Wer das Rauschen der Wellen und das Pfeifen des Windes liebt, findet auf der „Grünen Insel“ ein ganz besonderes Schlaferlebnis. Jahrhundertelang dienten Irlands Leuchttürme Seefahrern als lebenswichtige Wegweiser. Heute öffnen einige dieser historischen Monumente ihre Türen für Reisende, die Ruhe und eine Prise Abenteuer suchen.
Reise in die Vergangenheit am Blackhead Lighthouse
An der Steilküste des County Antrim thront das Blackhead Lighthouse. Seit 1901 weist es Schiffen den Weg in den Belfast Lough – sogar die Titanic zog bei ihrer Jungfernfahrt im Jahr 1912 hier vorbei.
- Das Wohnerlebnis: Wo früher die Leuchtturmwärter mit ihren Familien lebten, befinden sich heute drei großzügige Selbstversorger-Wohnungen.
- Historischer Charme: Die Einrichtung mit hohen Decken, dunklen Holzböden und antiken Möbeln fühlt sich wie eine echte Zeitreise an.
- Besonderes Highlight: In der Badewanne kann man den Blick auf den 16 Meter hohen Turm und den Sonnenaufgang über dem Meer genießen.
Zeitreise mit 270-Grad-Aussicht
Allein die Panorama-Aussicht aufs Meer und die erhabene, abgeschiedene Lage am Nordufer der Bucht! Das rund 40 Meter über dem Wasser thronende Ensemble aus zwei Gebäuden und dem Leuchtturm ist nämlich nur über ein verwinkeltes Sträßchen erreichbar, das in Navigationssystemen gar nicht recht auftaucht. Passt insofern, da sich hier alles wie eine Reise in die Vergangenheit anfühlt. Mit Wasserhähnen zum Drehen (Warm- und Kaltwasser ist getrennt), alten Büchern zum Schmökern und viel Patina: Der Salon, in dem man aus tiefen Sofas ins Kaminfeuer blickt.
Die Treppen und Gänge, die zu überraschend vielen Schlafzimmern mit ehrwürdigen Riesenbetten führen. Das Badezimmer mit freistehender Wanne und Toilette mit Blick auf den 16 Meter-Turm nebenan – und aus einmaliger Position auf den Sonnenaufgang über dem Meer.
Wenn es pfeift, und das tut es oft, rüttelt der Wind an den XL-Fenstern mit den Hochschiebescheiben, in deren Ritzen man bei Bedarf ein kleines Holzstück stecken muss, um das Klackern zu unterdrücken. Und ist das die Treppe zum geheimen Tunnel, den die Leuchtturmwächter bei stürmischem Wetter als Verbindungsgang zwischen Leuchtturm und Haus nutzten?
Hinter den Kulissen: Ein Leben für das Licht
Alt bedeutet im Übrigen ja nicht, auf Komfort verzichten zu müssen. Im Gegenteil. Pamela Stewart, seit über 15 Jahren als Housemanagerin die gute Seele des Hauses, bereitet Gästen einen warmherzigen Empfang und weist sie bei Ankunft in alles ein. Wie Ofen, Herd, Waschmaschine und eben die “Zentralheizung” funktionieren. Und erklärt, dass man hier und da auch mal an einer Strippe ziehen muss, um die Therme zum Duschen in Gang oder die Lampe in der Toilette zum Leuchten zu bringen.
Wie die Chancen steigen, dass das WLAN stabiler läuft, und wo man Extradecken für die Nacht und Sitzpolster fürs Sea Watching findet. Sie sagt einem auch, wo die Hecke einen Durchschlupf zum öffentlichen Fußweg parat hält. Der führt erst runter zum Meer und dann am Fuß der Klippen um den Turm herum, was die einmalige Lage erneut verdeutlicht.
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Der gestreifte Riese: St. John’s Point
Ein echter Hingucker ist der Leuchtturm von St. John’s Point im County Down. Mit 24 Metern ist er der höchste Leuchtturm der Insel und fällt sofort durch seinen markanten schwarz-gelben Anstrich auf.
- Moderne Gemütlichkeit: Direkt am Fuße des Turms liegen zwei gemütlich eingerichtete Wohnungen mit modernen Küchen.
- Natur pur: Ob beim Frühstück auf der Terrasse oder beim Beerenpflücken auf den umliegenden Wiesen – das Meer und der ikonische Turm sind ständige Begleiter.
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Abenteuer vor der Haustür
Die Leuchttürme sind nicht nur wegen ihrer Architektur ein Highlight, sondern auch wegen der dramatischen Erlebnisse in ihrer unmittelbaren Umgebung:
- Für Nervenkitzel-Suchende: Nicht weit vom Blackhead Lighthouse entfernt wartet der Gobbins Cliff Path. Dieser spektakuläre Küstenpfad wurde 2015 wiedereröffnet und bietet Wanderern einen extrem dramatischen Weg direkt an den Klippen entlang des wilden Wassers.
- Für Genießer und Familien: Wer es entspannter mag, kann die Promenade nach Whitehead nutzen, die sich auch ideal für Kinderwagen oder Rollerblades eignet. In der Nähe des Blackhead Lighthouse gibt es zudem einen Golfplatz für sportliche Abwechslung.
- Naturerlebnisse pur: Am St. John’s Point lädt die Umgebung dazu ein, über weite Wiesen zu streifen, Brombeeren zu pflücken oder an den großen Steinen direkt am Meer die Seele baumeln zu lassen. Ein schöner Sandstrand ist ebenfalls nur wenige Kilometer entfernt.
- Stadtausflug: Wer zwischendurch Lust auf urbanes Flair hat, erreicht die lebendige Stadt Belfast vom Blackhead Lighthouse aus nach nur etwa 20 Kilometern Fahrt.
Wissenswertes für die Planung
Hinter dem Erhalt dieser maritimen Schätze steht die Initiative Great Lighthouses of Ireland. Insgesamt können zwölf Leuchttürme besichtigt werden, wobei acht davon aktuell Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.
Ein kleiner Tipp: Da diese besonderen Unterkünfte heute deutlich beliebter sind als noch vor 100 Jahren, empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung. Für Gruppen oder Familien ist es zudem oft erschwinglicher als gedacht: Eine Woche für sechs bis acht Personen ist im Blackhead Lighthouse teilweise ab rund 1000 Euro zu finden.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Übernachten im Leuchtturm
- Wie viele Leuchttürme bieten Übernachtungen an?
Derzeit stehen auf der gesamten Insel Irland insgesamt acht Leuchttürme für Übernachtungsgäste zur Verfügung. Insgesamt können zwölf Leuchttürme besichtigt werden, um mehr über die Geschichte der Leuchttürme und ihrer Wärter zu erfahren.
- Was kostet eine Übernachtung in einem Leuchtturm?
Die Preise variieren je nach Saison und Dauer. Eine komplette Woche in einem Leuchtturmwärter-Haus für sechs bis acht Personen ist beispielsweise im Blackhead Lighthouse bereits ab etwa 1.000 Euro buchbar.
- Wer verwaltet diese Unterkünfte?
Die Initiative „Great Lighthouses of Ireland“ ist für die Erhaltung und Vermarktung der historischen Gebäude zuständig.
- Sind die Unterkünfte für Gruppen geeignet?
Ja, die Häuser sind oft sehr geräumig. Am Blackhead Lighthouse bieten die Wohnungen beispielsweise Platz für größere Gruppen von sechs bis acht Personen.
- Gibt es moderne Annehmlichkeiten?
Trotz des historischen Ambientes müssen Gäste nicht auf Komfort verzichten. Es gibt Zentralheizungen, moderne Küchen, Waschmaschinen und meist auch stabiles WLAN.
Quelle: Irland Information Tourism Ireland
Titelfoto / Übernachten im Leuchtturm: Nicht nur der Blick wie hier im Blackhead Lighthouse ist außergewöhnlich. / Bildrechte: Irland Information Tourism Ireland












