Jordanien: Die geheimnisvolle Petra

Die antike Stadt Petra im Süden des Landes gehört zu den Nationalschätzen Jordaniens. Sie wird häufig als achtes Weltwunder bezeichnet, ist UNESCO-Weltkulturerbe und die bei weitem bekannteste Touristenattraktion des Landes. 2007 wurde Petra zu einem der Neuen Sieben Weltwunder gewählt.
Die verlassene Felsstadt war in der Antike die Hauptstadt des Nabatäer-Reiches, ein arabisches Nomadenvolk, das vor über 2000 Jahren im Süden Jordaniens sesshaft wurde und diese beeindruckende Stadt in die Sandsteinfelsen geschlagen hat. Petra war schon damals für ihre hoch entwickelte Kultur, ihre monumentale Architektur und ihr ausgeklügeltes System von Dämmen und Wasserkanälen bekannt. Bis zum zweiten Jahrhundert v. Chr. war Petra zu einer großen Stadt mit einer Fläche von etwa zehn Quadratkilometern herangewachsen und zur Hauptstadt des nabatäischen Königreichs aufgestiegen.

Der Wohlstand der Nabatäer begründete sich hauptsächlich darin, dass Petra ein wichtiger Knotenpunkt für die lukrativen Handelsrouten war, die China im Osten mit Rom im Westen verbanden. Karawanen, schwer beladen mit Weihrauch, Seide, Gewürzen und anderen exotischen Waren, machten Rast in Petra, das Wasser im Überfluss und Schutz vor Plünderern bot. Die Nabatäer ließen sich ihre Gastfreundschaft in Form von Zöllen vergüten, die sie auf alle Waren erhoben, die durch die Stadt gingen, und erreichten dadurch beträchtlichen Wohlstand.

Das Tal betreten Besucher nach Durchquerung des Siq, einer rund einen Kilometer langen Felsschlucht, die an manchen Stellen nur zwei Meter breit ist und 80 Meter in die Höhe ragt. Foto: JTB
Das Tal betreten Besucher nach Durchquerung des Siq, einer rund einen Kilometer langen Felsschlucht, die an manchen Stellen nur zwei Meter breit ist und 80 Meter in die Höhe ragt. Foto: JTB

Im Jahre 106 n. Chr. annektierten die Römer das nabatäische Königreich und gliederten es in die römische Provinz Arabia ein. Als sich das Christentum im ganzen Byzantinischen Reich ausbreitete, wurde Petra Bischofssitz. Dann verschwand die ehemals prächtige Stadt gänzlich aus dem Bewusstsein der westlichen Welt, bis der schweizer Reisende, Johann Ludwig Burckhardt, als Araber verkleidet, die Stadt am 22. August 1812 wieder entdeckte.

Petra gilt heute als eine der größten Sehenswürdigkeiten im Nahen Osten und die Erschließung für den Fremdenverkehr begann um 1930. Die Beduinen vom Stamm der B’doul, die bis 1985 die Felsbauten noch als Wohnstätten genutzt haben, wurden umgesiedelt und leben heute in den umliegenden Dörfern, vor allem Wadi Musa. Viele von ihnen arbeiten heute im Tourismus beispielsweise als Fremdenführer oder Betreiber von kleinen Souvenirständen.

Petras berühmtestes Monument, das Schatzhaus („al Khazne“). Foto: JTB
Petras berühmtestes Monument, das Schatzhaus („al Khazne“). Foto: JTB

Für die Erkundung von Petra sollten sich Besucher mindestens einen ganzen Tag Zeit nehmen, eher mehr. Vom Haupteingang aus kann man sich von einem Pferd zum Eingang des Siq tragen lassen. Das Tal betreten Besucher nach Durchquerung des Siq, einer rund einen Kilometer langen Felsschlucht, die an manchen Stellen nur zwei Meter breit ist und 80 Meter in die Höhe ragt. Schon hier staunt man über die Farben von leuchtend gelb bis rot, die die Zeiten in den Felsen hinterlassen haben. Petras berühmtestes Monument, das Schatzhaus („al Khazne“), taucht in überwältigender Weise am Ende des Siq auf. Die Beduinen glaubten damals, dass in der Urne ganz oben an der Fassade ein Schatz versteckt sei und versuchten ihn ihr durch Gewehrschüsse zu entlocken. Die 43 Meter hohe Fassade des Schatzhauses, die der letzten Szene des Films „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ als Kulisse diente, ist aber nur eines vom unzähligen architektonischen Wundern, die in Petra zu besichtigen sind.

Die Häuser in der antiken Stadt Petra wurden größtenteils durch Erdbeben zerstört, aber die rund 500 in den Fels gehauenen Gräber überdauerten die Jahrhunderte. Foto: JTB
Die Häuser in der antiken Stadt Petra wurden größtenteils durch Erdbeben zerstört, aber die rund 500 in den Fels gehauenen Gräber überdauerten die Jahrhunderte. Foto: JTB

Die Häuser in der antiken Stadt Petra wurden größtenteils durch Erbeben zerstört, aber die rund 500 in den Fels gehauenen Gräber überdauerten die Jahrhunderte. Bei verschiedenen Wanderungen und Aufstiegen können die zahlreichen Felsengräber und Tempelfassaden, Totenhallen und Felsreliefs bewundert werden. Es gibt außerdem ein Theater aus dem frühen ersten Jahrhundert n. Chr. mit 3000 Sitzplätzen und diversen prächtigen Grabfassaden an der Königswand. Nicht minder beeindruckend als das Schatzhaus ist das sogenannte Kloster („ad-Deir“) aus dem ersten Jahrhundert, das man über mehr als 800 aus dem Fels gehauene Stufen erreicht. Es ist mit 50 Metern Höhe sogar höher als die Fassade des Schatzhauses. Ein beeindruckendes Panorama des antiken Petra bietet sich dem Besucher beim Aufstieg zum Hohen Opferplatz über der Stadt. Zum Entspannen und Stärken lädt in Petra das Basin Restaurant ein, das ein abwechslungsreiches Mittagsbuffet bietet und an den Ständen der Beduinen kann man einen köstlichen Tee oder Kaffee zu sich nehmen.

Bei verschiedenen Wanderungen und Aufstiegen können die zahlreichen Felsengräber und Tempelfassaden, Totenhallen und Felsreliefs bewundert werden. Foto: JTB
Bei verschiedenen Wanderungen und Aufstiegen können die zahlreichen Felsengräber und Tempelfassaden, Totenhallen und Felsreliefs bewundert werden. Foto: JTB

Die Sehenswürdigkeiten der antiken Stadt besucht man am besten am frühen Morgen oder späten Nachmittag, wenn das Licht die Felsen in ein warmes Licht taucht.
Ein besonderes Erlebnis ist es auch, Petra bei Nacht zu besichtigen, wenn der Siq und das Schatzhaus von 1.800 Kerzen beleuchtet werden. Vor dem Schatzhaus versetzen Flötenklänge alter Beduinenweisen die Besucher in Zauber. Die Touren finden dreimal pro Woche um 20.30 Uhr statt (montags, mittwochs und donnerstags).

Noch weiter vertiefen können Interessierte ihre Eindrücke von Petra bei einem Besuch des archäologischen Museums und des Museums der Nabatäer in der Ortschaft Wadi Musa, die an die antike Stadt angrenzt. Hier finden Urlauber auch eine gute Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und natürlich zahlreiche Geschäfte, in denen einheimische Produkte verkauft werden. Fast einen eigenen Besuch wert sind die Hotels Taybet Zaman, das etwa neun Kilometer von Petra entfernt liegt, und Beit Zaman am Ortseingang von Wadi Musa. Beide waren ursprünglich traditionelle Dörfer, die stilvoll renoviert wurden. In der weitläufigen Anlage von Taybet Zaman findet sich ein kleines Museum, ein Souk und ein Dorfplatz, eine Bäckerei, ein Restaurant sowie eine Bar und ein Schwimmbad. Man fühlt sich gleich einige hundert Jahre zurück versetzt. Jordanienreisende, die ihre Kenntnisse der landestypischen Küche vertiefen möchten, sollten außerdem “The Petra Kitchen” besuchen. Hier werden unter fachkundiger Anleitung lokale Gerichte gekocht und danach gemeinsam verspeist.

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Foto: JTB

Eintrittspreise für Touristen
(Besucher, die eine Übernachtung in Jordanien vorweisen können)
1-Tagesticket 50 JD
2-Tagesticket 55 JD
3-Tagesticket 60 JD

Eintrittspreise für Tagesbesucher
(Besucher, die zum Beispiel aus Israel oder Ägypten für einen Tagesbesuch nach Jordanien kommen)
90 JD

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Foto: JTB
Petra ist auch für seine schönen Bodenmosaike bekannt. Foto: JTB
Foto: JTB
Foto: JTB

(Quelle: Jordan Tourism Board)

Titelfoto / Die antike Stadt Petra im Süden des Landes gehört zu den Nationalschätzen Jordaniens. Sie wird häufig als achtes Weltwunder bezeichnet, ist UNESCO-Weltkulturerbe und die bei weitem bekannteste Touristenattraktion des Landes. Im Hintergrund das sogenannte Kloster („ad-Deir“) aus dem ersten Jahrhundert, das man über mehr als 800 aus dem Fels gehauene Stufen erreicht. / Foto: Jordan Tourism Board

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