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Portugal: Street-Art im Centro – gebt den Wänden Farbe!

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Im Centro de Portugal hat sich eine lebhafte Street Art-Szene entwickelt. Ein Streifzug durch Städte, denen moderne Straßenkunst neues Leben und neue Attraktivität verleiht

Vorbei sind die Zeiten, in denen die Wände alter Häuser oder leerstehender Lagerhallen im Centro de Portugal ein tristes Grau verbreiteten. Künstler aus Portugal und aller Welt entdecken das Land als große Leinwand. Sie verarbeiten Einflüsse aus Natur und dem Leben der örtlichen Bevölkerung zu einzigartigen, großformatigen Kunstwerken. Ein Gewinn nicht nur für anreisende Fans der Street Art, sondern auch für die Bewohner der jeweiligen Städte.

Kunst & Wolle in Covilhã – 10 Jahre WOOL Festival in 2021

Die Kleinstadt am Fuß der Serra da Estrela, des Sternengebirges, ist die Keimzelle der Street Art-Bewegung im Centro de Portugal. Einst war Covilhã das Zentrum der portugiesischen Wollwirtschaft, die Produkte der zahlreichen Textilfabriken wurden weltweit verkauft. Doch dann überschwemmten Billigprodukte aus Asien und Afrika den Markt, und in der auf 700 Metern Höhe liegenden Industriestadt schloss eine Fabrik nach der anderen, die Arbeitslosigkeit stieg, und auch die vielen Schäfer in der Serra da Estrela gerieten in Existenznöte.

Heute hat sich in Covilhã Wander- und Bike-Tourismus etabliert. Die Street Art-Motive aber orientieren sich an der glorreichen Vergangenheit: Schafe und Webstühle, Schäfer und Wolle dominieren die Kunstwerke an vielen Häuserfronten.

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Im Centro de Portugal hat sich eine lebhafte Street Art-Szene entwickelt. Ein Kunstwerk von aheneah. Zur Webseite der Künstlerin https://www.aheneah.com/about / Foto: Centro de Portugal

WOOL, Wolle, heißt auch das erste Festival für Straßenkunst im Centro de Portugal, das seit 2011 alljährlich und unter großem Einsatz vieler Helfer vor Ort veranstaltet wird.

Treibende Kraft hinter dem Festival ist Lara Seixo Rodrigues, die in Covilhã geboren wurde, in Lissabon Architektur studierte und sich inzwischen zur international anerkannten und gefragten Expertin entwickelt hat. Sie ist beispielsweise auch Kuratorin eines für Senioren konzipierten Street Art-Festivals im schottischen Aberdeen – und in Estarreja.

Ihre Erfolge können sich sehen lassen: Inzwischen gibt es nicht nur eine Street Art-Route durch das Centro de Portugal, sondern auch eine offizielle Route durch Covilhã, die zu 40 Kunstwerken führt. Und die Organisatoren des WOOL-Festivals sind auch in anderen Städten Portugals sowie international aktiv. Beigetragen haben sie zu Aktionen in Lissabon, Fundão, Coimbra, Abrantes, Figueira da Foz, Lagos, Porto, Paris (Frankreich) und Djerba (Tunesien). Das WOOL Festival feierte 2021 sein 10-jähriges Jubiläum.

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Ein Kunstwerk von Douglas Pereira / Foto: Centro de Portugal

Natur und Kunst in Estarreja

Schon vor einigen Jahren entwickelte sich die Kleinstadt in der Nähe von Aveiro zu einem Zentrum der Urban Art. Die Initialzündung geht auf den renommierten Künstler Bordalo II zurück, dessen Werk „Guarda Rios“, ein riesiger Eisvogel aus Müll, für Furore sorgte. Das Motiv entstand nicht zufällig: Estarreja gilt auch als lohnendes Ziel zur Vogelbeachtung und ist Schauplatz eines Birdwatching-Festivals.

2016 fand dort erstmals das Festival de Arte Urbana Estarreja (ESTAU) statt, bei dem sich das gesamte Stadtgebiet in eine riesige Galerie verwandelte. Einbezogen wurden zahlreiche öffentliche Räume und Einrichtungen der Stadt, u. a. Straßen und Plätze, das Kino, die Bibliothek, das Kulturzentrum und das Museum Egas Moniz.


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Weitere Fotos von WeltReisender Ingo Paszkowsky findest Du hinter diesem Link.


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Eindrucksvolle Streetart von Gonçalo MAR. / Foto: Centro de Portugal

Noch heute kann man an der Tür des Hauses, das der 1955 verstorbene, kunstsinnige Neurologe und Politiker einst bewohnte, den Satz lesen: „Die großen Schulen der bildenden Kunst sind die Museen. Ich wollte, dass die Menschen in jeder Stadt und in jedem Dorf in der geistigen Gemeinschaft der Schönheit aufsteigen.“

Bei den Festivals der vergangenen Jahre entstanden im Stadtgebiet immer neue Kunstwerke von Street Art-Künstlern aus aller Welt. Neben der Installation großer Wandbilder standen auch Workshops, Vorträge, Filmvorführungen und Musikveranstaltungen auf dem Programm.

Inzwischen ist das Festival ESTAU | Estarreja Arte Urbana Teil der EFFE-Festivalgemeinschaft, die von der European Festivals Association (EFA) unterstützt wird und die aus Festivals besteht, die für künstlerische Qualität stehen und einen wesentlichen Einfluss auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene haben.

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Dieses Kunstwerk ist von Julio Anaya Cabanding. Mehr Infos auf seiner Webseite: https://www.julioanayacabanding.com/ / Foto: Centro de Portugal

Schmelztiegel Figueira da Foz

Im Rahmen des multikulturellen Festivals FUSING Culture Experience wurde auch die beliebte Urlauberstadt an der Küste des Centro de Portugal Teil der Urban Art-Bewegung. Besonders beeindruckend ist die Arbeit „Herança Viva“ (Lebendiges Erbe) des weltweit aktiven Künstlers Add Fuel. Es besteht aus den typischen portugiesischen Wandfliesen, Besucher können durch das Werk hindurchgehen.

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Streetart von Mohamed L’Ghacham / Foto: Centro de Portugal

Urban Art und Wein in Viseu

Viseu liegt inmitten des berühmten Dão-Weingebietes, und so lag es nahe, die feinen Tropfen der Umgebung und die Arbeit im Weinberg zum Hauptmotiv der lokalen Street Art-Kunst zu machen. Auf Einladung der Stadtverwaltung gestalteten Künstler aus ganz Europa die Wände alter oder verlassener Gebäude mit ihren kreativen Werken. Trauben, Weingläser und Reben zieren im Rahmen des Festivals Tons da Primavera viele Wände in fast allen Teilen der Stadt.

Anfänge in Aveiro, Leiria und Fundão

Auch in der Lagunenstadt Aveiro können Kunstfans Urban Art entdecken. Beeindruckend: die Arbeit des Künstlers Alexandre Farto (bekannter unter seinem Künstlernamen Vhils), der in seinen Werken traditionelle Graffiti und moderne Kunst verbindet und dabei alte Gemäuer z.B. mit dem Presslufthammer, mit Säure oder gar Sprengstoff bearbeitet.

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Kunstwerk von The Empty Belly. / Foto: Centro de Portugal

In Leiria rief die Stadtverwaltung eine Urban Art-Route mit 13 Stationen ins Leben, die alle auf dem in Portugal sehr populären Roman „Das Verbrechen von Vater Amaro“ von Eça de Queirós basieren.

Und in der Stadt Fundão, die lange vor allem für ihre köstlichen Kirschen bekannt war, schuf die polnische Künstlerin NeSpoon ein Werk, für das traditionelle Spitzenmuster aus der Region auf Ton oder Hauswände gedruckt wurden – beeindruckend!

Weitere Infos zur Route der Straßenkunst (in deutscher Sprache)

Quelle: Centro de Portugal / Visit Center of Portugal

Titelfoto / Kunst & Wolle in Covilhã – 10 Jahre WOOL Festival in 2021 / Foto: Centro de Portugal

Reisehinweise für Portugal

Das milde Klima, 3.000 Sonnenstunden pro Jahr, 1.860 Kilometer Küstenlinie mit über 200 Surfspots, 850 Kilometer Strände an der Atlantikküste und 25 UNESCO-Welterbestätten machen Portugal fast ganzjährig zum idealen Reiseziel.

In dem Land mit den ältesten Grenzen Europas findest Du auf relativ kleinem Raum sehr abwechslungsreiche Landschaften, viele Freizeitmöglichkeiten und ein einzigartiges Kulturerbe, in dem Tradition und Moderne eine harmonische Verbindung eingehen. Die schmackhafte Küche, die guten Weine und die gastfreundlichen Menschen sind weitere Gründe, das Land zu besuchen.

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Portugal / Bild: The World Factbook CIA / gemeinfrei

Portugal besteht aus fünf Regionen auf der iberischen Halbinsel: Porto und der Norden, Centro, Alentejo, Lissabon und Umgebung sowie Algarve. Außerdem gehören zu Portugal die Azoren und Madeira.

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Die portugiesische Flagge / Grafik: gemeinfrei

Währung

Portugal hat den Euro.

Internationaler Telefoncode

351, mit dem Telefon wählst Du entweder +351 oder 00351 und anschließend die Telefonnummer in Portugal mit regionaler Vorwahl

Notrufnummer

112

Wichtig zu wissen: EU-Bürger können mit ihrem Handy in der Regel in Portugal zu den gleichen Konditionen wie im Heimatland telefonieren. Es sei denn, sie haben einen Mobilfunktarif, der dies anders regelt.

Trinkgeld

Wenn eine Servicegebühr nicht in der Rechnung enthalten ist, dann gib rund 10 Prozent Trinkgeld. In ursprünglichen Restaurants ist es bei Barzahlung oft noch üblich, sich das Wechselgeld aushändigen zu lassen und das Trinkgeld beim Verlassen der Lokalität auf dem Tisch zurück zu lassen.

Souvenirs

Portugal produziert ausgezeichnete Weine, nicht nur den legendären Portwein. Wer Fan des nachhaltigen Naturrohstoffes Kork ist, kommt in Portugal voll auf seine Kosten. Es gibt sehr viele Produkte, die aus Kork hergestellt werden: Bekleidung, Taschen, Schirme, sogar Handwaschbecken…Auch handbemaltes Geschirr und Keramikfliesen sind bei Touristen gefragt.

Traditionelle Küche

Bacalhau – getrockneter und gesalzener Kabeljau, der normalerweise zuerst in Wasser oder Milch eingeweicht wird; dazu sind eine Vielzahl von Zutaten wie Kartoffeln, Karotten, Kohl oder Eiern möglich. Der Fisch kann gebacken, gekocht oder gebraten werden. In Portugal gibt es aber auch viele moderne Restaurants, die dieses Gericht nicht anbieten. Ansonsten stehen die Portugiesen auch auf süße Sachen, wie die legendären Törtchen Pastéis.

Anreise

Die Anreise aus Deutschland mit dem Zug ist zeitaufwändig und teuer. Auch mit dem Auto dauert die Anreise sehr lang und belastet die Urlaubskasse stark. Es sind ja nicht nur Kosten für die Abnutzung des Autos und den Kraftstoff, auch die Mautgebühren schlagen beispielsweise für die rund 2.800 Kilometer lange Strecke von Berlin nach Lissabon ins Kontor. Kommt also wirklich nur eine Flugreise infrage. Nach Portugal gibt es von Deutschland aus zahlreiche Direktverbindungen, beispielsweise mit TAP Air Portugal*, Lufthansa*, Eurowings*, easyJet oder Ryanair.

Was sonst noch zu beachten ist

In den Sommermonaten kommt es in Portugal – meist im Zentrum und im Norden – aufgrund der klimatischen Bedingungen immer wieder zu Busch- und Waldbränden. Auf Madeira kann es ganzjährig zu Stürmen, Starkregen und extremen Wetterwechseln kommen.

Die Promillegrenze für Verkehrsteilnehmer beträgt 0,5. Sie liegt bei 0,2 für Fahranfänger in den ersten zwei Jahren und Berufsfahrer.

Der deutsche Führerschein ist bei vorübergehenden Aufenthalten ausreichend.

Wichtige Links

visitPortugal

Reisehinweise des Auswärtigen Amts

Deutschen Staatsangehörigen wird empfohlen sich unabhängig vom Land und der Dauer des Auslandsaufenthalts in die Krisenvorsorgeliste “Elefand“ des Auswärtigen Amts einzutragen

Quellen: eigene Recherche / The World Facbook der CIA / Auswärtiges Amt

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