Mallorca: Tipps für einen Kurzbesuch auf der Sonneninsel im Herbst

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Wenn die kalte und dunkle Jahreszeit kommt, sehnen sich viele nach Wärme und Licht, zumindest für einige Tage. Die Balearen-Insel Mallorca ist genau das Richtige, um kurz Sonne zu tanken.

Die Tage werden kürzer, die Sonne lässt sich kaum noch sehen, und die Temperaturen gehen auch in den Keller. Bei vielen steigt die Vorfreude auf die kalte Jahreszeit, in der sie dann auf den Brettern, die die Welt bedeuten (ich weiß, dass Friedrich Schiller damit andere Bretter meinte) mehr oder weniger befahrende Pisten hinunter sausen. Aber es gibt auch die anderen, die den Sommer vermissen, sich nach Sonne und Licht sehnen. Die zumindest eine kurze Zeit von der zunehmenden Verdunkelung und Kälte fliehen wollen.

Nicht nur Ballermann

Wohin ausweichen, um dem kalten Wetter und Halloween zu entgehen? Die Sonneninsel Mallorca, das Mekka vieler Deutscher, ist nicht weit. Doch die Balearen-Insel polarisiert. Viele meiden die Insel, weil sie Mallorca mit Ballermann verbinden, mit einer exzessiven Partykultur und Sauftourismus. Genügend Berichte gab es darüber in der Presse und im TV. Und selbst Wikipedia ist Ballermann einen Eintrag wert. Wir erfahren, dass Ballermann eine Verballhornung von „Balneario“ (spanisch Heilbad) ist. Außerdem, dass sich ein Ehepaar aus Niedersachsen den Namen „Ballermann“ 1994 schützen ließ und der Lizenzschutz noch bis 2027 besteht. Eingeweihte sagen, es gibt dennoch Ecken in Mallorca, die nicht überlaufen sind und sich ursprünglichen Charme bewahrt haben. Schauen wir uns also in Mallorca um.

Mit Easyjet von Berlin nach Palma

EasyJet bringt uns in etwas mehr als zwei Stunden von Berlin (BER) nach Palma de Mallorca (PMI). Dabei fliegt der Billigflieger in Berlin sowohl von Tegel (TXL) als auch Schönefeld (SXF). Wir wählen den Airport Schönefeld, weil uns der Schönefeld-Zubringer der Bahn schneller befördert als der TXL-Bus der BVG. Obwohl von unserem Startpunkt in Berlin die Strecke nach Tegel kürzer ist, braucht der Bus durch die Stadt so seine Zeit. Und leider ist er auch häufig sehr voll. Das ist erst recht belastend, wenn man auf der Rückreise in Tegel wieder diesen Bus benutzen muss und sich das Geld für ein Taxi sparen will. Ein Gedränge und Gedrücke, eine wahre Zumutung zu den Zeiten, wenn besonders viele Flieger ankommen.

Grandiose Aussicht über Palma de Mallorca vom Restaurant des Grupotel Playa de Palma Prestige Suites & Spa. / Foto: Ingo Paszkowsky
Grandiose Aussicht über Palma de Mallorca vom Restaurant des Grupotel Playa de Palma Prestige Suites & Spa. / Foto: Ingo Paszkowsky

Im Airport-Zubringer der Bahn habe ich dagegen selten erlebt, dass jemand stehen musste. Außerdem ist der alte DDR-Zentralflughafen Schönefeld immer wieder ein Erlebnis – im negativen Sinne. Es ist, als ob die DDR-Zeit wieder auferstanden wäre. Bei einem entsprechenden Wettbewerb würde er vermutlich das Prädikat als hässlichster Airport Deutschlands bekommen.

Unsere kurze Stippvisite auf den Balearen wollen wir nicht mit einer Drängelei beim Einsteigen beginnen und um Platz für unser Kabinengepäck „rangeln“. Wir wählen beim Buchen deshalb Sitzplätze in der zweiten Reihe und haben dadurch den Status SB (Speedy Boarding). Interessanterweise kostet dieses Feature mit 26,49 € pro Reisendem mehr als das eigentliche Ticket. Speedy Boarding hätten wir uns sparen können, denn in unserer Maschine Flug EJU4501 waren die Sitzplätze nicht mal zur Hälfte belegt.

Mietwagen online gebucht

Ganz anders beim Rückflug vier Tage später mit EJU4502. Der Flieger war bis auf den letzten Platz voll. Das Rückflugticket kostete auch das Fünffache des Hinflugtickets. Dass wir unsere Sitzplätze vorher reserviert hatten, kostete knapp 10 Euro pro Person, berechtigt jedoch nicht zum Speedy Boarding. Interessanterweise konnten wir selbst einen Tag vor dem Rückflug über die easyJet-App nicht auf Speedy Boarding nachträglich upgraden.

Der feinsandige Playa de Palma ist nahezu menschenleer / Foto: Ingo Paszkowsky
Der feinsandige Playa de Palma ist nahezu menschenleer / Foto: Ingo Paszkowsky

Palma de Mallorca begrüßte uns bei der Landung mit Sonnenschein. Für unsere Erkundung haben wir uns einen Mietwagen reserviert. Mallorca verfügt über ein gut ausgebautes Busnetz. Aber in der Kürze der Zeit schien uns doch ein Mietwagen das Mittel der Wahl für Mobilität zu sein. Gute Erfahrungen hatten wir bisher mit dem Vermittlungsportal billiger-mietwagen.de* gemacht. Die Miete plus Versicherungen (Haftpflicht, Diebstahl, Glasschäden, Vollkasko) lassen sich ohne Selbstbeteiligung und ohne Hinterlegung eines Deposits, also einer Kaution via Kreditkarte oder bar, abschließen. (Das gilt nicht in jedem Urlaubsland. Laut Auskunft bei der Hotline des Portals benötigt man keine Kreditkarte zur Hinterlegung einer Kaution in Spanien, Portugal und Griechenland. In Italien dagegen kommt man ohne Kreditkarte nicht weiter.)

Ich bevorzuge eine Eigenbeteiligung bei etwaigen Schäden auszuschließen, so spart man sich bei der Rückgabe evtl. Kosten, Nerven und Zeit. Beispielsweise indem eine Beschädigung, die man bei der Abnahme des Fahrzeugs nicht entdeckt hatte und die nicht im Übergabeprotokoll steht, einem nun als angeblicher Verursacher in Rechnung gestellt. Via billiger-telefonieren.de landeten wir bei Sunny Cars, einem weiteren Vermittler über den wir dann einen Mietvertrag mit einem Renault Megane von Hertz vermittelt bekamen. Der Wagen hatte gerade mal 15.000 Kilometer runter, lediglich einige kleine, kaum sichtbare Beschädigungen von den Vormietern. Dieser moderne Megane ist kein Vergleich, auch äußerlich, zu älteren Megane-Modellen. Er beförderte uns problemlos durch Mallorca.

Palma de Mallorca erkunden

Erste Station: das 4*-Grupotel Playa de Palma Suites & Spa, genauer das Grupotel Playa de Palma Prestige Suites & Spa*. Ein erst im Frühjahr 2019 fertiggestellter Neubau mit nahezu allem, was das Gästeherz begehrt, ergänzt das bisherige Grupotel. Große moderne Zimmer, eine grandiose Terrasse mit Pool, herrlich. (Einen ausführlichen Bericht über das Grupotel Playa de Palma Prestige Suites & Spa lesen Sie hier.)

Das Grupotel Playa de Palma Prestige Suites & Spa. Ein erst im Frühjahr 2019 fertiggestellter Neubau mit Pool auf dem Dach / Foto: Ingo Paszkowsky
Das Grupotel Playa de Palma Prestige Suites & Spa. Ein erst im Frühjahr 2019 fertiggestellter Neubau mit Pool auf dem Dach / Foto: Ingo Paszkowsky

Das Hotel ist zentral in Palma de Mallorca gelegen und ideal als Ausgangspunkt für die Erkundung der Stadt geeignet. Und Mitten im Herbst hält sich der Touristenandrang in Grenzen. Die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt zu erkunden, macht wieder Spaß. Etwa beim Einkaufsbummel durchs historische Zentrum mit seinen zahlreichen Kunsthandwerksläden, Designerboutiquen und Souvenirshops. Zudem gibt es keine langen Warteschlangen vor Sehenswürdigkeiten wie der Kathedrale La Seu oder dem Museum Es Baluard. Der feinsandige Playa de Palma ist nahezu menschenleer. Die großen Vergnügungstempel am Ballermann haben zumeist geschlossen oder zählen nur noch vereinzelt Gäste. Entspannt sitzen wir in einem Restaurant an der Promenade, das locker mehreren hundert Personen Platz bieten könnte. Mit uns sind es Ende Oktober gerademal ein Dutzend Gäste, die dort Drinks und den Anblick des Meeres genießen. Freilich wird es mit Einbruch der Dunkelheit auch frisch. Dennoch, wer nicht gerade Frostbeule ist, kann sogar noch Ende Oktober im Mittelmeer baden gehen. Viele Badende sieht man natürlich nicht mehr, aber gelegentlich schon.

Zwei Erkundungsrouten für Besucher mit wenig Zeit

Wir wollen in der kurzen uns verbleibenden Zeit Ecken erkunden, die nicht so von Touristen überlaufen werden. Ob uns das gelingt? Dazu fragen wir Christiane, eine ehemalige Kollegin aus Deutschland, die schon lange in Mallorca lebt. Zunächst gefällt es Christiane gar nicht, dass wir in unserem Sprachgebrauch Mallorca mit Malle abkürzen. Das wäre die Ausdrucksweise der Ballermann-Klientel. Wir müssen versprechen, dies nicht mehr zu tun.

Sie schlägt uns auf die Schnelle per WhatsApp zwei Routen vor, die wir probieren sollten:

Route 1: Süd-Osten der Insel und über den Norden zurück

„Ist überwiegend flach und hat sehr hübsche Buchten. Also nach Colonia de Sant Jordi (schöne Strände), gegenüber liegt die Insel Cabrera. In Ses Salines kommt ihr durch die Salz-Berge, da wird aus Meereswasser Salz gewonnen. Dann weiter zur Ostküste mit diversen kleinen Orten in hübschen Buchten. Empfehlen würde ich hier vielleicht Cala Figuera und Portopedro. Könnt ihr sicher auch irgendwo baden, es soll heute bis 25 Grad werden. Dann hoch Richtung Artà, was auch ein hübsches kleines Örtchen mit Kirche auf einem Berg ist, von dem man einen schönen Blick hat. Da oben gibt es auch diverse schöne Buchten und Strände, müsst ihr halt sehen, wie viel Zeit ihr habt. Falls ihr mehr fahren und nicht so am Strand sein wollt, könntet ihr über den Norden, über Can Picafort und Alcudia, zurückfahren. Bei Pollença geht es zum wilden, schroffen Cap Formentor, was man eigentlich auf jeden Fall gesehen haben sollte. Aber ist alles ein bisschen zu lang, glaube ich.“

In der Tat, dieses Programm ist an einem Tag nicht zu schaffen. Starten wir mit Colonia de Sant Jordi* (Kolonie des Heiligen Georg). Ein ehemaliger Fischerort in der Gemeinde Ses Salines, rund 50 Kilometer von Palma de Mallorca entfernt. Durch die naheliegenden Strände es Trenc, es Dolc, es Carbo und ses Roquetes entwickelte sich der Ort zu einem frequentierten Feriendomizil. Um diese Jahreszeit wirkt er jedoch nahezu ausgestorben. Nur nach einigem Suchen finden wir ein Café, das geöffnet hat. Auch der einzige Geldautomat, den wir entdeckt haben, war „temporär“ außer Betrieb. Eine Anzeige, die wir bei Geldautomaten in anderen touristischen Orten noch häufiger sehen sollten. Offensichtlich lohnt es sich für die Betreiber nicht, die Automaten außerhalb der Saison mit Geld zu bestücken.

In der Nähe von Colonia de Sant Jordi liegen auch schöne Sandstrände / Foto: Ingo Paszkowsky
In der Nähe von Colonia de Sant Jordi liegen auch schöne Sandstrände / Foto: Ingo Paszkowsky

Unser nächster Stopp ist in Cala Figuera* (Feigen-Bucht). Rund 60 Kilometer von Palma entfernt. Der wunderschöne Ort liegt in einer Bucht mit einer hohen Steilküste. Die Bucht hat gewisser Ähnlichkeiten mit einem norwegischen Fjord. Der Ort hängt nicht völlig vom Tourismus ab und hat sich so seinen Charme bewahrt. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall. Setzen Sie sich in eines der Restaurants direkt an der Bucht und genießen Sie die schöne Aussicht auf die Landschaft und das Treiben der Fischer, die ihren Fang an Land bringen. Planen Sie reichlich Zeit ein.

Cala Figuera
Cala Figuera

Wir haben uns zu lange Zeit gelassen und sind nun etwas in Verzug, so dass wir Artà* im Norden erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen und nicht mehr ausführlich besichtigen können. Bis zur berühmten Wallfahrtskirche, die weithin sichtbar ist, schaffen wir es nicht mehr. Das traditionelle Städtchen strahlt mit seinen engen steilen Gassen ein wunderbares Flair aus – der Nordosten von Mallorca ist ja bisher vom Massentourismus verschont worden – schade, dass wir so wenig Zeit haben.

Artà: Blick vom Vorplatz der Pfarrkirche Església de la Transfiguració del Senyor über Artà / Foto: Ingo Paszkowsky
Artà: Blick vom Vorplatz der Pfarrkirche Església de la Transfiguració del Senyor über Artà / Foto: Ingo Paszkowsky

Route 2: Süd-West-Teil, gegebenenfalls über Nord-Osten zurück

„Tramuntana-Gebirge. Valldemossa, höchstgelegener Ort in den Bergen, der polnische Komponist Fréderic Chopin und die französische Schriftstellerin George Sand überwinterten hier einmal in der Kartause und froren entsetzlich. Valldemossa ist sehr hübsch, aber halt inzwischen auch sehr touristisch geprägt. Dann weiter ins malerische Deìa, ein sogenanntes Künstlerdorf. Auf dem Berg von Deìa ist der alte Friedhof, von dem man einen sehr schönen Blick auf die Umgebung hat. Über Sóller weiter Richtung Lluc. Da kommt man an den beiden Stauseen vorbei. Kurz danach geht eine recht breite, bequeme, aber sehr beeindruckende Serpentinenstraße runter, die Sa Calobra, bis zur Mündung des Torrente de Pareis ins Meer, eine tief eingeschnittene Bucht sozusagen. Dort unten unbedingt ein bisschen in der Schlucht laufen, ist traumhaft schön. Dann halt wieder die Straße hoch und am besten über Lluc – größtes Kloster der Insel, noch intakt, kann man auch besichtigen, über Inca und Autobahn wieder zurück.“

Auch am nächsten Tag können wir erst später als geplant unsere Tour starten, weil wir vorher noch ein Rezept in einer Apotheke einlösen müssen. So werden wir es leider nicht bis Lluc (der vollständige Name lautet Santuari de Santa Maria de Lluc) schaffen. Der Wallfahrtsort im Gebirge der Serra de Tramuntana im Nordwesten gilt als spirituelles Zentrum der Insel.

Ende Oktober im Urlaubsort Valldemossa / Foto: Ingo Paszkowsky
Ende Oktober im Urlaubsort Valldemossa / Foto: Ingo Paszkowsky

Unseren ersten Halt machen wir in Valldemossa*, einer kleinen Gemeinde mit knapp 2000 Einwohnern. Der Hauptort ist ein idyllisches Bergdorf, mit kleinen Gassen und viel mediterranem Charme, das aber ganz auf Touristen zugeschnitten ist. Die Fußgängerzone gleicht einer Einkaufsstraße. Überraschung: Dort findet sich ein funktionierender Geldautomat. Über eine Million Touristen sollen diesen schönen Ort im Gebirge jährlich besuchen. Ein Glück, dass wir Valldemossa Ende Oktober erleben können, wobei der Ort auch zu dieser Jahreszeit beileibe nicht leer ist.

Wollen Sie beim Essen eine schöne Aussicht genießen? Dann gehen Sie ins (türkische) Restaurant Troya, Plaza Miranda des Lladoners 2, und nehmen auf der Terrasse Platz. Sie haben einen herrlichen Ausblick. Während der Hauptsaison ist eine Reservierung sicher zu empfehlen.

Das Künstlerdorf Mallorcas

Unser nächstes Ziel und unser Tipp für die Insel ist Deià*, das Künstlerdorf Mallorcas. Deiás jüngste Geschichte ist mit zahlreichen Künstlern verbunden: Filmschauspieler, Maler, Musiker und Schriftsteller – viele zog es in diese Kleinstadt. Beispielsweise Pierce Brosnan, Ava Gardner, Ulrich Leman (http://www.ulrich-leman.de/), Anais Nin, Pablo Picasso, Robert von Ranke-Graves und Peter Ustinov. Robert Gravis ist ein Museum gewidmet, es gibt Einblick in Leben und Werk des britischen Schriftstellers.

Der Friedhof in Deià ist nicht nur wegen der Aussicht von dort unbedingt sehenswert / Foto: Ingo Paszkowsky
Der Friedhof in Deià ist nicht nur wegen der Aussicht über den Ort unbedingt sehenswert / Foto: Ingo Paszkowsky

Hollywoodstar Michael Douglas kaufte übrigens ganz in der Nähe die Finca S’Estaca. Sie gehörte zum Anwesen Son Marroig, das sich früher im Besitz des österreichischen Erzherzogs Ludwig Salvator befand. Eigens für seine Geliebte Catalina Homar, die aus „einfachen“ Verhältnissen stammte, sie war die Tochter eines Tischlers, baute er dieses Landhaus. Homar lernte später mehrere Sprachen und avancierte zur Verwalterin seiner Weingüter. Ludwig Salvator war ein enger Freund des Schriftstellers Jules Verne, der ihn als Vorlage für die Figur Mathias Sandorf in seinem gleichnamigen Roman nahm.

Bei so viel Internationalität wundert es nicht, dass der Ausländeranteil in der Gemeinde mit rund 37 Prozent vergleichsweise recht hoch ist.

Dieses Restaurant ist ein Sehnsuchtsort

Einen tollen Blick über Deiá kann man von Friedhof aus genießen. Apropos genießen, eine Suche im Internet nach dem Restaurant Sa Foradada, das auf der gleichnamigen Halbinsel in der Nähe von Deiás liegt, ergibt teils euphorische Äußerungen, wie „das beste Restaurant auf Mallorca“. In der Tat ist das Restaurant außergewöhnlich, nicht nur, weil es am Meer liegt, sondern auch, weil es mit einem Kfz nicht zu erreichen ist. Nur per Pedes oder mit einem Boot. Entweder über eine rund einstündige Wanderung vom Landgut Son Marroig aus, oder – das ist die Empfehlung des Restaurants – auf dem Seeweg. Viele Prominente sollen mit ihrer Yacht vor Ort geankert und dort gespeist haben.

Sa Foradada: Die berühmte Halbinsel mit dem Loch im Felsen und dem gleichnamigen Restaurant. Im Bild nicht zu sehen / Foto: Ingo Paszkowsky
Sa Foradada: Die berühmte Halbinsel mit dem Loch im Felsen und dem gleichnamigen Restaurant. Im Bild nicht zu sehen / Foto: Ingo Paszkowsky

Im nahgelegenen Port de Sóller kann man sich per Bootscharter zum Sa Foradada bringen lassen. Was natürlich nicht ganz preiswert ist. Acht Stunden in der Hochsaison kosten beispielsweise bei MaksyBoats für ein Segelboot mit 11,20 Metern Länge, drei Kabinen und maximal 12 Personen 800 Euro. Sind wirklich 12 Personen an Bord, relativiert sich der Preis etwas. Es gibt auch beim gleichen Verleiher Boote ohne Bootsführerschein auszuleihen. Zum Beispiel mit einem Außenbordmotor mit 15 PS für bis zu 5 Personen für 220 Euro für acht Stunden.

Unsere Zeit reichte leider nicht, um das Restaurant Sa Foradada besuchen zu können. Das ist doch glatt ein Grund, noch einmal nach Deiá zu kommen. Dafür haben wir es zur kleinen Kieselsteinbucht Cala Deiá geschafft. Man kann die drei Kilometer Serpentinen vom Dorf zur Bucht zu Fuß erwandern oder auch mit dem Auto fahren, wobei an vielen Stellen einem kein anderes Fahrzeug entgegenkommen sollte. Dann ist längeres Zurücksetzen angesagt. Die kleine Bucht ist auch wegen ihrer Natursteinhöhlen bekannt, die teilweise als Bootsliegeplätze oder anderweitig zur Ablage genutzt werden. Dort gibt es auch ein Restaurant.

Mit der historischen Straßenbahn zum Strand

Ein kleines Stück weiter nördlich liegt Port de Sóller*, der Hafen der Gemeinde Sóller. Port de Soller liegt um eine natürliche Hafenbucht, Badia de Sóller, und bietet einen feinen Sandstrand. Der Hafen weist rund 450 Liegeplätze auf, von denen rund ein Drittel für Durchreisende reserviert sind. Port de Sóller ist ein romantischer Küstenort, der seit 1913 über eine Straßenbahnanbindung (Tramvia de Sóller) von Sóller verfügt. Auch noch im Oktober lassen sich im Café an der Promenade die schöne Aussicht auf die Bucht und die vorbeifahrenden historischen Straßenbahnen genießen. Die Sonne lässt uns nicht im Stich und sorgt für angenehme Wärme. Einige der eingesetzten Straßenbahnwagen sind Oldtimer aus Lissabon, der Stadt des besonderen Lichts, der Mosaik-Pflastersteine und der historischen Straßenbahnen.

Port de Sóller: Noch im Oktober lassen sich im Café an der Promenade die schöne Aussicht auf die Bucht und die vorbeifahrenden historischen Straßenbahnen genießen. / Foto: Ingo Paszkowsky
Port de Sóller: Noch Ende Oktober lassen sich im Café an der Promenade die schöne Aussicht auf die Bucht und die vorbeifahrenden historischen Straßenbahnen genießen. / Foto: Ingo Paszkowsky

Von Palma de Mallorca kann der Küstenort auch per Bahn erreicht werden. Mit dem El Tren de Sóller – von deutschen Touristen “Roter Blitz” genannt – entdeckt man bequem die Serra de Tramuntana. Von Sóller geht es weiter zum Hafen mit der historischen Straßenbahn. Schönere Fotomotive kann es kaum geben. Die Fahrt mit dem Roten Blitz von Palma nach Sóller kostet 25 Euro, hinzu kommen noch 7 Euro für die Straßenbahn.

Mehr Informationen über den „Roten Blitz“ und die historische Straßenbahn: http://trendesoller.com/de/

Kleiner, aber feiner Strand des Hotels Bonsol / Foto: Joshua Donath
Kleiner, aber feiner Strand des Hotels Bonsol / Foto: Joshua Donath

Wir müssen leider wieder zeitig zurück, denn wir wechseln unser Hotel. Die nächsten zwei Tage verbringen wir im familiengeführten 4-Sterne-Superior-Hotel Bonsol in Illetas*. Das Hotel liegt rund acht Kilometer von Palmas Zentrum entfernt. Drei Meerwasser-Swimmingpools, 143 Zimmer, Suiten und Beach Villen, zwei Restaurants, ein Tennisplatz, eine Squash-Anlage, eine Minigolf-Anlage, Spielplätze und ein Beauty- und Wellness-Center sind in einen 8.000 Quadratmeter großen subtropischen Garten gebettet.

Das Hotel Bonsol erinnert äußerlich an eine Burg / Foto: Ingo Paszkowsky
Das Hotel Bonsol erinnert äußerlich an eine Burg / Foto: Ingo Paszkowsky

Das Bonsol ist u.a. bekannt für seine Feiern, viele Gäste reisen extra dafür an. Wir können die alljährliche traditionelle Halloween-Party miterleben – eine tolle Feier. (Lesen Sie mehr in unserem ausführlichen Bericht über das Bonsol.)

Ingo Paszkowsky

Titelfoto / Port de Sóller. Kaum vorzustellen, dass es der 31. Oktober ist. / Foto: Ingo Paszkowsky


Sehenswürdigkeiten in Mallorca

Sehenswürdigkeiten Mallorca - Fotostrecke


Fazit:

Mallorca ist auf jeden Fall im Herbst eine Reise wert. In den Touristenhochburgen am Meer befinden sich zahlreiche Restaurants und Cafés bereits im Winterschlaf. Anders im Landesinnern, wo viele pittoreske Orte, die nicht auf Massentourismus getrimmt sind, lässt sich Authentisches gut erleben – erst recht in der Nebensaison.

Was uns noch aufgefallen ist:

Das Navi unseres Leihwagens leitete uns teilweise durch extrem enge Gassen und holprige Seitenstraßen, obwohl größere Straßen in der Nähe waren. Es ist uns nicht gelungen, diesen „Abenteuer-Modus“ abzustellen, so dass wir doch lieber für die Navigation auf unsere Handys mit Google-Maps setzten.

Die Toiletten in den kleinen Orten waren sämtlich penibel sauber und teilweise sogar individuell eingerichtet, seien es mit Blumen und Pflanzen aufgehübscht, farbige Deckchen und Handtücher etc.

Auf Mallorca ist eine Touristensteuer fällig, die vom Gast zu zahlen ist. Sie richtet sich nach der Qualität der Unterkünfte und nach der Saison. Am höchsten ist die Steuer in 5-Sterne- und 4-Sterne-Superior-Hotels, am geringsten in Herbergen, Hostels und auf Campingplätzen.

Port de Sóller
Port de Sóller Ende Oktober / Foto: Ingo Paszkowsky

Transparenz-Mitteilung

Die Recherchereise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien, PR-Agenturen und bzw. oder Tourismus-Behörden.
Unsere Berichterstattung ist davon unabhängig. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf Inhalt, Ausrichtung oder Tonalität unserer Artikel.


 

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