Sehenswerte Bahnhöfe in aller Welt

Manchmal sind schon die Bahnhöfe ein Erlebnis. Immer mehr Länder und Städte schmücken sich mit Aufsehen erregenden Bahnhofsgebäuden, die durch unkonventionelle Dachkonstruktionen, strahlende Farben und extravagante Formen zu einzigartigen architektonischen Wahrzeichen ihrer Stadt werden.

Eines der außergewöhnlichsten neuen Projekte ist dabei der Gare de Liège-Guillemins in Belgien. Er beeindruckt vor allem durch sein gigantisches bogenförmiges Dach, das die gesamte Länge des Bahnhofes überspannt. Der 312 Mio. Euro teure Bahnhof wurde von dem berühmten Architekten Santiago Calatrava entworfen und verbindet Lüttich dank modernster Hochgeschwindigkeitszüge in kürzester Zeit mit europäischen Metropolen wie Paris, London, Brüssel oder Köln.

Hundertwasser Bahnhof Uelzen, Deutschland. Architekt: Hubert Stier, Friedensreich Hundertwasser Das ursprüngliche Gebäude entstand 1887 und wurde von 1998 bis 2000 nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser für die Weltausstellung saniert. Der Bahnhof ist eines der letzten Projekte Hundertwassers, da er 2000 starb. Copyright: sigiha20141
Hundertwasser Bahnhof Uelzen, Deutschland. Architekt: Hubert Stier, Friedensreich Hundertwasser Das ursprüngliche Gebäude entstand 1887 und wurde von 1998 bis 2000 nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser für die Weltausstellung saniert. Der Bahnhof ist eines der letzten Projekte Hundertwassers, da er 2000 starb. Copyright: sigiha20141

Ebenfalls hoch im Kurs stehen aufwendige und ausgefallene Renovierungen historischer Bahnhofsgebäude: So bildet die gewölbte Glasverkleidung des 2007 renovierten Gare de Strasbourg einen futuristischen Kontrast zur altehrwürdigen Fassade des Empfangsgebäudes und lässt es von außen wie ein gestrandetes Ufo aussehen. Die King’s Cross Railway Station in London hingegen verzaubert Reisende nicht nur durch das aus den Harry Potter Geschichten bekannte fiktive Gleis 9 ¾, sondern seit 2012 vor allem durch ein 20 Meter hohes Stahldach, das sich in Rauten und Dreiecken über dem viktorianischen Bahnhofsgebäude ausbreitet. Als ein besonders farbenfrohes Projekt sticht der Bahnhof der norddeutschen Stadt Uelzen hervor. Dieser wurde im Jahr 2000 im unverwechselbaren Stil des Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgestaltet und ist seitdem der einzige Hundertwasser-Bahnhof der Welt.

Grand Central Terminal, New York. Architekt: Warren & Wetmore Grand Central ist ein Terminus und keine Station im eigentlichen Sinne, da Züge dort – hauptsächlich an Stumpfgleisen – enden. 1968 schlug die Penn Central Corporation vor, einen Büroturm auf dem Bahnhofsgebäude zu errichten. Zunächst bestand wenig Hoffnung, dass dieses Projekt abgelehnt würde, doch dann setzte sich Jacqueline Kennedy Onassis für die Erhaltung des historischen Bahnhofes ein. Copyright: Navjit Bhamra
Grand Central Terminal, New York. Architekt: Warren & Wetmore Grand Central ist ein Terminus und keine Station im eigentlichen Sinne, da Züge dort – hauptsächlich an Stumpfgleisen – enden. 1968 schlug die Penn Central Corporation vor, einen Büroturm auf dem Bahnhofsgebäude zu errichten. Zunächst bestand wenig Hoffnung, dass dieses Projekt abgelehnt würde, doch dann setzte sich Jacqueline Kennedy Onassis für die Erhaltung des historischen Bahnhofes ein. Copyright: Navjit Bhamra

Mindestens ebenso eindrucksvoll sind die Bahnhöfe aus den Anfangstagen des Eisenbahntourismus’, die sich als architektonische Meisterleistungen ihrer Zeit das Flair der vergangenen Epoche bewahrt haben. So zählt der Grand Central Terminal in New York seit seiner Eröffnung 1913 zu den herausragendsten Bahnhöfen der Welt und wird jedes Jahr von über 21,6 Mio. Touristen besucht. Der monumentale Chhatrapati Shivaji Terminus in Mumbai wurde 2004 sogar als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet und ist bis heute der geschäftigste Bahnhof Indiens.

Gare do Oriente, Lissabon, Portugal. Architekt: Santiago Calatrava S.A. Das Gebäude wurde 1998 als Transportzentrum für die Weltausstellung in Lissabon errichtet. Mit etwa 75 Millionen Gästen pro Jahr ist der Bahnhof einer der meistbesuchten Portugals. Copyright: Manuela Martin
Gare do Oriente, Lissabon, Portugal. Architekt: Santiago Calatrava S.A. Das Gebäude wurde 1998 als Transportzentrum für die Weltausstellung in Lissabon errichtet. Mit etwa 75 Millionen Gästen pro Jahr ist der Bahnhof einer der meistbesuchten Portugals. Copyright: Manuela Martin

Auch in Zukunft wird es für Freunde moderner Bahnhofsarchitektur vieles zu bestaunen geben. Denn in Städten wie Anaheim oder New York stehen mit der ARTIC Station und dem World Trade Center Transportation Hub gleich zwei Projekte kurz vor der Fertigstellung, die in Sachen Bahnhofsarchitektur neue Maßstäbe setzen werden.

Die spektakulärsten Bahnhöfe
Die spektakulärsten Bahnhöfe

Quelle: Emporis (www.emporis.de)

Titelfoto / Southern Cross Railway Station, Melbourne, Australien. Architekten: Grimshaw Architects, Daryl Jackson Pty Ltd. Das ursprüngliche Gebäude von 1859 war unter dem Namen Spencer Street Station bekannt. Das dünenförmige Dach, das das Gebäude überspannt, wurde im Zuge einer umfangreichen Neugestaltung im Jahr 2006 gebaut. Mit ca. 16,8 Millionen Passagieren pro Jahr ist sie Melbournes am drittmeisten besuchte Bahnstation. Copyright: Dave Flker

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Sehenswerte Bahnhöfe

Gare de Strasbourg, Frankreich. Architekt: Johann Eduard Jacobsthal, Jean Duthilleul
Das große Glasdach, das die Fassade des historischen Gebäudes umhüllt, wurde 2007 im Rahmen einer großflächigen Renovierung des Bahnhofes hinzugefügt. Der Gare de Strasbourg ist Frankreichs zweitgrößter Bahnhof. Copyright: sprklg
Architekt: Santiago Calatrava S.A.
Dank des neuen Highspeed-Bahnhofes ist Lüttich nun nur noch 39 Minuten von Brüssel, etwa eine Stunde von Köln, ca. zwei Stunden von Paris und Frankfurt und etwa drei Stunden von London entfernt. Mit ca. 15.000 Passagieren pro Tag ist er einer der geschäftigsten Bahnhöfe in ganz Belgien. Copyright: Michiel van Dijk
Chhatrapati Shivaji Terminus, Mumbai, Indien. Architekt: Frederik William Stevens
Das Eingangstor des Bahnhofes zieren Skulpturen eines Löwen und eines Tigers, die als Symbole für Britannien und Indien stehen. Das Gebäude, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, wurde 1888 zu Ehren des Goldenen Jubiläums von Königin Victoria fertiggestellt. Copyright: Kirk Kittell
Antwerpen-Centraal, Antwerpen, Belgien. Architekten: Louis Dela Censerie, Clement van Bogaert. Das Hauptgebäude des Bahnhofes, eine der eindrucksvollsten Eisenbahn-„Kathedralen“ der Welt, wurde erst nach der Bahnsteigüberdachung und den Bahnsteigen gebaut. Von 1998 bis 2007 wurde die Station von einer Endstation in einen Durchgangsbahnhof umgewandelt. Copyright: Janne Huttunen
WTC Transportation Hub, New York. Architekt: Santiago Calatrava S.A. Der Bahnhof, der sich derzeit im Bau befindet, soll 2015 fertiggestellt werden. Das Dach des Hubs sieht aus wie Flügel aus Stahl und Glas. Sein Design garantiert, dass Tageslicht in das Gebäude dringen kann. Copyright: Janne Huttunen
Rotterdam Centraal Station, Niederlande. Architekten: Sybold of Ravesteyn, Benthem Crouwel, Meyer en Van Schooten Architecten, West 8 Landscape Architects BV. Das Gebäude wurde am 13. März 2014 durch König Willem-Alexander offiziell wiedereröffnet. Die Station wird täglich von ca. 110.000 Passagieren genutzt und bietet neben 750 Autostellplätzen auch 5.200 Fahrradstellplätze. Copyright: Michal Switala
King’s Cross Railway Station, London, England. Architekten: Lewis Cubitt, William Cubitt, John McAslan + Partners. King’s Cross Railway Station wurde als Zentrum der Great Northern Railway gebaut und ist der Endpunkt der East Coast-Hauptlinie. Das Gebäude spielt eine wichtige Rolle in den „Harry Potter“-Romanen von Joanne K. Rowling: Das Gleis 9 ¾, Ausgangspunkt des „Hogwarts Express“, befindet sich in der Station und kann durch einen geheimen Zugang in der Backsteinmauer zwischen Gleis 9 und 10 betreten werden.
Copyright: Shigehiro Ono