Radfahren in Niederösterreich: Leichte Strecken, vielfältige Landschaften und viele Gründe für genussvolle Pausen

Mit dem Donauradweg besitzt Niederösterreich nicht nur einen der Vorreiter der großen europäischen Radwege, sondern auch eine der beliebtesten Radrouten Mitteleuropas. „Vor fast 35 Jahren ist der Donauradweg erschaffen worden“, erzählt Niederösterreichs Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav. „Inzwischen genießen jährlich rund 400.000 Radfahrer die von der Streckenführung, Infrastruktur sowie der Dichte an Sehenswürdigkeiten und Raststationen vorbildliche Route. Mit dem in diesem Leuchtturm- Projekt gewonnenen Know-how konnten wir in den letzten Jahren in ganz Niederösterreich weitere attraktive Radrouten errichten, die von den Gästen vom ersten Tag an gut angenommen wurden und die inzwischen selbst als Maßstab gelten.“

Kompetent konzipiert

Das Besondere an Niederösterreichs großen Routen: Sie folgen meist dem Lauf von Flüssen oder ehemaligen Bahnlinien und garantieren dadurch einen Streckenverlauf ohne nennenswerte Steigungen. Im Mostviertel ist das erst letztes Jahr ausgebaute Herzstück des Ybbstalradweges auf der Bahntrasse der einstigen Ybbstalbahn angelegt worden. Der Ybbstalradweg erweist sich bei Familien als besonders beliebt, weil er völlig eben, weg vom Autoverkehr, aber immer ganz nahe der Ybbs durch das Voralpengebiet verläuft. Ähnlich familienfreundlich präsentiert sich der ebenfalls im Mostviertel gelegene Traisental-Radweg von der Donau bis nach Mariazell.

Im Waldviertel geben die ehemaligen Bahntrassen der Thayatal-Bahn und der Göpfritz- Raabs-Bahn den Weg der 2017 eröffneten Thayarunde vor. Entlang der Strecke gibt es so einiges zu entdecken: Ruinen und Burgen, Relikte der Bahnstrecke, Wildobsthecken, die zu kleinen Naschpausen einladen, und mit der Renaissancestadt Slavonice und der alten Sommerfrische Písečné auch zwei Orte jenseits der tschechischen Grenze.

Grenzenlos lässt es sich auch am Iron Curtain Trail (EuroVelo 13) radeln, der dem ehemaligen Eisernen Vorhang folgt und nicht nur Niederösterreich mit Tschechien und der Slowakei, sondern auch das Wald- mit dem Weinviertel verbindet. An der Route lassen sich europäische Geschichte und besondere Natureindrücke erleben, ist doch der Grenzstreifen durch die jahrzehntelange Isolation zu einem einmaligen Biotop für Pflanzen und Tiere geworden.

Lesen Sie auch unsere Reportage über den Ybbstalradweg

Der EuroVelo 9 verläuft als Teil des europäischen Radfernrouten-Netzes von Gdańsk in Polen nach Pula in Kroatien und verbindet die Ostsee mit der Adria. Ab Tschechien geht es über Niederösterreich, Wien und die Steiermark auf 10 Tagesetappen exakt 568,2 km durch das Herz von Europa. Ab Wien-Inzersdorf läuft der EuroVelo 9 als Thermenradweg vorbei an den bekannten Weinorten Guntramsdorf, Gumpoldskirchen, Baden und Bad Vöslau. Auf diesem Streckenabschnitt im Wienerwald finden Genießer die perfekte Kombination „Radln – Genießen – Erleben“ und treffen auf zahlreiche bekannte Heurige der Thermenregion. In den Wiener Alpen in Niederösterreich führt der EuroVelo 9 von Wiener Neustadt bis Mönichkirchen in die alpine Landschaft des Wechselgebietes, wo er weiter durch die Steiermark bis zur slowenischen Grenze verläuft. Die bezaubernde Landschaft am Piestingtal-Radweg, der von Sollenau nach Gutenstein führt, lässt Radfahrer in vergangene Zeiten eintauchen. Auf dem angenehm flachen, 38 km langen Radweg entlang der plätschernden Piesting ergeben sich immer wieder Ausblicke auf architektonische Juwelen und in die wildromantische Landschaft.

Zehn Top-Radrouten: Ybbstalradweg und Thayarunde zählen seit 2018 zu den Top-Radrouten!

Das beschilderte Radroutennetz in Niederösterreich beträgt außerordentliche 4.200 km (zum Vergleich: das Straßennetz in Österreichs größtem Bundesland verfügt über 14.000 km). Neben der abwechslungsreichen Topographie ist es vor allem die Fülle an Sehenswürdigkeiten, die Ausflüge so angenehm macht: Stifte, Schlösser und Burgen, Museen und Naturschätze geben den Pausentakt vor. Das Gros der Gäste bewegt sich dabei auf den zehn Top-Radrouten, die mit einer vorbildlichen Beschilderung, qualifizierten RAD-freundlichen Betrieben, einem dichten Bahnnetz, vielen Wirtshäusern und Heurigen sowie E-Bike- und Servicestationen Garanten für einen genussvollen Radurlaub sind.

Niederösterreichs 10 Top-Radrouten im Überblick:

– Donauradweg (EuroVelo 6) —272 km
– Traisental-Radweg (Nr. 4) —111 km
– EuroVelo 9 —212 km
– Triestingau-Radweg (Nr. 9a) —32 km
– Kamp-Thaya-March-Radroute (Nr. 8) —426 km
– Iron Curtain Trail (EuroVelo 13) —ca. 400 km
– Piestingtal-Radweg (Nr. 43) —38 km
– Triesting-Gölsental-Radweg (Nr. 42) —62 km
– Ybbstalradweg (Kernstück zwischen Lunz am See und Waidhofen an der Ybbs) —55 km
– Thayarunde —96 km


Fotostrecke: Auf dem Ybbstalradweg entspannt radeln


Radeln für alle: Die Vielfalt der Möglichkeiten

Niederösterreichs abwechslungsreiches Angebot für Radfahrer ist nicht nur auf die in Mitteleuropa einzigartige Vielfalt an Landschaften zurückzuführen. Ganz bewusst wurden in den letzten Jahren Radwege angelegt, die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen sollen.

So erfreuen etwa die 14 Radeln für Kids-Routen durch eine besonders leichte und sichere Streckenführung sowie durch Ausflugsziele, die der ganzen Familie Spaß machen.

Ganz bewusst für Genießer konzipiert sind die Radsternfahrten, bei denen von einem zentralen Punkt aus mehrere Tages-Ausflüge in die Umgebung unternommen werden, und das mit leichtem Gepäck. Unterschiedliche Hotspots sorgen dabei für Themen- und Touren- Vielfalt – so lässt es sich beispielsweise in Retz rund um den Wein radeln und in Baden die Kulturschätze des Wienerwaldes erkunden.

Viel investiert wurde in den Ausbau von E-Fahrrad-Verleihsystemen. In der Buckligen Welt, im Weinviertel, an der Donau, an der Moststraße und entlang der Mountainbike-Strecken in den Ybbstaler Alpen können elektrisch unterstützte Räder gemietet werden. Ein speziell entworfenes Wegenetz mit Aufladestationen, Servicebetrieben und Gastronomie sorgt dabei für problemfreies und genussvolles Dahingleiten.

Vielfältige Möglichkeiten sich auszutoben finden auch Mountainbiker vor. Mit Österreichs weitläufigstem MTB-Streckennetz im Waldviertel und den durch MTB-Guides individuell angepassten Routen in den Wiener Alpen besitzt Niederösterreich seit Jahren zwei außergewöhnliche Angebote. Weitere Zentren mit Strecken unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade befinden sich im Wienerwald und im alpinen Süden des Mostviertels. Aufwendig gestaltete Bikeparks wie am Semmering und am Königsberg sind die perfekte Bühne für all jene, die sich auf Downhill und Tricks spezialisiert haben.

Ganz auf den Nachwuchs haben sich Annaberg im Mostviertel und St. Corona am Wechsel in den Wiener Alpen konzentriert. Der im vergangenen Herbst neu eröffnete Mini-Bikepark Annaberg ist frei zugänglich und für alle Könnensstufen gedacht, um Fahrgefühl, Gleichgewicht und das Mountainbiken im Gelände zu trainieren. Im Mini-Bikepark in St. Corona transportiert ein 90 Meter langes Förderband die jungen Biker nach oben, zwei Strecken eignen sich zum Testen, Üben und auch Festigen von Technik auf dem Mountainbike. Das Bikeparadies St. Corona bietet zudem mit den „Wexl Trails“ Fahrspaß für Mountainbiker jeden Alters. Das Highlight der „Wexl Trails“ sind die 30 Kilometer langen Alm-Trails auf über 1.400 Metern Seehöhe. Mountainbiker kurven von Schwaig zu Schwaig, halten für ein Picknick im Grünen und genießen den Blick in die Oststeiermark und bis nach Wien.

Weitere Informationen finden Sie auf:

www.niederoesterreich.at/radfahren und

www.niederoesterreich.at/top-radrouten

Titelfoto / Der Ybbstalradweg führt zum größten Teil direkt an der Ybbs entlang / Foto: Ingo Paszkowsky

Auch interessant: