Jordanien in Kürze – Basisinformationen – ein Steckbrief

Offizieller Name

Haschemitisches Königreich Jordanien

Regierung

Konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischem Zweikammersystem unter König Abdullah II.

Geographie

Jordanien liegt in Vorderasien. Nachbarländer sind im Westen Israel und die Palästinensischen Autonomiegebiete, im Norden Syrien, im Osten Irak, im Osten und Süden Saudi-Arabien. Hauptstadt ist Amman. Weitere Zentren sind Zerqa, Aqaba und Irbid. Höchster Berg Jordaniens ist der Um Adami bei Wadi Rum mit 1.854 m.

Fläche

89.500 Quadratkilometer (etwa so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen, etwas größer als Österreich). Nord-Süd-Ausdehnung ca. 380 Kilometer, Ost-West-Ausdehnung 150-400 Kilometer

Einwohner

6,5 Millionen, davon leben 2,5 Mio in der Hauptstadt Amman.

Landessprache

Arabisch. Englisch ist als Zweitsprache weit verbreitet.

Religion

Jordanien ist ein tolerantes Land. 93 Prozent der jordanischen Bevölkerung sind Moslems, etwa 5 Prozent sind Christen, davon die meisten griechischorthodox, aber auch römisch-katholisch. Religionsfreiheit wird in der Verfassung garantiert, manche Städte werden auch heute mehrheitlich von Christen bewohnt.

Wichtigste touristische Highlights

Petra – die rosarote Felsenstadt der Nabatäer

Jerash – eine der am besten erhaltenen römischen Städte der Welt

Totes Meer – der tiefste Punkt der Erde

Rotes Meer – ein Paradies für Taucher und Wassersportler

Wadi Rum – Sandwüste mit bizarren Felsformationen

Außerdem hat Jordanien zahlreiche biblische Stätten (Bethanien, Mosesquelle, Berg Nebo, Heiligtum des Lot, Aaron-Berg), heiße Quellen (Hammamet Main), wunderbare Mosaike (Madaba), faszinierende Wüstenschlösser (Amra, Azraq) und Kreuzritterburgen (Kerak, Shobak) sowie bemerkenswerte Naturschutzgebiete (Dana, Shaumari, Wadi Mujib) zu bieten.

Infrastruktur

Jordanien verfügt über eine gute touristische Infrastruktur mit einem gut ausgebauten Straßennetz sowie Hotels und Restaurants aller Kategorien. Führende internationale Hotelgruppen und Autovermieter sind in Jordanien vertreten.

Reiseveranstalter

Reisen nach Jordanien werden von mehr als 180 deutschen Veranstaltern angeboten. Eine Adressenliste kann beim Informationsbüro Jordanien in Frankfurt angefordert werden.

Klima

In Jordanien herrscht trockenes Mittelmeerklima mit sonnigen, wolkenlosen Tagen und kühleren Nächten. Die Durchschnittstemperaturen liegen in Amman von Mai bis Oktober bei 23 C, von November bis April bei 12 C. In Aqaba, am Toten Meer und im Jordantal herrschen ganzjährig mildere Temperaturen, durchschnittlich 16-22 C. Die Sommer (Juli/August) sind heiß und trocken, abends aber kühler. Von November bis März kann es regnen, aufgrund der Höhenlage in Amman im Winter auch schneien. (Ausnahme Aqaba und die Wüste).

Reisezeiten

Kultur-, Wellness-, Tauch- sowie Biblische Reisen ganzjährig.

Beste Zeit für Aktivurlaub (Klettern, Trekking, Mountain-Biking) sind Frühling und Herbst.

Wüstentourismus ganzjährig (ideal im Winter, im Sommer sehr heiß).

Canyoning von 1. April bis 31. Oktober.

Natur

Baumbestand: Olivenbäume, Zypressen, Pinien, Kiefern, Steineichen
Gesteinsarten: schwarzer Basalt im Norden (Irbid/Um Qais), im Süden bei Petra Sandstein in Farbschattierungen von Weiß über Gelb, Orange und Rot bis Grau, im Wadi Rum vielfarbiger Sandstein und Granit und um Aqaba Granit.
Es gibt sechs Naturschutzgebiete.

Essen

Die jordanische Küche ist typisch arabisch. Fleischgerichte sind meist aus Lamm und Hühnchen. Sehr zu empfehlen sind Mezzeh, eine riesige Auswahl verschiedener zumeist kalter Vorspeisen mit vielen vegetarischen Speisen, wie z.B. Hummus (Kichererbsenpüree), Petersiliensalat (Tabuleh) etc. Das Nationalgericht heißt Mansaf und besteht aus Lammfleisch, Joghurtsoße und Reis. Der jordanische Anisschnaps heißt Arrak. Amstel Bier wird vor Ort in Jordanien gebraut. Es gibt auch jordanische Weine, z.B. Mount Nebo.
Sehr schmackhaft sind einheimische Oliven, Zitrusfrüchte, Bananen, Obst wie Melonen und das frische Gemüse.

Zeitzone

Jordanien befindet sich in der Eastern Time Zone: MEZ + 1. Das heißt, in Jordanien ist es 1 Stunde später als in Mitteleuropa. Auch in Jordanien unterscheidet man Sommer- und Winterzeit, jedoch kann das exakte Datum der Zeitumstellung von dem in Mitteleuropa abweichen.

Fluganreise

(Stand Februar 2012)

Royal Jordanian:

täglich Frankfurt-Amman
2x wöchentlich (MI/SA) München-Amman
3x wöchentlich (MO/DO/SA) Berlin Tegel – Amman
Flugverbindungen zwischen Aqaba und Amman, Flugdauer 45 min

Reservierung München: (089) 975 91 39 – 0 (Fax: – 6)
Reservierung Frankfurt: (069) 23 18 43 – 4 / 6

Lufthansa:
MO/DI/DO/FR/SA/SO Frankfurt – Amman

Der Queen Alia International Airport Amman liegt 32 Kilometer von Amman entfernt, das Taxi nach Amman kostet ca. 15 JD (ca. 20 Euro).

Anreise über Land

Es gibt zwei Grenzübergänge nach Syrien, zwei Grenzübergänge nach Israel, einen Grenzübergang zum angrenzenden Palästinensischen Autonomiegebiet. Für Öffnungszeiten und Visaregelung bitte Informationsblatt anfordern oder die Jordanische Botschaft kontaktieren.

Anreise mit Fähre

Tägliche Fährverbindungen bestehen zwischen Nuweiba/Ägypten und Aqaba/Jordanien.

Anreise mit Zug

Die Hedjaz-Bahn verbindet Amman mit Damaskus. Fahrpreis etwa 3 JD. Die Reisedauer beträgt in etwa 10 Stunden.
Damaskus-Amman: sonntags, Abfahrt 7.30 Uhr, Ankunft 17.00 Uhr
Amman-Damaskus: montags, Abfahrt 8.00 Uhr, Ankunft 17.00 Uhr

Visum

Zur Einreise nach Jordanien benötigen EU- und Schweizer Staatsangehörige einen mindestens noch sechs Monate gültigen Reisepass sowie ein Visum. Das Visum kann entweder bei der Botschaft des Haschemitischen Königreiches Jordanien in Berlin vor Reiseantritt beantragt oder direkt bei der Ankunft am Queen Alia-Flughafen in Amman ausgestellt werden (Preis umgerechnet 23 Euro). Das Visum ist vier Wochen gültig und kann in Polizeistationen in Jordanien verlängert werden.

Abreise

Bei der Ausreise aus Jordanien ist eine Ausreisesteuer von 20 JD zu zahlen, derzeit bereits im Flugticket der Royal Jordanian enthalten.

Währung

(Stand Februar 2012) Die offizielle Landeswährung ist der Jordanische Dinar (JD) => 1 J Jordanischer Dinar (JOD) = 100 Piaster = 1000 Fils.
Umrechnung: 1 JOD = ca. 1,08 EUR (Euro), 1EUR = 0,93 JOD
Banken, Wechselstuben, Hotels wechseln Fremdwährung. An Automaten werden Kreditkarten und EC-Karte akzeptiert, in vielen Hotels, Geschäften und Restaurants internationale Kreditkarten.

Stromspannung

220 V/50 Hz, oft Adapterstecker mit zwei Rundstiften (wie in GB) erforderlich.

Mobilfunk

Mobile Telefone funktionieren überall über das jordanische Netz „Fastlink“.

Mietwagen

In Amman sind alle namhaften und lokale Mietwagen-Anbieter vertreten. Es herrscht Rechtsverkehr. Ausschilderungen an den großen Straßen in Arabisch und Englisch. Die Preise variieren zwischen 25-35 JD/Tag für einen Mittelklassewagen und zwischen 35-80 JD/Tag für einen Wagen der Oberklasse.

Geschwindigkeit: Stadt 60 km/h, Landstraße 80 km/h, Autobahn 100 km/h. In Jordanien werden keine Autobahngebühren erhoben.

Trinkgelder

Hotels und Restaurants schlagen 10 Prozent auf die Rechnung auf, dennoch ist ein kleines Trinkgeld für den Kellner angemessen, in der Regel ½ bis 1 Dinar pro Dienstleistung wie Kofferträger und Zimmermädchen. In Taxis wird der Preis aufgerundet.

Rücksichtnahme auf die Kultur

Jordanien ist ein mehrheitlich muslimisches und traditionsbewusstes Land (doch die Freiheit aller Religionen ist geschützt). Männer und Frauen kleiden sich eher konservativ. Das heißt, schulter- oder rückenfreie Kleidung, kurze Röcke oder Shorts (gilt auch für Männer) verstoßen gegen die einheimischen Sitten. Sonnenbaden oben ohne ist untersagt.

In Petra, Aqaba und in internationalen Hotels allgemein ist man mit westlichen Sitten besser vertraut, weshalb hier sowie in den modernen Stadtvierteln von Amman (Shmisani, Abdoun) ein weitgehend westlicher Kleidungsstil üblich ist.

Souvenirs

Gold (24 Karat, Verkauf nach Gewicht, Ammans Goldmarkt befindet sich in der King Feisal Street) und Silber, Bernstein, Kunsthandwerk wie Webarbeiten, Teppiche, Stickereien, Beduinensilberschmuck, mundgeblasenes Hebron-Glas, Keramik, Messing, Sandflaschen und Pflegeprodukte aus dem Toten Meer.

Öffnungszeiten

Es gibt keine offiziellen Ladenschlusszeiten (meistens 8.00-19.30 Uhr). Viele Läden sind allerdings freitags geschlossen, mit Ausnahme des Suq (Markt) und einer Vielzahl von Lebensmittelgeschäften. Die Ladenbesitzer entscheiden individuell, ob und wann sie freitags öffnen. Während des Ramadan gelten frühere Ladenschlusszeiten, dafür ist in der Nacht geöffnet.

Feiertage

Banken, Geschäfte, Ämter und viele Läden sind an gesetzlichen Feiertagen ganztägig geschlossen. Freitag ist offizieller Ruhetag in Jordanien sowie Samstag.

Feiertage mit festem Datum sind:
1. Januar: Neujahr
30. Januar: König Abdullahs Geburtstag
22. März: Tag der Arabischen Liga
1. Mai: Tag der Arbeit
25. Mai: König Abdullahs Thronbesteigung
10. Juni: Tag der Arabischen Renaissance
14. November: König Husseins Geburtstag
25. Dezember: Weihnachtstag

Die Termine anderer gesetzlicher Feiertage variieren von Jahr zu Jahr, denn die meisten sind vom islamischen Mondkalender abhängig. Das sind Ostern (wird im Frühling gefeiert) und die folgenden islamischen Feiertage:
Ramadan (heiliger Fastenmonat), Eid Al-Fitr (4-5 Feiertage nach dem Ende des Ramadan), Eid Al-Adha (das Opferfest am Ende des Monats der Pilgerfahrt nach Mekka =Hadsch), 1. Muharram (Islamisches Neujahr) und Eid Al-Isra’ wa’l Mi’raj (Fest des Besuchs des Propheten Mohammed im Himmel).

Ramadan

20. Juli – 19. August 2012
09. Juli – 08. August 2013
(Touristengruppen werden in Jordanien mit Mahlzeiten und Softdrinks während des Tages versorgt)

Entfernungen

Amman – Jerash 1 h Autofahrt 48 Kilometer
Amman – Madaba/Berg Nebo 1 h 33 Kilometer
Amman – Totes Meer (Nord) 1 h 48 Kilometer
Amman – Wüstenschloss Qasr Amra 1,5 h 92 Kilometer
Amman – Umm Qais 2 h 111 Kilometer
Amman – Petra 3,5 h 262 Kilometer
Petra – Wadi Rum 2 h 103 Kilometer
Petra – Kerak 2,5 h 150 Kilometer
Aqaba – Wadi Rum 1 h 80 Kilometer

Wirtschaft

Die Landwirtschaft (vorwiegend im Norden und entlang des Jordantals) erzeugt Oliven, Zitronen, Mandeln, Feigen, Aprikosen, Pfirsiche, Weizen, Tabak und Wein.
Viehzucht betreiben überwiegend Nomaden (Schafe, Ziegen, Kamele).
An Bodenschätzen gibt es Phosphat, Pott-Asche und Kupfer. Es gibt Nahrungsmittel-, Verbrauchsgüter und Pharmaindustrie (Kosmetik).
Der Tourismus ist zweitwichtigster Industriezweig.

Impfungen

Für Jordanien sind keine Impfungen vorgeschrieben. Grundsätzlich sollten alle Personen – auch in Europa – gegen Tetanus, Polio, Diphterie geimpft sein. Diejenigen, die ganz sicher gehen wollen, können außerdem eine Impfung gegen Hepatitis A erwägen. Lediglich Abenteuer-, Langzeit und Rucksackreisenden wird empfohlen, sich außerdem gegen Hepatitis B, Typhus und Tollwut impfen zu lassen. Mehr Infos dazu beim Centrum für Reisemedizin unter www.crm.de sowie www.fit-for-travel.de, Menüpunkt Reiseziele

Einige Worte in arabisch

Ja – Na’am
Nein – La‘a
Willkommen – Ahlan wa Sahlan
(als Gruß) Friede sei mit dir  – Salemaleikum
Guten Tag – Márhaba
Lass(t) uns gehen – Yálla
Auf Wiedersehen – Ma’assalama
Okay – Tammám
Guten Appetit/Gesundheit – Sáha
Danke – Schukrán
Bitte – Min fadlak (gegenüber einem Mann), Min fadlik (gegenüber einer Frau)
Aadesh? – Wieviel kostet das?
Ana laa ahkee Arabee – Ich spreche kein arabisch.

(Quelle: Fremdenverkehrsamt Jordanien, Stand Februar 2012)

Die Angabe der Ein- und Ausreisemöglichkeiten über Syrien sind hier aus formalen Gründen erfolgt, sie sollten derzeit keineswegs in Betracht gezogen werden. Bitte beachten Sie vor einer Reise nach Jordanien die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts. Die Redaktion

Titelfoto / Die wohl bekannteste Attraktion Jordaniens ist die antike Felsenstadt Petra im Süden des Landes, die ebenfalls zum Unesco-Weltkulturerbe gehört und 2007 zu einem der Neuen Sieben Weltwunder gewählt wurde. Die Nabatäer, ein arabisches Nomadenvolk, haben die Stadt vor über 2.000 Jahren in die Sandsteinwände geschlagen. Petra war schon damals für ihre hoch entwickelte Kultur, ihre monumentale Architektur und ihr ausgeklügeltes System von Dämmen und Wasserkanälen bekannt.  / Foto: Jordan Tourism Board

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