Smartphone mit aktivierter eSIM auf einem Tisch neben Reisekoffer, Reisepass und Bordkarte. Im Hintergrund eine Weltkarte mit Flugroute und Symbolen für Mobilfunk und WLAN.

Mobiles Internet auf Fernreisen: eSIM, lokale SIM oder Roaming im Vergleich

Wer mehrere Wochen durch Asien, Südamerika oder die USA reist, braucht eine stabile Datenverbindung für Navigation, Buchungen, Übersetzer und Banking. Drei Mögöichkeiten stehen zur Wahl: Roaming mit dem Heimtarif, eine lokale SIM-Karte oder eine eSIM. Sie unterscheiden sich bei Kosten, Aufwand und Erreichbarkeit deutlich.

Roaming: Innerhalb der EU geregelt, außerhalb schwer kalkulierbar

Bis 2032 gilt die Regelung „Roam like at Home“ in der EU sowie in Island, Liechtenstein und Norwegen. Damit können Reisende ihr Mobiltelefon grundsätzlich zu den gleichen Konditionen wie zu Hause nutzen. Eine Fair-Use-Regelung soll eine übermäßige Nutzung im Ausland verhindern.

Außerhalb dieser Länder gilt die Regelung jedoch nicht. Wer beispielsweise in die Türkei, nach Ägypten, Marokko, Thailand, in die USA, die Schweiz oder nach Großbritannien reist, muss je nach Mobilfunktarif mit zusätzlichen Roamingkosten rechnen. Zwar sind Mobilfunkanbieter verpflichtet, ihre Kunden bei der Einreise über die geltenden Preise zu informieren. Das schützt jedoch nicht unbedingt vor hohen Kosten.

Viele Reisende weichen deshalb auf Reise-eSIMs aus, wie sie etwa der Berliner eSIM-Anbieter esimity anbietet. Sie werden vor der Abreise gekauft und enthalten ein festes Datenpaket für ein Land oder eine Region. Welche Regeln innerhalb der EU und in Grenznähe gelten, erklärt die Bundesnetzagentur in ihrer Verbraucherinformation zum Roaming.

So funktioniert eine eSIM

Eine eSIM ist ein fest verbauter Chip. Das Profil eines Anbieters wird per Internet auf ihn geladen. Grundlage ist der GSMA-Standard SGP.22 für Consumer-Geräte.

Die Installation läuft meist über einen QR-Code. Ab iOS 17.4 lässt sich der Vorgang per langem Drücken auf den Code in der E-Mail starten. Viele Codes sind nur einmal nutzbar, daher gehört die Einrichtung in einen Durchgang mit stabilem WLAN. Das Gerät muss eSIM-fähig und frei von SIM-Lock sein.

Wie sicher ist die eSIM? Forschende der finnischen Aalto-Universität haben 2024 untersucht, wie sicher eSIM-Profile auf Smartphones übertragen und eingerichtet werden. Ihr Ergebnis: Das Verfahren bietet grundsätzlich einen guten Schutz vor Angriffen über das Internet. Voraussetzung ist allerdings, dass die beteiligten Systeme nicht manipuliert wurden. Die Untersuchung zeigte auch mögliche Sicherheitslücken, etwa wenn Angreifer die Kontrolle über einen beteiligten Server erlangen.

Lokale SIM: günstig, aber mit Aufwand

Prepaid-Karten vor Ort bieten oft viel Datenvolumen zu niedrigen Preisen. Der Haken liegt im Ablauf. Die Karte wird erst nach der Landung gekauft, bis dahin fehlt eine Verbindung für Wegbeschreibung und Transfer. Je nach Land verlangen Händler eine Registrierung. Beim Wechsel der Karte ist die deutsche Nummer nicht mehr erreichbar, es sei denn, das Gerät hat Dual-SIM. Mit eSIM funktioniert das Zusammenspiel gut: Die heimische Karte bleibt im Slot, die Daten laufen über das Reiseprofil.

Kriterien für die Tarifwahl

Beim Vergleich der Angebote helfen feste Prüfpunkte:

  • Datenvolumen und Preis pro Gigabyte: Der Bedarf hängt vom Reisestil ab. Navigation und Messenger verbrauchen wenig, Videocalls und Hotspot-Betrieb deutlich mehr.
  • Gültigkeit: Manche Pakete laufen ab Kauf, andere ab Aktivierung. Das entscheidet bei langen Reisen über die Kosten.
  • Netzabdeckung: Entscheidend ist, mit welchen lokalen Netzen der Anbieter am Reiseziel zusammenarbeitet.
  • Mobiler Hotspot und Telefonieren: Nicht alle Reise-eSIM-Tarife erlauben es, die Internetverbindung des Smartphones mit anderen Geräten wie einem Laptop oder Tablet zu teilen (Hotspot-Funktion). Außerdem bieten viele Reise-eSIMs ausschließlich mobiles Internet. Herkömmliche Telefonanrufe und SMS sind damit nicht möglich. Telefonieren über WhatsApp, Signal oder andere internetbasierte Dienste funktioniert dagegen weiterhin.
  • Länderabdeckung: Bei Routen durch mehrere Staaten sind Regionalpakete praktischer als einzelne Länderprofile.

Vorsicht bei automatischer Netzwahl

In Grenzregionen kann sich das Smartphone automatisch mit dem Mobilfunknetz eines Nachbarlandes verbinden, das nicht vom gebuchten Tarif abgedeckt ist. Auch auf Schiffen und in Flugzeugen drohen zusätzliche Kosten, wenn sich das Gerät mit einem kostenpflichtigen Bordnetz verbindet. In Grenznähe hilft es, ein vom Tarif abgedecktes Netz manuell auszuwählen. An Bord ist der Flugmodus die sicherste Lösung. WLAN kann bei Bedarf separat eingeschaltet werden.

Reise-eSIM: Das solltest du vor der Abreise prüfen

  1. Smartphone überprüfen: Unterstützt das Gerät eSIMs und ist es für andere Mobilfunkanbieter freigeschaltet?
  2. Passenden Tarif auswählen: Sind alle Reiseländer abgedeckt? Reichen Datenvolumen und Gültigkeitsdauer für die gesamte Reise?
  3. eSIM vorbereiten: Die Reise-eSIM möglichst schon zu Hause über WLAN installieren. Vorher prüfen, wann die Gültigkeitsdauer des gebuchten Pakets beginnt.
  4. Mobilfunk richtig einstellen: Die Reise-eSIM für die mobilen Daten auswählen und das Datenroaming der bisherigen SIM-Karte außerhalb der EU deaktivieren. Bei der Reise-eSIM selbst muss Datenroaming dagegen häufig eingeschaltet sein, damit sie funktioniert.

Titelbild / Ob Navigation, Buchungen oder Messenger: Eine Reise-eSIM ermöglicht mobiles Internet im Ausland, ohne die heimische SIM-Karte wechseln zu müssen. Ein passender Datentarif hilft, hohe Roamingkosten zu vermeiden. Bild: KI-generiert durch ChatGPT / weltreisender.net

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