Viele Mücken übertragen Krankheiten
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Sicher in die Tropen reisen – Infektionskrankheiten vermeiden

Was sind die tödlichsten Tiere in der Welt? Haie? Löwen? Schlangen? Stimmt, die drei genannten finden sich im TOP10-Ranking der für den Menschen tödlichsten Killer. Wer hätte das gedacht: angeführt wird die Rangliste allerdings von einem sehr kleinen Lebewesen, der Mücke. Das zeigt auch eine Grafik auf dem Blog des Multimilliardärs Bill Gates.

Hauptgegner bei der Seuchenbekämpfung sind die Mücken, bestätigt Prof. Dr. Tomas Jelinek, Leiter des Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (BCRT). Diese kleinen Plagegeister mit ihrem charakteristischen Sirren hinterlassen in unseren Breiten nach ungebetenem Besuch auf der Haut meist nur unangenehme Quaddeln. In anderen Regionen können die Krankheitsüberträger Menschen auch mit schweren und tödlichen Krankheiten infizieren. Die meisten Todesfälle weltweit gibt es bei einer Malaria-Infektion. Jährlich sterben über 600.000 Menschen an der Krankheit, die von der Anopheles-Stechmücke übertragen wird.

Viele Reisende würden fälschlicherweise das Risiko einer Malaria-Infektion am Vorkommen von Moskitos abschätzen, berichtet Prof. Jelinek. “Im Gegensatz zu vielen einheimischen Mücken fliegen Anopheles-Moskitos jedoch kaum hörbar. Ihr Stich ruft keine oder nur eine minimale Reaktion hervor. Somit wird die Gefahr einer Übertragung häufig unterschätzt”, so der Reisemediziner weiter.

Die Globalisierung – der damit verbundene weltweite Warentransport – und das Reisen rund um den Globus begünstigen die Ausbreitung von Mückenarten. Sie reisen auf Containerschiffen oder im Gepäck mit. Viel im Gespräch ist derzeit die Asiatische Tigermücke (Aedes). Ursprünglich war sie nur in den süd- und südostasiatischen Tropen bzw. Subtropen beheimatet. Wegen der globalen Erwärmung hat die Tigermücke es mittlerweile bis in unsere Breiten geschafft. Die Mückenart ist Verbreiterin des gefährlichen Dengue-Fiebers. Diese Virusinfektion ist in den letzten Jahren weltweit enorm angestiegen. Schätzungen zur Folge infizieren sich jedes Jahr etwa 400 Millionen Menschen mit dem Dengue-Virus. Aber nur eine von vier infizierten Personen erkrankt in der Folge an Denguefieber. In Deutschland werden pro Jahr 600 bis 800 Denguefieber-Erkrankungen bei Reiserückkehrenden gemeldet. Prof. Jelinek: „Wir haben derzeit in Deutschland sehr viel mehr Fälle, als es je gab.“ So wurden dem Robert Koch-Institut allein bis Mitte April 2024 bereits fast 600 Infektionen gemeldet. Bisher infiziert sich dieser Personenkreis auf einer Auslandsreise in südlichen Gefilden. Wenn sich die Tigermücke hier etabliert, und danach sieht es aus, könnten Dengue-Infektionen auch ohne Fernreise möglich werden.

Fazit des Reisemediziners: Konsequenter Insektenschutz ist unbedingt empfehlenswert, angefangen bei schützender Kleidung über Repellentien bis hin zu Moskitonetzen.

Ingo Paszkowsky

Über das BCRT

Das BCRT ist ein privat geführtes Tropeninstitut, das medizinische Beratung vor und nach der Reise anbietet. Die reisemedizinische Beratung soll für den Reisenden möglichst einfach sein, deswegen öffnete BCRT in Zusammenarbeit mit Globetrotter Ausrüstung in deren Läden Reisepraxen. Mit allen Zweigstellen des BCRT betreibt das Tropeninstitut die mit Abstand größte Impfsprechstunde Europas.

Weiterführende Informationen

Reisemedizinische Information über Länder und Regionen

Mehr über Infektionskrankheiten auf der Seite des Robert Koch Instituts

Mehr über das Dengue-Fieber auf der Seite von gesund.bund

Mehr über Reise- und Tropenkrankheiten auf der Seite von Tropeninstitut.de

Reisekrankheiten: Gefährliche Mitbringsel aus den Tropen

Titelfoto / Eine Aedes-Mücke bei ihrer Blutmahlzeit. Aedes-Stechmücken (Tigermücke) können neben Gelbfieber auch Dengue-Fieber übertragen. Foto: WikiImages / pixabay

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