Gebetsfahnen vor der roten Außenmauer des Putuo Zongcheng Tempels in Chengde

Der „Kleine Potala“ von Chengde: Ein imperiales Meisterwerk zwischen den Welten

Hoch über Chengde erhebt sich mit dem Putuo Zongcheng Tempel eine der eindrucksvollsten Tempelanlagen Chinas. Monumentale Mauern, goldene Dächer und tibetisch inspirierte Architektur erinnern an das berühmte Potala in Lhasa. Unser Bericht führt durch Innenhöfe, Galerien und Aussichtsterrassen – und zeigt, warum dieser Ort bis heute spirituelle Kraft und imperiale Macht vereint.

Inhaltsverzeichnis:

Vergoldete Dachfiguren und Glocke an der Tempelarchitektur des Putuo Zongcheng Tempels
Das goldene Dach der Haupthalle der Dahongtai-Gruppe, der Halle „Alle Dharmas kehren zu einem zurück“. Das Dach hat die Form einer tibetischen Glocke und ist ein doppelseitiger, viereckiger Turm, der vollständig mit vergoldeten Bronzekacheln gedeckt ist. / Bild: Ingo Paszkowsky

Die Entdeckung der Stille nördlich der Großen Mauer

Wer die pulsierende 22-Millionen-Metropole Peking hinter sich lässt und etwa 230 Kilometer nach Norden reist, betritt eine Welt, die über Jahrhunderte hinweg das geheime, grüne Herz des chinesischen Kaiserreichs war. Chengde, in der Provinz Hebei gelegen, ist heute vor allem für seinen kaiserlichen Sommerpalast bekannt. Doch die eigentlichen architektonischen Schätze liegen jenseits der Palastmauern: die „Acht Äußeren Tempel“. Unter ihnen ragt einer besonders hervor, der mich bei meinem Besuch im Mai 2025 nachhaltig beeindruckt hat: der Putuo-Zongcheng-Tempel.

Große Tempelhalle mit goldenem Dach im Putuo Zongcheng Tempel in Chengde
Dieses Pyramidendach mit zwei Traufseiten ist das Dach der Halle der buddhistischen Lehrvereinigung, der Haupthalle des Komplexes der Großen Roten Terrasse. / Bild: Ingo Paszkowsky

Oft fälschlicherweise im Schatten des bekannteren Puning-Tempels stehend, ist der Putuo-Zongcheng ein Bauwerk von solcher Symbolkraft und physischer Größe, dass er den Beinamen „Kleiner Potala“ (Xiao Potala Gong) mehr als verdient hat. Er ist nicht nur ein Abbild des berühmten Potala-Palastes in Lhasa, sondern ein steinernes Zeugnis einer Zeit, in der das Kaiserreich China seine kulturelle und politische Vielfalt durch Architektur zelebrierte.


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Putuo Zongcheng Tempel in Chengde – Chinas „Kleines Potala“

Mehrstöckiger Innenhof mit roten Säulen und Galerien im Putuo Zongcheng Tempel in Chengde
Blick in einen mehrstöckigen Innenhof des Putuo Zongcheng Tempels mit roten Säulen, Galerien und steinernen Treppenanlagen. Bild: Ingo Paszkowsky

Schon von Weitem wirkt der Putuo Zongcheng Tempel wie eine Festung. Massive, weiß-rote Mauern steigen terrassenförmig den Hang hinauf, goldene Dächer glänzen über den Innenhöfen, und zwischen den Gebäuden öffnen sich immer wieder überraschende Blickachsen in die grüne Hügellandschaft rund um Chengde. Wer diesen Ort betritt, spürt sofort: Hier ging es nie nur um Religion – sondern auch um Macht, Symbolik und Inszenierung.

Goldene Tempeldächer und kunstvolle Architektur im Putuo Zongcheng Tempel in Chengde
Blick auf die goldschimmernden Dachziegel und kunstvollen Dachreiter der Hauptgebäude des Putuo Zongcheng Tempels. / Bild: Ingo Paszkowsky

Der Putuo Zongcheng Tempel ist die größte Anlage der sogenannten „Äußeren Tempel“ von Chengde und wird nicht ohne Grund oft als „Kleines Potala“ bezeichnet. Seine Architektur orientiert sich bewusst am berühmten Potala-Palast in Lhasa – ein politisches Statement der Qing-Dynastie, das bis heute nachwirkt.

Detail einer bemalten Balustrade mit Gebrauchsspuren im Putuo Zongcheng Tempel
Ornamentales Motiv an einer roten Balustrade zeigt die Patina des historischen Tempelkomplexes. / Bild: Ingo Paszkowsky

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Historischer Kontext: Diplomatie in Stein und Gold

Um die Dimensionen dieses Tempels zu verstehen, muss man in das Jahr 1767 zurückblicken. China wurde von Kaiser Qianlong regiert, einem der langlebigsten und kulturell aktivsten Herrscher der Qing-Dynastie. Die Qing waren mandschurischer Abstammung und sahen sich vor der gewaltigen Herausforderung, ein Vielvölkerreich aus Han-Chinesen, Mongolen, Tibetern, Uiguren und Mandschuren zu einen. Der Bau des Putuo-Zongcheng-Tempels war in diesem Kontext ein geniales diplomatisches Manöver.

Besucher machen Fotos im Innenhof des Putuo Zongcheng Tempels in Chengde
Besucher fotografieren und verweilen im Innenhof des Putuo Zongcheng Tempels – ein Ort zwischen Andacht und Alltag. / Bild: Ingo Paszkowsky

Anlass waren die Feierlichkeiten zum 60. Geburtstag des Kaisers und zum 80. Geburtstag seiner Mutter im Jahr 1771. Zu diesen Jubiläen erwartete Qianlong hochrangige Gesandtschaften aus der Mongolei und Tibet. Indem er einen Tempel errichtete, der dem Potala-Palast – dem Sitz des Dalai Lama – nachempfunden war, signalisierte er den Gästen tiefen Respekt für ihren Glauben, den tibetischen Buddhismus (Lamaismus). Gleichzeitig demonstrierte er die Überlegenheit der kaiserlichen Macht: Der „Sohn des Himmels“ in Chengde war nun symbolisch auch der Gastgeber für die geistige Welt Tibets.

Traditionelle Tempelhalle mit roten Säulen und Innenhof im Putuo Zongcheng Tempel
Blick auf eine reich verzierte Halle mit roten Säulen und umlaufenden Galerien im Herzen des Tempelkomplexes. / Bild: Ingo Paszkowsky

Die Ankunft: Ein Meer aus Pinien und rotem Stein

Der Besuch im Mai bietet ideale Bedingungen für Reisende. Während die Hitze in Peking bereits drückend sein kann, ist die Luft in den Bergen von Chengde zu dieser Zeit angenehm frisch. Der Himmel zeigt oft ein strahlendes Blau, das einen perfekten Kontrast zu den tiefroten Mauern des Tempels bildet. Das gesamte Areal umfasst etwa 220.000 Quadratmeter und ist so konzipiert, dass man sich von der profanen Welt der Talsohle Schritt für Schritt in die göttliche Höhe des „Roten Podests“ hinaufarbeitet.


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Schon beim ersten Blick auf den Orientierungsplan der Anlage wird die schiere Größe deutlich. Im Gegensatz zu den streng symmetrischen, horizontalen Palastanlagen Pekings folgt dieser Tempel der Topographie der Hügel. Er „klettert“ förmlich den Berg hinauf.

Souvenirladen mit chinesischem Kunsthandwerk und bunten Andenken am Putuo Zongcheng Tempel in Chengde
Ein kleiner Souvenirladen nahe dem Putuo Zongcheng Tempel bietet bunte Andenken, Fächer, Schmuck und traditionelle Kunsthandwerksartikel. / Bild: Ingo Paszkowsky

Der Weg durch das Tempelgelände: Eine spirituelle Wanderung

1. Das Bergtor und die Wächter der Ordnung

Weißes Gebäude mit drei Torbögen und einem gelb-goldenen Ziegeldach, bewacht von zwei großen Steinlöwen.
Das Haupttor des Tempels vereint harmonisch chinesische und tibetische Architekturmerkmale. / Foto: Ingo Paszkowsky

Die Reise beginnt am südlichen Ende der Anlage. Das Bergtor (Shanmen) wirkt mit seinen drei Durchgängen und dem typischen gelben Ziegeldach auf den ersten Blick han-chinesisch. Doch die massiven Steinlöwen, die den Eingang flankieren, erzählen eine eigene Geschichte.

Seitenprofil eines großen, stolzen Steinlöwen mit gelockter Mähne, der seine Pfote auf einen verzierten Ball stützt.
Mit der Tatze auf dem Seidenball symbolisiert der Löwe die Einheit und Macht des Reiches. / Bild: Ingo Paszkowsky

Der Detailreichtum dieser Skulpturen ist atemberaubend. Während der männliche Löwe mit seiner Tatze einen verzierten Seidenball hält – ein Symbol für die Einheit und Herrschaft über das Reich –, beschützt die Löwin ihr Junges. Diese Figuren sind nicht nur Dekoration; sie sind Wächter, die dem Besucher bereits am Eingang die Macht und Beständigkeit der kaiserlichen Ordnung vor Augen führen sollen. Man sollte sich hier Zeit nehmen, die feinen Locken der Mähne und die kraftvolle Mimik der Tiere zu studieren. Es ist Steinmetzkunst auf höchstem Niveau, die seit über 250 Jahren Wind und Wetter trotzt.


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Nahaufnahme einer Steinlöwin, deren Tatze schützend auf einem kleinen Löwenjungen ruht; filigrane Steinmetzarbeit.
Der weibliche Wächterlöwe beschützt ein Jungtier – ein Symbol für den Schutz der Familie. / Bild: Ingo Paszkowsky

2. Das Tor der fünf Pagoden (Wuta-Tor)

Ein weißes Torbauwerk mit drei Durchgängen, auf dessen flachem Dach fünf bunte, kleine Pagoden stehen.
Dieses symbolträchtige Bauwerk repräsentiert die verschiedenen Strömungen des Buddhismus. / Foto: Ingo Paszkowsky

Folgt man dem gepflasterten Pfad weiter bergauf, erreicht man das markante Wuta-Tor. Hier wird die architektonische Verschmelzung deutlicher. Das Tor selbst ist ein massiver, weiß getünchter Bau im tibetischen Stil, auf dessen Flachdach fünf farbenfrohe Pagoden thronen. Jede dieser Pagoden steht für eine andere Schule des Buddhismus oder eine der fünf Himmelsrichtungen und deren zugeordnete Buddhas.

Nahaufnahme einer knienden Elefantenstatue aus Stein mit kunstvoll verziertem Sattel und Decke.
Der Elefant symbolisiert im buddhistischen Kontext Standhaftigkeit und tiefe Weisheit. / Foto: Ingo Paszkowsky

Besonders faszinierend sind die beiden steinernen Elefanten, die vor dem Tor knien. Im Buddhismus ist der Elefant ein Symbol für unerschütterliche Weisheit, Geduld und königliche Würde. Die Skulpturen in Chengde wirken durch ihre realistische Darstellung fast lebendig; ihre Sättel und Geschirre sind so fein ausgearbeitet, dass man fast vergessen könnte, dass sie in einem Stück aus Fels gehauen wurden.

3. Der Stelen-Pavillon: Die Stimme des Kaisers

Ein quadratisches, rotes Gebäude mit einem aufwendig gestalteten gelben Doppeldach inmitten von Bäumen.
In diesem roten Pavillon werden kaiserliche Inschriften auf monumentalen Steintafeln bewahrt. / Foto: Ingo Paszkowsky

Zentral im unteren Bereich liegt der Stelen-Pavillon. In seinem Inneren befinden sich drei gewaltige Steintafeln, die auf dem Rücken von steinernen Schildkröten (Bixi) ruhen. Die Inschriften, verfasst in vier Sprachen – Chinesisch, Mandschurisch, Mongolisch und Tibetisch –, verkünden den Grund für den Bau des Tempels. Es ist ein faszinierendes Dokument der Mehrsprachigkeit des alten Chinas. Die Architektur des Pavillons selbst, mit seinem leuchtend roten Anstrich und dem doppelten Ziegeldach, ist ein Paradebeispiel für die Eleganz der Qing-Architektur.

4. Die Glasur-Ehrenpforte (Paifang)

Ein dreibogiges Tor, reich verziert mit grün-gelben Glasurfliesen und Drachenmotiven auf einer roten Basis.
Ein farbenprächtiges „Paifang“ mit kunstvollen Keramikreliefs auf dem Weg zum Haupttempel. / Foto: Ingo Paszkowsky

Bevor man den finalen, steileren Aufstieg zum Hauptgebäude wagt, passiert man die prachtvolle Glasur-Ehrenpforte. Mit ihren drei Bögen und den leuchtenden Kacheln in Gelb und Grün ist sie ein Meisterwerk der Keramikkunst. Die Reliefs zeigen Drachen, die in den Wolken spielen – ein Symbol, das ursprünglich nur dem Kaiser vorbehalten war. Hier zeigt sich die ganze Prachtentfaltung des Kaiserhofs, die selbst in den entlegensten Winkeln der Anlage keinen Aufwand scheute. Das Sonnenlicht im Mai lässt die Glasuren fast wie flüssiges Gold wirken.


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5. Das Dahongtai: Das Große Rote Podest

Weitwinkelaufnahme eines massiven, roten, festungsartigen Gebäudes mit tibetischen Fenstern, umgeben von grüner Vegetation.
Das Dahongtai ist das architektonische Zentrum und überragt die gesamte Anlage. / Bild: Ingo Paszkowsky

Schließlich steht man vor ihm: dem Dahongtai. Dieses monumentale Bauwerk ist das unangefochtene Herzstück des Putuo-Zongcheng-Tempels. Es ist eine massive Festung des Glaubens, 43 Meter hoch, mit dicken, tiefroten Mauern, die von zahlreichen quadratischen Fenstern durchbrochen werden. Viele dieser Fenster sind „blind“ – sie dienen rein der ästhetischen Symmetrie und unterstreichen den massiven Charakter der Architektur, ganz im Stil der tibetischen Dzong-Bauten.

Großer Innenhof des Putuo Zongcheng Tempels mit massiven weißen und roten Klostermauern
Weitläufiger Innenhof im Putuo Zongcheng Tempel, umgeben von hohen, weiß-roten Mauern im Stil tibetischer Klosterarchitektur. / Bild: Ingo Paszkowsky

Der Aufstieg führt über steile Treppenwege an den Außenseiten oder durch das kühle Innere des Podests. Oben angekommen, öffnet sich der Blick auf den Innenhof, in dem die „Halle der Vereinigung der Zehntausend Dharmas“ (Wanfaguiyi-Halle) steht.

Panoramablick über den Putuo Zongcheng Tempel und die umliegende Hügellandschaft
Blick von der oberen Ebene des Tempels über Dächer, Innenhöfe und die bewaldeten Hügel rund um Chengde. / Bild: Ingo Paszkowsky

Das Dach dieser Halle ist mit reinem Gold überzogen. Es heißt, dass während der Bauphase unvorstellbare Mengen an Blattgold verbraucht wurden, um den Glanz des kaiserlichen Buddhismus weit über die Berge von Chengde strahlen zu lassen. Von der Terrasse des Roten Podests aus hat man zudem einen fantastischen Blick auf die umliegende Bergwelt. In der Ferne erkennt man den berühmten Keulenfelsen (Qingchuifeng), eine bizarre geologische Formation, die wie ein mahnender Finger aus dem Wald ragt.


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Die Schönheit im Kleinen: Details und Patina

Achte beim Besch auf die Details, die oft übersehen werden. In den Winkeln des Tempels finden sich unzählige Motive, die von der Zeit gezeichnet sind. Ein verrosteter Türriegel auf rissigem, rotem Lack erzählt viel über die Beständigkeit dieses Ortes. Diese Spuren der Patina verleihen dem Tempel eine tiefe Authentizität. Es ist kein „neu aufgebautes“ Denkmal, wie man es oft in anderen Teilen Chinas sieht, sondern ein Ort, der seine Geschichte offen trägt.

Nahaufnahme eines rostigen Eisenriegels und eines herzförmigen goldenen Beschlags auf verwittertem rotem Holz.
Ein alter Türbeschlag an einem der Tempeltore erzählt von der Beständigkeit über die Jahrhunderte. / Bild: Ingo Paszkowsky

Besonders im Mai, wenn der Wind sanft durch die alten Pinien streicht, die das Gelände säumen, spürt man eine tiefe Ruhe. Die Kombination aus dem Duft der Nadelbäume, dem fernen Klingen von Windglöckchen an den Dachecken und dem Anblick der jahrhundertealten Mauern erzeugt eine fast meditative Atmosphäre.

Kulturelle Fusion: Ein Vorbild für das moderne China?

Der Putuo-Zongcheng-Tempel ist weit mehr als eine Kopie des Potala-Palastes. Er ist eine eigenständige Kreation, die zeigt, wie verschiedene Kulturen harmonieren können. Man findet hier tibetische Flachdächer neben geschwungenen Han-Dächern, indisch anmutende Pagoden neben mandschurischen Stelen. Für Kaiser Qianlong war dieser Ort ein Symbol für die „Große Einheit“. In einer Welt, die heute oft von Trennung spricht, wirkt dieser Tempel wie ein monumentales Plädoyer für kulturelle Synthese.

Detailansicht der roten Tempelwand mit mehreren Buddha-Nischen im Putuo Zongcheng Tempel
Vertikal angeordnete Nischen mit Buddhafiguren schmücken die rote Außenwand des Putuo Zongcheng Tempels. / Bild: Ingo Paszkowsky

Reisetipps für Chengde (Stand 2025/2026)

Eine große Infotafel mit einer farbigen Karte der Tempelanlage und Legenden in Chinesisch und Englisch.
Ein detaillierter Plan zeigt die weitläufige Anlage des „Kleinen Potala“ in den Hügeln von Chengde. / Foto: Ingo Paszkowsky

Einige praktische Tipps, falls du die Tempelanlage selbst besuchen willst:

  • Beste Reisezeit: Der Mai ist ideal. Die Temperaturen liegen meist zwischen 18 und 26 Grad. Die Natur ist im vollen Saft, und die Sichtweiten sind oft besser als im feuchteren Hochsommer.
  • Anreise: Von Peking (Beijing Chaoyang Station) erreicht man Chengde heute mit dem Hochgeschwindigkeitszug in nur etwa 50 bis 60 Minuten. Das macht Chengde sogar als (langen) Tagesausflug möglich, auch wenn zwei Tage empfehlenswerter sind.
  • Ticket-Tipp: Es gibt Kombitickets für die „Äußeren Tempel“ und den Sommerpalast. Wer den Putuo-Zongcheng-Tempel besucht, sollte das Ticket für den benachbarten Xumi-Fushou-Tempel (den „Tempel der Glückseligkeit und des langen Lebens“) gleich mitbuchen.
  • Fotografie: Das beste Licht für das „Rote Podest“ hat man am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag. Achte besonders auf die Details der Türbeschläge und die Schattenwürfe in den Treppenaufgängen.
  • Kulinarik: Chengde ist bekannt für seine „Kaiserlichen Snacks“. Probiere unbedingt die lokalen Wildpilzgerichte oder die Buchweizen-Nudeln (Qiaomai Linge), die in der Region eine lange Tradition haben.
Panoramaansicht über den Putuo Zongcheng Tempel mit Stupa und grüner Hügellandschaft in Chengde
Ausblick über die Dächer und Stupas des Putuo Zongcheng Tempels auf die bewaldeten Hügel rund um Chengde. / Bild: Ingo Paszkowsky

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Weitere Fotos von WeltReisender Ingo Paszkowsky findest Du hinter diesem Link.


Ein Besuch im Putuo-Zongcheng-Tempel ist eine Reise durch die Zeit und durch die weite Geographie Zentralasiens, ohne Chengde verlassen zu müssen. Er ist das prächtigste Juwel in der Krone der „Acht Äußeren Tempel“ und ein Muss für jeden, der die Tiefe der chinesischen Kultur jenseits der Klischees ergründen möchte.

Besucher auf der Aussichtsterrasse des Putuo Zongcheng Tempels mit Blick auf die Berglandschaft
Besucher genießen von der oberen Terrasse den Blick über die Tempelanlage und die umliegenden Berge. / Bild: Ingo Paszkowsky

Wenn man am Abend auf der obersten Terrasse steht, die Sonne langsam hinter den Bergen versinkt und das goldene Dach der Wanfaguiyi-Halle ein letztes Mal aufleuchtet, versteht man, warum die Kaiser diesen Ort zu ihrem liebsten Rückzugsort machten. Es ist ein Ort der Macht, ja – aber vor allem ein Ort der erhabenen Schönheit.

Ingo Paszkowsky

Pagodenartiger Pavillon mit reich verziertem Dach im Putuo Zongcheng Tempel
Ein reich verzierter Pavillon mit geschwungenem Dach thront auf einer Anhöhe innerhalb der weitläufigen Tempelanlage. / Bild: Ingo Paszkowsky
Buddha-Statue mit gelbem Tuch und traditionellem Gefäß im Putuo Zongcheng Tempel
„Medizinmeister Lapislazuli Light Tathagata“, der lebensbedrohliche Krankheiten heilen, Katastrophen verhindern und das Leben verlängern kann. Er ist der Anführer der östlichen reinen Lapislazuli-Welt. / Foto: Ingo Paszkowsky
Überdachter Wandelgang mit roten Säulen im Putuo Zongcheng Tempel
Langer Korridor mit roten Säulen und farbig verzierter Decke verbindet die Gebäude des Tempelkomplexes. / Bild: Ingo Paszkowsky
Bemalte Kassettendecke mit ornamentalen Mustern im Putuo Zongcheng Tempel
Detailaufnahme der blau-grün bemalten Kassettendecke mit ornamentalen Mustern und Symbolen. / Bild: Ingo Paszkowsky

Titelfoto / Hohe Masten mit orangefarbenen Gebetsfahnen stehen vor der monumentalen roten Hauptfassade des Tempelkomplexes. / Bild: Ingo Paszkowsky


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