Urlaub mit dem Hausboot – Tipps für Freizeitkapitäne

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Ein Urlaub auf einem Hausboot ist eine naturnahe, entspannte Art zu reisen, einfacher zu organisieren als viele denken. Und es macht wirklich richtig Laune, wenn einige Tipps beachtet werden.

Wann Kapitäne einen Bootsführerschein brauchen

Gemächlich durch Seen, Kanäle und Flüsse tuckern, anlegen, wo es schön ist, Bademöglichkeiten und Anglerrevier inklusive – ein Urlaub auf dem Hausboot ist genau das Richtige für Menschen, die Erholung fernab von Hotels und Touristenrummel suchen.
In vielen Ländern Europas ist noch nicht einmal ein Bootsführerschein erforderlich. In Deutschland kommt es auf die Region an: Die meisten Bundesländer verlangen, dass der Steuermann einen Sportbootsführerschein besitzt. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg dagegen reicht die zwei- bis dreistündige Einweisung, die Urlauber bei der Bootsübergabe erhalten. Zu beachten ist jedoch, dass diese Regelung nur für Boote mit Platz für bis zu zwölf Personen gilt, die maximal 15 Meter lang und 15 PS stark sind. Das Tempolimit liegt bei zwölf Stundenkilometern. Außerdem dürfen führerscheinlose Ferienkapitäne generell nicht in Gebiete schippern, in denen es viel Berufsschifffahrt gibt.

Frühzeitig die Route planen

Ob Deutschland, Holland, England oder Frankreich – bei den Zielen haben Urlauber die Qual der Wahl. Gut beraten ist, wer sich möglichst genau über die Gewässer vor Ort informiert. Zwar stellt der Charterer meist das nötige Kartenmaterial zur Verfügung.

Es lohnt aber, die Gewässerführer schon bei der Planung zur Hand zu nehmen. So können Kapitän und Crew die Route nach ihren Vorstellungen auswählen. Soll die Strecke an möglichst vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen, vielleicht sogar durch Städte? Dann können Freizeitkapitäne beispielsweise direkt durch die nordenglische Wirtschaftsmetropole Manchester schippern. Ein Hausbooturlaub im Elsass bietet dagegen mehr Ausblicke in die Natur.

Auch sollten zukünftige Bootsführer überlegen, ob und wie viele Schleusen sie sich zutrauen. Die meisten Kanäle sind damit ausgestattet, um Höhenunterschiede im Wasser zu überwinden. Viele Schleusen sind manuell zu bedienen, das heißt der Bootsfahrer dreht selber die Kurbel, um Wasser ein- oder ausströmen zu lassen. Manchmal stehen aber auch Schleusenwärter bereit oder eine automatische Schleuse nimmt den Urlaubern die Arbeit ab. Schleusen sind beliebte Treffpunkte, um mit anderen Bootsfahrern ins Gespräch zu kommen. Über deren Anzahl auf der gewählten Urlaubsstrecke geben ebenfalls die Karten Auskunft.

Ratsam ist bei der Planung auch, das langsame Tempo der Boote im Kopf zu behalten. Urlauber fahren im Schnitt fünf Stunden Boot pro Tag, damit genug Zeit für Besichtigungen, Pausen und Ausflüge bleibt. Über Möglichkeiten, anzulegen, informiert ebenfalls das Kartenmaterial oder auch der Vermieter des Bootes. Oft weisen auch Schilder an der Strecke auf Haltemöglichkeiten oder Parkverbote hin.

In Frankreich ist es Freizeitkapitänen erlaubt, wild anzulegen. Der Strom wird von der Lichtmaschine erzeugt, daher ist es für Wildanleger empfehlenswert, mindestens vier Stunden zu fahren, um für die Nacht ausreichend Strom zu haben. Unabhängig von der Fahrzeit sind Hausbooturlauber, die in einem Hafen anlegen. Dort gibt es für einen kleinen Aufpreis, ähnlich wie auf einem Campingplatz, sowohl Strom- als auch Wasserversorgung. Während der Fahrt beträgt die Spannung an Bord 12V. Sobald das Boot an das Stromnetz an einem Liegeplatz angeschlossen ist, stehen 220V Ladespannung für Elektrogeräte zur Verfügung.

Immer mit der Ruhe

Für das Manövrieren der Boote gilt das Motto: „Immer mit der Ruhe!“ – bei dem An- und Ablegen und auch beim Schleusen gibt es kein Zeitlimit. Freizeitkapitäne, die zum ersten Mal mit einem Hausboot Urlaub machen, sollten ihr eigenes Tempo finden und alles ganz langsam und ohne Hektik angehen. Nach einer (hoffentlich) ausführlichen Einweisung des Hausbootverleihers und ein bisschen Übung fällt das Manövrieren der Boote nach und nach immer leichter.

Was ist an Bord?

Die Hausboote von Verleiher Locaboat sind mit Geschirr, Kochtöpfen, Bettwäsche und Handtüchern ausgestattet. Auch ein Starterset mit Müllbeuteln, Geschirrtüchern und Toilettenpapier ist vorhanden. Was Urlauber selbst mit an Bord bringen müssen, sind Lebensmittel und Gewürze, einen Reiseföhn sowie Hygieneartikel, die für die Dauer des Aufenthalts an Bord nötig sind.


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Was muss mit an Bord?

Hausbooturlaube sind in unseren Breiten von März bis November möglich. Da die Boote mit Heizungen ausgestattet sind, sind sie auch bei kühlerem Wetter gemütlich. Die Boote sind von der Einrichtung her mit Ferienwohnungen vergleichbar. An Bord gibt es Kabinen, eine voll ausgestattete Küche sowie Toiletten und Dusche. Die Boote gibt es für Gruppen von zwei bis zwölf Personen. Aus Platzgründen ist es nicht ratsam, die Verpflegung für die gesamte Tour mitzunehmen. Nachschub kann die Crew unterwegs in jedem Ort kaufen. Frischwasser steht in Häfen und an Liegeplätzen zum Nachfüllen bereit.

Beim Packen sollten Urlauber zu einem Rucksack oder, noch besser, einem Seesack greifen Koffer sind sperrig und nehmen zu viel Platz weg.

Natürlich gehört bei einem Bootsurlaub die passende Kleidung ins Gepäck. Zu jeder Jahreszeit sollten Freizeitkapitäne eine Wind- oder Regenjacke, einen dicken Pullover, eine Mütze und rutschfeste Schuhe dabeihaben, um im Fall eines kleinen Schauers oder kalten Temperaturen gerüstet zu sein. Außerdem erleichtern Gartenhandschuhe die Tauarbeit beim Schleusen. Für warme Tage mit Sonnenschein sollten Urlauber vor dem Ablegen an Sonnencreme und einen Sonnenschutz für den Kopf denken.

In England liegen für den Kapitän und seine Crew oft wetterfeste Regenumhänge im Boot bereit.

Eine gute Idee ist außerdem, Fahrräder mitzunehmen – damit die Urlauber jederzeit zu Erkundungstouren an Land aufbrechen können. Der Verleiher Locaboat bietet einige Services, die den Hausbooturlaub noch angenehmer gestalten. Dazu gehört der Einkaufsservice am Liegehafen, wenn es Freizeitkapitänen nicht möglich sein sollte, die Einkäufe vor Abfahrt zum Boot zu transportieren. Außerdem können Urlauber im Vorfeld einen Parkplatz reservieren, einen Flughafentransfer buchen sowie Fahrräder mieten.

Außerdem wichtig bei der Planung: An den Reiseschutz denken! Wer für seine Urlaube abgesichert sein möchte, dem empfiehlt ERV-Versicherungsexpertin Birgit Dreyer den Abschluss eines RundumSorglos-Jahresschutzes, mit Reiserücktritts-, Reiseabbruch-, Reisekranken- und Reisegepäckversicherung.

Quellen: ERV, Locaboat

Titelfoto: Ingo Paszkowsky


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