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Kuriose Übernachtungen – im Eis, unter Wasser oder in der Höhe

13 Minuten Lesezeit

Wir haben uns für euch umgesehen, wo ihr ungewöhnlich übernachten könnt.

Australien

Keine Frage, Australien hat viel Ungewöhnliches zu bieten. Auch in Sachen Übernachtung. Wir stellen ausgefallene Schlafstätten in Südaustralien vor.

Unterirdisch in Coober Pedy

Coober Pedy liegt mitten im Outback von Südaustralien und ist extremen Temperaturen ausgesetzt. Damit ist die Stadt 840 Kilometer nördlich von Adelaide wohl nicht gerade das, was man einen Touristenmagneten nennen würden – wäre da nicht die Tatsache, dass hier drei Viertel der weltweiten Opalfunde der vergangenen Jahrzehnte gemacht wurden.
Um den hohen Temperaturen nicht schonungslos ausgeliefert zu sein, bedienen sich einige Einwohner seit jeher einer klugen Idee: Sie leben in unterirdischen Wohnhöhlen. Hier gibt es nicht nur Wohnungen, eine Kirche und einen Pub: Auch Touristen müssen nicht schwitzen. Im Desert Cave Hotel (http://www.desertcave.com.au/) kann man hautnah erleben, wie sich ein Leben unterhalb der Erdoberfläche anfühlt. Außerdem kann man unterirdisch wohl temperiertes Bier trinken.

Die Hotellobby des Desert Cave Hotels in Coober Pedy. Foto: Ingo Paszkowsky
Die Hotellobby des Desert Cave Hotels in Coober Pedy. Foto: Ingo Paszkowsky
Desert Cave Hotel - in Stein gehauenes Quartier. Foto: SATC
Desert Cave Hotel – in Stein gehauenes Quartier. Foto: SATC

King of the Road in Melrose

Wen es mit dem Auto in die Flinders Ranges verschlägt, sollte auf der Durchreise eine Übernachtung im North Star Hotel in Melrose nicht verpassen. Freunde der Straße und schwerer Gefährte schlafen hier nämlich in wahren Liebhaberstätten: in zu Gästezimmern umgebauten Trucks. Voll möbliert und mit Badezimmer ausgestattet, muss der Gast im ungewöhnlichen Schlafgemach natürlich auf nichts verzichten.

Übernachten in und auf Trucks in Melrose. Foto: SATC
Übernachten in und auf Trucks in Melrose. Foto: SATC

Hinter australischen Gardinen

Die Region Mount Gambier östlich von Adelaide mit ihren Vulkankratern, Seen und Kalksteingebilden ist ein beliebtes Ausflugsziel. Dort lässt sich die Bandbreite der Natur bestaunen – vor allem im australischen Sommer, wenn aufgrund von Veränderungen in der Luft der Blue Lake eine fast schon magische Blaufärbung annimmt. Ein kurioses Übernachtungserlebnis ist zweifelsohne das Hostel „The Old Mount Gambier Gaol“. Das Gebäude war bis 1995 ein Gefängnis.

Heute bietet es seinen Gästen gemütliche Zimmer mit einer wirklich außergewöhnlichen Atmosphäre. Nach dem Frühstück können Gäste entspannt über den Gefängnishof schlendern oder die ehemalige Gefängniskapelle bestaunen – mit dem Unterschied, dass sie hier nicht auf lebenslang einsitzen.

Luxuszelten in den Gawler Ranges

Der Natur ganz nah sein und trotzdem auf keinen Luxus verzichten: Darauf können sich Übernachtungsgäste im Kangaloona Camp in den Gawler Ranges freuen. In den komfortablen Zelten mit Doppelbett, zwei Räumen und einem verglasten Badezimmer wacht man mit der Sonne auf und geht nach aufregenden Ausflügen ins umliegende Outback schlafen, wenn die Eulen aufwachen. Oft ist es zwischen ihren Rufen so leise, dass man das eigene Blut in den Adern rauschen hört.


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Luxuszelten in den Gawler Ranges. Foto: SATC
Luxuszelten in den Gawler Ranges. Foto: SATC

Auf Kangaroo Island geht ein Licht auf

Wie können Besucher die faszinierende Tier‐ und Pflanzenwelt von Kangaroo Island noch besser entdecken: Indem sie sich auf die Wege der Einheimischen begeben. Das bedeutet, auf den Spuren der einstigen Leuchtturm‐Wärter zu wandeln: Genau das ermöglichen die gemütlichen Lighthouse Cottages  am Cape du Couedic. Am ehemaligen Wohnsitz der Wärter kann man weit weg vom Trubel des Alltags entspannt dem Rauschen des Meeres zuhören und bei Einbruch der Dunkelheit den Leuchtturm mit dem Funkeln der Sterne wetteifern sehen.

Lighthouse Cottages am Cape du Couedic auf Kangaroo Island. Foto: SATC
Lighthouse Cottages am Cape du Couedic auf Kangaroo Island. Foto: SATC

Schweden

Sehr “kuschelig” – das Eishotel

“Eishotels” sind in Skandinavien nicht so sehr selten – lest dazu auch unsere Artikel “Schwedisch-Lappland: Eiskalte Romantik und viel Spaß garantiert” und  “Eiskalte Schlafgelegenheiten in Skandinavien“. Die Grundidee dieses Eishotels  entstand bei der seit 1989 alljährlich stattfindenden Schneeausstellung, bei der japanische Künstler ihre Eisskulpturen präsentieren. Seit 22 Jahren steht in der schwedischen Stadt Jukkasjärvi, circa 200 km nördlich des Polarkreises, das größte Eishotel der Welt, das jedes Jahr neu erbaut wird. Von Dezember bis April können sich hier kälteresistente Urlauber ab 199 Euro pro Nacht unter warmen Decken kuscheln.
Die minus acht Grad kalte Anlage bietet diverse Eissuiten, eine Eisbar und sogar eine Eiskirche. Um den Wintertraumurlaub abzurunden, werden Outdoor-Aktivitäten wie eine Schneeschuhwanderung für 73 Euro oder eine Hundeschlittensafari für 145 Euro dazu gebucht. Also nichts für Sparfüchse, sondern nur für Polarfüchse. 

Das Eishotel wird jedes Jahr neu gebaut. Foto: swoodoo.com
Das Eishotel wird jedes Jahr neu gebaut. Foto: swoodoo.com

USA – Florida

20.000 Meilen 20 Meter unter dem Meer

Nicht ganz 20.000 Meilen unter dem Meer wie in Jule Vernes Roman können Gäste des Unterwasserhotels in Florida die Nacht in einer Kabine der ehemaligen Forschungsstation in Key Largo verbringen. Einen Meerblick der besonderen Art mit Barrakudas und Papageienfischen, die am Fenster vorbeistreifen, können Urlauber hier erleben. Bis zu sechs Personen finden in den zwei Schlafzimmern und dem großen Gemeinschaftsraum Platz. Für exquisite Speisen sorgt der persönliche Koch, dessen Spezialität natürlich Fisch ist. Selbst der Heißhunger auf eine Pizza soll vom Unterwasser-Lieferservice nach einem kurzen Anruf gestillt werden. Das Doppelzimmer im Unterwasserhotel gibt es für umgerechnet circa 475 Euro pro Nacht.

Niederlande

Kranhotel mit Meerblick

Wo früher dreckige laute Maschinen arbeiteten, steht jetzt ein ganz besonderes Hotel, in dem es sich ruhig und gemütlich schlafen lässt. Im Harlinger Hafen in den Niederlanden steht am Ufer des Wattenmeeres ein 17 Meter hoher Kran, der Unterkunft für zwei bietet. Die Lage garantiert Meerblick ohne Aufschlag. Nicht ganz alltäglich, aber eine wahre Attraktion: Übernachtungsgäste können hier das Industriedenkmal steuern und Kranführer spielen. Die Kabine gibt es für 319 Euro pro Nacht. Interessierte sollten sich beeilen, da der Kran oft Monate im Voraus ausgebucht ist. www.vuurtoren-harlingen.nl

Häufig ausgebucht – Übernachtung im Kran. Foto: swoodoo.com

Übernachten auf dem Meer

Die Holländer sind dafür bekannt, dass sie dem Wasser Land abtrotzen. Aber nun errichten sie ihre Bauten auf der Nordsee. Nach der Eröffnung des ersten Riesenrads Europas über dem Meer erhielt Den Haags Küstenstadtteil Scheveningen eine weitere Attraktion – fünf luxuriöse Pier-Suiten mit Blick auf die Nordsee.

Foto: Piersuites.nl

Eine derartige „Übernachtung auf dem Meer“ für Urlauber ist in den Niederlanden bislang einzigartig.

Die Luxussuiten mit einer Größe von 30 Quadratmetern befinden sich im Aussichtsturm des Piers und sind unter anderem mit einem Jacuzzi und einem Außenbereich ausgestattet sein, von dem aus die Gäste einen Panoramaausblick auf die Nordsee erhalten.

Die Kosten für eine Nacht in dieser Luxus-Unterkunft beginnen bei etwa 250 Euro.

Die Eröffnung der Suiten in Scheveningen soll den Pier, der 2015 nach langem Dornröschenschlaf wieder eröffnet wurde, noch weiter aufwerten und in Zukunft zu einer echten niederländischen Ikone machen.

Foto: Piersuites.nl

Vom Fischerdorf zum Badeort

Scheveningen hat sich seit Anfang des 20. Jahrhunderts von einem kleinen Fischerdorf zu einem beliebten Badeort entwickelt. Dies liegt nicht nur an dem schönen Sandstrand und der kilometerlangen Strandpromenade, die Touristen Jahr für Jahr anlocken, sondern auch an der stetigen Investition in neue Geschäfte, Restaurants und Attraktionen.

Galt bis vor einigen Jahren noch die Miniaturwelt Madurodam und eine 381 Meter lange Seebrücke mit Aussichtsturm als Hauptattraktionen, gibt es mittlerweile neben einem 40 Meter hohen Riesenrad über dem Wasser auch einen Strandboulevard, der vom spanischen Stararchitekten De Solá-Morales entworfen wurde.

Auch an Essen und Trinken ist natürlich gedacht. Auf dem Pier befinden sich verschiedene Restaurants und Cafés. Hier können Besucher einen Burger mit einem Glas Wein genießen, hausgemachte Fritten probieren oder in der „Craft Beer Bar“ eine große Auswahl an Bieren kleiner unabhängiger Brauereien testen.

Eine weitere Besonderheit ist der Foodtruck „SHACK“, in dem monatlich eine neue Foodtruck-Crew die Möglichkeit erhält, ihre Gerichte feil zu bieten.

Weitere Informationen:
https://denhaag.com/en/the-pier

https://www.piersuites.nl/nl/

Foto: Piersuites.nl

Japan

Übernachten in einer Ofenröhre

Es folgt noch eine Empfehlung, die aus Sicht von WeltReisender.net eigentlich keine ist. Oder willst Du gerne in einer etwas größeren Backröhre schlafen? Wenn doch, dann gibt es da etwas in Japan für Dich. Ab 22 Euro die Nacht erhalten Gäste eine Übernachtung in einer zwei Quadratmeter großen Kapsel. Dazu gibt es einen japanischen Schlafanzug, namens Yakuta, einen Wecker, einen Fernseher und für die Privatsphäre ein Rollo. Trotz der geteilten Bäder achtet das Hotel auf penibelste Sauberkeit und einige Regeln.  So dürfen beispielsweise bloß männliche Gäste einchecken (Warum eigentlich?). Für männliche Businessleute, die sich nach dem langen Meeting lediglich ausruhen wollen, sei die Kapsel eine günstige Alternative.

Nur für Männer - Übernachten auf engstem Raum. Foto: swoodoo.com
Nur für Männer – Übernachten auf engstem Raum. Foto: swoodoo.com

Deutschland – Leipzig

Für Menschenscheue

Kaum vorstellbar: Ein Hotel ganz ohne Service Personal. Das Abito Suites-Hotel in Leipzig hat dieses Konzept umgesetzt. Auch wenn es keine offizielle Sterne-Klassifizierung gibt, glänzt die Anlage mit viel Luxus. Die Suiten sind zweistöckig, mit Designer-Möbeln im modernen Stil ausgestattet. In der Lobby erwartet Gäste eine Mischung aus Geld- und Bahnticketautomaten, die ein unkompliziertes Einchecken garantieren. Das personalfreie Konzept verspricht wenig Service mit maximalem Komfort für Gäste die ungestört sein wollen. Eine Übernachtung im stillen Luxushotel kostet rund 113 Euro pro Person.

Kein Personal, dafür aber Designer-Möbel. Foto: swoodoo.com
Kein Personal, dafür aber Designer-Möbel. Foto: swoodoo.com

Bad Lasphe: Schlafen im Garten

Für alle die keinen Garten haben und auch niemanden kennen, der einen hat und dennoch unbedingt unter freiem Himmel nächtigen wollen (Besuch von Insekten inklusive), können dies nun in der Pension Kamerichs erleben. Mitten in einem 1500 Quadratmeter großen Garten in Bad Lasphe, eine Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, wartet ein rot-kariertes Himmelbett auf Reisende, die gerne in der Natur nächtigen, aber die Gemütlichkeit eines Hotels nicht missen wollen. Ganz stilecht werden Gäste abends von der Wirtin im bodenlangen Nachtgewand aus Leinen bedient. Für 49 Euro pro Person gibt es eine Übernachtung unter freiem Himmel und ein romantisches Sektfrühstück, das direkt ans Bett serviert wird.

Ohne Dach überm Kopf. Foto: Pension Kamerichs
Ohne Dach überm Kopf. Foto: Pension Kamerichs

Berlin: Sozialistische Übernachtungsmöglichkeiten

Nun noch eine gute Nachricht, Nordkorea lässt mehr Touristen ins Land. Die bessere Nachricht: Sie brauchen nicht nach Nordkorea reisen, sondern können sozialistischen “Charme” mitten in Deutschland erleben. Im DDR Design Hostel Berlin hausieren die Gäste inmitten von “Möbelklassikern” wie der Schrankwand „Karat“ und den berühmten „MuFuTis“ (MuFuTis? Der Redakteur ist Ex-Ostler, aber kennt keine MuFuTis, Multifunktionstisch?).

Jedes Stück ist ein Unikat, das früher ein Ostdeutscher sein Eigentum nannte. Das außergewöhnliche Hostel, das 2010 vom Max City-Guide zu einem der besten Hostels Berlin gewählt wurde, ist ein lebendiges Museum für sozialistische Kultur. Die Zeitreise zurück in die DDR eignet sich für geschichtsbegeisterte Alleinreisende, und Gruppenreisende. Direkt am Ostbahnhof in Berlin gelegen lässt sich bereits ab 24 Euro nächtigen.

Wie zu DDR-Zeiten - gruselig, gruselig... Foto: swoodoo.com
Wie zu DDR-Zeiten – gruselig, gruselig… Foto: swoodoo.com

Wäre noch interessant zu wissen, ob das Hotel-Personal auch so mürrisch ist wie zu DDR-Zeiten. „Ehrliche Betten ohne westlichen Schnick Schnack – die Übernachtung im Ostel sollte jeder Deutsche einmal erlebt haben“, versprechen die Betreiber des Gästehauses. Nein danke, sagt WeltReisender.net.

Titelfoto / 21 Meter unter dem Meeresspiegel. / Foto: swoodoo.com

Quellen: swoodoo.com; eigene Recherchen; holland.com

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