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1.) Jeder Barista freut sich über eure Begrüßung. Aber Vorsicht: Buongiorno, nicht Ciao – ein Ciao ist allzu vertraulich und ein bisschen respektlos.
2.) Der Espresso wird im Stehen getrunken, al banco. Ein kurzes Gespräch mit dem barista und den Umstehenden, vielleicht ein kurzer Blick in die Gazzetta dello Sport – und das war’s.
3.) Ein caffè ist automatisch ein Espresso. Varianten sind macchiato oder schiumato (mit einer kleinen oder großen Milchschaumhaube), con latte freddo (mit etwas kalter Milch – und wer die Milch selbst hinzugeben will: con latte freddo a parte) oder, für die Wagemutigen, corretto (mit einem Schuss Grappa).
4.) Am Tresen ist es oft ein paar Cent günstiger als mit Tischbedienung. Wer sich setzen will, sollte sich nicht über den etwas höheren Preis wundern – das hat nichts mit Abzocke zu tun, sondern mit der Mehrarbeit der Bedienung.
5.) Cappuccino am Vormittag ist in Ordnung, Cappuccino am Nachmittag finden Italiener seltsam – aber haben sich längst an die vielen Touristen und ihren unstillbaren Milchdurst gewöhnt. Für einen wissenden Genießer wird man dann aber nicht mehr gehalten. Für Cappuccino am Abend, gar als Digestivo nach dem üppigen Essen, haben Italiener nur Verachtung übrig.
6.) Lasst euch auf die Spezialitäten der jeweiligen Stadt ein, etwa den bicerin in Turin, eine Mischung aus Espresso, heißer Schokolade und Milch, oder den leccese in Apulien, eisgekühlten Espresso mit Mandelmilch.
7.) Coffee to go? Gibt es inzwischen in einigen Bars, ist aber sehr unitalienisch. Nehmt euch die Zeit, ein paar Minuten am Tresen oder am Tisch zu bleiben und das Dolce Vita aufzusaugen.
8.) Ihr habt euch hingesetzt? Wartet nicht am Tisch auf die Rechnung, sondern geht zur Kasse; oft liegt ein Bon der Bestellung bei, den ihr mitnehmt. Sonst wird es eine gaaanz lange Wartezeit.
9.) Trinkgeld wird elegant gegeben: Man lässt sich das Wechselgeld erst auszahlen, dann lässt man es einfach auf dem Tresen liegen. Kein »Stimmt so«, keine großen Worte.
10.) Triest, die Kaffeehauptstadt Italiens, hat eine ganz eigene Kaffeesprache. Ein Espresso ist ein Nero, ein (kleiner) Cappuccino ist ein Capo, der im Rest Italiens macchiato heißt. Triestiner trinken ihren Kaffee gern im Glas und nicht in der Tasse; wer das auch machen will, bestellt einen Nero in B oder einen Capo in B, das B steht für bicchiere. Wer einen großen, üblichen Cappuccino will, bestellt Caffelatte oder Capo in Tazza Grande.
Quelle: Stefan Maiwald, Goldegg Verlag
Das Buch:
Stefan Maiwald
Espresso unter Sternen
Eine Reise in Sachen Glück
Goldegg Verlag
256 Seiten, Softcover
Preis: 22 €
Erscheinungstermin: 11. Mai 2026
Mehr über das Buch und Interview mit Stefan Maiwald
Titelfoto / Triest. In Cafés am Wasser entspannen / Bild: Alain Rouiller / Unsplash












