Transparenzhinweis: Wir wurden freundlicherweise vom Restaurant eingeladen. Unsere Berichterstattung ist davon unabhängig. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf Inhalt, Ausrichtung oder Tonalität unserer Artikel.
Ein Abend im Berliner Fernsehturm gehört zu den besonderen Erlebnissen der Hauptstadt – vor allem dann, wenn gutes Essen, spektakuläre Aussicht und ein Sonnenuntergang über der Metropole zusammenkommen.

Kürzlich hatten wir das Vergnügen, an einem Freitagabend das Dreh-Restaurant „Sphere by Tim Raue“ zu besuchen. Wenn sich die Stadt unter einem langsam in ein Lichtermeer verwandelt und dabei Gerichte serviert werden, die nach Kindheit und Berliner Tradition schmecken, dann ist das weit mehr als nur ein Abendessen – es ist eine Liebeserklärung an die Hauptstadt.

Der Logenplatz über der Spree
Pünktlich um 18 Uhr begann unsere Reise in die Wolken. Der Fernsehturm am Alexanderplatz ist zwar ein Klassiker, doch seit der kulinarischen Neuausrichtung durch den Berliner Sternekoch Tim Raue weht hier ein neuer, frischer lukullischer Wind.

Das Besondere an diesem Timing? Wir konnten hautnah miterleben, wie die Sonne langsam hinter der Silhouette der Stadt versank. Das warme, rötlich-goldene Licht, das durch die Panoramafenster flutete, verlieh dem minimalistisch-eleganten Interieur des Sphere eine fast magische Atmosphäre.
Während sich das Restaurant in 207 Metern Höhe sanft um die eigene Achse dreht, zieht ganz Berlin an einem vorbei: vom Roten Rathaus über die Museumsinsel bis hin zum fernen Grunewald.

Das Konzept des Restaurants
Das kulinarische Konzept des Restaurants wurde vom Berliner Spitzenkoch Tim Raue entwickelt, der für seine moderne Interpretation klassischer Gerichte bekannt ist. Im Fernsehturm setzt er auf eine Küche, die deutsche Traditionen aufgreift und sie mit einer zeitgemäßen Handschrift neu interpretiert.

Für Gäste ist der Ablauf klar strukturiert: Für das Menü im Drehrestaurant stehen rund 1 Stunde und 45 Minuten zur Verfügung. Diese Zeitspanne passt gut zum Rotationsrhythmus des Restaurants – während eines Essens bekommt man so unterschiedliche Perspektiven auf Berlin zu sehen.
Aperitif und Weinbegleitung
Der Abend begann mit einem Aperitif, der den Auftakt für das Menü bildete. Bereits hier zeigte sich, dass im Restaurant viel Wert auf eine passende Getränkebegleitung gelegt wird. Zu jedem Gang wurde eine speziell ausgewählte Weinbegleitung serviert, die auf die Aromen des jeweiligen Gerichts abgestimmt war.

„Meine Kleine Heimat“: Ein Menü mit Geschichte
Für unseren Besuch war das Menü „Meine Kleine Heimat“ vorgesehen. Tim Raue ist bekannt für seine Vorliebe für asiatische Aromen, doch in diesem Menü besinnt er sich auf seine Berliner Wurzeln und die kulinarische DNA der Stadt.
Der Auftakt: Garnelen-Cocktail KaDeWe
Den ersten Gang bildet der „Garnelen-Cocktail KaDeWe“, eine moderne Hommage an einen Klassiker der gehobenen Gastronomie. Der Name erinnert an das berühmte Berliner Kaufhaus des Westens, das für seine legendäre Feinschmeckeretage bekannt ist. Der Cocktail verbindet frische Garnelen mit einer fein abgestimmten Sauce und bringt damit eine elegante Version eines Gerichts auf den Tisch. O-Ton Raue: …das erste Gericht, das mein Leben verändert hat.

Das Herzstück: Königsberger Klopse nach Oma Gerda
Der Hauptgang war für uns das emotionale Highlight. Es wurden Tim Raues Königsberger Klopse vom Kalb serviert. Das Rezept stammt ursprünglich von seiner Großmutter Gerda. Damit bekommt das Gericht eine sehr persönliche Note und verbindet traditionelle Hausmannskost mit moderner Küchenkunst.
Es ist faszinierend zu sehen, wie ein Gericht, das oft als einfache Hausmannskost abgestempelt wird, auf diesem Niveau glänzen kann. Die Kapernsauce war von einer feinen Säure, die Klopse butterzart. Zum Besteck gibt es einen großen Löffel, damit auch ja nicht etwas von der Sauce oder dem Kartoffelpüree nicht genossen werden kann.

Die Geschichte der Königsberger Klopse im Fernsehturm ist eng mit der Berliner Gastronomiegeschichte verknüpft. Schon zu DDR-Zeiten waren sie ein beliebtes Gericht im Turm, doch in der Raue-Variante erreichen sie eine handwerkliche Perfektion, die ihresgleichen sucht.
Doch mediale Berühmtheit erlangten Raues Königsberger Klopse als sie zum Staatsbankett im Schloss Charlottenburg für den Besuch des damaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama serviert wurden. Auf Wunsch der damaligen Kanzlerin Frau Dr. Merkel wurden die Klopse als Hauptgang serviert. Die Obamas ließen sich zweimal Nachschlag geben.

Der süße Abschluss: Bienenstich Dessert
Den krönenden Abschluss bildet ein Dessert, das ebenfalls ein Stück deutscher Kuchenkultur aufgreift: der Bienenstich. In dieser Version wurde der bekannte Kuchen als Dessert neu interpretiert und leicht, cremig und aromatisch umgesetzt. Damit bildet er einen süßen und eleganten Abschluss des Menüs.
Obwohl das Restaurant an einem Freitagabend ziemlich gut besetzt war und das Personal sichtlich viel zu tun hatte, war die Bedienung stets professionell und ausgesprochen freundlich.

Fazit: Das „Sphere by Tim Raue“ schafft den Spagat zwischen touristischem Highlight und kulinarischem Anspruch. Wer Berlin nicht nur sehen, sondern auch schmecken möchte, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.
Weltreisender-Tipp: Reserviere unbedingt einen Tisch zur Zeit des Sonnenuntergangs. Das Sphere by Tim Raue ist ein schöner Ort, um den Tag ausklingen zu lassen.
Ingo Paszkowsky
Anschrift
TV-Turm Alexanderplatz
Panoramastraße 1A
10178 Berlin
Das Drehrestaurant Sphere Tim Raue hat täglich von 9 Uhr bis 23 Uhr geöffnet. Ab 9 Uhr gibt es Frühstück.

Tipps für deinen Besuch
- Rechtzeitig buchen: Reservierungen für das Restaurant sind bis zu 90 Tage im Voraus möglich. Ein Platz am Fenster ist aber nicht unbedingt garantiert. Es sei denn, ihr seid acht Personen und belegt einen Tisch komplett. Dann könnt ihr zwischendurch die Plätze wechseln.😊Die Nummer des reservierten Tischs wird erst oben am Eingang zum Turm-Restaurant vergeben. Auch wenn du keinen Anspruch auf einen Fensterplatz hast, die Sicht über die Stadt ist auf allen Plätzen gut.
- Der „Fast Track“ Vorteil: Mit einer Restaurant-Buchung genießt du automatisch den Schnelleinlass. Du musst dich also nicht in die oft langen Schlangen am Eingang für die reine Aussichtsplattform einreihen. Bevor du einen der beiden Fahrstühle betrittst, musst du noch durch eine Sicherheitskontrolle wie an einem Flughafen.
- Kleidung: Ein „Smart Casual“ Dresscode ist angemessen. Man muss nicht im Abendkleid erscheinen, aber ein gepflegtes Auftreten passt perfekt zum gehobenen Ambiente des Raue-Restaurants.
- Aussichtsplattform: Mit deiner Karte zum Restaurant kannst du auch die darunterliegende (feststehende) Aussichtsplattform besuchen.
Titelfoto / Weingläser mit Berlin-Panorama bei Sonnenuntergang / Foto: Stefanie Gendera












