Mit etwas Geduld und Glück findet man in Lissabon ein kleines Restauraunt, in dem das exzellente Essen mit einem gehörigen Schuss Fado gewürzt wird. Foto: Ingo Paszkowsky

Lissabon: Fado – hier singt der Koch selbst

Lissabon – Fado ist ein Musikstil, der vor allem in den Städten Lissabon und Coimbra beheimatet ist. Dabei kann nicht jeder Sänger jeden Fado singen, Fado aus Coimbra erfordert eine Tenor-Stimme. Zum Inhalt haben die wehmütig klingenden Lieder meist unglückliche Liebe, soziale Missständen, vergangene Zeiten oder die Sehnsucht nach besseren Zeiten. Der Fado beinhaltet unter anderem arabische Elemente, viele verschiedene Tonhöhen und viele Molltöne, und drückt jenes Gefühlsleben aus, das die Portugiesen miteinander verbinden soll.


 

Fado ist ein starkes Element der portugiesischen Tradition. Foto: Turismo de Portugal
Fado ist ein starkes Element der portugiesischen Tradition. Foto: Turismo de Portugal

 

Im vergangenen Jahr wurde der Fado in die „Repräsentative Liste des immateriellen Weltkulturerbes der Menschheit“ der UNESCO aufgenommen. Im 19. Jahrhundert in den Armenvierteln Lissabons und Coimbras entstanden, entwickelte sich der Fado zu einer gelebten Tradition und zu einem starken Element der portugiesischen Identität. Er zieht sich durch unterschiedliche Bereiche der portugiesischen Kultur. In der Begründung der UNESCO heißt es: „Der Fado ist eine musikalische und lyrische Ausdrucksform von großer Vielseitigkeit, der das Gefühl der Zugehörigkeit und Identität innerhalb der Lissaboner Gemeinschaft verstärkt.“ Beim immateriellen Weltkulturerbe geht es um gelebte Traditionen. Bislang gehörten zu diesem Erbe unter anderem der Flamenco und die Mittelmeerküche.

Fado ist untrennbar mit der Saudade, dem Weltschmerz der Portugiesen verbunden. Die jüngere Generation lehnt diesen allgemeinen „Weltschmerz“ zunehmend ab. Dennoch ist der Fado  natürlich eine schöne Tradition. Wer einige Tage in Lissabon weilt, sollte sich unbedingt den Gesang anhören. Entweder in touristisch geprägten Lokalen, wo Fado-Auftritte zum Programm gehören oder in einem kleinen Restaurant, wo überwiegend Einheimische einkehren. Letzteres verlangt etwas Detektivarbeit und gegebenfalls einige Versuche, ist aber eindrucksvoller.

Hier lässt der Koch in seine Töpfe schauen und singt noch selbst. (IP)

 

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