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Airbus A350-900 hat Welttour mit 150000 Kilometern erfolgreich absolviert

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Die A350-900, das neueste Verkehrsflugzeug der Welt, hat Mitte August eine Reihe von Testflügen erfolgreich abgeschlossen und wurde in jeder der 14 Städte, die sie in den letzten drei Wochen besucht hat, begeistert empfangen. Bei den technischen „Route Proving“-Flügen muss das Flugzeug seine Bereitschaft für den Airline-Betrieb weltweit nachweisen. Diese letzte Reihe von Tests ist für die Musterzulassung erforderlich, die im 3. Quartal diesen Jahres geplant ist.

Die A350 XWB schloss die Streckenerprobung mit ihrem Flug von Helsinki, Finnland, nach Toulouse, Frankreich, mit der Landung am 13. August (17:00 UTC) erfolgreich ab. Das Versuchsprogramm führte das Testflugzeug mit der Seriennummer MSN 005 auf eine beeindruckende 20 Tage lange Reise rund um die Welt, über den Nordpol und alle Ozeane. Dabei wurden Zwischenstopps auf 14 wichtigen Flughäfen weltweit eingelegt.

Weltreise in 180 Flugstunden

Bei dieser Weltreise legte der Airbus etwa 81 700 nautische Meilen (oder auch Seemeilen genannt – 1 Seemeile beträgt 1852 Meter) bzw. 151 300 Kilometer in etwa 180 Flugstunden zurück. Alle Flüge seien termingerecht absolviert worden, teil Airbus mit. Das Flugzeug wurde von Airbus-Piloten geflogen. Auf der Strecke von Doha nach Perth, Moskau und Helsinki beteiligte sich auch eine Crew der Fluggesellschaft Qatar Airways. Außerdem wurde das Flugzeug bei zwei Teilstrecken auch von Piloten der europäischen Agentur für Luftsicherheit (EASA) geflogen.

Ein großes Highlight war der Flug von dem auf 1.694 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Johannesburg Tambo International Airport nach Sydney. Bei diesem Flug wurde die ausgezeichnete Leistung der A350 XWB auf hoch gelegenen Flughäfen nachgewiesen. Die Flüge von Johannesburg nach Sydney und von Auckland nach Santiago de Chile demonstrierten außerdem die Fähigkeit der A350 XWB für Ultra-Langstrecken, inklusive ETOPS (http://de.wikipedia.org/wiki/ETOPS).

Die technische Streckenerprobung begann am 24. Juli in Toulouse, Frankreich, und umfasste die folgenden Destinationen: Frankfurt, Singapur und Hongkong. Die dritte Reise brachte das Flugzeug nach Johannesburg und Sydney, gefolgt von Auckland, Santiago de Chile und Sao Paulo. Die vierte und letzte Reise führte nach Perth, gefolgt von Doha, Moskau und Helsinki.

A350 von TAM Airlines soll erster Airbus auf amerikanischen Kontinent sein

An jeder Destination zeigte die A350 XWB die erwartete Leistung und landete termingerecht. Die Prüfungen bezogen sich auf die Standardwartung sowie die Kompatibilität mit dem normalen Flughafenbetrieb. Außerdem wurde das automatische Landesystem der A350 XWB bei einem in Johannesburg durchgeführten lokalen Flug demonstriert.

TAM Airlines, Mitglied der LATAM Airlines Group, wird die erste Airline auf dem amerikanischen Kontinent und vierte weltweit sein, die den Airbus A350-900 XWB in Betrieb nimmt. Das Unternehmen hat bereits 27 Maschinen dieses Typs in Auftrag gegeben, die zwischen Ende 2015 und 2019 geliefert werden sollen.

Effizienz steht im Vordergrund

Airbus führt mit der A350 XWB eine völlig neue Familie von Großraumflugzeugen mittlerer Passagierkapazität ein. Diese modernen Jets werden die Effizienz des Flugverkehrs im Mittel- bis Langstreckensegment entscheidend prägen, sagt Airbus. Die A350 XWB wird die besonderen Anforderungen erfüllen, die sich für die Airlines aufgrund unbeständiger Kraftstoffpreise, steigender Erwartungen der Fluggäste und strengerer Umweltauflagen ergeben.

Erstmals in Amerika, der Airbus A350. TAM Airlines, Mitglied der LATAM Airlines Group, wird die erste Airline auf dem amerikanischen Kontinent sein, die den Airbus A350-900 XWB in Betrieb nimmt. Foto: Airbus
Erstmals in Amerika, der Airbus A350. TAM Airlines, Mitglied der LATAM Airlines Group, wird die erste Airline auf dem amerikanischen Kontinent sein, die den Airbus A350-900 XWB in Betrieb nimmt. Foto: Airbus

Die A350 XWB-Familie umfasst drei Passagierversionen mit einer Langstreckenreichweite von 15 580 Kilometern. Die A350-800 wird in einer typischen Kabinenkonfiguration mit zwei Klassen 276 Passagieren Platz bieten, während die A350-900 für 315 und die A350-1000 für 369 Passagiere bestuhlt werden.
Mit dem gleichen Flugzeuggrundmuster in drei verschiedenen Größen könnten Fluggesellschaften ihre A350 XWB-Flotten exakt an die Kapazitätsanforderungen ihrer Strecken anpassen und sich ein optimales Ertragspotenzial sichern. Piloten können alle drei Versionen mit der gleichen Zulassung fliegen, was die Profitabilität der Airlines weiter erhöht.

Komfortable, effiziente Kabine – 12,7 cm breiter als bei der 787

Die A350 XWB zeichnet sich durch die leiseste und komfortabelste Kabine in ihrer Größenkategorie aus. Der Passagierraum weist von Armlehne zu Armlehne einen Querschnitt von 5,58 Metern auf – 12,7 cm mehr als bei der Boeing 787. Im Vergleich zu dieser kann die A350 XWB überdies mit bis zu 35 Sitzen zusätzlich bestuhlt werden, was Ertragsvorteile in einer Größenordnung von bis zu zehn Prozent bedeutet. Die einzelnen Sitze sind 46 cm breit.
Die Passagiere profitieren in der A350 XWB auch von größerer Kopffreiheit, breiteren Panoramafenstern und geräumigeren Gepäckablagefächern. Die Crew erhält für ihre Erholungszeiten komfortable Ruhebereiche. Diese sind oberhalb des Hauptdecks installiert, belegen keine Sitzfläche und bieten Fluggesellschaften somit höchste Effizienz im Flug.

25 Prozent sparsamer im Verbrauch und kostengünstiger im Betrieb als die 777

Airbus integriert in der A350 XWB modernste Technologien sowie neueste Errungenschaften aus den Bereichen Aerodynamik und Konstruktion. Dies ermöglicht eine Optimierung der Treibstoffeffizienz um 25 Prozent im Vergleich zur Boeing 777 und um sechs Prozent im Vergleich zur 787, so der Hersteller.
Die besonders gewichtseffiziente Flugzeugzelle besteht zu 53 Prozent aus Verbundwerkstoffen, die mit Titan- und fortschrittlichen Aluminiumlegierungen kombiniert sind. Damit liegt der Anteil moderner Werkstoffe an der Struktur insgesamt bei über 70 Prozent. Der Rumpf auf Basis von Kohlefaserverbundwerkstoffen (CFK) trägt wesentlich zum geringeren Treibstoffverbrauch bei und erhöht zudem die Wartungsfreundlichkeit.

150 000 Kilometer Testflug rund um die Welt absolviert. Foto: Airbus / Bengt Lange, www.bildwerk-lange.de
150 000 Kilometer Testflug rund um die Welt absolviert. Foto: Airbus / Bengt Lange,
www.bildwerk-lange.de

Robuste Systeme auf dem neuesten Stand der Technik tragen auch zur Senkung der Wartungskosten bei. In Verbindung mit der Treibstoffeffizienz des Jets liegen die Sitzmeilenkosten so um 25 Prozent unter denen der Boeing 777 und um circa acht Prozent unter denen der 787. Die Kommunalität bei Triebwerken, Systemen und Ersatzteilen innerhalb der A350 XWB-Familie wird die Betriebskosten noch weiter senken.
Airbus sieht eine große Notwendigkeit in der nachhaltigen Entwicklung des Luftverkehrs. Mit der A350 XWB-Familie bieten sich Effizienzvorteile, die im erheblichen Maße auch der Umwelt zugute kommen. Modernste Rolls-Royce Trent XWB-Triebwerke und ein aerodynamisches Design tragen zu einer Reduzierung der Emissionen bis weit unter die gegenwärtigen – und künftig zu erwartenden – vorgeschriebenen Grenzwerte bei. Die Kohlendioxidemissionen pro Passagier werden im Vergleich zu heutigen Flugzeugen der gleichen Kategorie um 25 Prozent verringert, während der Außengeräuschpegel bis zu 15 EPNdB (Effective Perceived Noise Decibel) unter den Anforderungen nach ICAO, Kapitel 4, liegen wird. Airbus prognostiziert für die nächsten 20 Jahre einen Bedarf an rund 6.900 neuen Großraumpassagierflugzeugen.

Bis Ende Juni 2014 lagen Airbus für die A350 XWB bereits 742 Bestellungen von 38 Kunden aus aller Welt vor. Großbesteller sind die arabischen Fluggesellschaften Qatar Airways mit 80 Maschinen und Etihad mit 62 Flugzeugen. Singapore Airlines mit 70 Maschinen und Cathay Pacific mit 46 Fliegern. IP

Titelfoto: Airbus / Pascal Pigeyre

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