Vietnam: Mit dem Rucksack von Hanoi zum Mekong-Delta

Dass Vietnam zu einem populären Ziel für Individualtouristen wurde, liegt vor allem daran, dass es unkompliziert zu bereisen ist. Die Einheimischen sind gastfreundlich und hilfsbereit, das Klima ist mild und man gelangt über gut ausgebaute Bus- und Schienennetze oder per Inlandsflug ohne Probleme von Nord nach Süd. Aber wie genau geht man eine Rucksackreise durch Vietnam am besten an und welche Vorbereitungen gilt es zu treffen? Das betrifft beispielsweise die Suche nach dem günstigsten Flug und der günstigsten Übernachtung, aber auch, wie viel Zeit man für eine ausgedehnte Tour von Norden nach Süden einplanen sollte und was sollte man auf keinen Fall verpassen sollte.

Reisevorbereitungen: Das sollten Sie bereits vor dem Abflug organisieren

Für Vietnam besteht eine Visa-Pflicht, sobald das Land für mehr als 15 Tage besucht wird. Das bedeutet, dass Sie neben einem gültigen Reisepass auch ein Visum benötigen. Einen entsprechenden Antrag findet man online. Dieser ist dann, zusammen mit den zugehörigen Unterlagen, bei der vietnamesischen Botschaft in Deutschland einzureichen. Eine andere Möglichkeit ist die Beantragung eines e-Visums. Hierzu ist ein Online-Antrag auszufüllen, der innerhalb von drei Tagen bearbeitet wird. Ein e-Visum ist bis zu 30 Tage gültig. Auch Visa on arrival werden über verschiedene Online-Reiseagenturen angepriesen. Man benötigt eine Einladung, einen so genannten Letter of Invitation, und erhält dann bei der Einreise nach Vietnam sein Visum. Um die entsprechende Einladung kann online gebeten werden. Die Visum-Gebühr ist dann vor Ort am Flughafen zu entrichten.

Wann und wie Sie am besten reisen

Da Vietnam ein sehr schmales Land ist, das von Norden nach Süden über 3000 Kilometer misst, finden Besucher verschiedene Klimazonen vor. Klassischerweise reisen Backpacker entweder von Norden nach Süden oder andersherum. Im Süden des Landes herrschen beinahe durchgehend heiße Temperaturen, während der Norden vor allem zwischen November und April leicht abkühlt. Im Mai setzt die Regenzeit ein, die sich bis in den Oktober hinein erstrecken kann. Das Wetter in Vietnam ist allerdings selten durchgängig schlecht, sodass das Land eigentlich das ganze Jahr über eine Reise wert ist.

Wer seine Reise im Norden startet, beginnt sie typischerweise mit einem Flug nach Hanoi. Beendet man seinen Backpacking-Trip dann im südlichen Vietnam, empfiehlt sich der Flughafen Ho Chi Minh City, um die Heimreise anzutreten. Um möglichst günstige Flüge zu finden, sollte man frühzeitig buchen und unbedingt Preise vergleichen. Vor allem für Flüge Mitte der Woche kann man manchmal auf wahre Schnäppchen stoßen. Von Hanoi aus bewegt man sich am besten mit dem Zug oder dem Bus. Auch Inlandsflüge können günstig vorab gebucht werden. Interessierte sollten bei der Buchung unbedingt auf die Gepäckregelungen der Airline achten, um Kostenfallen zu vermeiden.

Einige Backpacker kaufen einen Roller oder ein Moped in Hanoi, das sie am Ende ihrer Reise in Ho Chi Minh City wieder verkaufen. In den Städten bieten sich auch Fahrräder an, die günstig angemietet werden können. Wer möchte, kann alternativ geführte Touren buchen. Vor allem für Abstecher in entlegenere Gebiete empfiehlt sich diese Variante.

Die Nord-Süd-Route: von Hanoi zum Mekong Delta

Um von Hanoi, der Hauptstadt des Landes, zum Mekong Delta im Süden Vietnams zu gelangen, benötigt man mindestens zwei Wochen. Es ist allerdings ratsam, mindestens eine weitere Woche einzuplanen, um mehr Eindrücke sammeln zu können und Stress zu vermeiden. Wer wirklich in die Kultur des Landes eintauchen und viel sehen möchte, sollte sich einen Monat Zeit nehmen.

Die schwimmenden Märkte auf dem Mekong sind ein beliebtes Ziel für Backpacker. Hier mischt man sich unter das einfache Volk, probiert exotische Früchte und Gerichte, feilscht mit den Händlern und erlebt Vietnam hautnah. / Pixabay.com © Quangpraha CCO Public Domain
Die schwimmenden Märkte auf dem Mekong sind ein beliebtes Ziel für Backpacker. Hier mischt man sich unter das einfache Volk, probiert exotische Früchte und Gerichte, feilscht mit den Händlern und erlebt Vietnam hautnah. / Pixabay.com © Quangpraha CCO Public Domain

Auf dem Weg nach Süden kann man Vietnam in all seinen Facetten kennenlernen. Auf die Halong Bucht und ihre traumhaft schönen Felsinseln, auf Hanoi, eine gepflegte, aristokratisch anmutende Hauptstadt Vietnams mit ihren vielen Alleen und Parks und auf den Cuc Phuong Nationalpark mit seinen Kalksteinfelsen im Norden folgt Zentralvietnam. Hier erwarten Besucher lange, weiße Sandstrände, die Küstenstadt Nha Trang, die auch als “Nizza des Ostens” bezeichnet wird, Tempelanlagen und traditionsreiche Städte, wie Hue mit seiner Verbotenen Stadt, die seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe ist.

Die geografische Grenze zwischen dem Norden und dem Süden des Landes bildet der Wolkenpass, der über einen Ausläufer des Truong Son Gebirges führt und dabei atemberaubende Aussichten auf das darunterliegende Meer und seine Küste eröffnet. Der Süden Vietnams wartet mit der im Dschungel gelegenen Tempelstadt My Son auf, mit Da Lat, der Stadt des ewigen Frühlings, in der stets milde Temperaturen herrschen und um die immergrüne Wälder gedeihen, mit der modernen Handelsstadt Ho Chi Minh City und mit dem beeindruckenden Mekong Delta. Hier befinden sich unzählige Reisfelder und Obstplantagen, deren Ernten auf den schwimmenden Märkten im Fluss und in den kleinen Dörfern entlang des Mekong feilgeboten werden.

Die Kosten einer Vietnam-Tour

Vietnam ist auch deshalb so beliebt bei Backpackern, weil viele Produkte und Dienstleistungen sehr günstig zu haben sind. Auch wenn die Landeswährung eigentlich der Dong ist, werden die Preise häufig in Dollar ausgewiesen. Gerichte an den traditionellen Straßenständen kosten oft unter vier Dollar. In Restaurants sind die Preise etwas höher, aber dennoch deutlich unter westlichem Niveau. Was dafür geboten wird, kann sich sehen lassen. Die vietnamesische Küche gilt im internationalen Vergleich als sehr gut.

Auch Dienstleistungen, wie beispielsweise Wäschereien, sind häufig sehr billig. Für nur einen Dollar pro Kilo kann man seine Wäsche über Nacht waschen und trocknen lassen: ein großer Vorteil für Backpacker, der das Packen immens erleichtert. Unterkünfte mit Gemeinschaftsschlafsälen sind oft für unter zehn Dollar zu haben. Geräumigere Unterkünfte, die etwas mehr Privatsphäre bieten, liegen immer noch unter 15 Dollar. Mit 20 Dollar pro Tag kann man günstig reisen, verzichtet aber auf einige Annehmlichkeiten. Wer es etwas komfortabler mag und nicht allzu sehr sparen muss, sollte mit 40 Dollar pro Tag planen. Dafür erlebt man Vietnam von Norden nach Süden von seiner schönsten Seite.

Titelfoto / Die Länder Südostasiens wurden in den vergangenen Jahren zu beliebten Reisezielen für Backpacker. Neben Thailand, Kambodscha und Laos bietet vor allem Vietnam eine einzigartige Vielfalt in Landschaft, Klima und Kultur. / Pixabay.com © rawpixel CCO Public Domain

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