Mit Baby, Kleinkind oder Schulkind zum Flughafen: Schon vor dem Abflug kann eine Flugreise für Familien anstrengend werden. Lange Wege, Wartezeiten an der Sicherheitskontrolle und die Frage, wo sich der Kinderwagen abgeben lässt, sind nur einige Herausforderungen. Viele deutsche Flughäfen haben deshalb besondere Angebote für Familien eingerichtet. Doch wie gut sind die Airports tatsächlich auf kleine Passagiere vorbereitet?
Inhaltsverzeichnis:
Spielbereiche, Wickel- und Stillräume, kostenlose Leihbuggys und besondere Familienzugänge zur Sicherheitskontrolle erleichtern die Reise. Die Angebote unterscheiden sich allerdings erheblich. Während einige Flughäfen umfangreiche Spielmöglichkeiten bereitstellen, konzentrieren sich andere vor allem auf praktische Hilfen.
Wir haben uns die Familienangebote von zehn deutschen Flughäfen angesehen. Grundlage sind die veröffentlichten Serviceinformationen der Flughafenbetreiber. Ein wissenschaftliches Ranking ist dieser Vergleich nicht.
Familienfreundlichkeit deutscher Flughäfen im Überblick
| Flughafen | Spielmöglichkeiten | Leihbuggys | Besondere Familienkontrolle |
| Berlin BER | Kids‘ Corner | Kostenlos | Family Entrance |
| Düsseldorf | Kiddieland und Erlebnisflächen | Keine Angabe | Keine Angabe |
| Dortmund | Kein spezieller Spielbereich bestätigt | Kostenlos | Keine Angabe |
| Frankfurt | Mehrere Spielplätze | 10 € pro 24 Std. | Terminal 1 |
| Hamburg | Sieben Spielecken | Keine Angabe | Familienspur |
| Hannover | Spielgeräte in allen Terminals | Kostenlos, 1 € Pfand | Keine Angabe |
| Köln/Bonn | Spielplatz, Kletterflieger | Kostenlos | Kids Lane |
| München | Zahlreiche Spielflächen | Kostenlos | Familienzugänge |
| Nürnberg | Zwei Spielbereiche ausgewiesen | Verleih mit Chip | Keine Angabe |
| Stuttgart | Kiddieland | Verleih vorhanden | Keine Angabe |
Diese Angebote erwarten Familien an den Flughäfen
Berlin Brandenburg (BER): Eigener Zugang für Familien
Der Flughafen Berlin Brandenburg bietet Familien mit Kindern bis zum fünften Lebensjahr einen besonderen Zugang zur Sicherheitskontrolle. Der sogenannte Family Entrance befindet sich im Terminal 1 am Sicherheitskontrollbereich 5. Bis zu zwei Erwachsene sowie minderjährige Geschwister dürfen die kleinen Kinder begleiten.
Praktisch sind die kostenlosen Leihbuggys. An 21 Stationen in den Terminals 1 und 2 können Eltern einen Buggy ausleihen, solange der Vorrat reicht. Die Leihgeräte dürfen auch durch die Sicherheitskontrolle geschoben werden.
Für Bewegung vor dem Abflug sorgt die Kids‘ Corner im Sicherheitsbereich des Terminals 1, auf Ebene E1 hinter dem Marktplatz. Eltern können ihre Kinder beim Spielen beobachten und gleichzeitig einen Blick auf das Vorfeld werfen.
Düsseldorf: Unterhaltung auch vor der Sicherheitskontrolle
Am Flughafen Düsseldorf gibt es mehrere Angebote, um Kindern das Warten zu erleichtern. Im öffentlichen Bereich der Abflugebene befindet sich „Coool! by Kiddieland“ mit interaktiven Spiel- und Unterhaltungsmöglichkeiten.
Im Ankunftsbereich ist ein weiterer Kiddieland-Bereich eingerichtet. Hinzu kommt die Erlebnisfläche „Little Explorers“ in den Duty-Free-Shops, die unter anderem interaktive Spiele und Malmöglichkeiten bietet.
Besondere Kinderbereiche gibt es außerdem in Airport-Lounges. Dort stehen unter anderem Bücher, Spielzeug, Motorikboards und Hörspielangebote zur Verfügung. Die Lounge-Nutzung ist allerdings kostenpflichtig oder an eine entsprechende Zugangsberechtigung gebunden.
Auch die Fahrt mit dem SkyTrain vom Flughafenbahnhof zum Terminal dürfte für manche Kinder bereits ein Erlebnis sein.
Dortmund: Kostenlose Buggys erleichtern den Weg zum Gate
Der Flughafen Dortmund konzentriert sich bei seinem Familienservice auf praktische Unterstützung. Wer mit einem Kinderwagen anreist, muss diesen vor der Sicherheitskontrolle am Sperrgepäckschalter abgeben. Anschließend stehen im Sicherheitsbereich kostenlose Leihbuggys zur Verfügung, die bis zum Abflug genutzt werden dürfen.
Wickelmöglichkeiten gibt es auf den verschiedenen Terminalebenen, sowohl im öffentlichen Bereich als auch hinter der Sicherheitskontrolle.
Ein größerer ausgewiesener Kinderspielbereich ließ sich in den aktuellen Serviceinformationen nicht bestätigen. Dafür ist der kostenlose Buggy-Verleih insbesondere für Eltern kleiner Kinder ein nützliches Angebot.
Frankfurt: Spielplätze und Familienkontrolle – Buggy-Verleih gegen Gebühr
Frankfurt bietet ein umfangreiches Angebot für Familien. Dazu gehören Spielplätze mit unterschiedlichen Themenwelten, etwa Hubschrauber, Pirateninseln und Unterwasserabenteuer. Auch im neuen Terminal 3, das im April 2026 eröffnet wurde, gibt es mehrere Spielflächen.
Mit der Inbetriebnahme von Terminal 3 haben sich die Wege am Flughafen verändert: Terminal 2 wurde im Juni 2026 für eine umfassende Modernisierung vorübergehend geschlossen. Reisende sollten deshalb besonders auf die aktuelle Terminalzuordnung achten.
Zum Familienservice gehören außerdem spezielle Babyräume zum Wickeln und Stillen sowie eine Familien-Sicherheitskontrolle im Terminal 1, Abflugbereich A.
Beim Buggy-Verleih gibt es allerdings einen Kostenunterschied zu mehreren anderen Airports. Nach den aktuellen Angaben des Flughafens werden für einen Leihbuggy 10 Euro je angefangene 24 Stunden fällig, außerdem 50 Euro Kaution. Beides ist bar zu bezahlen. Die Ausgabe befindet sich in Terminal 1, Bereich B, Ebene 1. Die Buggys sind für Kinder zwischen sechs und 36 Monaten vorgesehen, die selbstständig sitzen können, bei einem Höchstgewicht von 15 Kilogramm.
Hamburg: Neue Erlebnis-Kinderspielecken
Der Flughafen Hamburg hat seine Angebote für Kinder in jüngerer Zeit deutlich erweitert. Im August 2025 wurden fünf neue Erlebnis-Kinderspielecken eröffnet. Sie sind verschiedenen Themen gewidmet und bieten Möglichkeiten zum Klettern, Entdecken und Spielen.
Im Sicherheitsbereich befinden sich Spielecken unter anderem an den Gates A/B40, B48, B52/53, C04 und C07. Zwei weitere Bereiche sind öffentlich zugänglich: in Terminal 1 bei McDonald’s und in Terminal 2 bei Marché.
Familien mit kleinen Kindern im Alter von null bis sechs Jahren können in der Airport Plaza eine besondere Familien- und PRM-Kontrollspur nutzen.
Der Flughafen nennt außerdem vier separate Wickelräume, von denen sich drei im öffentlichen Bereich von Terminal 1 und einer im Sicherheitsbereich bei Gate C05 befinden.
Hannover: Spielen, Flugzeuge beobachten und Buggy-Verleih
In Hannover finden Familien Spielgeräte in den Wartebereichen aller drei Terminals. Daneben können Kinder und Erwachsene auf der Aussichtsterrasse den Flugbetrieb beobachten.
Ein besonderes Angebot ist der „Kid’s Airport“, ein Spielbereich auf der Besucherterrasse. Die Terrasse gehört zur kostenpflichtigen Erlebniswelt des Flughafens und eignet sich vor allem für Familien, die mehr Zeit mitbringen.
Wickelräume befinden sich sowohl in den öffentlichen Bereichen als auch hinter den Sicherheitskontrollen. Für den Weg zum Gate gibt es kostenlose Leihbuggys, die gegen einen Euro Pfand erhältlich sind.
Köln/Bonn: Kids Lane und Kletterflieger
Der Flughafen Köln/Bonn kombiniert Spielmöglichkeiten mit praktischen Einrichtungen. Im Terminal 1 gibt es einen Kinderspielplatz, im Terminal 2 einen Kletterflieger. Zusätzlich stehen Kickertische zur Verfügung. Selbst an den Gepäckbändern ist an Kinder gedacht: Dort sind Hüpfekästchen auf dem Boden markiert.
Im Juli 2026 nahm der Flughafen eine neue Sicherheitskontrolle im Terminal 1 mit elf Kontrollspuren in Betrieb. Eine davon ist als „Kids Lane“ speziell für Familien gestaltet. Kleine Trittstufen ermöglichen es Kindern beispielsweise, ihr Handgepäck selbst auf das Kontrollband zu legen.
Kostenlose Leihbuggys stehen ebenfalls zur Verfügung. Sie können durch die Sicherheitskontrolle mitgenommen und anschließend am Gate abgestellt werden. Wickelräume gibt es vor und hinter der Kontrolle.
München: Viele Spielmöglichkeiten und kostenlose Leihbuggys
München verfügt über ein breites Familienangebot. In beiden Terminals gibt es kostenlose Leihbuggys, die bis zum Gate genutzt werden können. Wickelräume und familiengerechte Sanitäranlagen stehen ebenfalls zur Verfügung.
Für Familien mit kleinen Kindern gibt es bevorzugte Zugänge zu Sicherheitskontrollen. Im Terminal 1 können sie die dafür vorgesehenen Fast-Track-Spuren nutzen. Im Terminal 2 steht ein eigener Familienzugang sowie eine besonders großzügig gestaltete Kontrollspur zur Verfügung.
Auch das Angebot zur Beschäftigung ist umfangreich. Neben verschiedenen Spielflächen bietet beispielsweise die Kids Area im Terminal-1-Pier unter anderem eine Rutsche, eine Boulderwand, eine Rennbahn und digitale Spielmöglichkeiten.
Wer besonders viel Zeit hat, kann den Besucherpark mit Abenteuerspielplatz besuchen. Hinzu kommen Angebote wie Flughafenführungen und Familien-Touren.
Ein weiterer Service: Für Lufthansa-Passagiere mit Kindern unter sieben Jahren steht ein eigener Familien-Check-in zur Verfügung.
Nürnberg: Spielen mit Blick auf das Vorfeld
Am Flughafen Nürnberg stehen im Wartebereich bei den Gates zwei Kinderspielbereiche zur Verfügung. Kinder können dort spielen und gleichzeitig den Betrieb auf dem Vorfeld beobachten.
Allerdings weist der Flughafen aktuell darauf hin, dass der Spielbereich bei den Gates A16 und A17 wegen Wartungsarbeiten vorübergehend nicht zur Verfügung steht.
Nach dem Check-in können Eltern ihren eigenen Buggy am Sperrgepäckschalter abgeben. Dort erhalten sie einen Spezialchip für die Nutzung eines Leihbuggys. Die Geräte stehen in der Abflughalle 2 bereit, sind für Kinder ab sechs Monaten vorgesehen und können am Gate zurückgegeben werden.
Stuttgart: Leihbuggys, Wickelräume und Flughafen-Erlebnis
Am Flughafen Stuttgart können Familien ihren Kinderwagen oder Buggy am Sperrgepäckschalter abgeben und stattdessen einen Leihbuggy für den Weg bis zum Gate nutzen.
Nach Angaben des Flughafens gibt es knapp 20 Wickelräume im öffentlichen Bereich und hinter der Sicherheitskontrolle. Einige sind zusätzlich mit Flaschenwärmern ausgestattet.
Unterhaltung bietet das Kiddieland im öffentlichen Bereich von Terminal 3. Es verfügt über Spielmöglichkeiten und freie Spielflächen.
Das Besucherzentrum SkyLand mit interaktiven Angeboten und die kostenlose Besucherterrasse ergänzen das Programm. Beide Angebote eignen sich besonders, wenn vor dem Abflug genügend Zeit bleibt.
Worauf Familien vor dem Abflug achten sollten
Kinderwagen: Abgabe nicht überall gleich geregelt
Ob ein eigener Buggy bis zum Flugzeug mitgenommen werden darf, hängt vom Flughafen, von der Fluggesellschaft und teilweise auch vom Flugzeugtyp ab. Größere Kinderwagen müssen häufig schon am Sperrgepäckschalter abgegeben werden.
Auch die Rückgabe nach der Landung ist unterschiedlich geregelt. Manchmal kommt der Buggy direkt an der Flugzeugtür zurück, manchmal erst am Gepäckband für Sperrgepäck.
Wer mit einem Kleinkind unterwegs ist, sollte diese Frage deshalb unbedingt vor dem Abflug klären.
Babynahrung und Medikamente im Handgepäck
Für benötigte Babynahrung, Milch und notwendige Medikamente gelten bei der Sicherheitskontrolle Ausnahmen von den sonst üblichen Flüssigkeitsbeschränkungen. Die Menge sollte nachvollziehbar zum Bedarf während der Reise passen. Babynahrung und Medikamente sollten griffbereit verpackt werden, damit sie bei der Kontrolle vorgezeigt werden können.
Da die Flughäfen unterschiedliche Kontrolltechnik einsetzen, sollten Reisende die jeweils aktuellen Handgepäckbestimmungen beachten.
Reisedokumente für Kinder
Auch Babys benötigen für Auslandsreisen ein eigenes gültiges Reisedokument. Welcher Ausweis anerkannt wird, hängt vom Reiseziel ab.
Wichtig: Seit dem 1. Januar 2024 werden in Deutschland keine neuen Kinderreisepässe mehr ausgestellt. Bereits ausgegebene Exemplare können bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit weiterverwendet werden, soweit sie vom Reiseland akzeptiert werden und die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Reisen Kinder allein, mit Großeltern oder nur mit einem Elternteil, kann außerdem eine Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten erforderlich oder empfehlenswert sein. Die Bestimmungen unterscheiden sich von Land zu Land.
Verbindliche Informationen bieten die Bundespolizei und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Was macht einen Flughafen wirklich familienfreundlich?
Die Anzahl der Wickelräume oder Spielplätze allein sagt wenig darüber aus, wie angenehm ein Flughafen für Familien ist. Mindestens ebenso wichtig sind kurze Wege, klare Beschilderungen und die Lage der Einrichtungen.
Eine Spielecke nützt wenig, wenn sie sich in einem anderen Abflugbereich befindet und nach der Sicherheitskontrolle nicht erreichbar ist. Ebenso entscheidend ist, ob Familien mit Kinderwagen problemlos durch die Kontrolle kommen und ob bei Wartezeiten genügend Platz vorhanden ist.
Die untersuchten Flughäfen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. München und Frankfurt bieten ein besonders vielfältiges Programm, Hamburg hat seine Spielbereiche modernisiert, während Köln/Bonn und Berlin mit besonderen Familienzugängen punkten. Kleinere Airports wie Dortmund können wiederum mit unkomplizierten Angeboten wie kostenlosen Leihbuggys überzeugen.
Für Eltern empfiehlt sich deshalb vor der Reise ein Blick auf die Familienservices des jeweiligen Abflughafens. Besonders wichtig ist dabei, ob sich die gewünschten Einrichtungen tatsächlich im eigenen Terminal beziehungsweise Abflugbereich befinden.
Stand: 27. Oktober 2026. Die Angaben beruhen auf veröffentlichten Informationen der Flughafenbetreiber. Angebote, Öffnungszeiten und Gebühren können sich ändern.
(Hinweis: Der Beitrag haben wir erstmals im Oktober 2016 veröffentlicht. Wir haben ihn überarbeitet.)
Titelfoto / Spielbereiche, Leihbuggys und familiengerechte Einrichtungen erleichtern das Reisen mit Kindern. Viele deutsche Flughäfen bieten inzwischen spezielle Services für Familien. (Symbolbild, KI-generiert durch ChatGPT)
Auch interessant
- Gate of the Future: Lufthansa und Fraport testen das Boarding der Zukunft
- Familienfreundliche Flughäfen in Deutschland: Was Airports für Kinder bieten
- Schlafen am Flughafen: Wo Reisende in Europa am besten übernachten
- Flughafen-Ranking 2026: Tallinn vorn – Frankfurt und BER weit abgeschlagen
- Spielautomaten unterwegs: Was Reisende an Flughäfen und Raststätten beachten sollten
- Emirates würde täglich Berlin und Stuttgart anfliegen, wenn sie dürfte
- Parken am Flughafen München: Preise, Anbieter und Spartipps im Überblick




