Polen: Walbrzych – Wo ist der Nazi-Zug mit dem Gold?

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Die Berichte über den spektakulären Fund eines “Goldzugs“ bei Wałbrzych (Waldenburg) halten die Welt in Atem und ziehen zahlreiche Touristen, Journalisten und Schatzsucher an. Die örtlichen Touristiker nutzen die Gunst der Stunde und die internationale Aufmerksamkeit zur Werbung für ihre Stadt. Auf einer “Goldtour“ können Interessierte an drei Tagen im Herbst die Geheimnisse der Region unter und über Tage erkunden.

Waldenburg, zweitgrößte Stadt der westpolnischen Region Niederschlesien, gehörte bislang noch nicht zu den touristischen Highlights in Polen. Doch das kann sich durch die Berichte über den Fund eines “Goldzugs“ der Nationalsozialisten ändern. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs ließen die Nationalsozialisten unter dem Schloss Fürstenstein (Kśiąż) sowie im nahegelegenen Eulengebirge geheimnisvolle Stollen graben. Das Projekt trug den Codenamen “Riese“. Bis heute rätselt man, welche Funktion das nie fertiggestellte System von unterirdischen Gängen und Stollen haben, ob es als weiterer Führerbunker oder als geheime Waffenschmiede dienen sollte. Sicher ist nur, dass Tausende von KZ-Häftlingen aus dem Konzentrationslager Groß-Rosen bei der harten Arbeit ihr Leben lassen mussten.

Teile der unterirdischen Stollen sind in der Nähe von Głuszycza (Wüstegiersdorf) und Walim (Wüstewaltersdorf) schon seit Jahren für Besucher zugänglich. Führungen dort stehen auf dem Programm der “Goldtour“. Die Teilnehmer werden dabei auch erfahren, wo der “Goldzug“ der Nazis vermutet wird. Doch auf der dreitägigen Reise können sie auch andere spektakuläre Orte erleben.

Auf dem Programm steht der Besuch von Schloss Fürstenstein am Rande von Walbrzych, das zu den prunkvollsten Palästen Polens zählt. Die repräsentativsten der rund 400 Räume sind bei einer Führung zu erleben. Im Vorwerk gibt es zwei Hotels, in der Nachbarschaft ein traditionsreiches Gestüt und einen Palmengarten. Das Schloss ist vor allem bekannt durch seine ehemalige Besitzerin, Fürstin Daisy von Pless. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verwandelte die aus England stammende Maria Theresa Olivia Cornwallis-West das Schloss in einen Treffpunkt der europäischen High-Society. Lady Daisy wurde aber auch bekannt für ihre soziale Arbeit in der Region.

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Eng verbunden ist Waldenburg mit der Geschichte des Steinkohlebergbaus. Die Gruben sind längst geschlossen, doch die traditionsreiche Zeche Julia wurde erst vor wenigen Monaten zu neuem Leben erweckt. Dort entstand das moderne Kultur- und Ausstellungszentrum Stara Kopalnia (Altes Bergwerk), das nicht nur über die Tradition der Bergbau- und Porzellanindustrie in der Region informiert, sondern auch Raum für zahlreiche Künstler und Kulturinitiativen bietet. Eine nächtliche Tour über das Zechengelände und ein Essen in einem unterirdischen Stollen des Bergwerks gehören zum Programm der Reise. Ein weiterer Ausflug führt in den benachbarten Kurort Szczawno-Zdrój (Bad Salzbrunn), den Geburtsort der Schriftsteller-Brüder Gerhart und Carl Hauptmann. An deren Geburtshaus, dem ehemaligen Hotel zur Krone, erinnert heute eine Tafel an die berühmten Bewohner der Stadt.

www.starakopalnia.pl

Titelfoto / Goldtour in Walbrzych (Waldenburg). / Foto: Stara Kopalnia

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