fand man kleine, füllige Frauenstatuen aus Stein. Dienten die Tempel als Kultstätten zur Verehrung weiblicher Gottheiten und der Fruchtbarkeit?

 

St. Paul’s Catacombs

Die St. Paul’s Katakomben in Rabat repräsentieren die frühesten archäologischen Spuren des Christentums in Malta. Die labyrinthartigen Katakomben tragen ihren Namen auf Grund der nahgelegenen St Paul’s Church und Grotte. Sie umfassen auf einer Fläche von 2.200 Quadratmetern Grabstellen für mehr als 1000 Leichen. Die Katakomben wurden im Jahr 1894 von Dr A. A. Caruana, dem maltesischen Pionier der Archäologie des Christentums, freigelegt und untersucht.

 

Die labyrinthartigen Katakomben tragen ihren Namen nach der nahgelegenen St Paul’s Church und Grotte. Foto: Ingo Paszkowsky
Die labyrinthartigen Katakomben tragen ihren Namen nach der nahgelegenen St Paul’s Church und Grotte. Foto: Ingo Paszkowsky

 

Mdina

Maltas erste Hauptstadt (vor der Erbauung Vallettas) wird mit ihren schmalen Gassen, die stark an arabische Städte erinnern, auch „Die stille Stadt“ genannt. Bereits 200 v.Chr. siedelten die Römer hier eine befestigte Stadt mit dem Namen „Melita“ an und erklärten sie zur Hauptstadt der Insel. Von den Sarazenen erhielt die Stadt um 870 den Namen „Mdina“, „Die Schweigsame“. 18 000 Türken versuchten Mdina Anfang des 15. Jahrhunderts einzunehmen; die Stadt konnte dem Angriff jedoch stand halten. Im Jahr 1530 wählten die Johanniter Mdina zu ihrem Hauptquartier, verließen die Stadt aber bald wieder zu Gunsten Birgus – die Nähe zum Wasser und Hafen war strategisch wichtiger. Mit dem Bau Vallettas verlor Mdina mehr und mehr an Bedeutung. Die autofreie Stadt, in der heute nur ca. 400 Menschen wohnen, hat jedoch nichts von ihrer Anmut und besonderen, ruhigen Atmosphäre verloren und zählt heute zu den touristischen Höhepunkten Maltas.

 

Dingli Cliffs

Die mächtigen Dingli-Klippen im Süden Maltas sind eine natürliche Festungsmauer, die nicht von den Malteserrittern erbaut werden musste, um die Insel zu schützen. Die kleine, Maria Magdalena geweihte Kapelle, stellt mit 250 Metern über dem Meeresspiegel den höchsten Punkt Maltas dar.

 

 

Fireworks

Trotz der vielen genannten historischen Sehenswürdigkeiten, wäre der Beitrag nicht komplett, würde ich nicht das gigantische Feuerwerk erwähnen, das jedes Jahr, um den ersten Mai herum, gezündet wird. Damit feiern die Malteser den EU-Beitritt vom 1. Mai 2004. Jawohl, es gibt auch Bevölkerungen, die sich über die Mitgliedschaft in der EU freuen. 😉 Für die Malterser bedeutet die Mitgliedschaft in der EU auch, dass viele Sanierungsprojekte angegangen werden können, wo vorher die Mittel fehlten. Und so sieht man in Malta recht häufig Schilder, die von mit EU-Mitteln unterstützten Projekten künden.

Ingo Paszkowsky

Titelfoto: Ingo Paszkowsky
Reiseberichte.com

 

Weitere Einblicke und Ansichten:

 

 

Weitere Beiträge über Malta auf WeltReisender.net:

 

Casa Rocca Piccola – Besuch bei einem maltesischen Marquis

Maltas Küche ist abwechslungsreich

Mini-Hollywood auf Malta

Leistungsschau der Pyrotechniker auf Malta

Malta in Kürze

Gozo und Comino in Kürze

Ritter und Salinen – die Geschichte Maltas

 

4 Gedanken zu „Malta – Inseln der Ritter und des Feuerwerks – ein Erlebnisbericht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.