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Die Algarve als südlichste Region Portugals steht für eine jahrtausendealte Kultur und beeindruckende Landschaften. Ehemals Teil des großmaurischen Reiches Al Gharb ist die Region von verschiedensten Einflüssen geprägt, so auch ihre Küche mit ihren unverfälschten Aromen und vielerlei Gaben des Meeres und der Erde.
Wir liefern dir nicht nur Infos über die wichtigsten Genussprodukte der Algarve, sondern auch eine Reihe von einfachen bis raffinierten Rezepten, mit denen sich die Zeit bis zum nächsten Urlaub an Portugals Sonnenküste bestens überbrücken lässt. Bom apetite!
Die Rezepte kannst Du als PDF herunterladen. Außerdem geben wir Dir noch Tipps für Restaurantbesuche.
Erstklassige Zutaten und raffinierte Gerichte

Fisch & Meeresfrüchte
Kein Wunder, dass Fisch und Meeresfrüchte in der Küche der Algarve eine so wichtige Rolle spielen: In den Fischereihäfen entlang der rund 200 Kilometer langen Küste landet jeden Tag frischer Nachschub für Einheimische wie Besucher. Ob Sardinen oder Seeteufel, ob Thunfisch oder Brasse, ob Bacalhau oder Dorade, ob Oktopus oder Garnele – wer einmal einen der Fischmärkte (z. B. in Olhão) besucht hat versteht, warum die Tiere aus dem Meer auch auf den Speisekarten der Algarve eine so wichtige Rolle spielen.
Eine ganz besondere Methode, diese Delikatessen zuzubereiten, ist die Cataplana. Der Name bezeichnete ursprünglich den Kupfertopf, der einst in portugiesischen Fischerfamilien unverzichtbar war. Ein Doppelkochtopf, dessen beiden Hälften man hermetisch verschließen kann und in dessen Innerem Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse und Gewürze über dem offenen Feuer schonend im eigenen Saft garen.
Längst wurden die klassischen Kupfermodelle von Varianten aus Edelstahl oder Aluminium abgelöst, die man dank eines ebenen Bodens nun auch auf dem Elektroherd verwenden kann.
Neben der klassischen „Cataplana de Marisco“ aus frischem Fisch, Meeresfrüchten und Gemüse sind auch Zubereitungen mit Fleisch oder Geflügel und vegetarische Cataplanas erhältlich. Allen aber ist gemeinsam: Wenn man am Tisch den Deckel öffnet, verströmt das fertige Gericht einen fast schon magischen Duft.
Zum Rezept für Cataplana de Marisco
Sardinen

Es gibt wenige Düfte, die so verführerisch sind wie der von Sardinen, die gerade auf einem Holzkohlegrill brutzeln. Tatsächlich sind die kleinen silbernen Fische, die in Schwärmen vor der Küste leben und mit Netzen gefangen werden, an der Algarve ein Grundnahrungsmittel. Bis heute kann man in vielen Orten vor den traditionellen Häusern kleine Grills sehen, auf denen Sardinen garen.
Sie gehören auch dazu, wenn richtig gefeiert wird: Bei den Festen zu Ehren der Santos Populares (Volksheiligen) im Juni sind sie buchstäblich in aller Munde, und immer im August richtet die Stadt Portimão zu Ehren der leckeren Happen ein eigenes Sardinen-Festival aus – mit einem Umzug, Musik, Tanz und ganz vielen gegrillten Sardinen. Denn dann, im Juli und August, sind sie besonders fett und extra lecker!
Zum Rezept für Sardinhas Assadas (gegrillte Sardinen)

Das Konservieren von Sardinen in Öl hat hier eine lange Geschichte. Längst gibt es aber viele weitere Produkte: Makrele, Thunfisch, Kabeljau, Schwertfisch und Stöcker lassen sich in Dosen verpacken. Neben der klassischen Variante mit Olivenöl gibt es eine große Auswahl weiterer feiner Spezialitäten.
Zumindest bei der Conserveira do Arade, die 2015 unweit des namensgebenden Arade-Flusses gegründet wurde. Im Sortiment des jungen Unternehmens treffen Tradition und Moderne auf eindrucksvolle Weise aufeinander. Hier wird weitgehend von Hand produziert, und die frischen Zutaten wie Zitronen, Zwiebeln oder Olivenöl stammen von sorgfältig ausgewählten Produzenten aus der Umgebung. Was für die einen nur die Grundlage für eine leckere Mahlzeit ist, ist für die anderen – nicht zuletzt wegen der farbenfrohen Verpackungen – ein begehrtes Sammlerstück.
Wer sich für die Herstellung dieser Köstlichkeiten interessiert, kann das Unternehmen im Rahmen einer Führung besichtigen. Wer sich aber nur mit Leckereien wie Thunfisch mit Süßkartoffel und Koriander, Kabeljau mit Kichererbsen und Olivenöl oder Sardinen mit konfierter Tomate versorgen möchte, kann diese im hauseigenen Laden (Mo-Fr 9-13 und 14-17.30) vor Ort kaufen oder sie im Online-Shop bestellen:
https://www.conserveiradoarade.com
Oktopus

Wodurch unterscheidet sich der Oktopus-Fang heute von dem vor tausend Jahren? Eigentlich durch gar nichts, denn als Fallen für die achtarmigen Kraken dienen heute wie damals tönerne Krüge, Amphoren, die an einem Seil im Wasser versenkt werden und den Tieren einen gemütlichen Unterschlupf vorspiegeln.
An der Algarve wird der in der Mythologie als „Meeresungeheuer“ verunglimpfte Polvo vor allem im Osten gefangen. Das flache Wasser des Naturparks Ria Formosa bietet den Weichtieren optimale Lebensbedingungen. Kein Wunder, dass er dort auch auf jeder Speisekarte steht.
Die kleine Küstenstadt Santa Luzia nennt sich gar „Capital do Polvo“, Hauptstadt des Oktopusses. Dort servieren Restaurants die leckeren Kopffüßler in vielen Variationen – vom Grill und als Burger, als Curry und als Küchlein, mit Pasta oder aber so, wie ihn viele Portugiesen am liebsten mögen: gekocht, in Stücke geschnitten und mit Essig und Öl als Salat angerichtet.
Zum Rezept für Salada de Polvo (Oktopus-Salat)
Piri-Piri-Sauce
Zugegeben: die Piri-Piri-Sauce wurde nicht an der Algarve erfunden, sondern von portugiesischen Seefahrern nach Europa gebracht. Und doch sind viele typische Gerichte der Algarve-Küche ohne die feurige Chilisauce kaum denkbar. In jeder besseren Strandkneipe steht das mit Piri-Piri-Sauce marinierte und über Holzkohle gegrillte Huhn auf der Karte. Und einige Restaurants sind sogar regelrecht berühmt für ihr Frango Piri-Piri. Wer einmal davon gekostet hat, möchte es immer wieder essen…
Natürlich hat jeder Küchenchef seine eigene, streng geheime Rezeptur für die scharfe Sauce – Chilis, Knoblauch, Zitronensaft und Olivenöl sind fast immer drin, unzählige Varianten enthalten aber auch z. B. gegrillte Paprika, Essig oder Kräuter. Wer keine Zeit oder Lust hat, die Sauce, in der das Geflügel mariniert wird, selbst zu kochen, findet in jedem Supermarkt der Algarve eine große Auswahl an Fertigprodukten. Übrigens: die scharfe Sauce passt auch prima zu Fisch, Shrimps und gegrilltem Gemüse.
Zum Rezept für Frango Piri-Piri (Piri-Piri-Hühnchen)
Mandeln

Alljährlich ab Ende Januar bis April verwandelt sich die Landschaft der Algarve in ein weiß und zartrosa gefärbtes Blütenmeer. Tausende Besucher kommen dann nach Portugal, um sich das wunderschöne Naturschauspiel anzusehen.
Der kleine Baum mit seiner runden Krone, der im Winter seine Blätter verliert, stammt ursprünglich aus Asien und Nordafrika. Die maurischen Besatzer brachten ihn an die Algarve. Von der Blüte bleiben am Baum die Mandelfrüchte, die zu Beginn ein bisschen wie Pfirsiche oder grüne Aprikosen aussehen. Das Fruchtfleisch aber ist zunächst hart und nicht essbar. Ende des Sommers öffnet sich das Samengehäuse, fällt ab und zeigt die Schale der Mandel. Nur der Mandelkern ist essbar.
Und davon macht man an der Algarve nur allzu gern Gebrauch. Schon seit dem 16. Jahrhundert werden die ebenso nahrhaften wie gesunden Mandelkerne für die Herstellung zahlreicher Süßspeisen verwendet. Heute weiß man: Mandeln sind reich an pflanzlichem Eiweiß, Ballaststoffen und gesunden Fetten sowie Kalium und Vitamin E. Ein regelmäßiger Verzehr kann verschiedenen Studien zufolge das Herz-Kreislauf-System unterstützen und den Cholesterinspiegel senken.
Viele der traditionellen Rezepte stammen aus Klosterküchen, bereits im 16. Jahrhundert wurde die Herstellung von Süßwaren mit Mandeln erwähnt. Auch wenn der Mandelanbau an der Algarve leicht rückläufig ist, sind die leckeren Kerne bei der Zubereitung vieler Desserts und Kuchen unverzichtbar – etwa der wunderbar saftigen Torta de Amêndoa. Vor allem im Gebiet rund um Loulé spielt der Anbau auch heute noch eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft.
Zum Rezept für Tarte de Amêndoa (Mandelkuchen)

Lange verkannt: Johannisbrot
Einst galt Alfarroba (Johannisbrot) als Schokolade für arme Leute, daneben wurde ein Großteil der Ernte an die Schweine verfüttert. Als Tierfutter dient die Frucht noch immer, längst aber haben die Menschen den Wert der Frucht erkannt, sogar in die Spitzenküche hat sie Einzug gehalten.
Im Spätsommer kann man die Bauern dabei beobachten, wie sie mit langen Stöcken die lederartigen, bis zu 30 Zentimeter langen Schoten von den Bäumen schlagen und am Boden mit Tüchern auffangen – eine anstrengende Tätigkeit, die sich aber lohnt: Seit einigen Jahren steigt der Preis für Johannisbrotmehl immer weiter.

Johannisbrotkekse, Johannisbrotkuchen, Johannisbrotcreme, Johannisbrotmehl, Johannisbrot-Sirup – die zuckerhaltige Frucht der Johannisbrotbäume wird vielseitig verwendet. Dank ihres nussigen Geschmacks ist sie bei Konditoren wie Hausfrauen beliebt, spielt aber auch als Verdickungsmittel in Lebensmitteln wie Soßen, Suppen oder Puddings und als Schokoladenersatz für Allergiker eine wichtige Rolle.
Portugal ist einer der größten Johannisbrotproduzenten der Welt. Der Rohstoff gilt – da vom Samen bis zur Schote alles verwendet wird und die Bäume auch noch reichlich Kohlenstoff binden können – als Symbol der Nachhaltigkeit.
Die Bäume wachsen vor allen an den Südhängen des Barrocal, der Landschaft zwischen der Küste und dem Hügelland der Algarve.
Auf Märkten und in Bio-Läden findet man eine breite Auswahl an Alfarroba-Produkten, hinzu kommen einige Spezialgeschäfte, die sich auf Produkte aus Johannisbrot spezialisiert haben – etwa Carob World in der Nähe von Faro oder den Online-Shop von Grand Carob.
Zum Rezept für Bolo de Alfarroba (Johannisbrotkuchen)
Feigen
Sündig süß, nahrhaft und gesund – und dabei auch noch kalorienarm: Feigen gehören zu den beliebtesten Obstsorten der Algarve. Die großblättrigen Feigenbäume lieben die Sonne (von der es an der Algarve ja mehr als genug gibt…) und sind relativ anspruchslos beim Anbau – vorausgesetzt, sie werden ausreichend mit Wasser versorgt.
Im Handel findet man frische Früchte und getrocknete Feigen, es gibt Fruchtaufstriche und Feigenkuchen. Und ein alter Volksglaube besagt, dass der milchige Saft frischer Feigen bei der Behandlung von Warzen hilft.
Eine Spezialität der Algarve-Küche sind die Feigen-Mandel-Küchlein, die kleinen Käselaiben ähnlich sehen (Queijinhos).
Zum Rezept für Queijinhos de Figo (Feigen-Mandel-Küchlein)

Orangen
Zu Recht wird behauptet, dass die Orangen von der Algarve zu den saftigsten der Welt gehören. Und sie spielen in Portugals Süden eine sehr wichtige Rolle – nur die Zahl der Apfelbäume übertrifft die der Orangenbäume.
Vor allem im Großraum Silves sieht man die Bäume mit den leckeren Vitamin-C-Spendern auf Schritt und Tritt. Sie stehen in vielen privaten Gärten, werden aber auch in großen Plantagen angepflanzt. Einige dieser Betriebe kann man besichtigen und dabei eine Vorstellung gewinnen, wie vielseitig die einst aus China und Ceylon importierte Südfrucht verwendet wird. Sie liefert die Basis für Säfte und Limonaden, für feine Desserts und Kuchen, aber auch für Tees, Marmeladen oder sogar Gin.
Zum Rezept für Pudim de Laranja (Orangenpudding)
“Die besten Zitrusfrüchte” der Welt
Die Gegend rund um Silves, so sagen die Algarvier, bringt die besten Zitrusfrüchte der Welt hervor. In dieser Region, auf der Quinta da Lameira nahe Alcantarilha, pflanzte der Großvater der heutigen Eigentümer von Dona Laranja 1952 die ersten Orangenbäume. Er hegte und pflegte die Pflanzen, versuchte, ihnen die besten Bedingungen für ein gesundes Wachstum zu verschaffen – und wurde mit süßen, vollreifen, köstlichen Früchten belohnt. Ein Engagement, das auch sein Sohn und seine Enkel erfolgreich bis in die Gegenwart fortsetzten.

Heute beliefert Dona Laranja das ganze Jahr über Genießer in ganz Europa mit den süßen Früchten des Südens. Mehr als 20 verschiedene Sorten gewährleisten, dass Orangen und Clementinen an neun Monaten im Jahr und saftig-aromatische Zitronen zu jeder Zeit geerntet werden können. Dabei legt man großen Wert darauf, die Früchte so schnell und frisch wie möglich auf den Tisch der treuen Kunden zu bringen.
Neben den Zitrusfrüchten vertreibt Dona Laranja in Zusammenarbeit mit benachbarten Erzeugern auch weitere Früchte.
Oliven sind ein Geschenk der Götter
Was wäre die Algarve ohne ihre großen Olivenhaine im Hinterland der beliebten Sonnenküste? Seit Jahrtausenden wachsen die knorrigen Bäume hier. Sie brauchen viel Pflege, und es dauert lange Jahre, bis sie erstmals Früchte tragen. Dann aber sind die Oliven bei Feinschmeckern auf der ganzen Welt begehrt und Sinnbild des Geschmacks des Südens.

Das Unternehmen Hélder Madeira wurde 1986 in Tavira auf gerade einmal 35 Quadratmetern gegründet. Heute nehmen die Produktionsanlagen über 1500 Quadratmeter ein. Viel Handarbeit und moderne Maschinen gewährleisten eine konstant gute Qualität. Fast alle Zutaten werden von Produzenten vor Ort bezogen, der Zusatz von Chemikalien ist bei der Herstellung verpönt. Neben den klassischen Oliven in Salzlake stellt das Unternehmen auch zahlreiche Varianten her – etwa mit verschiedenen Kräutern, Knoblauch, Essig und Chili fermentiert, bereits gehackt oder sanft mit Knoblauch und Zitrone zerdrückt.
Neben den beliebten Oliven gibt es bei Hélder Madeira auch verschiedene Kräuter, Gewürze, Chilipasten und Honig. Alle Produkte sind im Online-Shop erhältlich – oder im Rahmen einer Besichtigungstour (inklusive Verkostung) durch die Produktionsanlagen, die du über die Website buchen kannst.
Von den Früchten direkt zum Öl
In der Nähe von Moncarapacho im Osten der Algarve produziert die Firma Monterosa auf einer 15 Hektar großen Fläche Olivenöl der höchsten Güteklasse Natives Olivenöl Extra. Die Ölmühle entstand eher zufällig: 1996 begann der Schwede Detlev von Rosen, in den Wintermonaten an der Algarve Gemüse für den nordeuropäischen Markt anzubauen. Das milde Klima der Algarve erwies sich dafür als perfekt – anders als die Vertriebswege in den Norden. Daher stellte er die Produktion 1972 auf Zierpflanze um – mit beachtlichem Erfolg. Erst später pflanzte man auf einem ehemaligen Orangenhain die ersten Olivenbäume und begann, hochwertige Öle herzustellen.

Heute entstehen hier fünf Premium-Olivenöle voller Geschmack und Aroma, die mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurden. Vier davon sind sortenrein (Verdeal, Picual, Cobrançosa und Maçanilha), eine fünfte Variante (namens Selection) ist eine Cuvée aus den anderen.
Die Früchte werden von Hand gepflückt, solange sie noch grün sind und sofort zur eigenen Ölmühle gefahren, wo sie ohne Zeit- und Qualitätsverlust extrahiert, gefiltert, gelagert und später in Flaschen abgefüllt werden. Bei der Produktion wird viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt – so wird z.B. der beim Pressen anfallende Trester als Kompost wieder in die Olivenhaine zurückgeführt.
Für Besucher bietet Monterosa verschiedene Touren und Verkostungen an. Infos und Buchung über die Website, auf der man auch einen Online-Shop findet.
Erdbeer-Likör, aber nicht wirklich

Wer im Herbst und Winter durch das Hinterland der Algarve fährt, kann sie kaum übersehen: die leuchtend orange bis rot leuchtenden Früchte des Erdbeerbaums. Auf dem Markt aber wird man die kleinen, etwas stacheligen Kugeln schwerlich finden. Denn mit den bekannten Erdbeeren haben sie botanisch wenig gemeinsam – der Erdbeerbaum gehört zu den Heidekrautgewächsen.
Und doch sind sie der begehrte Rohstoff für den typischen Digestif der Algarve – den Medronho. Schon seit Jahrhunderten ernten die Bauern im Hinterland die süßlichen Früchte in anstrengender Handarbeit, fermentieren sie in großen Behältern und brennen daraus in oft uralten, einfachen Anlagen einen meist klaren Schnaps, der es in sich hat: Der Alkoholgehalt liegt bei mindestens 40, nicht selten aber sogar bei 60 Prozent. Ein Gläschen nach dem Essen erweist sich so als recht effektive Verdauungshilfe.
Längst gibt es auch im Supermarkt industriell hergestellten Medronho. Kenner aber schwören auf die handwerklich in kleinen Schuppen oder Garagen hergestellten Produkte kleiner Produzenten. Eine Auswahl solcher Brände findet man z.B. in Monchique (einem Zentrum der Medronho-Brennerei) in der Loja do Mel e Medronho (Largo 5 de Outubro); es lohnt sich aber auch, sich in Cafés oder Restaurants nach den Hauslieferanten durchzufragen.
Salz ist die Würze des Lebens
An der Algarve war die Salzgewinnung lange und eng mit der Verarbeitung und Konservierung von Fisch verbunden. Eines Tages entdeckte die internationale Gourmetszene die hauchfeinen Salzkristalle, die sich – die passende Temperatur und ideale Windverhältnisse vorausgesetzt – an der Oberfläche eines mit konzentriertem Meerwasser gefüllten, flachen Beckens absetzen: Flôr de Sal, Salzblume. Die feinen Kristalle knuspern auf der Zunge und können – obwohl sie rein chemisch betrachtet nichts anderes als Natriumchlorid sind – viele Gerichte geschmacklich auf ein neues Niveau heben. Wer einmal eine reife Tomate mit „normalem“ Salz und danach zum Vergleich mit Flôr de Sal gewürzt hat, kennt den Unterschied.

Das erkannte auch Jorge Raiado, der 2007 im Naturschutzgebiet Sapal bei Castro Marim begann, alte, vernachlässigte Salzbecken wiederzubeleben und dort Flôr de Sal zu produzieren – das Unternehmen Salmarim war geboren. Bis heute liebt es Raiado, selbst mit der Borboleta, einem speziell geformten Sieb, das weiße Gold von der Oberfläche der Salinen zu schöpfen.
Und er experimentiert gerne mit verschiedenen Rezepturen. Neben dem klassischen Flôr de Sal stellt er heute auch Varianten mit Chili-Würze, Tomaten- oder Feigenaroma, Zitronen- und Orangennote her. Längst haben auch die Spitzenköche der Region die besondere Qualität seiner Salze erkannt und arbeiten gerne mit den Salmarim-Produkten. Abgepackt werden diese Delikatessen in ebenso nachhaltigen wie landestypischen und für ihr Design preisgekrönten Korkdosen. Erhältlich sind sie in gut sortierten Feinkostgeschäften vor Ort und im Online-Store:
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Top-Touren für dich
Unsere Restaurant-Tipps
Viele Rezepte kannst Du hier herunterladen oder du gehst gleich ins Restaurant und lässt dich verwöhnen.
Wer an der Algarve unterwegs ist, findet sie überall, die Casas do Peixe – die Fisch-Häuser, die Lokale mit traditionellen portugiesischen Gerichten oder die Restaurants, in denen auf Sterne-Niveau gekocht wird. Frischer Fisch und Meeresfrüchte, aber auch hochwertige Fleischgerichte und vegetarische Speisen sind Bestandteil der unverwechselbaren Küche der Algarve. Wir empfehlen wärmstens einen Besuch unter anderem in diesen Restaurants:
O Lourenço, Salema
Hier dreht sich alles um den Fang des Tages, traditionell auf Stahlplatten serviert. Das kleine aber feine familiengeführte Restaurant liegt am Fuße des West-Hügels von Salema, zu dem eine kleine Straße von dem Parkplatz nahe der sevencollection-Rezeption führt.
A Eira do Mel, Vila do Bispo
José Pinheiro schätzt die Klassiker seiner Kindheit und der Region und verfeinert mit höchster Kochkunst Gerichte der einfachen Traditionsküche mit einem zeitgemäßen Dreh. Die Zutaten bezieht er vorwiegend von lokalen Lieferanten, den Fisch kauft er im Hafen von Sagres. Besonders beliebt: die Cataplanas. Mit Tintenfisch oder Kaninchen, im Angebot sind insgesamt sechs Varianten.

Loki Restaurant, Portimao
Auch im Loki Restaurant wird großer Wert auf Regionalität gelegt – die Zutaten kommen aus einem maximal 100 Kilometer großen Umkreis. João Marreiros stellt nahezu alles selbst her, eigens gesammelte Pilze und Kräuter wie Grüner Lavendel oder Wildfenchelarten verarbeitet er in den Gerichten für maximal acht Gäste in seiner Tasca, die als absoluter Geheimtipp gehandelt wird. www.lokirestaurant.com
Ocean, Porches
Mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet bietet hier der Österreicher Hans Neuner und seine Crew ein grandioses Fine-Dining-Erlebnis mit traumhaftem Blick auf den Atlantik. Traditionelle Aromen setzt er in komplett neue Kontexte, hervorragende Weine aus dem eigenen Landgut Herdade dos Grous im Alentejo, Portugal oder aus weiteren besten internationalen Lagen runden das einmalige Geschmackerlebnis ab. www.restauranteocean.com

A Tasca do Petrol, Marmelete
In der Serra de Monchique gelegen, verwöhnt Nélia Nunes hingebungsvoll ihre Gäste mit traditioneller Bergküche. Ob deftiger Kohleintopf mit Speck, Gerichte vom Schwarzen Schwein oder Ofenlamm – Nélia nimmt sich viel Zeit und lässt die Speisen langsam schmoren, rösten und braten. Slow Food at its best.
Casa da Isabel, Portimao
Torta da amêndoas e chila, Bolo real de Aljezur oder fios de ovos – Dona Isabel verzaubert die Gäste ihres Cafés mit Naschereien, die mitunter auf Rezepten aus Klösterküchen basieren.
Wer das süße Kultgebäck Pastel de Nata, ein Blätterteigtörtchen mit Pudding, kosten möchte, kann es beispielsweise auch im Café direkt neben dem sevencollection-Check-in probieren.

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Für unbeschwerten Daten-Konsum außerhalb der EU

Wenn du außerhalb der EU verreist und in Verbindung bleiben willst, dann brauchst du sie – die eSIM von Holafly, denn damit vermeidest du teure Roaming-Gebühren.
Diese und weitere kulinarische Tipps sind zu finden im Genussreisebuch „Algarve – eine kulinarische Reise“ von Marianne Salentin-Träger, das in allen Ferienhäusern zur Ansicht ausliegt und zum Mitnehmen an der Rezeption verkauft wird. Es ist auch im Buchhandel oder bei Amazon* erhältlich. Das Buch mit 440 Seiten enthält mehr als 70 großartige und nachkochbare Rezepte, 350 beeindruckende Fotos und 18 informative Reportagen, zum Einfluss der Gezeiten, die Gefahren der Percebes-Jagd, die Mühsal von Muschelsuchern, den Schutz von Austernbänken, die Tradition des Korkschälens und das kulinarische Erbe.

Die Marburger Unternehmerin Annabell Pohl hat im Frühling 2021 das Genussreisebuch zusammen mit Marianne Salentin-Träger als Herausgeberin veröffentlicht. Das Buch im Knesebeck Verlag München erschienen ist eine liebevolle Hommage an die Region, die Menschen, die Tradition und die Kultur. Es wurde anlässlich des 55. Literarischen Wettbewerbs der Gastronomischen Akademie Deutschland e.V. mit der Goldmedaille in der Kategorie „Küche der Regionen 2021“ ausgezeichnet.

Auf der Webseite www.culinaryjourneys.de finden sich außerdem zahlreiche Rezepte und die kleinen Geheimnisse der Sterne-Köche an der Algarve.
Die Ferienhäuser der sevencollection liegen in der Hand von Annabell Pohl, die als dritte Generation der Unternehmerfamilie Pohl eng mit dieser Region verbunden ist. sevencollection ist eine kleine Kollektion charmanter und modern gestalteter Ferienhäuser und -apartments an der Algarveküste. In Salema sind die Wohnungen in einstigen Fischerhäusern entstanden, befinden sich überwiegend in Strandlage und liegen dennoch als Teil des gewachsenen Ortes abseits des Touristentrubels.

Quellen: sevencollection; Visit Algarve
Titelfoto / sevencollection ist eine kleine Kollektion charmanter und modern gestalteter Ferienhäuser und -apartments an der Algarveküste / Foto: sevencollection
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Portugal – Licht, Weite, Geschichte
Unsere Fotos als Kunstwerke an deiner Wand. Auf Leinwand, als Poster, auf Alu-Dibond und vielen weiteren Medien, in unterschiedlichen Größen.
Weitere Fotos von WeltReisender Ingo Paszkowsky findest Du hinter diesem Link.
Reisehinweise für Portugal
Das milde Klima, 3.000 Sonnenstunden pro Jahr, 1.860 Kilometer Küstenlinie mit über 200 Surfspots, 850 Kilometer Strände an der Atlantikküste und 25 UNESCO-Welterbestätten machen Portugal fast ganzjährig zum idealen Reiseziel.
In dem Land mit den ältesten Grenzen Europas findest Du auf relativ kleinem Raum sehr abwechslungsreiche Landschaften, viele Freizeitmöglichkeiten und ein einzigartiges Kulturerbe, in dem Tradition und Moderne eine harmonische Verbindung eingehen. Die schmackhafte Küche, die guten Weine und die gastfreundlichen Menschen sind weitere Gründe, das Land zu besuchen.
Portugal besteht aus fünf Regionen auf der iberischen Halbinsel: Porto und der Norden, Centro, Alentejo, Lissabon und Umgebung sowie Algarve. Außerdem gehören zu Portugal die Azoren und Madeira.
Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zu Portugal
Lies auch unseren Länder-Steckbrief über Portugal und weitere Artikel über das Reiseland Portugal.
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