Eine riesige Lokomotivhalle wird zur Bibliothek, alte Bahnwerkstätten verwandeln sich in Kulturorte und textile Kunst zieht ins Rathaus ein: Tilburg hat seine industrielle Vergangenheit nicht abgerissen, sondern neu erfunden. Die niederländische Stadt in Nordbrabant überrascht mit ungewöhnlicher Architektur, kreativen Ideen und einem Stadtviertel, das noch lange nicht fertig ist.
Bereits wer am Hauptbahnhof in Tilburg ankommt, spürt eine entspannte Atmosphäre. Das Leben scheint hier nicht so hektisch zu verlaufen wie in Deutschland. In der Wartehalle steht ein Klavier, auf dem gerade jemand sehr gekonnt spielt. Und eine weitere Überraschung: Der moderne Bahnhof liegt inmitten eines ehemaligen Industriegeländes.

Backstein, Stahlträger und mächtige Hallen bestimmen das Bild. Dazwischen stehen Neubauten, Menschen sitzen vor Cafés, Studierende verschwinden mit ihren Laptops in ehemaligen Werkstätten. Nur wenige Meter weiter beginnt die Innenstadt.

Die Stadt in der niederländischen Provinz Nordbrabant war jahrzehntelang geprägt von Textilindustrie und Eisenbahn. Fabriken und Werkstätten bestimmten die Wirtschaft und das Leben Tausender Menschen. Als diese Industrien verschwanden, blieben große Flächen und Gebäude zurück.

Die Verantwortlichen hätten das Industriegebiet abreißen und völlig neu bebauen können. Stattdessen begann die Stadt, mit ihrer Vergangenheit zu experimentieren.
Auf den alten Industriearealen entstand und entsteht noch immer eine Mischung aus Kultur, Gastronomie, Wohnungen, Unternehmen und öffentlichen Räumen. Besonders sichtbar wird dieser Wandel in der Spoorzone, dem früheren Gelände der niederländischen Eisenbahn direkt hinter dem Hauptbahnhof.

Was „New Dutch“ bedeutet
Für diesen Wandel fällt in Nordbrabant immer wieder der Begriff „New Dutch“. Gemeint ist damit ein modernes Bild der Niederlande, das die bekannten Klischees von Windmühlen, Tulpen und Holzschuhen um Design, Kreativität, Technologie und Innovation ergänzt. Die Initiative entstand 2021 zunächst in Eindhoven/Brabant und Rotterdam und wird inzwischen auch auf nationaler Ebene aufgegriffen. Tilburg passt mit der Umnutzung seiner Industriearchitektur, der Spoorzone und Einrichtungen wie dem TextielLab besonders gut in dieses Bild: Die industrielle Vergangenheit wird nicht versteckt, sondern dient als Ausgangspunkt für Neues.

Die Spoorzone – früher Lokomotiven, heute Ideen
Rund 75 Hektar umfasst die Spoorzone. Zwischen 1868 und 2011 wurden hier Züge gewartet und repariert. In Spitzenzeiten arbeiteten mehr als 1.300 Menschen auf dem Gelände. 2010 übernahm die Stadt Tilburg das Areal von der niederländischen Bahn; ein Jahr später endete der Werkstattbetrieb.
Die Stadt setzte bei der Umgestaltung auf eine nachhaltige Form moderner Stadtentwicklung. Nicht alles Alte wurde konserviert und auch nicht alles durch Neubauten ersetzt. Viele Hallen, Werkstätten, Schienen und technische Details blieben erhalten und erhielten neue Funktionen.

Auch deshalb wirkt die Spoorzone nicht wie ein künstlich angelegtes Szeneviertel. An vielen Stellen ist die frühere Nutzung noch sichtbar. Rostige Stahlträger treffen auf Glasfassaden, jahrzehntealte Backsteinmauern auf moderne Wohnungen. Dazwischen wird gearbeitet, gegessen, gefeiert und geforscht.
Joep Frenken, bei der Stadt Tilburg für die Entwicklung der Spoorzone tätig, beschreibt die Herausforderung sinngemäß so: Tilburg wolle mehr sein als die frühere Textilstadt. Dafür brauche es neue Orte zum Arbeiten, Wohnen und für Kultur – und eine Stadt, in der junge Menschen auch nach ihrem Studium bleiben möchten.
Die Idee dahinter lässt sich auf einen einfachen Nenner bringen: Nicht ein neues Viertel auf altem Boden bauen, sondern aus dem Alten etwas Neues entwickeln.

Essen im Eisenbahnwaggon
Wer in der Spoorzone eine Pause einlegt, kann sie stilecht in einem alten Zug verbringen. Die Eetbar De Wagon ist in zwei historischen Eisenbahnwagen untergebracht – darunter ein belgischer K1-Wagen aus den 1930er-Jahren und ein früher niederländischer elektrischer Triebwagen vom Typ „Blokkendoos“. Wo früher Reisende unterwegs waren, wird heute gegessen und getrunken.

Der Ort passt perfekt zur Spoorzone, denn auch ringsum bleibt die Eisenbahngeschichte sichtbar. Eine alte Kranbahn erinnert daran, dass hier einst komplette Lokomotiven und schwere Zugteile bewegt wurden. Gleich nebenan steht eine restaurierte SIK-Rangierlokomotive. So wird aus dem Besuch fast nebenbei eine kleine Zeitreise in Tilburgs Vergangenheit als wichtiger Eisenbahnstandort.

LocHal: Eine riesige Bibliothek, die Gemütlichkeit ausstrahlt

Schon von außen wirkt die LocHal monumental. Doch erst hinter den Türen wird deutlich, welche Dimensionen die ehemalige Lokomotivhalle besitzt.
Das 1932 errichtete Gebäude war für riesige Maschinen geschaffen, Lokomotiven wurden hier repariert und gewartet. Heute stehen zwischen den mächtigen historischen Stahlkonstruktionen Bücherregale.

Doch „Bibliothek“ beschreibt den Ort nur unzureichend. Die LocHal ist Stadtbibliothek, Arbeitsplatz, Veranstaltungszentrum, Treffpunkt und Experimentierlabor zugleich. Breite Treppen dienen als Sitzflächen. An großen Tischen arbeiten Studierende. Kinder verschwinden zwischen Bücherregalen, während wenige Meter weiter Veranstaltungen stattfinden.

Über allem bleibt die Industriearchitektur sichtbar. Gerade das macht die LocHal so eindrucksvoll.
Bewegliche Räume statt starrer Wände
Ein ungewöhnliches Detail sind die riesigen textilen Vorhänge und beweglichen Elemente im Innenraum. Sie können Bereiche abtrennen oder öffnen und verändern damit immer wieder den Charakter der Halle.
Auch große sogenannte Lab Tables lassen sich verschieben. Das Gebäude passt sich dadurch seiner Nutzung an – nicht umgekehrt.

In mehreren Themenbereichen, den Labs, können Besucher selbst aktiv werden. Zur LocHal gehören sechs thematische Labs: FoodLab, FutureLab, DigiLab, GameLab, TijdLab und WoordLab. Sie widmen sich Themen von Ernährung und Stadtentwicklung über digitale Technologien und Gaming bis hin zu Stadtgeschichte, Sprache und Literatur.

Glück hinter der Hausnummer 13
Die Ausstellung „Geluk op 13 – 13 jaar later“ greift ein ungewöhnliches Tilburger Fotoprojekt aus dem Jahr 2013 wieder auf. Damals besuchten Studierende Bewohner von Häusern mit der Nummer 13 und fragten sie, was sie glücklich macht – etwa ein Partner, ein Kind, ein Haustier, ein Musikinstrument oder eine besondere Erinnerung. Die Bewohner wurden anschließend in ihrer Haustür neben der Hausnummer 13 zusammen mit einem Gegenstand fotografiert, der für diesen Glücksmoment stand.

Die lebensgroß gedruckten Porträts waren damals im Stadtzentrum zu sehen. Dreizehn Jahre später werden sie im Stadsbalkon der LocHal erneut gezeigt – diesmal verbunden mit der Frage: „Wie steht es heute um unser Glück?“ Die Ausstellung verbindet damit persönliche Geschichten mit einem kleinen Porträt Tilburgs und lädt Besucher dazu ein, über die eigenen Glücksmomente nachzudenken.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. September 2026.
Ausgezeichnete Architektur
Für die Umgestaltung waren Civic Architects gemeinsam mit Braaksma & Roos Architectenbureau sowie Inside Outside/Petra Blaisse verantwortlich. Das Ergebnis erhielt zahlreiche internationale Architekturpreise. 2019 wurde die LocHal beim World Architecture Festival zum „World Building of the Year“ gewählt.
Regulär ist die LocHal montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Vor einem Besuch empfiehlt sich ein Blick auf die aktuellen Öffnungszeiten.
Die Spoorzone wächst weiter

Wer die LocHal verlässt, steht wieder mitten in einem Viertel, das seine endgültige Form noch nicht gefunden hat. Das ist durchaus gewollt. Neben restaurierten Industriegebäuden entstehen neue Wohnhäuser und Büros. Alte Hallen werden für Veranstaltungen genutzt. Junge Unternehmen ziehen ein.

Direkt neben der LocHal befindet sich MindLabs. Dort arbeiten Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam an Themen wie künstlicher Intelligenz, Virtual Reality, Robotik und der Interaktion zwischen Mensch und Technik.
In der Spoorzone befindet sich auch die Hall of Fame, ein Kulturzentrum mit Konzertsaal, Proberäumen und Skatepark.
Andere frühere Bahngebäude wurden ebenfalls umgenutzt. Die Wagenmakerij erinnert schon mit ihrem Namen an ihre frühere Funktion als Wagenwerkstatt. Die Koepelhal dient heute als Veranstaltungsort. Im ehemaligen Holzlager der Bahn befindet sich mit De Houtloods inzwischen ein Restaurant.

So entsteht ein Quartier, in dem Arbeiten, Wohnen und Freizeit nicht voneinander getrennt werden sollen.
Walk of Fame Tilburg
Auch Tilburg hat seinen eigenen Walk of Fame. Er entstand 2009 zum 200-jährigen Stadtjubiläum und ehrt Menschen, die für Tilburg eine besondere Bedeutung haben oder weit über die Stadt hinaus bekannt wurden. Heute liegen die Namensplatten an der Spoorlaan beim Hauptbahnhof. Zu den Geehrten gehören unter anderem Sänger Guus Meeuwis, Entertainer Roy Donders, Sängerin Corry Konings und Eurovision-Sieger Duncan Laurence. Ursprünglich wurden auch weniger bekannte Menschen für ihr Engagement für die Stadt ausgezeichnet; inzwischen richtet sich die Ehrung stärker an Tilburger Persönlichkeiten mit nationaler oder internationaler Bekanntheit aus Sport, Kultur, Musik, Wissenschaft oder Politik.

2026 wurde der Walk of Fame um weitere Namen ergänzt, darunter Jacqueline Govaert, Hind Hakki, Hülya Özdemir und Paul Watty.
Vom Gleis zum Park
Noch deutlicher wird der Wandel etwas weiter westlich. Dort befindet sich heute der Spoorpark, ein rund zehn Hektar großer Stadtpark, ebenfalls auf ehemaligen Bahnflächen. Wo früher Gleise und technische Anlagen das Bild bestimmten, liegen heute Wiesen und Spazierwege. Bewohner nutzen den Park zum Sport, für Veranstaltungen oder schlicht für eine Pause im Grünen. Spoorzone und Spoorpark zeigen damit zwei unterschiedliche Möglichkeiten, ehemalige Industrieflächen weiterzuentwickeln: einmal durch neue Nutzungen historischer Gebäude, einmal durch die Rückgabe von Flächen an die Stadtbewohner.

Tilburg hatte noch eine zweite wichtige Industrie
Die Eisenbahn ist nur ein Teil der historischen Identität Tilburgs. Mindestens ebenso wichtig ist die Textilindustrie. Über Generationen gehörte Tilburg zu den bedeutenden Textilstädten der Niederlande. Fabriken, Wollspinnereien und Webereien beschäftigten Tausende Menschen. Auch diese Industrie ist weitgehend verschwunden.

Doch ihre Spuren finden sich noch heute überall in der Stadt – manchmal dort, wo man sie am wenigsten erwartet. Zum Beispiel im Theater. Oder im Rathaus.
Textilkunst mitten in der Stadt

In Theaters Tilburg hängen und schweben mehrere Arbeiten, die zeigen, wie modern textile Gestaltung sein kann. Besonders auffällig sind die „Archi Folds“ der Designerin Samira Boon. Ihre weißen, gefalteten Textilstrukturen erinnern an Origami.
Die Arbeit ist nicht nur Dekoration. Die Stoffelemente können Räume teilen, Schall aufnehmen und Sonnenlicht filtern. Inspiration fand Boon unter anderem in Japan, wo flexible Raumteiler seit Jahrhunderten Teil der Architektur sind.

Karel Appel aus Wolle
Im Theater hängt ein monumentaler Wandteppich nach dem Bild „Two Persons“ von Karel Appel aus dem Jahr 1956. Von Weitem wirkt das Kunstwerk zunächst wie ein riesiges Gemälde, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als Webarbeit.

Appel gehörte zu den bekanntesten niederländischen Künstlern des 20. Jahrhunderts und war Mitbegründer der Künstlergruppe CoBrA.
Der Teppich wurde 2001 zum 40-jährigen Jubiläum des Theaters gestiftet und vom TextielMuseum nach Appels Vorlage gefertigt. Die kräftigen Farben und expressiven Formen kommen auch im textilen Material sehr gut zur Geltung.
Eine Wolke über dem Ratssaal
Noch ungewöhnlicher wird es im Rathaus. Dort schwebt an der Decke im Ratssaal „Cirrus“, eine monumentale dreidimensionale Webskulptur der aus Tilburg stammenden Designerin Fransje Gimbrère. Tausende Fäden aus Glasfaser und Baumwolle wurden von Hand verwoben und anschließend mit Harz versteift. So entsteht eine Konstruktion, die auf den ersten Blick eher an filigranes Metall als an Textil erinnert.

Das Werk verbindet gleich mehrere Seiten Tilburgs: die jahrhundertealte Textiltradition, moderne Gestaltung und die Zusammenarbeit mit dem TextielLab.
Auch weitere textile Arbeiten im Rathaus entstanden in Kooperation mit dieser Werkstatt.

TextielMuseum: Vergangenheit trifft Hightech
Wer verstehen möchte, warum Textil in Tilburg noch immer eine so große Rolle spielt, sollte das TextielMuseum besuchen. Es befindet sich passenderweise in einer ehemaligen Textilfabrik. Hier geht es nicht nur um Webstühle, historische Stoffe und die Arbeitsbedingungen früherer Fabrikarbeiter. Das Museum schlägt den Bogen bis zur Gegenwart. Mode, Kunst, Design, Architektur und technische Textilien gehören ebenso zum Thema.

Ein Museum, in dem Neues geschaffen wird
Besonders interessant ist das angeschlossene TextielLab. Denn hier endet das Museum und beginnt die Produktion. Das TextielLab ist keine historische Schauwerkstatt. Designer, Künstler, Architekten und Unternehmen entwickeln hier gemeinsam mit Textilspezialisten neue Produkte und Kunstwerke. Computer steuern Web- und Strickmaschinen. Daneben wird gestickt, mit Tufting-Techniken gearbeitet und mit neuen Materialien experimentiert.

Besucher können einen Teil dieser Arbeit beobachten. Dadurch entsteht ein ungewöhnlicher Perspektivwechsel: Man sieht nicht nur fertige Designobjekte in einer Vitrine, sondern auch Versuche, Materialproben und Produktionsprozesse. Gerade dadurch vermittelt das TextielLab, dass Gestaltung ein Prozess ist. Viele Arbeiten, die später in Museen, Hotels, Theatern oder öffentlichen Gebäuden auftauchen, haben ihre Wurzeln hier.

Das TextielMuseum ist in der Regel dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr sowie am Wochenende von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Montags bleibt es geschlossen. Für einen Besuch sollte man mindestens zwei Stunden einplanen.

Museum De Pont: Kunst in einer alten Wollspinnerei
Auch ein weiteres wichtiges Museum Tilburgs erzählt die Geschichte der Stadt durch seine Architektur. Das Museum De Pont befindet sich in einer ehemaligen Wollspinnerei. Statt Textilmaschinen stehen und hängen hier Werke zeitgenössischer Kunst. Große Hallen und frühere Produktionsräume bieten ideale Bedingungen für Installationen und großformatige Arbeiten.

Dwaalgebied: Tilburg im kleineren Maßstab
Zwischen all den großen Hallen lohnt sich auch ein Blick in das Dwaalgebied. Der Name lässt sich ungefähr mit „Herumstreifgebiet“ übersetzen. Kleine Geschäfte, Cafés und kreative Unternehmen verteilen sich über mehrere Straßen nördlich und westlich des Zentrums.
Am besten erkundet man das Dwaalgebied ohne festen Plan: einfach loslaufen, abbiegen und schauen. Das Zentrum Tilburgs ist kompakt genug, um sich nicht ernsthaft zu verlaufen.

Piushaven: Abend am Wasser
Neben Stahl, Backstein und Textil gibt es in Tilburg noch eine weitere Seite. Die Piushaven liegt südöstlich des Zentrums und war ursprünglich ein Industriehafen. Heute säumen Restaurants, Terrassen und Wohnhäuser das Wasser.
Boote liegen am Kai, bei gutem Wetter füllen sich die Außenplätze. Wer den Tag in der Spoorzone oder im TextielMuseum verbracht hat, findet hier einen entspannten Abschluss. Eine der gastronomischen Adressen ist De Graanhandel, direkt am Hafen.

Zwei Tage Tilburg mit und ohne Fahrrad
Für ein Wochenende bietet sich eine einfache Aufteilung an. Am ersten Tag lohnt es sich, am Bahnhof direkt in die Spoorzone einzutauchen: LocHal, die ehemaligen Bahnwerkstätten, MindLabs und anschließend der Spoorpark. Wer noch Zeit hat, kann Museum De Pont ergänzen.
Das De Pont Museum ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, donnerstags bis 20 Uhr. Am Donnerstagabend ist der Eintritt ab 17 Uhr frei. Montags bleibt das Museum geschlossen.
Der zweite Tag gehört der Textilgeschichte: TextielMuseum und TextielLab.

Die meisten Ziele im Zentrum sind zu Fuß erreichbar. Noch niederländischer wird der Aufenthalt natürlich mit dem Fahrrad.
Tilburg lässt sich gut mit dem Fahrrad erkunden. In der Stadt stehen mehrere hundert Leihfahrräder der Anbieter Lime und Check bereit, die per Smartphone-App ausgeliehen werden können. Check bietet dabei E-Bikes an.

Zusätzlich stehen an den Bahnhöfen Tilburg Centraal, Tilburg Universiteit und Tilburg Reeshof die bekannten OV-fietsen der niederländischen Bahn zur Verfügung. Für sie wird allerdings eine persönliche OV-chipkaart mit OV-fiets- oder NS-Flex-Abonnement benötigt.
Was ebenfalls auffällt: Fahrradhelme sind im niederländischen Alltagsverkehr weiterhin eher selten. Aber die Niederländer fahren in der Regel auch sehr entspannt.

Vier Hotelvorschläge für Tilburg
Mercure Hotel Tilburg Centrum: Wer mitten im Geschehen wohnen möchte, ist hier richtig. Das Hotel liegt im Zentrum, Restaurants, Geschäfte und Theater befinden sich in unmittelbarer Nähe. Auch der Bahnhof ist zu Fuß erreichbar.

Hotel Central Tilburg: Zentraler kann man in Tilburg nicht übernachten: Das kleine Boutiquehotel liegt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof in einem Art-déco-Gebäude aus den frühen 1930er-Jahren. Seine 21 individuell gestalteten Zimmer erinnern an Künstler, Architekten und Schriftsteller der Bewegungen De Stijl und Dada. Der historische Bezug ist durchaus real: Am selben Ort trafen sich während des Ersten Weltkriegs Theo van Doesburg und andere Künstler, aus deren Austausch später wichtige Impulse für De Stijl entstanden. Die renovierten Zimmer verfügen über eigenes Bad und teilweise über eine Küche.
ibis Tilburg: Das südwestlich des Zentrums nahe der A58 gelegene Hotel wurde 2025/26 umfassend erweitert und modernisiert. Mit einem neuen Gebäudeflügel wuchs es auf 184 Zimmer; hinzu kamen Familien- und Verbindungszimmer, Fitnessraum und der Freizeitbereich „The Hangout“. Neu ist auch das CHILL Café & Bar, das Café, Restaurant und Bar verbindet und bei vielen Gerichten auf Produkte aus Tilburg und Brabant setzt. Das Zentrum ist mit Bus oder Fahrrad gut erreichbar. Das Hotel verfügt derzeit über 35 kostenlose Fahrräder für Gäste, die ihre Übernachtung direkt beim Hotel buchen.
Van der Valk Hotel Tilburg: Das moderne Hotel richtet sich eher an Gäste, die Wert auf größeren Komfort legen. Es bietet Restaurant, Bar, Wellnessbereich und Schwimmbad und liegt ebenfalls günstig zur A58.

Mit der Bahn nach Tilburg
Ein großer Vorteil für Städtereisende ist die Lage des Bahnhofs Tilburg Centraal. Der Hauptbahnhof liegt direkt zwischen Spoorzone und Innenstadt.
Von Köln lässt sich Tilburg je nach Verbindung in etwa drei Stunden erreichen.
Von Frankfurt am Main sollten Reisende ungefähr vier Stunden kalkulieren.
Aus Hamburg dauert die Fahrt bei günstigen Verbindungen etwa fünfeinhalb bis sechs Stunden.
Von Berlin sind ungefähr sechs bis sieben Stunden realistisch.
Aus München sollte man rund sieben Stunden oder etwas mehr einplanen.

Direkte Züge gibt es aus diesen deutschen Städten in der Regel leider nicht. Häufig führen die Verbindungen über Venlo, Arnhem, Utrecht, Eindhoven oder andere niederländische Bahnknoten.
Da internationale Fahrpläne insbesondere durch Baustellen variieren, empfiehlt sich vor der Reise ein Vergleich bei Deutscher Bahn und NS International.
Weitere Informationen zu Dwaalgebied, Spoorzone und Piushaven sowie allgemeine Reisetipps bietet Visit Brabant.
Ingo Paszkowsky
Titelbild / Historische Stahlkonstruktionen und moderne Einbauten prägen den großzügigen Innenraum der LocHal in Tilburg. / Foto: Ingo Paszkowsky
Transparenz-Mitteilung
Die Recherchereise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien, PR-Agenturen und bzw. oder Tourismus-Behörden.
Unsere Berichterstattung ist davon unabhängig. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf Inhalt, Ausrichtung oder Tonalität unserer Artikel.
Auch interessant
- Tilburg: Wo Industriekultur auf Design und neue Ideen trifft
- Maritimes Erbe erleben: Eine traditionelle Botterfahrt auf dem Veluwemeer ab Harderwijk
- Harderwijk: Entschleunigung zwischen Hansestadt und Veluwemeer
- Die einzigartige Harmonie von Kunst, Architektur und Natur in der Veluwe
- Außergewöhnliche Saunen, in denen du geschwitzt haben solltest
- Städte vom Wasser aus entdecken: Eine neue Perspektive auf Europas Metropolen
- Wie man einen kinderfreundlichen Urlaub in den Niederlanden plant




