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Außenhautschäden am A350: Qatar Airways und Airbus legen Streit bei

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Qatar Airways und Airbus freuen sich über die gütliche und einvernehmliche Einigung in ihrem Rechtsstreit über die Beschädigung der A350-Oberfläche und das Flugverbot für die A350-Flugzeuge, heißt es in der Pressemitteilung Qatar Airways. „Ein Reparaturprojekt ist bereits angelaufen und beide Parteien freuen sich darauf, die Flugzeuge wieder sicher in die Luft zu bringen.“
Die Einzelheiten des Vergleichs sind vertraulich und die Parteien werden nun ihre Rechtsansprüche einstellen. Die Vergleichsvereinbarung ist kein Eingeständnis der Haftung für eine der Parteien.
Diese Vereinbarung ermögliche es Qatar Airways und Airbus, wieder als Partner zusammenzuarbeiten.

Und hier liest Du den Stand der Auseinandersetzung vor einem Jahr:

Der Streit zwischen der Fluggesellschaft Qatar Airways und dem europäischen Flugzeugbauer Airbus nimmt an Schärfe zu. Worum geht es? Qatar Airways ist Großabnehmer des Langstreckenflugzeugs A350. Seit vergangenem Jahr streiten die beiden Unternehmen um Lackschäden bzw. Oberflächenschäden an der Außenhülle. Mit Stand vom 20.12.2021 hatte Qatar Airways 21 A350-Flugzeuge am Boden gelassen, weil die Airline um die Sicherheit von Passagieren und Crews fürchtete.

„Leider sind alle unsere Versuche gescheitert, mit Airbus eine konstruktive Lösung im Zusammenhang mit dem beschleunigten Oberflächenverschleiß der Airbus A350-Flugzeuge zu erreichen. Qatar Airways blieb daher nichts anderes übrig, als eine rasche Beilegung dieses Streits auf rechtlichem Wege zu suchen“, heißt es in einer Pressemitteilung von Qatar Airways vom 20.12.2021. An dem Tag reichte Qatar Airways Klage gegen Airbus vor der Technology & Construction Division des High Court in London ein.

Airbus räume zwar ein, dass die Schäden behoben werden müssten. Es gebe aber keinen Einfluss auf die Sicherheit der Maschinen, heißt es in einem Artikel auf Spiegel Online vom 22.1.2022.

Am 20. Januar 2022 beantragte Qatar Airways im Rahmen des Gerichtsverfahrens gegen Airbus vor der zuvor genannten Abteilung für Technologie und Bauwesen des High Court in England „eine beschleunigte Anhörung zu einer vorläufigen Frage, um unsere ernsthaften und berechtigten Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Oberflächenschäden an unserer Airbus A350-Flotte auszuräumen“, die bisher zu einem Flugverbot für 21 Airbus A350-Flugzeuge geführt hätten.

Wohl als Reaktion darauf und die geforderte Entschädigung von mehr als 600 Millionen Dollar stornierte Airbus einen Auftrag von Qatar Airways über 50 bestellte Maschinen A321neo. Nun legt Qatar Airways im Streit nach.

In der am 21.1.2022 veröffentlichten Unternehmensmitteilung bezieht sich Qatar Airways explizit auf die Mängel: „Diese Mängel (sind) nicht oberflächlich. Einer der Mängel führt dazu, dass das Blitzschutzsystem des Flugzeugs freiliegt und beschädigt wird, ein anderer Mangel führt dazu, dass die darunter liegende Verbundwerkstoffstruktur Feuchtigkeit und ultraviolettem Licht ausgesetzt ist, und andere Mängel umfassen Risse im Verbundwerkstoff sowie Schäden um einen hohen Prozentsatz von Nieten am Flugzeugrumpf.

Qatar Airways veröffentlich ein kurzes Video zur Unterstützung seiner Argumentation, das Du auf Youtube sehen kannst. Dabei handelt es sich laut Video um Schäden an den Flugzeugen A7-ALE, A7-ALF, A7-ALT und A7-ALG.

Weiter heißt es in der Meldung: „Wir sind nach wie vor der festen Überzeugung, dass Airbus eine gründliche Untersuchung dieses Zustands durchführen muss, um die Ursache abschließend zu klären, damit festgestellt werden kann, ob eine vorgeschlagene Reparaturlösung den zugrunde liegenden Zustand behebt und kein Risiko für die weitere Lufttüchtigkeit des Flugzeugs darstellt. Die oberste Priorität von Qatar Airways bleibt die Sicherheit ihrer Passagiere und Besatzung. Aus diesem Grund bleiben alle betroffenen Flugzeuge am Boden und wir sind nicht in der Lage, weitere von Airbus zur Auslieferung angebotene Flugzeuge anzunehmen. Airbus hat daraufhin versucht, einen völlig separaten Vertrag über die Lieferung von 50 A321 Neo-Flugzeugen zu stornieren. Wir bestätigen, dass wir alle unsere Verpflichtungen aus allen geltenden Verträgen einhalten. Es ist daher sehr bedauerlich und frustrierend, dass Airbus offenbar beschlossen hat, diesen Streit auszuweiten und zu eskalieren.“

Titelfoto: Screenshot Qatar Airways Video

(Der Beitrag wurde erstmals veröffentlicht im Januar 2022)

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