Unsere Reise führt von Berlin in die slowakische Region Trnava. Zwischen Kurinsel, Schlammbad, Klöppelspitze und einer ungewöhnlichen Brennerei begegnen wir Heiltradition und Handwerk.
Inhaltsverzeichnis:

Ich bin schon lange nicht mehr mit einem Propellerflugzeug geflogen. Mitte Oktober war es wieder so weit: Vom Flughafen Berlin-Brandenburg ging es mit einer DHC-8 der italienischen Fluggesellschaft SkyAlps auf einem Charterflug nach Piešťany in der Slowakei. Knapp anderthalb Stunden später setzte die Maschine auf dem kleinen Regionalflughafen auf. Piešťany gehört nicht gerade zu den Flughäfen mit dichtem Linienverkehr. Regelmäßige Passagierverbindungen sind hier selten.

Zwischen dem 26. September und dem 31. Oktober 2026 verband ein saisonaler Charterflug den BER jeweils samstags mit dem Kurort. Die Verbindung war vor allem für Gäste gedacht, die in der westslowakischen Region Trnava Erholung und medizinisch betreute Kuren suchen. Für uns wurde die Reise zum Streifzug durch eine Region, in der heißes Wasser, jahrhundertealte Traditionen und erstaunlich moderne Ideen zusammenkommen.

Die Region Trnava: mehr als ein Kurziel

Die Region Trnava liegt im Westen der Slowakei, nicht weit von Bratislava, Österreich und der tschechischen Grenze. Namensgeber ist die Stadt Trnava, die wegen ihrer zahlreichen Kirchen auch „Kleines Rom“ genannt wird. Die Region vereint sehr unterschiedliche Landschaften: die Hänge der Kleinen Karpaten, Flussauen und Weinberge. Hinzu kommen historische Städte und traditionsreiche Thermalbäder.

Wasser, Wein und Honig sind drei wiederkehrende Themen. Rund um Piešťany dominiert die Kurtradition; bei Trnava und an den Ausläufern der Kleinen Karpaten prägen Weinbau und historische Städte das Bild. Smolenice wartet mit einer weithin sichtbaren Burg auf, und in kleinen Gemeinden wird altes Handwerk gepflegt. Über die Stadt Trnava und über Smolenice berichten wir in gesonderten Beiträgen.

Piešťany und die grüne Kurinsel

Piešťany hat rund 26.000 Einwohner und liegt an der Waag, slowakisch Váh. International bekannt wurde der Ort durch die heißen Mineralquellen und einen besonderen, schwefelhaltigen Schlamm. Das Zentrum des Kurbetriebs liegt auf einer weitläufigen, begrünten Insel, die zwischen dem Hauptarm und einem Seitenarm des Flusses entstanden ist. Spazierwege, Parkanlagen und die Architektur verschiedener Epochen verleihen dem Gelände eine beinahe eigene Atmosphäre.

Auf der Kurinsel befinden sich mehrere Hotels der Ensana-Gruppe und zugehörige Behandlungszentren. Eine besondere Adresse ist das historische Thermia Palace, dessen Geschichte eng mit der Unternehmerfamilie Winter verbunden ist. Das repräsentative Fünf-Sterne-Hotel wurde 1912 zusammen mit dem Kurhaus Irma eröffnet. Einen deutlichen Kontrast bilden die jüngeren Anlagen um das Balnea Health Spa, dessen Größe bei der Führung mit etwa 7.000 Quadratmetern angegeben wurde.

Wie das „schwarze Gold“ von Piešťany entsteht
Das Thermalwasser gelangt mit etwa 67 bis 69 Grad Celsius an die Oberfläche. Es enthält gelöste Mineralstoffe und Schwefelverbindungen, die dem Kurort seinen charakteristischen Geruch geben. Die heißen Quellen werden natürlich nicht unverändert als Badewasser genutzt, sondern für die jeweiligen Anwendungen auf passende Temperaturen gebracht.

Mindestens ebenso bekannt ist der dunkle Heilschlamm. Das Flusssystem transportiert feine Sedimente aus seinem Einzugsgebiet. Im Bereich des Kurorts treffen diese Ablagerungen auf schwefelhaltiges Thermalwasser; unter diesem Einfluss und durch biologische Prozesse entsteht der besondere Peloid-Schlamm. Nach der Entnahme „reift“ er mindestens ein Jahr in Thermalwasser, bevor er für Behandlungen verwendet wird.
Lucia Nogová, Vertriebsleiterin von Ensana Piešťany, nennt bei unserer Führung den Schlamm das „schwarze Gold“ von Piešťany. Seine besondere Eigenschaft ist die Fähigkeit, Wärme lange zu speichern und gleichmäßig abzugeben. Gerade deshalb spielen Schlammbäder und -packungen bei den klassischen Kurprogrammen eine wichtige Rolle.

Überhaupt ist die Vokabel Gold bei meinem Besuch viel zu hören. Als flüssiges Gold gilt das Wasser der Thermalquellen. Aber auch der ausgezeichnete Honig wird als flüssiges Gold bezeichnet. Letzterer wird nicht nur verzehrt, sondern dient auch als Grundlage für den legendären Honigwein Met. Sogar Bier lässt sich mit Honig brauen. Und dann eben der Heilschlamm, als sogenanntes schwarzes Gold.
Ensana-Managerin Lucia Nogová verspricht für den Abschluss unserer Besichtigung der Kureinrichtungen schwarzes Gold auf dem Teller. Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Schlamm nicht nur äußerlich angewendet, sondern sogar gegessen werden soll. Ich frage eine Kollegin, was sie davon hält. „Ja, das ist bestimmt gesund“, antwortet sie.
Auch das Thermalwasser habe ich probiert. An den Trinkbrunnen wird es Kurgästen und Besuchern angeboten. Der ausgeprägte schwefelige Geschmack ist gewöhnungsbedürftig. Dass Mineralwasser als Trinkkur eingesetzt wird, bedeutet nicht, dass beliebige Mengen für jeden empfehlenswert wären; die passende Dosierung sollte bei gesundheitlichen Beschwerden medizinisch abgestimmt werden.

Nachdem ich einige tiefe Schlucke von dem Mineralwasser der Heilquelle genossen hatte und es mir rund eine halbe Stunde schwer im Magen lag, entschloss ich mich, beim Essen des schwarzen Goldes auszusetzen.
Zehn Minuten im heißen Wasser – und zehn Minuten im warmen Schlamm
Bei unserem Besuch konnte ich kurz den Heilbetrieb erleben und eine Kombination zweier Anwendungen selbst kennenlernen. Zunächst saß ich zehn Minuten in einem Becken mit fast 40 Grad warmem Thermalwasser. Nach einer Pause von ebenfalls zehn Minuten auf einer Liege folgte das Schlammbad, wieder für zehn Minuten. Dabei konnte ich die gewünschten Körperstellen selbst mit dem schwarzgrauen Schlamm bedecken.

Der Kontakt mit dem warmen, dunklen Schlamm war eine interessante Erfahrung. Anders als Wasser bleibt das Material am Körper und gibt die gespeicherte Wärme über längere Zeit ab. Die begrenzte Anwendungsdauer und die Pause dazwischen haben ihren Grund: Intensive Wärmebehandlungen belasten den Kreislauf und gehören bei einer medizinischen Kur in fachkundige Hände.
Und was wurde nun aus dem angekündigten schwarzen Gold auf dem Teller? Die Auflösung war ebenso einfach wie schmackhaft: Es gab dunklen Kuchen, der hervorragend schmeckte.
Welche Heilmaßnahmen werden angeboten?

Piešťany ist vor allem auf Erkrankungen des Bewegungsapparats und rehabilitative Behandlungen spezialisiert. Dazu gehören nach Angaben des Kurbetriebs unter anderem Beschwerden an Gelenken und Wirbelsäule, manche rheumatische Erkrankungen sowie Anwendungen nach Verletzungen oder Operationen. Die konkreten Therapiepläne werden individuell festgelegt.
Zum klassischen Angebot zählen Thermalbäder und Schlammbäder, örtliche Schlammpackungen, Teil- und Ganzkörpermassagen, Unterwasseranwendungen, Bewegungsübungen im Wasser, Physiotherapie, Ergotherapie und verschiedene Formen der Elektrotherapie. Auch Paraffinpackungen, Traktionsbehandlungen und ausgewählte Rehabilitationsprogramme werden beschrieben. Welche Maßnahme geeignet ist, hängt von Diagnose, Alter, Belastbarkeit und möglichen Gegenanzeigen ab.

Das Angebot richtet sich nicht ausschließlich an Menschen mit einer medizinischen Indikation. Die Hotels verkaufen ebenso Wellnessaufenthalte und kürzere Auszeiten; hinzu kommen Programme, die Bewegung, Ernährung und Anwendungen kombinieren. Während der Führung wurde auch ein besonderes Parkinson-Programm vorgestellt. Nach Aussage von Ensana-Managerin Lucia Nogová soll es besonders in frühen Stadien helfen, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Der Pfau und die gebrochenen Krücken
Gibt es eine schöne Geschichte – eine Legende – über die Gründung der Heilstätten? Ja. Und sie lautet so: Ein Pfau soll mit einem verletzten Bein in eine schlammige, von warmem Wasser durchströmte Stelle geraten sein. Nachdem er von seinem Missgeschick befreit wurde, habe er sich erstaunlich schnell von seiner Verletzung erholt. Die Idee vom Heilbad war geboren. Die Geschichte verbreitete sich, Menschen entdeckten die schlammigen Quellen für sich – so erzählt man es jedenfalls im Kurort.

Die Familie Winter griff das Pfauenmotiv für das 1912 eröffnete Thermia Palace auf. Es begegnet Gästen an mehreren Stellen des traditionsreichen Hauses und steht zugleich für Eleganz und eine Epoche, in der der Kurort auch wohlhabende und prominente Besucher anzog.
Ein zweites Wahrzeichen ist deutlich handfester: Vor der Kolonnadenbrücke steht die Bronzeskulptur eines Mannes, der seine Krücken zerbricht. Der „Krückenbrecher“ (Barlolámač) verkörpert den Wunsch, den Kurort ohne Gehhilfe verlassen zu können. Die 1933 aufgestellte Figur stammt vom Bildhauer Robert Kühmayer.
Wenn die Heilquellen kirchlichen Segen erhalten
Eine besondere Tradition in Piešťany ist die feierliche Segnung der Thermalquellen zu Beginn der jährlichen Kursaison. Ihre Wurzeln reichen bis in die Zwischenkriegszeit zurück und sind eng mit der Familie Winter verbunden, die den Kurort maßgeblich entwickelte. Bereits in den 1930er-Jahren kam mit dem Pariser Erzbischof Kardinal Jean Verdier ein päpstlicher Gesandter nach Piešťany, um die Heilquellen zu segnen. Seit 2023 veranstalten die Heilbäder wieder eine eigene Zeremonie zur Segnung der Quellen. Seitdem findet die Zeremonie jährlich am Brunnen Adam Trajan auf der Kurinsel statt. Auch der Vatikan ist dabei immer wieder vertreten: Der apostolische Nuntius in der Slowakei, Erzbischof Nicola Girasoli, nahm 2023, 2025 und zuletzt am 30. April 2026 an der Feier teil. Gemeinsam mit kirchlichen Würdenträgern wird dabei für das natürliche Geschenk des Thermalwassers gedankt. Die Zeremonie verbindet die lange Kurgeschichte von Piešťany mit einer religiösen Tradition, die bis heute gepflegt wird.
Mehr über die Ensana-Hotels in Piešťany
Gerichte aus regionalen Zutaten, eigene Bienen und eine Rooftop-Bar

Während unseres Aufenthalts wohnten wir nicht in einem der traditionsreichen Ensana-Häuser auf der Kurinsel, sondern im Vier-Sterne-Hotel Park in Piešťany. Das Haus liegt mitten im Grünen, unmittelbar am Stadtpark und unweit der Waag. Bis zum Eingang der Kurinsel sind es etwa 500 Meter, auch die historische Innenstadt lässt sich in wenigen Minuten zu Fuß erreichen.

Das Hotel verfügt über 100 Zimmer, einen Wellnessbereich mit Hallenbad, Saunen und verschiedenen Anwendungen. Wer nach einem erlebnisreichen Tag noch einen schönen Ausblick genießen möchte, findet im sechsten Stock eine Skybar mit Panoramaterrasse und Blick über den Park und die Umgebung von Piešťany.
Hervorragende Gastronomie
Besonders angenehm in Erinnerung geblieben ist uns auch die Gastronomie. Schon das Frühstücksbuffet überraschte mit seiner reichhaltigen Auswahl und bot einen guten Start in unsere dicht gefüllten Besichtigungstage. Auch das Mittagessen überzeugte uns geschmacklich.
In der Hotelküche treffen traditionelle slowakische Gerichte auf internationale Einflüsse. Dabei spielen frische Zutaten und Erzeugnisse aus der Region eine wichtige Rolle. Dass dies nicht nur ein wohlklingendes Versprechen für die Hotelwerbung ist, erfuhren wir bei einer Vorstellung des Hauses.

Hoteldirektorin Lenka Žilavá berichtete beispielsweise, dass die Frühstückseier von einem regionalen Freilandbetrieb stammen. Regionale Qualität hat allerdings auch ihren Preis. Die Zusammenarbeit mit örtlichen Erzeugern sei nicht immer die günstigste Lösung, erklärte sie. Dennoch halte man an diesem Konzept fest.
Bienen auf dem Dach
Auf dem Hoteldach werden eigene Bienenvölker gehalten. Sie liefern Honig für das Haus. Nach Angaben der Hotelleitung werden bei einer Honigernte üblicherweise rund 60 Liter gewonnen. Die Qualität hängt dabei wesentlich von den Pflanzen und Blüten in der Umgebung ab. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich regionale Produkte und Hotelgastronomie miteinander verbinden lassen. Zugleich passt die kleine Imkerei hervorragend zur Region Trnava, in der Honig und daraus hergestellte Spezialitäten eine lange Tradition haben.

Klöppelspitze, die fast wie Stickerei aussieht

Nur wenige Kilometer von Piešťany entfernt liegt das Dorf Krakovany. Im privaten ethnografischen Museum „Za Krakovskú bránu“ – nach Angaben der Gastgeber das erste private ethnografische Museum der Slowakei – wird anschaulich gezeigt, wie Menschen in der Umgebung früher lebten und arbeiteten. Das Haus vereint historische Alltagsgegenstände, Möbel, Trachten und Textilien. Besonders eindrucksvoll ist die Sammlung von lokaler Klöppelspitze, deren Muster auf den ersten Blick mit Stickerei verwechselt werden könnten.

Die sogenannte Krakovany-Spitze wird mit einer ungewöhnlichen Technik gefertigt. Ihre Besonderheit liegt in den charakteristischen Musterelementen, den sogenannten „Babkas“. Dabei entstehen dichte, mehrfarbige Flächen mit geometrischen Motiven. Das Ergebnis erinnert eher an eine Stickerei oder ein Gewebe als an klassische Klöppelspitze.
Die Technik war in Krakovany und benachbarten Dörfern verbreitet und ist eng mit der regionalen Fest- und Hochzeitstracht verbunden. Seit 2022 steht die Tradition im slowakischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.

Bei unserem Besuch erläuterten Daniela Piscová und Sohn Matej Pisca die Bedeutung der Trachten und schilderten die Arbeit hinter der Sammlung. Anhand der Kleidung lassen sich Herkunft und gesellschaftliche Anlässe ablesen.
Unter der Haube
Unterschiede im Kopfschmuck zeigten beispielsweise an, ob eine Frau noch unverheiratet oder bereits verheiratet war. Die Braut trug eine traditionelle festliche Kopfbedeckung, verheiratete Frauen später eine Haube. Daher stammt übrigens die bis heute gebräuchliche Redewendung „unter die Haube kommen“. Die Haube war in vielen europäischen Regionen über Jahrhunderte ein sichtbares Zeichen des Ehestands.

Ein besonders schönes Beispiel findet sich sogar in Berlin: Das Museum Europäischer Kulturen besitzt eine Hochzeitshaube aus Piešťany vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie besteht aus feinem Leinen und Seide und ist kunstvoll mit Platt- und Lochstickerei verziert.

Daniela Piscová kann nach ihren Angaben die zahlreichen regionalen Grundformen bereits auf den ersten Blick unterscheiden; bei den feinen Unterschieden zwischen benachbarten Dörfern wird es schwieriger.

Die traditionellen Festtagstrachten waren nicht nur kunstvoll gearbeitet, sondern auch ausgesprochen aufwendig zu tragen. Wie wir bei der Führung erfuhren, konnten vier oder fünf schwere Röcke übereinander getragen werden. Das beträchtliche Gewicht und die vielen Stofflagen machten die Kleidung alles andere als bequem. Unsere Gastgeberin schilderte anschaulich, wie beschwerlich es war, über längere Zeit in einer solchen Tracht Modell zu sitzen. Man habe darin kaum Luft bekommen, erzählte sie lachend.
Was heute wie ein kunsthandwerklicher Luxus aussieht, war früher Teil der sozialen Sprache eines Dorfes. Muster, Farben und Formen verrieten, wo jemand herkam. Dass diese Kenntnisse nicht verloren gehen, ist auch dem Engagement örtlicher Sammlerinnen und dem Klöppelverein zu verdanken.

Eine Brennerei, ein Flugbenzintank und mehr als 8.000 Jahre altes Holz
Einen überraschenden Ortswechsel bietet die Brennerei Pescan in Piešťany. Aus einem ehemaligen Flugbenzintank entstand ein Ausstellungs- und Gastronomiebereich, zu dem eine Destillerie gehört. Im Mittelpunkt stehen 14 geschnitzte Figuren aus uraltem Eichenholz. Nach Angaben der Betreiber wurde das Eichenholz – laut Radiokarbondatierungen mehr als 8.000 Jahre alt – bei Bauarbeiten rund fünf Meter tief im Boden gefunden. Für die Einrichtung der Galerie wurde ebenfalls Holz aus dem außergewöhnlichen Fund verwendet.

Die Holzfiguren stellen antike Gottheiten dar. Der Künstler Martin Barnáš schuf die Skulpturen. Sehr eindrucksvoll ist die ungewöhnliche Verbindung aus archäologisch wirkendem Material, Kunst und einem Ort der Verkostung.

Kaltdestillation: Obstbrand aus der Hightech-Anlage
Nicht nur die jahrtausendealten Holzskulpturen machen einen Besuch der Brennerei Pescan interessant. Auch bei der Herstellung ihrer Spirituosen geht das Unternehmen ungewöhnliche Wege. Statt ausschließlich auf die klassische Destillation mit hohen Temperaturen zu setzen, nutzt die Brennerei ein Verfahren, das als Kaltdestillation bezeichnet wird. So richtig kalt ist es aber nicht: Die Destillation beginnt bereits bei etwa 40 Grad Celsius. Möglich macht dies eine Vakuumanlage, in der der Luftdruck abgesenkt und damit der Siedepunkt der Flüssigkeit reduziert wird.

Auf diese Weise lassen sich empfindliche Fruchtaromen schonender gewinnen, die bei höheren Temperaturen verändert werden oder verloren gehen könnten. Bei der Herstellung klassischer Obstbrände ist dieses Verfahren noch vergleichsweise selten.
Beeindruckend sind auch die Dimensionen der weitgehend automatisierten Produktion. Eine aus dem österreichischen Steyr stammende Verarbeitungsanlage kann nach Angaben der Brennerei innerhalb von nur drei Stunden bis zu 16 Tonnen Obst waschen, entstielen, entsteinen und zerkleinern. Das entspricht einer kompletten Lkw-Ladung. Anschließend folgen die weiteren Produktionsschritte bis zum fertigen Destillat.

Drei Mitarbeiter reichen für die Bedienung der weitgehend automatisierten Anlage aus. Hier treffen industrielle Verarbeitung auf den Anspruch, hochwertige Spirituosen mit möglichst unverfälschtem Fruchtaroma herzustellen.
Ingo Paszkowsky
Titelbild / Ein Springbrunnen, gepflegte Hecken und historische Gebäude prägen den Park auf der Kurinsel. Foto: Ingo Paszkowsky
Transparenz-Mitteilung
Die Recherchereise für diesen Beitrag wurde teilweise durch touristische Partner unterstützt, beispielsweise durch Veranstalter, Hotels, Fluggesellschaften, PR-Agenturen oder Tourismusbehörden.
Unsere Berichterstattung ist davon unabhängig. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf Inhalt, Ausrichtung oder Tonalität unserer Artikel.
Auch interessant
-

Flüge nach Kroatien: Airlines, Flugzeugtypen und Kabinenkomfort im Vergleich
Weiterlesen: Flüge nach Kroatien: Airlines, Flugzeugtypen und Kabinenkomfort im VergleichWelche Airlines fliegen an Kroatiens Adriaküste? Flugzeugtypen, Sitzkomfort, Bordservice und Tipps für die Weiterreise zur Marina im Vergleich.
-

Inselhopping im Mittelmeer: Kroatien und Griechenland auf eigene Faust
Weiterlesen: Inselhopping im Mittelmeer: Kroatien und Griechenland auf eigene FaustInselhopping in Kroatien und Griechenland auf eigene Faust: Ein Einblick in die schönsten Reviere, maritime Logistik und notwendige Lizenzen.
-

In Ungarn außergewöhnlich übernachten
Weiterlesen: In Ungarn außergewöhnlich übernachtenUngarn bietet außergewöhnliche Schlafplätze. Ob unter Baumkronen, in einer Jurte oder in einem nur per Boot erreichbaren Refugium
-

DER Reisebüro mit ConceptStore – die Urlaubsbuchung mit allen Sinnen erleben
Weiterlesen: DER Reisebüro mit ConceptStore – die Urlaubsbuchung mit allen Sinnen erlebenIn dem Büro, in dem reale Reisen angeboten werden, testet DER Touristik in bester Lage in der Berliner Friedrichstraße technische Innovationen im Vertrieb.
-

Großwildjagd hat Hochkonjunktur – Elfenbein und Felle beliebter denn je
Weiterlesen: Großwildjagd hat Hochkonjunktur – Elfenbein und Felle beliebter denn jeBraunbär in Kroatien oder Nilpferd in Malawi? Leopard in Namibia oder gar ein Elefant in Botswana? Ein lukrativen Geschäft für spezialisierte Agenturen




