Keine Angst, Great Britain hofft auch nach dem Brexit auf Besucher aus der EU

Es hört sich wie ein Aprilscherz an, wenn man das bisherige Agieren der britischen Regierung in Sachen Brexit vor Augen hat. Aber die Regierung in London macht sich tatsächlich Gedanken, was mit den vielen Touristen aus dem (EU-) Ausland wird, die bisher das Vereingte Königreich besucht haben.

Rund 70 Prozent der ausländischen Gäste in Großbritannien kommen aus Europa, heißt es in einer Mitteilung von VisitBritain – der British Tourist Authority. Für sie werde sich auch nach dem Brexit nichts ändern. Flüge würden unverändert fortgesetzt und EU-Bürger werden bis mindestens 2020 mit ihrem gültigen Personalausweis einreisen können, versprechen die Briten. Reisende, die einen elektronischen Reisepass besitzen, kommen ebenfalls weiterhin schnell und umkompliziert durch den E-Gate Bereich.

Die britische Regierung hat die Seite “Visiting the UK after Brexit” (www.gov.uk/guidance/visiting-the-uk-after-brexit)  veröffentlicht, auf der man weitere ausführliche Informationen zur Einreise findet, u.a. zur Gültigkeit von Führerscheinen, der Einreise mit Haustieren und Roaming-Gebühren. Diese Seite werde laufend aktualisiert.

Das Auswärtige Amt teilt zu der Situation derzeit u.a. mit:

“Für den Fall ungeordneten Brexits hat die britische Regierung zugesichert, bis zum 31. Dezember 2020 Personalausweise von EU-Bürgern weiterhin als ausreichend für Reisen anzuerkennen. Ab dem 1. Januar 2021 könnte dann ein Reisepass erforderlich und ein Personalausweis nicht mehr ausreichend sein. Die Einführung einer Visumpflicht für kurzfristige Aufenthalte von bis zu drei Monaten ist derzeit nicht beabsichtigt.” (Stand: 29.3.2019)

Robin Johnson, VisitBritain Direktor Europe: „Europa ist und bleibt ein bedeutender Markt für Großbritannien. Rund 27 Millionen Urlauber aus Europa reisen jährlich zu uns. Wir können Reisenden versichern, dass sich nichts ändern wird, egal was passiert. Unsere freundliche Art die Menschen willkommen zu heißen, bleibt ebenso dieselbe wie die großartige Natur, die zahlreichen Kulturangebote, unser reiches kulturelles Erbe und unsere sehenswerten Städte.

Von Sportveranstaltungen und Musikfestivals bis zu literarischen Festen – Großbritannien liefert jedes Jahr viele tolle Erlebnisse und 2019 wird keine Ausnahme sein. Hotels, Geschäfte und Besucherattraktionen bieten derzeit ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, so dass es eine gute Zeit ist, jetzt eine Reise zu buchen.“

1,7 Millionen Pfund (rund 1,9 Millionen Euro) steckt die britische Tourismusbehörde VisitBritain mit Sitz in London ab April in eine Kampagne für Europa, um Großbritannien als Sommerdestination zu bewerben.

Unter dem Titel “I Travel for…” sollen Reisende aus europäischen Ländern motiviert werden, nach Großbritannien zu kommen, um atemberaubende Landschaften zu entdecken, andere Kulturen zu erleben, neue Regionen kennen zu lernen, zu entspannen oder einfach mal länger auf der Insel zu bleiben.

Die Kampagne läuft in den wichtigsten europäischen Quellmärkten Frankreich und Deutschland, aber auch in Italien, den Niederlanden, Skandinavien und Spanien. Inhaltlich stehen die Landschaft Großbritanniens sowie die lebendige Geschichte, Festivals, Musik und kulturelle Veranstaltungen im Zentrum. Zudem helfen Partner wie Fluggesellschaften oder Reiseveranstalter bei der Verbreitung.

Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Großbritanniens, steht an dritter Stelle im Dienstleistungssektor des Landes und bedarf keiner Handelsabkommen, um weiter zu florieren. VisitBritain rechnet bis 2020 mit 40 Millionen Besuchern nach Großbritannien – zum ersten Mal soll damit die 40 Millionen Marke erreicht werden.

Highlights in Großbritannien 2019:

– 200. Geburtstag von Queen Victoria mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen im ganzen Land

– Tate Britain: Vincent Van Gogh and Britain, 27. März – 11. August 2019

– Wales feiert das Themenjahr: Year of Discovery

–  Schottland: Solheim Cup, 13.-15. September 2019; wichtigster Teamgolfevent für weibliche Profis

Titelfoto: pixabay / stux

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