Aurora in Spitzbergen

Reise einer Frau in die Arktis

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Mit 19 als Frau, allein unter Männern, auf dem Weg in die Arktis – das im Jahr 1838. Und Léonie d’Aunet musste nicht dazu überredet werden, sondern sich ihre Teilnahme auch noch erkämpfen. Der Preis: Sie sollte ihren zukünftigen Ehemann François-Auguste Biard erfolgreich als Teilnehmer für die Forschungsreise werben. Biard seines Zeichens ein bekannter Reise-Maler sollte die Arktis-Expedition richtig in Szene setzen.

Das Paar reiste dann von Frankreich aus, über Belgien, Holland, Deutschland, Dänemark nach Norwegen. Das war nicht einfach nur eine Durchreise, sondern die einzelnen Stationen in den Ländern wurden erkundet, Sehenswürdigkeiten besichtigt und Persönlichkeiten getroffen – wie den bedeutenden dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen. „Berühmtheit zieht mich auf allen Gebieten an; deshalb bat ich darum, ins Atelier von Bertel Thorvaldsen … geführt zu werden.“ So sehr sie ihn auch bewunderte, an dem Bildhauer störte sie seine Eitelkeit, auch dass er so viele Selbstporträts von sich hatte.

Vom Hammerfest, damals nördlichste Stadt der Welt, ging es dann weiter zur eigentlichen Expedition nach Spitzbergen.

Auf ihren Reisen schrieb Léonie Briefe an ihren Bruder, der zu dieser Zeit in New York lebte. Diese Briefe sind spannende zeitgeschichtliche Erzählungen, in denen sie das Erlebte lebendig schildert und mit eigenen Meinungen und Interpretationen nicht hinter dem Berg hält.

Nach ihrer Rückkehr veröffentlichte sie ihre Briefe fortlaufend in der „Revue de Paris“, einer französischen Literaturzeitschrift.

1843 lernte sie den großen Franzosen Victor Hugo kennen, mit dem sie eine Beziehung einging, die sie sogar ins Gefängnis brachte. In einem Hotel in flagranti beim Ehebruch ertappt, konnte sich Hugo wegen seiner gesellschaftlichen Stellung der Strafe entziehen. Léonie musste für zwei Monate ins Gefängnis und danach noch einige Monate ins Kloster.

1854 erscheint schließlich die Erstausgabe ihrer Briefe im Pariser Verlag Hachette. Jetzt ist die erste deutschsprachige Ausgabe im Verlag mare herausgekommen.

Überstezt von Birgit Leib, mit einem Nachwort von Kristina Maidt-Zinke
Léonie d’Aunet: Reise einer Frau in die Arktis / Bild: mare

Das sagt der Verlag

1839 verspricht die gerade einmal 19-jährige Léonie d’Aunet bei einem Salongespräch in Paris, ihren nicht anwesenden Verlobten, den Maler François-Auguste Biard, von der Teilnahme an einer Forschungsreise in die Arktis zu überzeugen. Ihre Bedingung: Sie kommt mit, als einzige Frau unter der sonst männlichen Besatzung. Die Reise führt sie auf dem Land- und Seeweg von Paris an die norwegische Küste und weiter nach Spitzbergen, wo sie sich bitterster Kälte und größter Gefahr aussetzt, um Zauber und Schrecken des ewigen Eises zu erleben.

Ihre Eindrucke von der Arktis und den verschiedenen Etappen wie Amsterdam, Hamburg oder Lappland hält d’Aunet pointiert und voller Esprit in Notizen und Briefen fest. Erst über zehn Jahre später, nach einer verhängnisvollen Affäre mit Victor Hugo, für die sie mit einer Haftstrafe bezahlen muss, entsteht daraus dieser außergewöhnliche Reisebericht.

Léonie d’Aunet: Reise einer Frau in die Arktis*

OT: Voyage d’une femme au Spitzberg

Aus dem Französischen von Birgit Leib

Mit einem Nachwort von Kristina Maidt-Zinke

Leineneinband im Schuber, fadengeheftet und mit Lesebändchen

352 Seiten

ISBN: 978-3-86648-687-4

Erscheinungsdatum: 12.03.24

34,00€*

U.a. erhältlich beim Verlag, im Buchhandel und bei Amazon*

Reisebericht in edler Ausführung
Léonie d’Aunet: Reise einer Frau in die Arktis. Leineneinband im Schuber, fadengeheftet und mit Lesebändchen / Bild: Ingo Paszkowsky

Viten

Léonie d’Aunet (1820—1879) reiste mit 19 Jahren als erste Frau überhaupt nach Spitzbergen. In Frankreich erlebte ihr Reisebericht seit seiner Erstveröffentlichung 1854 bis heute zahlreiche Auflagen. Weitere Werke der Französin (Erzählungen, Romane, Theaterstücke) sind in Vergessenheit geraten, in der Literaturgeschichte fand sie bisher nur als Muse von Victor Hugo Erwähnung.

Birgit Leib, Jahrgang 1965, lebt in München. Ihr deutsch-französisches Studium in Paris schloss sie mit einer Arbeit iiber den Reisebericht im 19. Jahrhundert ab. Sie übersetzt Lyrik, Drama und Prosa, u.a. von Saphia Azzeddine, Marie Darrieussecq, Mireille Gagné, Tristan Garcia und Olivia Rosenthal.

Kristina Maidt-Zinke studierte Germanistik, Anglistik und Skandinavistik. Sie lebte zeitweise in Finnland, Frankreich und Italien, war als Reisejournalistin unterwegs und ist als freie Literaturkritikerin, Übersetzerin, Essayistin und Lektorin tätig.

Titelfoto: Noel_Bauza / pixabay


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