Palace Hotel do Bussaco

Übernachten in Portugal: Hotels, Ferienwohnungen und besondere Unterkünfte

Portugal bietet weit mehr als klassische Strandhotels. Wer das Land bereist, kann zwischen modernen Stadthotels, historischen Palästen, Ferienwohnungen am Meer, Weingütern mit Gästezimmern und kleinen Landhäusern wählen. Doch nicht nur die Unterkunft selbst entscheidet über einen gelungenen Urlaub. Mindestens ebenso wichtig ist der richtige Standort.

Ein Hotel an der Algarve eignet sich für einen Badeurlaub, muss aber nicht unbedingt der ideale Ausgangspunkt für ausgedehnte Entdeckungstouren sein. In Lissabon spielt die Verkehrsanbindung eine wichtige Rolle, während im Douro-Tal oder im Alentejo gerade die Abgeschiedenheit den Reiz einer Unterkunft ausmachen kann.

Wir stellen die wichtigsten Regionen Portugals vor und geben Tipps, wo und wie Reisende am besten übernachten.

Algarve: Strandurlaub oder ruhiges Hinterland?

Die Algarve im Süden Portugals gehört zu den bekanntesten Urlaubsregionen des Landes. Ihre Küste bietet lange Sandstrände, felsige Buchten, lebhafte Ferienorte und ruhigere Fischerdörfer. Die Wahl des Urlaubsortes kann hier entscheidend sein.

Albufeira ist mit seinen zahlreichen Hotels, Restaurants und Unterhaltungsmöglichkeiten besonders auf klassische Strandurlauber ausgerichtet. Wer die charakteristischen Felsformationen und Buchten der westlichen Algarve erkunden möchte, kann Lagos als Ausgangspunkt wählen. Noch weiter westlich liegen Sagres und die vergleichsweise dünn besiedelte Costa Vicentina, die besonders Naturliebhaber und Surfer anspricht.

Ganz anders präsentiert sich die östliche Algarve. Tavira besitzt eine historische Altstadt und ist ein guter Ausgangspunkt, um die vorgelagerten Inseln und Strände der Ria Formosa zu entdecken. Auch Faro ist mehr als ein Flughafenstandort: Die Regionalhauptstadt eignet sich für Reisende, die Stadtleben und Natur miteinander verbinden möchten.

Alte große Anker auf Dünen am Strand
Der „Ankerfriedhof“ direkt im feinen Sand dient dem Schutz der Dünen / Foto: Ingo Paszkowsky

Abseits der Küste finden sich kleinere Landhotels, Ferienhäuser und sogenannte Quintas, traditionelle portugiesische Landgüter. Rund um Loulé, Silves oder Monchique bieten sie eine Alternative zu den großen Ferienanlagen.

Unser Tipp: Wer hauptsächlich baden möchte, sollte auf die tatsächliche Entfernung zum Strand achten. Die Bezeichnung „Strandhotel“ garantiert nicht, dass das Meer ohne längeren Fußweg erreichbar ist. Für Ausflüge in das Hinterland ist ein Mietwagen häufig von Vorteil.

Mehr Informationen über die verschiedenen Urlaubsorte findest du in unserem Beitrag Die Algarve im Überblick: Strände, Städte, Dörfer und Sehenswürdigkeiten.

Lissabon: Zentral übernachten oder lieber am Atlantik?

Portugals Hauptstadt ist ein ideales Reiseziel für einen mehrtägigen Städtetrip. Welche Unterkunft sich eignet, hängt vor allem davon ab, wie Besucher ihre Zeit verbringen möchten.

Wer möglichst viele Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen will, ist in der Baixa oder im Chiado gut aufgehoben. Hier liegen zahlreiche Hotels und Apartments zwischen historischen Plätzen, Einkaufsstraßen und Restaurants. Allerdings können zentrale Unterkünfte teuer und die Straßen mitunter laut sein.

Das Viertel Alfama lockt mit verwinkelten Gassen, traditionellen Häusern und einer besonderen Atmosphäre. Wegen der steilen Wege und Treppen ist es jedoch nicht für jeden Reisenden die praktischste Wahl. Wer größere Hotels und eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr bevorzugt, kann sich auch rund um Marquês de Pombal oder die Avenida da Liberdade umsehen.

Mosteiro dos Jerónimos. Foto: Ingo Paszkowsky
Mosteiro dos Jerónimos. Foto: Ingo Paszkowsky

Eine Alternative zur Übernachtung mitten in der Hauptstadt sind die Küstenorte westlich von Lissabon. Cascais und Estoril eignen sich für Besucher, die einen Stadturlaub mit Aufenthalten am Atlantik verbinden möchten. Mit der Bahn lässt sich das Zentrum Lissabons von dort aus erreichen.

Im Raum Cascais haben wir beispielsweise das Luxushotel The Oitavos vorgestellt. Der Hotelbericht und die Fotostrecke zeigen, wie sich ein Aufenthalt in einer landschaftlich reizvollen Küstenregion gestalten lässt.

Unser Tipp: In Lissabon lohnt es sich, vor der Buchung die nächste Metro- oder Bahnhaltestelle zu prüfen. Eine Unterkunft kann auf der Karte zentral aussehen und dennoch wegen der Höhenunterschiede unbequem erreichbar sein.

Porto und Nordportugal: Stadthotels und Unterkünfte mit Weinblick

Porto gehört zu den reizvollsten Städtereisezielen Portugals. Die Stadt am Douro ist bekannt für ihre historische Architektur, den Portwein und die eindrucksvollen Ausblicke über den Fluss.

Besonders beliebt sind Unterkünfte in der historischen Altstadt und im Viertel Ribeira. Wer hier übernachtet, erreicht viele Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß. Allerdings sind die Straßen teilweise steil, und in der touristischen Hauptsaison kann es lebhaft zugehen.

Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt Vila Nova de Gaia, bekannt für seine Portweinkeller. Hotels in diesem Bereich bieten teilweise einen eindrucksvollen Blick auf die Altstadt von Porto.

Porto
Was gibt es zu sehen in Porto? Foto: Ingo Paszkowsky

Ein Beispiel für eine Unterkunft unmittelbar am Fluss ist das Vila Galé Porto Ribeira. In unserem Hotelsteckbrief mit Fotostrecke stellen wir das Haus und seine Lage am Douro näher vor.

Wer Nordportugal über Porto hinaus erkunden möchte, findet in Braga, Guimarães und kleineren Orten eine große Auswahl an Hotels und Pensionen.

Eine besondere Form des Reisens bietet das Douro-Tal. Dort ermöglichen Weinhotels und Landgüter Aufenthalte zwischen terrassierten Weinbergen. Viele eignen sich weniger für einen klassischen Städtetrip als für einige Tage Ruhe, regionale Küche und die Beschäftigung mit der portugiesischen Weinkultur.

Unser Tipp: Wer im Douro-Tal übernachten möchte, sollte die Anreise sorgfältig planen. Manche Weingüter liegen weit entfernt von Bahnstationen und größeren Orten.

Centro: Historische Hotels und die Universitätsstadt Coimbra

Die Region Centro zwischen Nordportugal und dem Großraum Lissabon wird bei der Urlaubsplanung häufig unterschätzt. Dabei bietet sie mittelalterliche Städte, Klöster, Gebirgslandschaften und historische Unterkünfte.

Coimbra mit seiner traditionsreichen Universität ist ein guter Ausgangspunkt für die Erkundung der Region. Hier lassen sich ein Stadtbesuch und Ausflüge in die Umgebung verbinden.

Restaurant Passaporte in Coimbra
Vom Restaurant Passaporte hat man einen schönen Ausblick auf den Mondego. / Foto: Stefanie Gendera

Wir haben das Vier-Sterne-Hotel Vila Galé Coimbra ausführlich vorgestellt. Das Hotel liegt am Mondego nahe dem historischen Zentrum und bietet unter anderem einen Außenpool. Unser Steckbrief mit Fotostrecke vermittelt einen Eindruck des Hauses.

Bussaco Palace Hotel
Eindrucksvolle Mosaike im ehemaligen Jagdschloss der letzten portugiesischen Könige. / Foto: Ingo Paszkowsky

Eine außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeit ist das Palace Hotel do Bussaco im Waldgebiet von Buçaco. Das historische Gebäude erinnert mit seiner reich verzierten Architektur eher an einen Palast als an ein gewöhnliches Hotel.

Neben größeren Hotels gibt es in Centro zahlreiche kleine Pensionen und ländliche Unterkünfte. Besonders für Reisende mit eigenem Fahrzeug können sie eine interessante Alternative darstellen.

Alentejo: Landhotels, Weingüter und viel Ruhe

Wer das ländliche Portugal kennenlernen möchte, sollte den Alentejo in Betracht ziehen. Die weitläufige Region erstreckt sich südlich des Tejo bis an die Algarve und bietet historische Städte, Korkeichenlandschaften, Weinberge und eine vergleichsweise dünne Besiedlung.

Städte wie Évora, Beja oder Elvas eignen sich für kulturell interessierte Reisende. Wer dagegen Ruhe sucht, kann in einem Landhotel oder auf einem Weingut übernachten.

Gasse in Elvas bei Nacht
Elvas bei Nacht / Foto: Ingo Paszkowsky

Für diese Unterkünfte werden häufig die Begriffe Herdade und Quinta verwendet. Sie bezeichnen Landgüter, die teilweise weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Manche bieten neben Gästezimmern auch Weinproben, regionale Gastronomie oder andere Aktivitäten an.

Über einige solcher Häuser berichten wir in unserem Beitrag Urlauben, wo vorzüglicher Wein gemacht wird – die Vila-Galé-Weinhotels.

Unser Tipp: Im Alentejo sind die Entfernungen zwischen Sehenswürdigkeiten und Unterkünften teilweise erheblich. Wer abgelegen wohnt, sollte vorab klären, ob Restaurants vorhanden sind und wie sich Ausflüge organisieren lassen.

Madeira: Stadt, Meer oder Berge?

Madeira ist eine Atlantikinsel mit einer außergewöhnlich abwechslungsreichen Landschaft. Innerhalb kurzer Entfernungen wechseln sich Küstenorte, steile Berghänge, subtropische Vegetation und Gebirgslandschaften ab.

Die größte Auswahl an Hotels findet sich in und um Funchal. Die Inselhauptstadt verfügt über größere Ferienhotels, kleinere Stadthotels und Apartments. Für Besucher, die Restaurants, Museen und Ausflugsmöglichkeiten in der Nähe schätzen, ist Funchal häufig eine praktische Wahl.

Wer es ruhiger mag, kann sich in Orten wie Ponta do Sol, Calheta, Santana oder Porto Moniz umsehen. Dort gibt es kleinere Hotels, Ferienhäuser und Landunterkünfte. Allerdings sollte man die teilweise kurvenreichen Straßen und erheblichen Höhenunterschiede nicht unterschätzen.

Tropischer Garten auf Madeira mit Palmen, Wasserfällen, Teich und dichter grüner Vegetation
Madeira begeistert mit einer außergewöhnlichen Pflanzenwelt, tropischen Gärten und einer ganzjährig grünen Vegetation. Tropischer Garten in Funchal, Madeira, Aufnahme von Juni 2017 / Bild: philwild / pixabay

Eine Unterkunft mit Meerblick ist auf Madeira nicht zwangsläufig auch ein Hotel mit direktem Strandzugang. Klassische Sandstrände sind auf der Insel vergleichsweise selten.

Unser Tipp: Für einen Wanderurlaub empfiehlt es sich, die Lage der Unterkunft im Verhältnis zu den geplanten Touren zu prüfen. Eine zentrale Unterkunft in Funchal ist bequem, kann aber für manche Wandergebiete längere Anfahrten bedeuten.

Azoren: Ferienhäuser und kleine Gästehäuser in der Natur

Die Azoren bestehen aus neun bewohnten Hauptinseln, die sich landschaftlich und touristisch deutlich unterscheiden. Entsprechend unterschiedlich ist auch das Unterkunftsangebot.

Auf São Miguel, der größten Insel, finden Reisende rund um Ponta Delgada zahlreiche Hotels, Apartments und Gästehäuser. In ländlichen Gebieten stehen dagegen kleinere Unterkünfte und Ferienhäuser zur Verfügung.

Auf Inseln wie Pico, Faial oder São Jorge ist das Angebot überschaubarer. Dafür eröffnen kleinere Unterkünfte häufig besonders unmittelbare Eindrücke vom Inselleben.

Rot angestrichene Windmühle, im Hintergrund ist der Ozean zu sehen
Windmühle auf den Azoren / Foto: jackmac34 / pixabay

Die Azoren eignen sich gut für Individualreisende, die Naturerlebnisse, Wanderungen und Ausflüge miteinander verbinden möchten. Bei der Planung sollte jedoch berücksichtigt werden, dass Wetterbedingungen und Verbindungen zwischen den Inseln Einfluss auf den Reiseverlauf haben können.

Unser Tipp: Wer mehrere Azoreninseln besuchen möchte, sollte die Übernachtungen auf die Flug- und Fährverbindungen abstimmen und besonders in der Hauptreisezeit rechtzeitig buchen.

Welche Unterkunftsarten gibt es in Portugal?

Neben klassischen Hotels verfügt Portugal über verschiedene Unterkunftsformen, die teilweise einen besonderen Charakter haben.

Pousadas sind Unterkünfte, die häufig in historischen oder architektonisch bemerkenswerten Gebäuden untergebracht sind. Einige befinden sich in ehemaligen Klöstern, Burgen oder Palästen.

Turismo Rural beziehungsweise Turismo no Espaço Rural bezeichnet touristische Unterkünfte im ländlichen Raum. Dazu gehören unterschiedliche Formen des Landtourismus, von kleinen Gästehäusern bis zu größeren Landgütern.

Alojamento Local, häufig mit AL abgekürzt, ist eine portugiesische Kategorie für registrierte Ferienunterkünfte. Darunter können Wohnungen, Ferienhäuser, Zimmer und andere Beherbergungsbetriebe fallen, die nicht als klassischer Tourismusbetrieb eingestuft sind.

Quintas und Herdades sind traditionelle Bezeichnungen für Landgüter. Nicht jedes Landgut bietet Übernachtungen an, doch viele touristisch genutzte Anwesen verbinden Unterkunft, Landwirtschaft, Weinbau und Gastronomie.

Außerdem gibt es Campingplätze, Ferienparks, Hostels und klassische Ferienwohnungen.

Die Wahl hängt nicht allein vom Preis ab: Für Familien oder längere Aufenthalte kann eine Ferienwohnung mit Küche praktisch sein. Bei kurzen Städtereisen sprechen dagegen häufig die zentrale Lage und der Service für ein Hotel.

Naher Blick auf Burgmauern und Türme des Castelo de Óbidos.
Die mittelalterliche Burg von Óbidos ragt über Bäumen und der begehbaren Stadtmauer auf. Heute ist sie nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern auch eine exklusive Unterkunft: In der Burg befindet sich die Pousada Castelo Óbidos / Foto: Ingo Paszkowsky

Worauf sollte man bei der Buchung achten?

Wer eine Unterkunft in Portugal sucht, sollte nicht nur Zimmerfotos und Bewertungen vergleichen. Einige Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Lage und Verkehrsanbindung: In größeren Städten ist die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln wichtig. Im ländlichen Raum kann ein Mietwagen nahezu unverzichtbar sein.

Reisezeit: An der Algarve und auf den Inseln können sich Preise und Verfügbarkeit zwischen Haupt- und Nebensaison deutlich unterscheiden. Auch Feiertage und größere Veranstaltungen können eine Rolle spielen.

Parkmöglichkeiten: Historische Stadtzentren verfügen nicht immer über ausreichend Parkplätze. Gerade bei einer Rundreise mit Mietwagen sollte man die Parksituation vorab klären.

Ausstattung: Klimaanlage, Heizung, WLAN, Frühstück, Aufzug oder barrierefreier Zugang sind nicht überall selbstverständlich. Besonders in historischen Gebäuden lohnt ein genauer Blick.

Zusatzkosten: Neben dem Übernachtungspreis können Gebühren für Parkplätze, Frühstück oder kommunale Touristenabgaben anfallen. Die jeweiligen Bedingungen sollten vor der Buchung kontrolliert werden.

Bei Ferienwohnungen empfiehlt es sich außerdem, auf die offizielle Registrierung als Alojamento Local zu achten. Solche Betriebe erhalten in Portugal eine Registrierungsnummer.

Die richtige Region ist wichtiger als die Zahl der Hotelsterne

Portugal bietet Unterkünfte für sehr unterschiedliche Reisevorstellungen. Wer Strandurlaub machen möchte, findet an der Algarve ein breites Angebot. Lissabon und Porto eignen sich für Städtereisen, während Weinhotels und Landgüter im Douro-Tal und Alentejo besondere Erlebnisse ermöglichen.

Auf Madeira und den Azoren spielt die Lage der Unterkunft eine wichtige Rolle, weil Landschaft, Verkehrsverbindungen und geplante Aktivitäten den Tagesablauf bestimmen.

Vor der Entscheidung für ein bestimmtes Hotel lohnt es sich deshalb, zunächst die passende Region und den richtigen Urlaubsort auszuwählen. Ein gut gelegenes Gästehaus kann für eine individuelle Entdeckungsreise die bessere Wahl sein als ein luxuriöses Hotel, das weit entfernt von den gewünschten Sehenswürdigkeiten liegt.

Weitere Anregungen, Reportagen und Fotostrecken findest du in unserem umfangreichen Portugal-Special auf weltreisender.net.

Titelbild / Palace Hotel do Bussaco. Foto: Ingo Paszkowsky

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