Wie schmeckt Lissabon, wie sieht die Stadt von oben aus und welche Geheimnisse stecken hinter den historischen Gebäuden? In Lissabon haben Besucher im Rahmen abwechslungsreicher Führungen die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und die unentdeckten, authentischen Seiten der Metropole am Tejo kennenzulernen.
Inhaltsverzeichnis:
Den Geschmack Lissabons kennenlernen
Die Kultur Lissabons erschmecken können Reisende bei besonders leckeren Stadtführungen von „Singulartrips“. Die Tour „Market visit & Cook with locals“ startet auf einem der traditionellen Märkte der Stadt, wo lokale Händler die Teilnehmer in die Welt der regionalen Produkte einführen. Anschließend kocht die Gruppe gemeinsam mit Einheimischen typisch portugiesische Gerichte.
Das Besondere:
Das Essen wird in keiner Kochschule zubereitet, sondern in den heimischen Küchen der Gästeführer. Der etwa sechsstündige kulinarische Rundgang durch Lissabon findet je nach Markt dienstags bis samstags ab ca. 10 Uhr statt und ist auf Englisch, Portugiesisch oder Französisch buchbar (andere Sprachen auf Anfrage). Die Führung kostet 120 Euro pro Person. Melden sich mehr Teilnehmer an, so wird der Preis pro Person günstiger.
www.singulartrips.com
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Der Himmel über Lissabon
Lissabon von oben: In einem Heißluftballon von Windpassenger Ballooning erleben Besucher die Stadt am Tejo aus der Vogelperspektive. Zwischen zwei und 24 Personen passen in einen Korb und gleiten unter dem großen, bunten Ballon in 1.500 Metern Höhe lautlos durch die Lüfte. Besonders bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang bietet sich den Teilnehmern ein beeindruckendes Naturschauspiel, denn neben der Hauptstadt Lissabon kann auf die gesamte Region mit seiner Küste geblickt werden. Ebenso können Gäste die sieben Hügel der Stadt, das Castelo de São Jorge und natürlich die beeindruckende Brücke Vasco da Gama erstaunen. Eine Fahrt dauert zwischen einer und anderthalb Stunden und bedarf keiner besonderen Kleidung, da die Temperaturen in diesen Höhen im Ballon sich nicht stark von denen auf dem Boden unterscheiden. Preise erhalten Interessierte auf Anfrage.

Eine Reise in die Historie der Stadt
Historische Baukunst lernen Besucher bei einer Besichtigung der Wasserversorgung dem „Aqueduto das Águas Livres“ kennen. Im 18. Jahrhundert erbaut, sollte von dort aus die Wasserversorgung in Lissabon gewährleistet und somit die große Wasserknappheit beendet werden. Über 19 Kilometer hinweg erstreckt sich das Aquädukt, welches den Talabschnitt in Alcãntara mit 14 seiner insgesamt 35 gotischen Bögen überspannt. Der Höchste unter ihnen ist 65 Meter hoch und 29 Meter breit. 1967 wurde der Betrieb des Wasserwerks zwar eingestellt, wurde aber zu einem Wahrzeichen der Stadt. Im Jahr 1755 überstand das beliebte Ausflugsziel das große Erdbeben dank seiner massiven Bauweise.

Das Aqueduto das Águas Livres kann heute besichtigt und auf seinem monumentalen Bogenbau über dem Alcântara-Tal begangen werden. Der Zugang befindet sich an der Calçada da Quintinha 6 im Stadtteil Campolide. Geöffnet ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 18 Uhr. Der reguläre Eintritt kostet vier Euro, eine Führung sechs Euro. Das Museu da Água bietet außerdem längere geführte Touren an, bei denen Besucher Teile des historischen Wasserversorgungssystems kennenlernen.
https://www.epal.pt/EPAL/en/homepage
Reservatório da Mãe d’Água: Ein Wasserspeicher wie eine Kathedrale

Was geschah eigentlich mit dem Wasser, das über das Aqueduto das Águas Livres nach Lissabon gelangte? Eine Antwort liefert das Reservatório da Mãe d’Água das Amoreiras an der Praça das Amoreiras. Hinter der eher unscheinbaren Fassade verbirgt sich ein gewaltiger Wasserspeicher, dessen Architektur an eine Kirche erinnert.
Vier mächtige Steinpfeiler tragen das Gewölbe über dem 7,5 Meter tiefen Wasserbecken, das bis zu 5.500 Kubikmeter fasst. Das Wasser wurde über eine steinerne Kaskade eingeleitet. Der Bau begann 1746 nach Plänen des ungarischen Architekten Carlos Mardel und zog sich mit mehreren Unterbrechungen bis 1834 hin.
Das Reservoir war ein wesentlicher Bestandteil der historischen Wasserversorgung Lissabons. Über angeschlossene Leitungen und Galerien gelangte das Wasser zu öffentlichen Brunnen, Klöstern, Betrieben und Adelshäusern.

Heute gehört die Anlage zum Museu da Água und kann besichtigt werden. Besonders eindrucksvoll ist nicht nur die weitläufige Halle mit ihrem Wasserbecken, sondern auch die Dachterrasse, von der sich ein Panoramablick über Lissabon eröffnet. Gelegentlich finden in dem historischen Bauwerk außerdem Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt.
Besucherinformationen: Praça das Amoreiras 10, erreichbar unter anderem mit der Metro bis Rato. Regulärer Eintritt vier Euro, Führungen sechs Euro. Vor einem Besuch empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten des Museu da Água.
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Unter die Straßen, rein in die Geschichte

Mitten im Stadtzentrum, unter den Straßen der Baixa, verbirgt sich ein ungewöhnliches Zeugnis der römischen Vergangenheit Lissabons. Die Galerias Romanas da Rua da Prata bilden ein System unterirdischer Gewölbe, das normalerweise nicht öffentlich zugänglich ist. Die Räume stehen durch eindringendes Grundwasser teilweise unter Wasser und müssen für Besichtigungen zunächst trockengelegt werden.
Entdeckt wurden die Galerien 1771 bei Arbeiten im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt nach dem verheerenden Erdbeben von 1755. Es handelt sich um einen sogenannten Kryptoportikus, eine römische Unterkonstruktion, die auf schwierigem Baugrund eine stabile Plattform für darüberliegende Bauwerke schuf.
Besucher können bei speziellen Führungen die Gewölbe erkunden und dabei mehr über die römische Vergangenheit Lissabons erfahren. Der Zugang erfolgt über einen Schacht im Bereich der Rua da Conceição an der Ecke zur Rua dos Correeiros.
Traditionell organisiert das Museu de Lisboa im Frühjahr und im September zeitlich begrenzte Besichtigungen. Im September 2026 blieben die Galerien allerdings geschlossen, da die Besuchsbedingungen verbessert werden sollen. Neue Termine werden vom Museum bekannt gegeben. Wer einen Besuch plant, sollte sich deshalb unbedingt vorab über die aktuellen Zugangsmöglichkeiten informieren.
Kultur im ehemaligen Wasserspeicher erleben
Unter dem Jardim do Príncipe Real liegt ein weiteres eindrucksvolles Bauwerk der historischen Wasserversorgung: das Reservatório da Patriarcal. Der Wasserspeicher wurde 1856 vom französischen Ingenieur Louis-Charles Mary entworfen und zwischen 1860 und 1864 errichtet.
Die unterirdische Anlage besteht aus zwei Kammern, die zusammen 884 Kubikmeter Wasser aufnehmen konnten. Besonders beeindruckend sind die 31 bis zu 9,25 Meter hohen Steinpfeiler, die das Gewölbe tragen. Über dem Reservoir befindet sich der kleine See im Jardim do Príncipe Real, dessen Form die darunterliegende Konstruktion widerspiegelt.
Bis Ende der 1940er-Jahre war das Reservoir Bestandteil der städtischen Wasserversorgung. Seit 1994 gehört es zum Museu da Água. Heute können Besucher die ungewöhnliche Architektur bei Führungen kennenlernen.
Für Besichtigungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Eine reguläre Führung kostet sechs Euro.
Galeria do Loreto: Auf historischen Wasserwegen unter Lissabon
Vom Reservatório da Patriarcal führen mehrere unterirdische Gänge weiter unter die Stadt. Besonders interessant ist die Galeria do Loreto, eine der fünf historischen Verteilungsgalerien des Aqueduto das Águas Livres.
Das unterirdische Kanalsystem erstreckte sich einschließlich seiner Verzweigungen über rund 2,8 Kilometer. Es transportierte einst Wasser zu öffentlichen Brunnen, Einrichtungen und Gebäuden in verschiedenen Stadtvierteln.
Heute ermöglicht das Museu da Água einen ungewöhnlichen Spaziergang durch Teile dieses Systems. Bei geführten Touren können Besucher beispielsweise den rund 350 Meter langen Abschnitt vom Reservatório da Patriarcal zum Aussichtspunkt São Pedro de Alcântara erkunden. Weitere angebotene Strecken führen von der Casa do Registo an der Rua das Amoreiras über rund 1,1 Kilometer bis zum Reservatório da Patriarcal oder über etwa 1,4 Kilometer bis zum Aussichtspunkt.
Wer eine solche Führung mitmacht, lernt Lissabon aus einer Perspektive kennen, die den meisten Stadtbesuchern verborgen bleibt. Die historischen Gänge zeigen anschaulich, welcher technische Aufwand einst nötig war, um die wachsende Hauptstadt mit Wasser zu versorgen.
Die Führungen finden zu festgelegten Terminen beziehungsweise nach vorheriger Anmeldung statt und kosten regulär sechs Euro. Empfohlen werden festes, bequemes Schuhwerk und für die unterirdischen Abschnitte gegebenenfalls eine leichte Jacke. Für Menschen mit Klaustrophobie sind die Touren nicht geeignet.
Informationen und Anmeldung: Museu da Água, Telefon +351 218 100 215, E-Mail mda.epal@adp.pt. Aktuelle Termine und Besuchsmöglichkeiten veröffentlicht EPAL auf seiner Website.

Titelfoto / Einmal im Jahr werden die römischen Galerien unter Lissabon leergepumpt und können dann besichtigt werden. / Foto: Turismo de Lisboa
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