Aer Lingus, Air Europa und Vueling schneiden am schlechtesten ab + Austrian Airlines erzielt die beste Gesamtbewertung im diesjährigen Flightright-Index + Kundenzufriedenheit bleibt bei vielen Airlines eine Schwachstelle
Flightright, Verbraucherportal für Fluggastrechte, hat einen neuen Flightright-Index veröffentlicht. Der Index bewertet 20 europäische Airlines hinsichtlich Zuverlässigkeit, Zahlungsverhalten und Kundenzufriedenheit. Aer Lingus, Air Europa und Vueling schneiden danach in der Gesamtbewertung schlecht ab. Austrian Airlines, Eurowings und Air Baltic landen hingegen auf den vorderen Plätzen. Lufthansa schafft es trotz schlechter Zuverlässigkeit noch ins Mittelfeld.
Aer Lingus, Air Europa und Vueling auf den letzten Plätzen
In der Gesamtwertung bilden Aer Lingus, Air Europa und Vueling das Schlusslicht. Aer Lingus erreicht mit 1,79 Sternen die schwächste Gesamtbewertung im diesjährigen Index. Dahinter folgen Air Europa mit 1,93 Sternen und Vueling mit 2,06 Sternen. Besonders problematisch sei bei allen drei Airlines das Zahlungsverhalten: Aer Lingus, Air Europa und Vueling erhalten in dieser Kategorie jeweils nur 1 Stern.
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Austrian Airlines führt das Ranking an
Den ersten Platz im Flightright-Index 2026 belegt Austrian Airlines mit 3,04 Sternen. Die Airline überzeuge vor allem durch eine gute Zuverlässigkeit mit 3,5 Sternen und eine vergleichsweise hohe Kundenzufriedenheit von 3,12 Sternen. Auf Platz zwei folgt Eurowings mit 2,81 Sternen. Austrian Airlines und Eurowings gehören zur Lufthansa Group.
Air Baltic landet mit 2,76 Sternen auf dem dritten Platz und punktet insbesondere bei der Zuverlässigkeit mit 3,5 Sternen.
Auch wenn Austrian Airlines den Spitzenplatz erreicht, zeige der Flightright-Index: Die Gesamtbewertungen bleiben branchenweit ausbaufähig. Keine der untersuchten Airlines erreicht in der Gesamtwertung mehr als 3,04 von 5 möglichen Sternen.
Zuverlässigkeit: Mehrere Airlines mit guten Werten – Lufthansa, KLM und Air France schwach
In der Kategorie Zuverlässigkeit wurden Verspätungs- und Stornierungszahlen bewertet. Die besten Werte erzielen Austrian Airlines, Air Baltic, Norwegian Air Shuttle und Vueling mit jeweils 3,5 Sternen. Auch Air Europa, Ryanair, Wizz Air, Iberia und Eurowings schneiden mit 3 Sternen solide ab.
Deutlich schwächer fallen die Werte bei KLM, Lufthansa und Air France aus: Alle drei Airlines erreichen in der Zuverlässigkeit nur 1,5 Sterne.
“Gerade bei großen Premiumairlines erwarten viele Reisende ein hohes Maß an Verlässlichkeit. Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet bekannte Anbieter bei Verspätungen und Flugausfällen schlecht abschneiden.”
Feyza Türkön, Fluggastrechtsexpertin bei Flightright
Zahlungsverhalten: Air France vorne, mehrere Airlines mit deutlichen Defiziten
Beim Zahlungsverhalten wurde untersucht, wie schnell und zuverlässig Fluggesellschaften fällige Entschädigungen aufgrund von Flugverspätungen und -annullierungen an Flightright zahlen. Je mehr Direktzahlungen und je schneller gezahlt wurde, desto besser fiel die Bewertung aus.
Am besten schneidet Air France mit 3,5 Sternen ab. Lufthansa, SAS, Brussels Airlines, Finnair und Eurowings erreichen jeweils 3 Sterne. Am unteren Ende der Bewertung stehen Aer Lingus, Air Europa und Vueling mit nur 1 Stern. Auch Ryanair und Wizz Air schneiden mit jeweils 1,5 Sternen schwach ab.
“Obwohl Fluggästen bei erheblichen Verspätungen oder Annullierungen nach EU-Recht häufig 250 bis 600 Euro Entschädigung zustehen, wird die Auszahlung von zahlreichen Airlines verzögert. In vielen Fällen müssen Passagiere sogar klagen, um ihr Geld zu erhalten. Für Betroffene bedeutet das: Auf den Ärger am Flughafen folgt oft ein zusätzlicher Kampf um die Entschädigung, die ihnen rechtlich zusteht”, erklärt Türkön.
Kundenzufriedenheit: British Airways vorne, Vueling und Air Europa hinten
Mit einer Umfrage hat Flightright analysiert, wie zufrieden Tausende Flugreisende mit dem Service verschiedener Fluggesellschaften sind und wie schnell und zuverlässig sich um die Anliegen der Reisenden gekümmert wurde. Die Umfrage umfasst Fragen zur Erreichbarkeit des Kundenservice, zur Informationspolitik und zur Unterstützung der Reisenden während des Flugproblems. Die Antworten wurden auf einer Skala von 1 bis 5 Sternen bewertet.
Wie wichtig guter Service im Störungsfall ist, zeigen auch weitere Flightright-Umfragedaten: 37 Prozent der Flugreisenden haben wegen einer Verspätung oder Annullierung bereits einen wichtigen persönlichen Moment verpasst. Gleichzeitig fühlten sich 5 von 10 Reisenden bei einer Flugstörung völlig alleingelassen.
Am besten schneidet British Airways mit 3,42 Sternen in der Kundenzufriedenheit ab. Dahinter folgen Austrian Airlines mit 3,12 Sternen und Finnair mit 3,11 Sternen. Die schlechtesten Bewertungen erhalten Vueling mit 1,69 Sternen und Air Europa mit 1,78 Sternen. Auch SAS, Ryanair und Pegasus bleiben in dieser Kategorie nur knapp über 2 Sternen.
Fluggastrechte unter Druck: EU-Reform weiterhin nicht entschieden
Der Flightright-Index 2026 erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem auf EU-Ebene weiter über die Zukunft der Fluggastrechte verhandelt wird. Im Zentrum steht die geplante Revision der EU-Fluggastrechte-Verordnung, die aus Sicht von Flightright nicht zu einer Schwächung des Verbraucherschutzes führen darf. Der Rat der Europäischen Union hatte 2025 eine Position beschlossen, nach der Entschädigungen bei Verspätungen künftig erst ab 4 Stunden bei Flügen unter 3.500 Kilometern und innergemeinschaftlichen Flügen sowie erst ab 6 Stunden bei längeren Strecken fällig würden. Nach aktuellen Berechnungen könnten dadurch rund 60 Prozent der bisher anspruchsberechtigten Passagiere ihren Anspruch auf Entschädigung verlieren, weitere 20 Prozent müssten mit geringeren Zahlungen rechnen.

Gleichzeitig drohe eine Ausweitung der “außergewöhnlichen Umstände”, wodurch Airlines sich künftig häufiger ihrer Verantwortung entziehen könnten. Aus Sicht von Flightright wäre das keine Modernisierung, sondern eine systematische Absenkung bestehender Passagier- und Verbraucherrechte. Das Europäische Parlament hat sich hingegen für den Erhalt der bisherigen 3-Stunden-Grenze ausgesprochen und die Anhebung auf 4 beziehungsweise 6 Stunden zurückgewiesen. Nachdem der Rat die Änderungen des Parlaments im März 2026 abgelehnt hat, laufen die Verhandlungen nun im Vermittlungsausschuss weiter.
“Gerade die aktuellen Index-Ergebnisse zeigen, wie wichtig starke Fluggastrechte sind. Viele Airlines schneiden bei Zuverlässigkeit, Service und Zahlungsverhalten weiterhin schwach ab. In einer solchen Situation dürfen Verbraucherrechte nicht abgebaut werden. Flugreisende brauchen klare Regeln, schnelle Entschädigungen und Airlines, die Verantwortung übernehmen, nicht höhere Hürden, mehr Ausnahmen und weniger Schutz”, resümiert Türkön.
Methodik
Der Flightright-Index basiere auf der Analyse von Millionen Flugdaten, der Bewertung der Geschwindigkeit und Effizienz von Entschädigungszahlungen sowie einer umfassenden Kundenumfrage. Diese Methodik gewährleistet eine objektive und umfassende Bewertung der Fluggesellschaften, um Verbrauchern eine verlässliche Informationsquelle zu bieten.
Disclaimer von Flightright: Alle Angaben basieren auf den uns zur Verfügung stehenden Daten. Die Daten sind zuverlässig, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie erfassen den Zeitraum vom 15.11.2025 bis zum 14.05.2026.
Titelfoto: pixabay / JESHOOTS-com












