Einmal einen Koala aus nächster Nähe erleben, ihn streicheln oder sogar auf dem Arm halten – für viele Australienreisende gehört das zu den besonderen Urlaubserlebnissen. Vor allem im Bundesstaat Queensland gibt es zahlreiche Wildlife Parks, Zoos und Schutzstationen, in denen Besucher den süßen australischen Beuteltieren nahekommen können.
Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren einiges verändert. In unserem Artikel vom Dezember 2012 sah die Situation noch anders aus. Heute bieten nur einige Einrichtungen weiterhin ein klassisches „Koala Cuddle“ an. Andere lassen Besucher die Tiere lediglich streicheln oder für ein Foto neben ihnen stehen. Und einige Parks haben das Halten von Koalas inzwischen ganz eingestellt.
Koalas knuddeln: In Queensland gelten strenge Regeln
Wo Koalas von Besuchern gehalten werden dürfen, ist dies streng reglementiert. Nach dem in Queensland geltenden Verhaltenskodex darf ein einzelner Koala höchstens 30 Minuten pro Tag und insgesamt maximal 180 Minuten pro Woche für solche Begegnungen eingesetzt werden. Nach spätestens drei aufeinanderfolgenden Tagen muss ein Ruhetag folgen. Nur in Gefangenschaft geborene, geeignete Tiere dürfen eingesetzt werden; Weibchen mit Jungtieren im Beutel oder auf dem Rücken sind grundsätzlich ausgeschlossen.
Das erklärt auch, warum eine gebuchte Begegnung mit einem Koala nicht zwangsläufig bedeutet, dass das Tier tatsächlich gehalten werden darf. Tierpfleger können das Programm jederzeit an das Befinden eines Tieres anpassen.
Von Port Douglas im tropischen Norden bis zur Gold Coast südlich von Brisbane gibt es dennoch eine erstaunlich große Auswahl.

Wildlife Habitat Port Douglas: Frühstück neben Koalas
Im Wildlife Habitat Port Douglas lassen sich verschiedene Lebensräume Nordqueenslands auf relativ kleinem Raum kennenlernen. Neben Koalas leben hier unter anderem Kasuare, Kängurus, Baumkängurus, Vögel und Salzwasserkrokodile.
Besonders reizvoll ist das „Breakfast with the Birds and Koalas“. Dabei wird zwischen 8 und 9 Uhr im Curlew Café inmitten des Wetlands-Bereichs gefrühstückt. Frei laufende Vögel bewegen sich in der Umgebung, während Koalas in ihrem unmittelbar angrenzenden Habitat zu beobachten sind. Eine vorherige Reservierung ist erforderlich.
Auch professionelle Fotos mit einem Koala werden angeboten. Die aktuelle Beschreibung des Parks verspricht dabei allerdings kein klassisches Halten des Tieres. Wer speziell einen „Koala Cuddle“ möchte, sollte deshalb vorab nachfragen.
Praktische Informationen: Wildlife Habitat Port Douglas, 1 Port Douglas Road, Port Douglas QLD 4877. Geöffnet täglich von 8 bis 16 Uhr, am 25. Dezember geschlossen.
Website Wildlife Habitat Port Douglas
Hartley’s Crocodile Adventures: Koala streicheln und Krokodile beobachten
Etwa auf halber Strecke zwischen Cairns und Port Douglas liegt Hartley’s Crocodile Adventures. Bekannt ist der Park vor allem für seine Krokodile und die Bootstouren auf Hartley’s Lagoon. Aber auch Koalas gehören zum Tierbestand.
Das Angebot hat sich gegenüber früher verändert. In der aktuellen Broschüre für 2026 wird bei den speziellen Wildlife Encounters ausdrücklich ein „Koala patting photo“, also ein Foto beim Streicheln eines Koalas, angeboten. Ein klassisches Koala-Holding wird dagegen nicht mehr beworben. Die tägliche Koala-Fütterung findet derzeit um 16:30 Uhr statt.
Außerdem gibt es weiterhin „Hartley’s Koala Breakfast“: Das warme Frühstück wird von 8:30 bis 9:30 Uhr serviert; zwischen 9 und 9:30 Uhr kommt ein Koala gemeinsam mit einem Tierpfleger auf die Restaurantterrasse. Anschließend sind die regulären Tierpräsentationen und eine Bootsfahrt auf Hartley’s Lagoon eingeschlossen. Eine Vorabreservierung ist erforderlich und muss nach aktuellem Stand spätestens bis 16 Uhr am Vortag erfolgen.
Praktische Informationen: Hartley’s Crocodile Adventures, 4019 Captain Cook Highway, Wangetti QLD 4877. Geöffnet täglich 8:30 bis 17 Uhr; Weihnachten sowie an einzelnen Veranstaltungstagen kann der Park geschlossen sein.
Website Hartley’s Crocodile Adventures

Rainforestation Nature Park: Mitten hinein ins Koala-Gehege
Der Rainforestation Nature Park liegt im Regenwald oberhalb von Cairns unweit des Ortes Kuranda. Bekannt ist die Anlage auch für ihre amphibischen „Army Ducks“ und das Pamagirri Aboriginal Experience.
Zum Park gehört ein Koala & Wildlife Park mit Kängurus, Wallabys, Kasuaren, Krokodilen, Tasmanischen Teufeln und anderen australischen Tieren. Besonders nah an die Koalas kommt man bei der Exclusive Koala Experience. In einer kleinen Gruppe von höchstens acht Teilnehmern geht es gemeinsam mit einem Tierpfleger für rund 30 Minuten direkt in das Koala-Gehege. Die Tour findet derzeit täglich um 11:30 und 13:30 Uhr statt. Zahlreiche Nahaufnahmen und Selfies sind möglich; ein garantiertes Halten eines Koalas verspricht die aktuelle Beschreibung jedoch nicht.
Praktische Informationen: Rainforestation Nature Park, 1030 Kennedy Highway, Kuranda QLD 4881. Geöffnet täglich 9 bis 16 Uhr, letzter Einlass in den Wildlife Park um 15:30 Uhr.
Website Rainforestation Nature Park
Kuranda Koala Gardens: Streicheln ausdrücklich erlaubt
Noch eindeutiger ist das Angebot der Kuranda Koala Gardens in den Kuranda Heritage Markets. Hier können Besucher derzeit ausdrücklich einen Koala streicheln und sich dabei fotografieren lassen.
Die „Koala Patting Photos“ werden aktuell um 11, 12, 13 und 14:30 Uhr angeboten. Einzelpersonen ebenso wie Familien können neben einem Koala stehen und das Tier unter Aufsicht berühren. Die Zahl der Termine ist begrenzt, damit die Ruhezeiten der Tiere eingehalten werden. Ein Halten auf dem Arm wird im aktuellen Angebot dagegen nicht mehr genannt.
Praktische Informationen: Kuranda Koala Gardens, Kuranda Heritage Markets, 2–4 Rob Veivers Drive, Kuranda QLD 4881. Geöffnet täglich 9:30 bis 16 Uhr, außer am 25. Dezember.
Website Kuranda Koala Gardens

Cooberrie Park Wildlife Sanctuary: Hier kann man Koalas noch halten
An der Capricorn Coast bei Yeppoon liegt das Cooberrie Park Wildlife Sanctuary. Die Einrichtung kümmert sich um gerettete Wildtiere aus Central Queensland und betreibt nach eigenen Angaben außerdem ein Zuchtprogramm für Koalas und Kasuare.
Für Besucher ist Cooberrie Park besonders interessant, weil hier weiterhin ein echtes „Koala Hold“ angeboten wird. Die Termine finden derzeit um 11:30 und 13:30 Uhr statt; Teilnehmer müssen mindestens zehn Jahre alt sein. Daneben gibt es zu denselben Zeiten einen reinen „Koala Encounter“, bei dem der Koala berührt, aber nicht gehalten wird. Beim täglichen interaktiven Tierprogramm um 13 Uhr ist das Streicheln eines Koalas ebenfalls möglich.
Praktische Informationen: Cooberrie Park Wildlife Sanctuary, 9 Stones Road, Yeppoon, Capricorn Coast QLD 4703. Geöffnet täglich 10 bis 15 Uhr; das interaktive Tierprogramm beginnt um 13 Uhr.
Website Cooberrie Park Wildlife Sanctuary
Snakes Downunder: Koalas streicheln bei Childers
Der Snakes Downunder Reptile Park & Zoo bei Childers ist trotz seines Namens nicht nur Reptilien vorbehalten. Neben Schlangen, Krokodilen und anderen Tieren leben dort auch Koalas. Beim „Koala Encounter“ dürfen Besucher die Tiere unter Anleitung eines Tierpflegers vorsichtig streicheln und mit ihnen interagieren; hochheben dürfen sie die Koalas nicht. Eine Aufnahme des Besuchs ist im Angebot enthalten.
Die Koala Encounters werden derzeit um 11 und 13 Uhr angeboten. Zusätzlich gibt es täglich um 10:45 Uhr einen Koala Talk.
Praktische Informationen: Snakes Downunder Reptile Park & Zoo, 51 Lucketts Road, Childers QLD 4660. Geöffnet in der Regel 9:30 bis 15 Uhr, letzter Einlass 14:20 Uhr; mittwochs geschlossen. Während der Schulferien in Queensland ist der Park sieben Tage pro Woche geöffnet. Geschlossen außerdem am 25. und 26. Dezember, Karfreitag und ANZAC Day.
Website Snakes Downunder Reptile Park & Zoo

Wildlife HQ Zoo: Koalas an der Big Pineapple
Auf der Sunshine Coast liegt der Wildlife HQ Zoo auf dem Gelände der bekannten Big Pineapple in Woombye. Der Zoo beherbergt mehr als 200 einheimische und exotische Tiere. In der Koala Station lassen sich erwachsene Koalas und Jungtiere beobachten; zusätzlich wird ein „Koala Encounter“ angeboten.
Bei diesem Encounter kommen Besucher einem Koala aus nächster Nähe und erfahren von den Tierpflegern mehr über Lebensweise, Ernährung und Schutz der Tiere. Nach Angaben des Zoos besteht dabei gegebenenfalls auch die Möglichkeit, Eukalyptusblätter anzubieten. Ein klassisches Koala-Holding wird im aktuellen Angebot nicht zugesichert.
Praktische Informationen: Wildlife HQ Zoo, 76 Nambour Connection Road, Woombye QLD 4559. Geöffnet täglich 9 bis 16 Uhr, letzter Einlass 15 Uhr; am 25. Dezember geschlossen.
Website Wildlife HQ Zoo
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Australia Zoo: Hier gibt es den „Cuddly Koala“ noch
An der Sunshine Coast südlich von Noosa liegt der durch Steve Irwin und die Fernsehserie „The Crocodile Hunter“ international bekannt gewordene Australia Zoo.
Wer unter „Koalas knuddeln“ tatsächlich eine unmittelbare Begegnung versteht, findet hier eines der deutlichsten Angebote: Der Zoo nennt sein Programm ganz unverblümt „Cuddly Koala Encounter“. Dabei kommen Besucher unter Aufsicht eines Tierpflegers einem Koala sehr nahe und dürfen ihn im Rahmen des angebotenen Cuddles auch berühren. Das Angebot richtet sich an Teilnehmer ab acht Jahren und wird derzeit mehrmals täglich angeboten.
Zum Australia Zoo gehört außerdem ein großes Wildlife Hospital, das verletzte, kranke oder verwaiste Wildtiere versorgt. Gerade Koalas gehören regelmäßig zu dessen Patienten.
Lesehinweis: Speziell ausgebildete Spürhunde können in Australien lebende Koalas selbst hoch oben in Eukalyptusbäumen aufspüren.
Praktische Informationen: Australia Zoo, 1638 Steve Irwin Way, Beerwah QLD 4519. Geöffnet täglich 9 bis 17 Uhr; einige Tiere ziehen sich bereits gegen 16:30 Uhr in ihre Nachtquartiere zurück.
Website Australia Zoo
Lone Pine bei Brisbane: Koalas ja, Halten nein
Das Lone Pine Koala Sanctuary westlich des Zentrums von Brisbane gehört zu den traditionsreichsten Koala-Einrichtungen Australiens. Es wurde bereits 1927 gegründet.
Seit Juli 2024 dürfen bei Lone Pine keine Koalas mehr von Besuchern gehalten werden. Die Einrichtung begründete die Entscheidung unter anderem mit einer zunehmenden Nachfrage nach längeren Begegnungen, bei denen die Tiere in ihrem eigenen Umfeld beobachtet werden können. Statt der früheren Koala Holds gibt es unter anderem Koala Close-Ups, Koala Moments und eine Koala Discovery Tour.
Wer alte Reiseführer oder Fotos kennt, auf denen Besucher bei Lone Pine einen Koala im Arm halten, sollte sich davon also nicht täuschen lassen: Diese Möglichkeit besteht dort heute nicht mehr.
Praktische Informationen: Lone Pine Koala Sanctuary, 708 Jesmond Road, Fig Tree Pocket QLD 4069, etwa zwölf Kilometer vom Zentrum Brisbanes entfernt. Geöffnet täglich 9 bis 17 Uhr, letzter Einlass 16 Uhr.
Website Lone Pine Koala Sanctuary

Currumbin Wildlife Sanctuary: Koala halten ist noch möglich
An der Gold Coast ist das Currumbin Wildlife Sanctuary eine der interessantesten Adressen für Besucher, die einen Koala nicht nur anschauen möchten.
Beim aktuellen Koala Photo besteht die Wahl zwischen einem Foto neben einem Koala im Baum und einem Foto, bei dem eine Person das Tier tatsächlich hält. Für das Halten gelten klare Voraussetzungen: Besucher müssen mindestens 140 Zentimeter groß und mindestens zwölf Jahre alt sein sowie das Gewicht des Koalas sicher tragen können. Letztlich entscheidet das zuständige Tierpfleger-Team am jeweiligen Tag. Ist ein Hold nicht möglich, wird beispielsweise ein Foto neben dem Tier angeboten.
Auch der Titel dieses Artikels hat in Currumbin weiterhin eine ganz wörtliche Berechtigung: Beim „Breakfast with Koalas“ wird in Gegenwart der Tiere gefrühstückt. Das Programm startet derzeit montags, dienstags, mittwochs, samstags und sonntags um 8 Uhr. Im Angebot enthalten ist auch ein professionelles Koala-Foto.
Zum Sanctuary gehört außerdem ein Wildlife Hospital, in dem verletzte und erkrankte Wildtiere behandelt werden.
Praktische Informationen: Currumbin Wildlife Sanctuary, 28 Tomewin Street, Currumbin QLD 4223. Geöffnet täglich 9 bis 16 Uhr, letzter Einlass 15:30 Uhr. Geschlossen am 25. April, dem ANZAC Day, und am 25. Dezember.
Website Currumbin Wildlife Sanctuary
Dreamworld: „Pat“ oder „Cuddle“
Auch der große Freizeitpark Dreamworld an der Gold Coast besitzt mit „WILD with Australian Geographic“ einen umfangreichen Bereich mit australischen Tieren.
Bei den Koala-Fotos unterscheidet Dreamworld derzeit ausdrücklich zwischen einem „Koala pat photo“ und einem „Koala cuddle photo“. Besucher können sich also entweder beim Streicheln oder bei einer noch engeren Begegnung fotografieren lassen. Die Angebote werden zusätzlich zum regulären Parkeintritt verkauft und unterliegen den jeweiligen Bedingungen des Tierprogramms.
Bei Dreamworld sollte man die Öffnungszeiten unmittelbar vor dem Besuch überprüfen. Der Park arbeitet mit einem tagesabhängigen Kalender. Regulär sind häufig 10 bis 17 Uhr vorgesehen; an Ferien- und Veranstaltungstagen gibt es verlängerte Öffnungszeiten. Anfang Oktober 2026 sind beispielsweise einzelne Tage bis 21 Uhr ausgewiesen.
Praktische Informationen: Dreamworld, Dreamworld Parkway, Coomera, Gold Coast QLD 4209. Öffnungszeiten tagesabhängig, meist etwa 10 bis 17 Uhr – den jeweiligen Besuchstag vorher im Parkkalender kontrollieren.
Website Dreamworld

Paradise Country: Sonntags Frühstück mit Koalas
Ebenfalls an der Gold Coast liegt Paradise Country, eine Mischung aus australischer Farm, Wildlife Park und Familienattraktion.
Besonders interessant ist das Koala Breakfast, das aktuell sonntags angeboten wird. Ab 8:30 Uhr gibt es im Farmhouse Restaurant ein Frühstücksbuffet, während ein Koala auf einem eigens eingerichteten Habitat anwesend ist und die Tierpfleger über die Lebensweise der Tiere informieren. Ein Erinnerungsfoto gehört zum Erlebnis.
Daneben gibt es einen gesonderten Koala Encounter sowie Wildlife-Fotos. Die aktuelle Beschreibung garantiert dabei allerdings kein Halten des Tieres. Wer Wert auf direkten Körperkontakt legt, sollte dies deshalb bei der Buchung ausdrücklich erfragen.
Praktische Informationen: Paradise Country, Production Drive, Oxenford, Gold Coast QLD 4210. In der Regel 10 bis 15:30 Uhr; an einzelnen Tagen können die Zeiten abweichen. Geschlossen am 25. Dezember und 25. April.
Website Paradise Country
Billabong Sanctuary bei Townsville: Streicheln statt Halten
Rund 17 Kilometer südlich von Townsville befindet sich das Billabong Sanctuary. Der weitläufige Wildlife Park beherbergt unter anderem Koalas, Kängurus, Wombats, Dingos, Kasuare und Krokodile.
Auch hier hat sich die Situation mittlerweile geändert. Das aktuelle Tagesprogramm weist ausdrücklich darauf hin, dass Koala-Holding-Fotos vorerst eingestellt wurden. Ein Koala kann bei den kostenpflichtigen Erinnerungsfotos jedoch auf einem Ast sitzend aus nächster Nähe fotografiert und gestreichelt werden. Die kostenlosen Koala Experiences um 10:05 Uhr ermöglichen dagegen lediglich Fotos und Selfies; dabei ist Berühren nicht erlaubt.
Billabong gehörte lange zu den Orten, an denen Besucher tatsächlich Koalas halten konnten.
Praktische Informationen: Billabong Sanctuary, 2 Muntalunga Drive, Nome QLD 4816. Geöffnet täglich 9 bis 16 Uhr, außer am 25. Dezember.
Website Billabong Sanctuary
Magnetic Island: Aus Bungalow Bay wurde Bounce
Auch auf Magnetic Island vor Townsville hat sich einiges verändert. Das ursprüngliche Bungalow Bay Koala Village existiert unter diesem Namen nicht mehr. Auf dem Gelände befindet sich heute Bounce Magnetic Island mit einem eigenen Koala and Wildlife Park.
Geführte Wildlife-Touren werden aktuell täglich um 10:30 und 12:30 Uhr angeboten. Außerdem gibt es mittwochs, samstags und sonntags um 8:30 Uhr ein „Breakfast with Koalas“. Dabei frühstücken Besucher unmittelbar bei den Koalas und können die Tiere aus nächster Nähe beobachten und fotografieren.
Koalas zu halten ist bei Bounce ausdrücklich nicht möglich. Spannend ist Magnetic Island dennoch aus einem weiteren Grund: Auf der Insel leben auch wilde Koalas. Besonders der Forts Walk gilt als eine der bekannten Stellen, an denen die Tiere mit etwas Glück in den Bäumen entdeckt werden können.
Praktische Informationen: Bounce Magnetic Island / Koala and Wildlife Park, 40 Horseshoe Bay Road, Horseshoe Bay, Magnetic Island QLD. Der Wildlife Park wird im Rahmen der geführten Touren täglich um 10:30 und 12:30 Uhr besucht; das Koala-Frühstück findet mittwochs, samstags und sonntags um 8:30 Uhr statt.
Website Bounce Magnetic Island
Hamilton Island: Frühstücken und Koalas streicheln
Weiter südlich in den Whitsundays wartet eine weitere ungewöhnliche Möglichkeit: Hamilton Island Wildlife liegt mitten im Ferienresort von Hamilton Island.
Der kleine Wildlife Park öffnet bereits um 8 Uhr, das angeschlossene Café sogar um 7:30 Uhr. Dadurch kann man morgens tatsächlich frühstücken, während sich Koalas in unmittelbarer Nähe befinden. Der Park wirbt weiterhin mit seinen Begegnungen mit den australischen Beuteltieren.
Besonders interessant ist die klare Regelung zum Körperkontakt: Hamilton Island Wildlife hat sich bewusst dagegen entschieden, Besucher Koalas halten zu lassen. Beim täglichen Koala Encounter von 9:30 bis 10 Uhr dürfen Gäste aber in das entsprechende Areal, dem Tier nahekommen und einen Koala berühren und streicheln. Zusätzlich wird täglich von 12 bis 12:30 Uhr eine intensivere Koala-VIP-Begegnung angeboten.
Damit trifft der Begriff „Koalas knuddeln“ hier zumindest im weiteren Sinne weiterhin zu: auf den Arm nehmen nein, streicheln ja.
Praktische Informationen: Hamilton Island Wildlife, 1 Resort Drive, Hamilton Island QLD 4803. Wildlife Park täglich 8 bis 16 Uhr, Wildlife Café 7:30 bis 15:30 Uhr.
Website Hamilton Island Wildlife
Koalas sind keine Bären
Trotz ihres häufig verwendeten englischen Namens „Koala Bear“ sind Koalas keine Bären, sondern Beuteltiere. Auch die Vorstellung vom kleinen, stets gleich großen Plüschtier täuscht: Körpergröße und Gewicht unterscheiden sich je nach Region erheblich. Die australische Umweltbehörde gibt für Koalas insgesamt ein Gewicht von etwa vier bis 15 Kilogramm an. Tiere im kühleren Süden Australiens sind im Durchschnitt deutlich größer als ihre Artgenossen in Queensland.
Auch die Behauptung, Koalas würden ausschließlich Eukalyptusblätter fressen, ist etwas zu pauschal. Zwar bilden Blätter bestimmter Eukalyptusarten den Hauptbestandteil ihrer Nahrung, doch Koalas nutzen auch einige verwandte Baumarten. Rund 500 Gramm Blätter pro Tag nimmt ein Tier zu sich und deckt damit gleichzeitig einen Großteil seines Wasserbedarfs.
Die energiearme und schwer verdauliche Nahrung erklärt auch den berühmten Schlafbedarf. Koalas können bis zu 20 Stunden am Tag schlafen oder ruhen. Wenn sie aktiv werden, geschieht dies vor allem nachts sowie in der Morgen- und Abenddämmerung.
Beim Klettern helfen Koalas kräftige Gliedmaßen, scharfe Krallen und speziell angepasste Vorderpfoten mit zwei „Daumen“, die den übrigen Fingern gegenüberstehen.
Eine weitere Besonderheit sind ihre Fingerabdrücke: Die Muster ähneln menschlichen Fingerabdrücken so stark, dass sie selbst unter dem Mikroskop nur schwer voneinander zu unterscheiden sein können.
Aus dem Kuscheltier ist auch ein Symbol für Artenschutz geworden
Bei aller Faszination für das „Koala-Knuddeln“ darf nicht vergessen werden, dass es den Tieren in Teilen Australiens schlecht geht. Die zusammengefassten Koala-Populationen in Queensland, New South Wales und dem Australian Capital Territory sind seit Februar 2022 nach australischem Bundesrecht als „endangered“, also gefährdet, eingestuft. Diese Einstufung gilt auch 2026 unverändert.
Zu den wichtigsten Gefahren zählen der Verlust und die zunehmende Zerstückelung ihrer Lebensräume, Dürren, extreme Hitze und Buschbrände, Krankheiten sowie Zusammenstöße mit Fahrzeugen und Angriffe durch Hunde.
Gleichzeitig werden immer neue Methoden eingesetzt, um die Tiere in freier Natur zu finden und zu schützen. Dazu gehören Drohnen und akustische Überwachung – aber auch speziell ausgebildete Hunde. Die junge Australian-Koolie-Hündin Oaka wird derzeit darauf trainiert, lebende Koalas anhand ihres Geruchs selbst dann aufzuspüren, wenn sie weit oben in einem Eukalyptusbaum sitzen.
Gerade diese Entwicklung zeigt, wie sehr sich auch der Tourismus rund um Australiens berühmtestes Beuteltier verändert hat. Das klassische Erinnerungsfoto mit einem Koala auf dem Arm gibt es in Queensland noch. Daneben treten aber zunehmend Erlebnisse, bei denen Beobachtung, Information und Artenschutz stärker im Vordergrund stehen.
Und ein Frühstück mit Koalas, während die Tiere nebenan an Eukalyptusblättern knabbern, kann schließlich mindestens genauso eindrucksvoll sein wie das berühmte „Koala-Knuddeln“.
Titelfoto / Auf Tuchfühlung. Foto: Tourism Queensland
(Hinweis: Den Beitrag hatten wir erstmals im Dezember 2012 veröffentlicht. Wir haben ihn aktualisiert.)
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