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Museum Barberini: Potsdams neues Kunstmuseum

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Potsdams neues Kunstmuseum eröffnete am 23. Januar 2017 unter großem öffentlichen Interesse am Alten Markt, dem historischen Zentrum der Stadt.

Das Museum Barberini zeigt unter der Leitung der Direktorin Dr. Ortrud Westheider Ausstellungen in internationalen Kooperationen, die einzelne Themen, Künstler oder Epochen vorstellen.

Ausgangspunkt für Präsentationen von den Alten Meistern bis ins 21. Jahrhundert ist die Sammlung des SAP-Mitbegründers Prof. Dr. h.c. mult. Hasso Plattner. In den vergangenen 20 Jahren baute der Stifter eine Sammlung aus Kunst aus der DDR und Malerei nach 1989 sowie Meisterwerken der Kunstgeschichte auf.

Prof. Hasso Plattner und Dr. Ortrud Westheider vor Claude Monets Seerosen, 1914–1917, im Museum Barberini während der Eröffnung. Foto: Museum Barberini

Impressionistische Werke von Claude Monet und Pierre-Auguste Renoir sind darin ebenso vertreten wie Klassiker der Moderne und amerikanische Abstrakte, u. a. Gemälde von Max Liebermann, Edward Munch, Joan Mitchel und Gerhard Richter. Die Eröffnungsausstellungen zum Impressionismus und zur Klassischen Moderne mit 170 Werken besuchten mehr als 320.000 Besucher. Bei einer Laufzeit von 112 Tagen wurden rund 1.480 Führungen und Workshops angeboten, davon 220 für Schulklassen- und Kindergartengruppen sowie 190 Öffentliche Führungen.

Darüber hinaus wurden fast 30.300 Jahreskarten verkauft. Die Museums-App wurde 37.800 Mal heruntergeladen und die Social Media Portale lassen sich hinsichtlich ihrer Followerzahlen bereits mit denen renommierter Museen messen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Das Erlebnis des Originals wird durch Barberini Digital unterstützt, wozu u.a. die Smart Wall im Museum oder die Barberini-App zählen. Foto: Ingo Paszkowsky

Barberini Digital

Das Museum Barberini setzt auf Ausstellungen in konzentrierten Erzählungen und lebendige Kunstvermittlung. Unterstützt wird das Erlebnis des Originals durch Barberini Digital, wozu u.a. die Smart Wall im Museum oder die Barberini App zählen. Diese begleitet das Kunsterlebnis vor dem Besuch, im Museum und im Anschluss. Die App wurde mit dem internationalen Muse Creative Award ausgezeichnet. Sie wird mit einer Archivfunktion versehen und fortlaufend erweitert.

Hasso Plattner und Angela Merkel vor Edvard Munchs „Mädchen auf der Brücke“ im Museum Barberini während der Eröffnungsveranstaltung. Photo: Franziska Krug

Stiftermuseum

Die Gründung des Museums Barberini ist eine Initiative des SAP-Mitbegründers und Mäzens Prof. Dr. h.c. mult. Hasso Plattner. Die Hasso Plattner Stiftung rekonstruierte das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Palais Barberini als Museumsneubau in Potsdams historischem Zentrum, sie ist Träger der gemeinnützigen Museum Barberini GmbH und sorgt für den Unterhalt sowie den Sonderausstellungsbetrieb.

Zwei Größen der digitalen Welt im Gespräch: Bill Gates, Ex-Chef von Microsoft, und Bill McDermott, Vorstandschef von SAP, bei der Eröffnung des Museums Barberini. Photo: Franziska Krug

Palais Barberini

Das historische Palais Barberini geht auf Friedrich den Großen zurück, der es 1771/72 als bürgerliches Wohnhaus am Havelufer in direkter Nachbarschaft zum Stadtschloss erbauen ließ. Mit der Nikolaikirche und dem Alten Rathaus bildete dieses Ensemble lange Zeit das Zentrum der Stadt. Als Vorbild für das Palais diente dem Architekten Carl von Gontard der barocke Palazzo Barberini in Rom.

Das bei einem Luftangriff im April 1945 zerstörte Gebäude wurde seit 2013 nach historischem Vorbild neu errichtet. Der Museumsneubau, der traditionelles Handwerk und modernste Technik verbindet, bietet 17 Ausstellungssäle mit 2200 Quadratmetern Ausstellungsfläche, darüber hinaus einen Shop, ein Café und Restaurant mit Außenplätzen sowie ein Auditorium für Lesungen, Konzerte und Vorträge.

Das historische Palais Barberini geht auf Friedrich den Großen zurück, der es 1771/72 als bürgerliches Wohnhaus am Havelufer in direkter Nachbarschaft zum Stadtschloss erbauen ließ. Foto: Ingo Paszkowsky

Derzeit läuft die Ausstellung Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne.

Ab 28. Oktober 2017 bis 4. Februar 2018 ist dann

Hinter der Maske. Künstler in der DDR

zu sehen.

Der bildenden Kunst war in der DDR eine staatstragende Funktion zugeschrieben, aber Eigensinn und Selbstverständnis der Künstler gingen weit darüber hinaus. Im Herbst dieses Jahres widmet sich das Museum Barberini der Künstlerpersönlichkeit in der DDR und ihrer Selbstinszenierung. Ausgehend vom eigenen Bestand versammelt die Ausstellung Hinter der Maske. Künstler in der DDR über 90 Werke aus den Bereichen Malerei, Photographie, Graphik, Collage und Skulptur aus vielen Museen und Privatsammlungen.

Zahlreiche Ausstellungen haben sich seit 1989 mit der Kunst in der DDR beschäftigt. Dabei standen häufig politische Aspekte im Vordergrund – von der Problematik der staatlichen Auftragskunst (Berlin 1995) über den Diktaturenvergleich (Weimar 1999) bis zum oppositionellen Potential (Berlin 2016). Wie aber reflektierten die Künstler im kritischen Blick nach innen ihr Selbstverständnis und ihr Verhältnis zur vorgeschriebenen erzieherischen Aufgabe? Die Ausstellung widmet sich den Spielarten künstlerischer Selbstinszenierung in der DDR zwischen Rollenbild und Rückzug, verordnetem Kollektivismus und schöpferischer Individualität.

Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Sicht des Künstlers auf sich selbst und seinen Stand – eine Perspektive, die etwa in Selbst- und Gruppenbildnissen oder Rollenbildern zum Ausdruck kommt. Diese in der abendländischen Kunst seit der Renaissance traditionellen Bildgattungen wurden in der Malerei der DDR ebenso fortgeführt wie das Genre der Atelierbilder. Neben diesen überlieferten Motiven und Themen zeigt die Ausstellung etwa auch die Hinwendung zur Abstraktion als künstlerische Absage an einen Gesellschaftsbezug oder den Einsatz des eigenen Körpers, wie er in performativen Ansätzen der späten 1980er Jahre zum Tragen kam.

Die Skulptur Der Jahrhundertschritt von Wolfgang Mattheuer. Foto: Ingo Paszkowsky

Die Ausstellung versammelt Werke von mehr als 50 Künstlerinnen und Künstlern, darunter Karl-Heinz Adler, Gerhard Altenbourg, Jürgen Böttcher (Strawalde), Hartwig Ebersbach, Lutz Friedel, Hermann Glöckner, Hans-Hendrik Grimmling, Ulrich Hachulla, Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Harald Metzkes, Michael Morgner, A. R. Penck, Stefan Plenkers, Evelyn Richter, Arno Rink, Theodor Rosenhauer, Willi Sitte, Werner Tübke, Max Uhlig, Elisabeth Voigt, Dieter Weidenbach und die Künstlergruppe Clara Mosch.

Mit dieser Ausstellung beginnt das Museum Barberini die Erforschung der eigenen Sammlung zur Kunst in der DDR. Ergänzt wird die Ausstellung um Werke anderer Sammlungen.

Zu den Leihgebern zählen u.a. Lindenau Museum, Altenburg; Nationalgalerie Berlin; Kunst- museum Dieselkraftwerk Cottbus; Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Museum Junge Kunst, Frankfurt/Oder; Kunstmuseum Moritzburg, Halle; Museum der Bildenden Künste, Leipzig; Tübke Stiftung Leipzig sowie Galerien, Künstler und Privatsammler.

Zur Vorbereitung der Ausstellung fand am 24. April 2017 ein Symposium im Museum Barberini statt. Referenten waren Valerie Hortolani, Berlin; Hannah Klemm, St. Louis Art Museum; Petra Lange-Berndt, Universität Hamburg; Michael Philipp, Museum Barberini, Potsdam; Carolin Quermann, Städtische Galerie Dresden; Martin Schieder, Universität Leipzig. Die Vorträge erscheinen als Aufsätze im umfangreichen Katalog zur Ausstellung, der auch jedes ausgestellte Werk farbig abbildet.

Das historische Palais Barberini geht auf Friedrich den Großen zurück, der es 1771/72 als bürgerliches Wohnhaus am Havelufer in direkter Nachbarschaft zum Stadtschloss erbauen ließ. Foto: Ingo Paszkowsky

Titelfoto / Das Museum Barberini zeigt unter der Leitung der Direktorin Dr. Ortrud Westheider Ausstellungen in internationalen Kooperationen, die einzelne Themen, Künstler oder Epochen vorstellen. / Foto: Ingo Paszkowsky

Weiterführende Links

Das Museum Barberini holt Klassiker der amerikanischen Moderne nach Potsdam

Zur Webseite des Museums:

https://www.museum-barberini.com/

Zur Museums-App für iPhones:

https://itunes.apple.com/de/app/museum-barberini/id1150432552?mt=8&ign-mpt=uo%3D2

Zur Museums-App für Android-Geräte:

https://play.google.com/store/apps/details?id=com.barberini.museum.barberinidigital


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