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Die schlechte Nachricht zuerst: Die Produktion des Superjumbos wurde mangels Nachfrage 2021 eingestellt. Es ist eben doch kompliziert, so viele Sitzplätze immer voll zu bekommen. Die gute Nachricht: Es sind noch zahlreiche A380 im Einsatz und sie werden noch eine Weile fliegen.
Der Airbus A380 sollte den Langstreckenverkehr revolutionieren. Zwei vollständige Passagierdecks, vier Triebwerke und Platz für theoretisch mehr als 800 Menschen machten ihn zum größten Passagierflugzeug der Welt. Doch die Produktion ist längst beendet. Der letzte A380 wurde 2021 ausgeliefert.
Verschwunden ist der Superjumbo deshalb noch lange nicht. Im Gegenteil: Nach der Corona-Pandemie holten mehrere Fluggesellschaften bereits abgestellte Maschinen wieder zurück. 2026 haben zehn Airlines den A380 weiterhin in ihrer Flotte. Und für Passagiere bleibt der Doppelstöcker etwas Besonderes – nicht zuletzt, weil einige Fluggesellschaften den enormen Platz für Dinge nutzen, die in anderen Flugzeugen kaum denkbar wären: Bars, Lounges, Duschen oder sogar eine Suite mit eigenem Schlafzimmer.
Emirates hat den A380 dabei stärker geprägt als jede andere Fluggesellschaft. Doch auch Etihad, Qatar Airways, Korean Air, Qantas oder Singapore Airlines haben ganz eigene Antworten auf die Frage gefunden, was man mit dem zusätzlichen Platz an Bord anfangen kann.
Wie der A380 zum größten Passagierflugzeug der Welt wurde

Als der erste A380 am 27. April 2005 in Toulouse zu seinem Jungfernflug abhob, war das Flugzeug eines der ambitioniertesten Projekte der europäischen Luftfahrtindustrie. Airbus hatte ein Großraumflugzeug entwickelt, dessen Oberdeck sich – anders als bei der Boeing 747 – über nahezu die gesamte Rumpflänge erstreckt.
Der erste kommerzielle Linienflug folgte am 25. Oktober 2007 mit Singapore Airlines. Bis zum Ende des Programms wurden insgesamt 251 A380 an 14 Kunden ausgeliefert. Die letzte Maschine ging am 16. Dezember 2021 an Emirates.
Allein die Dimensionen sind bis heute eindrucksvoll. Der A380 ist rund 72,7 Meter lang, 24,1 Meter hoch und besitzt eine Spannweite von 79,8 Metern. Der Rumpf hat einen Außendurchmesser von rund 7,14 Metern; die Kabine ist auf dem Hauptdeck maximal etwa 6,5 Meter breit. Auf Haupt- und Oberdeck stehen zusammen etwa 550 Quadratmeter Kabinenfläche zur Verfügung. Der A380 ist bis heute das einzige Passagierflugzeug mit zwei durchgängigen Passagierdecks; auf beiden Decks gibt es jeweils zwei Kabinengänge. Zugelassen ist das Flugzeug theoretisch für maximal 853 Passagiere. In den üblichen Airline-Konfigurationen liegt die Zahl allerdings erheblich darunter.
Airbus nennt für den A380 eine Reichweite von rund 14.800 Kilometern. Im Flugzeug sind rund 530 Kilometer Kabel verlegt – das entspricht ungefähr der Luftlinienentfernung zwischen Hamburg und Stuttgart. Mit vier Triebwerken – je nach Version Rolls-Royce Trent 900 oder Engine Alliance GP7000 – stammt der A380 allerdings aus einer Zeit, in der Airlines mit stark wachsenden Passagierzahlen zwischen großen internationalen Drehkreuzen rechneten.
Warum Airbus die Produktion des A380 einstellte

Die kurze Erklärung lautet häufig: Der A380 war einfach zu groß. Ganz so einfach ist es nicht. Für stark ausgelastete Strecken zwischen großen internationalen Drehkreuzen kann ein A380 sehr effizient sein. Das Problem war vielmehr, dass sich der Markt während seiner Produktionszeit veränderte. Moderne zweistrahlige Langstreckenflugzeuge wie Airbus A350 und Boeing 787 lassen sich auf mehr Strecken wirtschaftlich einsetzen. Airlines können damit Direktverbindungen anbieten, für die ein A380 schlicht zu viel Kapazität hätte. Zwei Triebwerke bedeuten außerdem weniger Wartungsaufwand als vier.
Entscheidend für das Produktionsende war schließlich ausgerechnet der mit Abstand wichtigste Kunde des Programms. Der A380-Bestellbestand von Emirates war im Laufe der Jahre auf 162 Flugzeuge angewachsen. 2019 einigten sich Emirates und Airbus auf eine Reduzierung auf 123 Maschinen. Airbus erklärte damals ausdrücklich, dass ohne diesen Auftragsbestand keine Grundlage mehr bestehe, die Produktion über 2021 hinaus fortzuführen.
Der A380 war damit kein technischer Fehlschlag. Das Flugzeug kam vielmehr in einen Markt, der sich schneller veränderte als ursprünglich erwartet.
Der A380 feierte nach Corona ein überraschendes Comeback
Während der Corona-Pandemie sah es zeitweise so aus, als könne das Ende noch schneller kommen. Zahlreiche A380 wurden eingelagert, einige Airlines verabschiedeten den Typ komplett. Air France, Malaysia Airlines, Thai Airways und China Southern gehören heute nicht mehr zu den regulären Betreibern.
Als der internationale Reiseverkehr wieder stark anzog und sich gleichzeitig die Auslieferung neuer Langstreckenflugzeuge verzögerte, änderte sich die Situation. Plötzlich wurde Kapazität gebraucht – und mehrere Airlines verfügten über genau diese Kapazität in Form eingemotteter A380.
Lufthansa holte beispielsweise alle noch vorhandenen acht Maschinen zurück in den Flugbetrieb. Etihad begann ebenfalls mit der schrittweisen Reaktivierung seiner Flotte. Selbst Airbus sprach 2025 wieder von rund 180 A380 im Einsatz. Seit Aufnahme des Liniendienstes seien mit dem Flugzeug mehr als 800.000 Flüge und über 300 Millionen Passagierreisen absolviert worden.
Das Comeback ändert allerdings nichts daran, dass der A380 langfristig ein Auslaufmodell bleibt.

Welche Airlines fliegen auch in nächster Zeit noch mit dem Airbus A380?
Aktuell wird der A380 noch bei zehn Linienfluggesellschaften eingesetzt. Bei den Zahlen muss man allerdings differenzieren, nicht jede Maschine fliegt an jedem Tag im Liniendienst. Flugzeuge können in Wartung, beim Kabinenumbau oder vorübergehend abgestellt sein.
| Airline | A380 im Bestand* | Besonderheit an Bord |
| Emirates | 116 | Onboard Lounge, Shower Spa |
| British Airways | 12 | klassische Vier-Klassen-Konfiguration |
| Singapore Airlines | 12 | sechs große Suites im Oberdeck |
| Qantas | 10 | Lounge für First und Business |
| Etihad Airways | 9 | The Residence, First Apartments, The Lobby |
| Lufthansa | 8 | klassische Premium-Kabinen |
| Qatar Airways | 10 | große Lounge für First und Business |
| Asiana Airlines | 6 | Business Suites mit Türen |
| Korean Air | 5 | Celestial Bar |
| ANA | 3 | komplettes Oberdeck für Premiumklassen |
*Stand 1. Oktober 2026; „Bestand“ bedeutet nicht, dass alle Maschinen gleichzeitig im Liniendienst stehen. Qatar Airways führt zehn A380 in der Flotte, von denen zwei seit 2020 eingelagert sind. Bei Etihad gehören neun A380 zum nutzbaren Bestand; acht fliegen bereits wieder im Passagierdienst, die neunte Maschine wird nach ihrer Rückkehr aus dem Langzeitlager für den Einsatz ab Anfang 2027 vorbereitet.
Damit befinden sich 191 A380 bei den zehn heutigen Linienfluggesellschaften. Emirates allein verfügt mit 116 Maschinen über mehr als 60 Prozent dieses Bestands. British Airways und Singapore Airlines folgen mit jeweils zwölf A380, Qatar Airways mit zehn, Qantas mit zehn, Etihad mit neun, Lufthansa mit acht, Asiana mit sechs, Korean Air mit fünf und ANA mit drei Maschinen.
Acht Etihad-A380 sind wieder im Passagierdienst. Am 17. September 2026 kehrte mit A6-APB auch die letzte langfristig eingelagert gewesene Maschine aus Tarbes nach Abu Dhabi zurück. Sie soll nach Wartung und Aufarbeitung Anfang 2027 wieder in den kommerziellen Betrieb zurückkehren. Von den ursprünglich zehn Etihad-A380 wurde eine Maschine inzwischen zerlegt.
Bar, Dusche oder zusätzliche Sitze: Was Airlines aus dem A380 machen

Gerade hier zeigt sich, warum der A380 für Passagiere interessanter ist als seine bloße Größe vermuten lässt. Es gibt nicht den einen „Sonderraum“ im A380, den jede Airline nach Belieben als Bar, Schlafzimmer oder Sitzbereich nutzt. Die Fluggesellschaften haben ihre Kabinen sehr unterschiedlich geplant. Möglich wird das durch die enorme Fläche des durchgängigen Oberdecks und die vergleichsweise großzügigen Bereiche an Bug und Heck.
Einige Airlines verwandeln diesen zusätzlichen Raum in Gemeinschaftsbereiche. Andere nutzen ihn lieber für besonders große Premiumsitze – oder schlicht für mehr Passagiere.
Emirates: Bar und Duschen über den Wolken
Am stärksten wird der A380 bis heute mit Emirates verbunden. Die Airline aus Dubai bestellte den Flugzeugtyp bereits im Jahr 2000, als er noch unter der Projektbezeichnung A3XX vermarktet wurde. Insgesamt erhielt Emirates 123 A380 und damit nahezu die Hälfte aller gebauten Maschinen. Heute umfasst die Flotte noch 116 Exemplare.
Berühmt wurde vor allem die Onboard Lounge. Sie befindet sich ganz hinten im Oberdeck und steht Passagieren der First und Business Class zur Verfügung. Statt zusätzlicher Sitzreihen gibt es dort eine echte Bar, Sitzgruppen an den Fenstern und einen Bereich, in dem Passagiere während des Fluges zusammenkommen können. Die 2017 eingeführte überarbeitete Lounge ist für bis zu 26 Passagiere ausgelegt, darunter acht Sitzplätze. Emirates hält an dieser Einrichtung auch bei den modernisierten A380 fest.

Noch ungewöhnlicher sind die beiden Shower Spas für First-Class-Passagiere. Emirates war die erste Fluggesellschaft, die Duschen in einer regulären First Class einführte. Die beiden Badezimmer verfügen neben Dusche und Waschbecken unter anderem über Toilette, Umkleidebereich und beheizten Boden.
Für diese Angebote verzichtet Emirates bewusst auf Fläche, die auch für zusätzliche Sitzplätze genutzt werden könnte. Genau diese Bereiche haben den A380 jedoch zu einem Markenzeichen der Airline gemacht.
Gleichzeitig verändert Emirates seine A380 weiter. Im Rahmen eines rund fünf Milliarden US-Dollar schweren Retrofit-Programms sollen 110 A380 modernisiert werden. Bis Mitte September 2026 waren 51 A380 vollständig umgebaut. Besonders interessant ist die Modernisierung der 15 früheren Zwei-Klassen-Flugzeuge: Sie werden auf eine Drei-Klassen-Konfiguration mit 76 Business-Class-, 56 Premium-Economy- und 437 Economy-Sitzen umgestellt. Die erste entsprechend umgebaute Maschine ging im Mai 2026 wieder in Betrieb; bis Ende 2026 sollen alle 15 dieser A380 modernisiert sein.
Weitere Fakten zum Emirates Airbus A380

Der Emirates A380 war auch abseits des regulären Liniennetzes an zahlreichen Flughäfen zu Gast. Bereits 2017 hatte Emirates mehr als 70 Flughäfen gezählt, die einen A380 der Airline im Linienbetrieb, auf Sonder- und Gedenkflügen, bei Tests oder auf Veranstaltungen begrüßt hatten. In Deutschland gehörten dazu neben München, Frankfurt und Düsseldorf unter anderem Hamburg, Berlin zur ILA, Dresden bei den Elbe Flugzeugwerken und Köln beim Deutschen Tag der Luftfahrt 2015. Die Zahl ist seitdem weiter gestiegen: Im August 2026 landete beispielsweise erstmals ein Emirates A380 in Jakarta.
Auch die Lackierung verdeutlicht die Dimensionen des Flugzeugs. Emirates dokumentierte für eine vollständige Entlackierung und Neulackierung eines A380 einen Aufwand von 34 Fachkräften, knapp 6.000 Arbeitsstunden und 15 Tagen. Die lackierte Außenfläche umfasst rund 3.076 Quadratmeter; bei dem dokumentierten Beispiel wurden etwa 1.100 Kilogramm Farbe in sieben Schichten aufgetragen.
Für Aufmerksamkeit sorgten zudem Sonderlackierungen. In den vergangenen Jahren trugen Emirates A380 unter anderem Motive der von der Airline gesponserten Fußballclubs Arsenal, Real Madrid, Paris Saint-Germain und AC Mailand. Im September 2026 stellte Emirates zudem einen A380 in einer Sonderlackierung für den Men’s Rugby World Cup 2027 vor.
Der A380 prägt Dubai auch am Boden
Am Dubai International Airport wurde 2013 mit Concourse A die weltweit erste eigens für den A380 konzipierte Abfertigungsanlage eröffnet. Der Gebäudekomplex umfasst 11 Ebenen und rund 528.000 Quadratmeter Fläche. Er verfügt über 20 für den A380 geeignete Kontaktpositionen sowie 13 Außenpositionen. Eine Besonderheit sind die First- und Business-Class-Lounges: Von dort können Passagiere direkt zu den Flugsteigen beziehungsweise in das Oberdeck des A380 gelangen.
Ein A380 ist in Dubai sogar ganz ohne Triebwerke zur Attraktion geworden. Im Dubai Miracle Garden steht eine lebensgroße Nachbildung des Emirates A380, die mit mehr als 500.000 frischen Blumen und Pflanzen bedeckt ist. Die Installation hält einen Guinness-Weltrekord als größte florale Flugzeugskulptur und gehört weiterhin zu den festen Attraktionen des saisonal geöffneten Gartens.

Etihad: Eine Wohnung mit Schlafzimmer und Dusche
Noch weiter als Emirates ging Etihad Airways. Im vorderen Bereich des A380-Oberdecks befindet sich The Residence.
Dabei handelt es sich nicht lediglich um einen besonders großen First-Class-Sitz. Die Residence besteht aus drei getrennten Räumen: einem Wohnbereich, einem Schlafzimmer mit Doppelbett sowie einem eigenen Badezimmer mit Dusche. Sie kann von bis zu zwei Personen genutzt werden. Etihad bezeichnet sie als einzige Drei-Zimmer-Suite in einem Verkehrsflugzeug.
Daneben gibt es neun First Apartments. Sie verfügen jeweils über einen großen Sessel und eine separate Ottomane, die zu einem Bett umgebaut werden kann.
Zwischen First und Business befindet sich außerdem The Lobby, eine kleine bediente Lounge mit Bar und Sofas für Gäste aus beiden Reiseklassen. Etihad nutzt damit gleich mehrere Bereiche des Oberdecks für Angebote, die über den eigentlichen Sitzplatz hinausgehen.
Qatar Airways: Lounge statt weiterer Business-Sitze
Auch Qatar Airways nutzt einen Teil der A380-Kabine als gemeinschaftlichen Aufenthaltsbereich. First- und Business-Class-Passagiere können eine große Bordlounge mit Bar besuchen.
Qatar Airways bezeichnet sie als eine der größten Lounges ihrer Art. Angeboten werden Getränke, kleine Speisen und Sitzgelegenheiten abseits des eigenen Platzes. Die Lounge befindet sich im Oberdeck, in dem auch acht First-Class- und 48 Business-Class-Sitze untergebracht sind.
Interessant ist der Kontrast zur Boeing 777 und zum A350 der Airline: Dort setzt Qatar Airways mit der Qsuite stark auf den persönlichen Sitzbereich. Der A380 ermöglicht zusätzlich einen echten Gemeinschaftsraum.
Korean Air: Die Celestial Bar
Eine weitere echte Bar befindet sich in den A380 von Korean Air. Die Celestial Bar steht Passagieren der First Class und Prestige Class zur Verfügung.
Korean Air bewirbt den Bereich auch 2026 weiterhin ausdrücklich als Besonderheit seiner A380. Die Bar ist weniger groß als die Emirates Lounge, verfolgt aber dasselbe Prinzip: Premiumgäste können ihren Sitz verlassen und einen separaten Aufenthaltsbereich nutzen.
Die Bedeutung des A380 innerhalb der Korean-Air-Flotte nimmt allerdings ab. Im offiziellen Flugzeugregister waren im Juli 2026 noch fünf Maschinen des Typs aufgeführt.
Qantas: Lounge vorne im Oberdeck
Auch Qantas entschied sich gegen eine maximale Bestuhlung. Im Oberdeck befindet sich eine Lounge für First- und Business-Class-Passagiere.
Nach der Modernisierung der Kabine gibt es dort 70 Business-Class-Sitze und 60 Plätze in der Premium Economy. Die First Class mit 14 Sitzen befindet sich dagegen vorne im Hauptdeck. Economy ist vollständig auf dem Hauptdeck untergebracht. Insgesamt bietet der Qantas-A380 485 Plätze.
Die Lounge im Oberdeck ist damit tatsächlich ein zusätzlicher Aufenthaltsraum und nicht einfach ein besonders großzügiger Sitzbereich.
Singapore Airlines: sechs Suiten statt möglichst vieler Sitze
Singapore Airlines verwendet die besondere Fläche anders. Die aktuelle A380-Generation besitzt vorne im Oberdeck lediglich sechs Suites.
Jede Suite bietet einen separaten Ledersessel und ein eigenes Bett. Bei jeweils zwei benachbarten Suiten lassen sich die Betten sogar zu einem Doppelbett kombinieren. Hinter den sechs Suites folgen 78 Business-Class-Sitze.
Damit entsteht kein gemeinsamer Barbereich, dafür wird außergewöhnlich viel Fläche für sehr wenige Passagiere verwendet. Der A380 ermöglicht Singapore Airlines somit eine First Class, die sich eher an ein kleines privates Zimmer als an einen konventionellen Flugzeugsitz annähert.
Asiana: Aus der First Class wird eine Business Suite

Einen interessanten Mittelweg geht Asiana Airlines. Die ehemaligen First-Class-Suiten des A380 verschwanden nicht, nachdem die Airline ihre klassische First Class aufgegeben hatte.
Stattdessen werden die Sitze heute als Business Suites vermarktet. Sie besitzen Schiebetüren und einen sehr großzügigen persönlichen Bereich. Business-Class-Passagiere können diese besonderen Plätze gegen Aufpreis reservieren.
Damit zeigt sich zugleich ein Vorteil des A380: Auch ältere, besonders großzügige Kabinenprodukte lassen sich weiterverwenden, ohne die gesamte Kabine neu konstruieren zu müssen.
ANA: Das Oberdeck wird zum Premiumdeck
Bei All Nippon Airways (ANA) gibt es dagegen keine spektakuläre Lounge wie bei Emirates oder Qatar Airways. Dafür wird das Oberdeck konsequent den höherwertigen Reiseklassen vorbehalten.
Die drei farbenfroh lackierten FLYING HONU bieten jeweils 520 Plätze. Im Oberdeck befinden sich acht First-Class-Sitze, 56 Business-Class-Sitze und 73 Plätze in der Premium Economy. Das komplette Hauptdeck ist mit 383 Economy-Sitzen ausgestattet. ANA setzt die A380 vor allem auf der Verbindung zwischen Tokio-Narita und Honolulu ein.
Auch das ist eine besondere Nutzung des Doppelstockprinzips: Die verschiedenen Reiseerlebnisse werden fast vollständig auf zwei Ebenen voneinander getrennt.
Lufthansa und British Airways nutzen den Raum klassischer

Nicht jede Airline hielt Bars und Lounges für sinnvoll. Lufthansa nutzt ihre acht A380 weitgehend klassisch mit First, Business, Premium Economy und Economy. Die derzeitigen Konfigurationen bieten je nach Maschine unter anderem acht First-Class-, 68 oder 78 Business-Class-, 52 Premium-Economy- und 371 Economy-Plätze.
Auch British Airways verzichtet auf eine separate Bordbar oder Dusche. Die zwölf A380 haben jeweils 469 Plätze in vier Reiseklassen. Bemerkenswert ist dabei, dass die 14 First-Class-Suiten im Hauptdeck liegen. Das Oberdeck wird vor allem für Club World, Premium Economy und Economy genutzt.
Der Vergleich zeigt: Zusätzlicher Raum muss nicht zwangsläufig in spektakuläre Sonderbereiche fließen. Für manche Airlines ist es attraktiver, ihn für zusätzliche Sitze oder größere Premiumkabinen zu verwenden.

Wie lange wird der Airbus A380 noch fliegen?
Die Zukunft fällt von Airline zu Airline sehr unterschiedlich aus. Emirates investiert derzeit Milliarden in seine vorhandene Flotte und will den A380 noch bis weit in die 2030er-Jahre und nach bisherigen Aussagen teilweise bis in die 2040er-Jahre einsetzen. Das aufwendige Retrofit-Programm ergibt nur Sinn, wenn die Maschinen noch viele Jahre genutzt werden.
Bei anderen Betreibern dürfte der Abschied früher beginnen. Qantas hat im August 2026 angekündigt, seine zehn A380 bereits ab Mitte 2028 schrittweise auszumustern. Ursprünglich war ein deutlich längerer Einsatz vorgesehen. Als Gründe nennt das Unternehmen unter anderem steigende Wartungs- und Störungskosten sowie die Ankunft modernerer Langstreckenflugzeuge.
Gleichzeitig zeigt Etihad gerade das Gegenteil: Die Airline investiert erneut Geld, um selbst lange eingemottete A380 zurück in den Dienst zu holen.
Der A380 befindet sich deshalb in einer ungewöhnlichen Phase. Das Flugzeug ist technisch ein Auslaufmodell, im täglichen Betrieb aber noch längst nicht verschwunden.
Ingo Paszkowsky
Titelfoto / Der Emirates Airbus A380 präsentiert sich auf dem Vorfeld der ILA Berlin 2026 vor dramatischer Wolkenkulisse und Messehallen. Foto: Ingo Paszkowsky
(Hinweis: Der Beitrag wurde bereits vor längerer Zeit veröffentlicht. Wir haben ihn aktualisiert.)
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