Hoher heller Stadtturm mit Uhr, dunkler Turmhaube und goldener Spitze vor blauem Himmel in Trnava.

Trnava: Geschichte, Kirchtürme, Stadtmauern und besondere Weine

Unterwegs im kleinen Rom der Slowakei: Ein Stadtrundgang führt durch Jahrhunderte der Geschichte. Zum Abschluss zeigt uns Weinkenner Adam Pecho, wie überraschend vielfältig slowakischer Wein sein kann.

Trnava macht es Besuchern leicht, die Jahrhunderte zu wechseln. Eben noch stehen wir vor einem Renaissance-Turm, wenige Straßen weiter vor einer gotischen Basilika, dann wieder vor einem mächtigen Barockaltar. Dazwischen liegen kleine Plätze, Bürgerhäuser und Cafés. Unser Stadtrundgang im Oktober zeigt: Das „Kleine Rom“, wie Trnava wegen seiner vielen Kirchen genannt wird, besteht keineswegs nur aus Sakralbauten. Eine historisch gewachsene Innenstadt, eine erstaunlich gut erhaltene Stadtbefestigung und die Geschichte einer bedeutenden Universität gehören ebenso dazu. Und selbst beim anschließenden Weintrinken begegnen wir noch dem Mittelalter.

Barocke Dreifaltigkeitssäule auf einem gepflasterten Platz mit Bürgerhäusern und blauem Himmel in Trnava.
Die barocke Dreifaltigkeitssäule von 1695 auf dem Trojičné námestie zählt zu den Wahrzeichen der historischen Innenstadt von Trnava. Foto: Ingo Paszkowsky.

Eine königliche Stadt mit einer langen Geschichte

Die Stadt liegt im Westen der Slowakei, etwa 50 Kilometer von Bratislava entfernt. Deutsche kennen sie vielleicht noch unter ihrem früheren Namen Tyrnau. Trnava ist heute Universitäts- und Verwaltungsstadt, doch ihr historisches Zentrum lässt sich gut zu Fuß erkunden.

Unsere Stadtführerin beginnt weit vor den erhaltenen Gebäuden. Die Gegend war schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt; in vergangenen Jahrhunderten prägten Wasserläufe das Gelände. Für das frühe Trnava zeichnet sie sogar das Bild einer kleinen Stadt mit vielen Wasserarmen. Vor allem aber war der Ort ein Handelsplatz an wichtigen Wegen.

Ein entscheidendes Datum ist 1238. Damals verlieh König Béla IV. von Ungarn Trnava die Privilegien einer freien königlichen Stadt – als erster Stadt auf dem Gebiet der heutigen Slowakei. Die Bürgerschaft durfte ihre Stadt befestigen und besaß weitreichende Rechte. Die befestigte Altstadt entwickelte sich zu einem bedeutenden urbanen Zentrum des damaligen Königreichs Ungarn.

Gelbe Eingangstür der barocken Dreifaltigkeitskirche in Trnava mit reich verziertem Steinportal und dem historischen Wappen von Bischof Ján Okoličáni.
Die auffällige gelbe Eingangstür der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Trnava. Über dem barocken Portal befindet sich das Wappen des Bischofs Ján Okoličáni, der den Kirchenbau unterstützte. Foto: Ingo Paszkowsky

Stadtturm, Dreifaltigkeitsplatz und mittelalterliche Mauern

Ein guter Ausgangspunkt für die Besichtigung ist der Dreifaltigkeitsplatz (Trojičné námestie). Zwischen historischen Häuserfronten erhebt sich der Stadtturm. Er wurde 1574 errichtet und ist rund 57 Meter hoch. Von der Aussichtsplattform in etwa 29 Metern Höhe bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt und ihre zahlreichen Kirchtürme.

Restaurierter Abschnitt der mittelalterlichen Stadtmauer von Trnava mit Backsteinmauer, hölzernem Wehrgang und vorgelagerter Grünfläche.
Die Stadtbefestigung von Trnava stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert. Große Teile der historischen Backsteinmauer sind erhalten, wurden jedoch im Laufe der vergangenen Jahrzehnte restauriert und teilweise rekonstruiert. Foto: Ingo Paszkowsky

Noch eindrucksvoller als die Höhe einzelner Bauwerke sind die Dimensionen der alten Befestigung. Seit dem 13. Jahrhundert umgab Trnava eine mächtige Stadtmauer, die ein Gebiet von etwa 56 Hektar einschloss. Von der ursprünglich rund drei Kilometer langen Anlage sind etwa zwei Drittel erhalten geblieben. Allerdings wurde die Befestigung in den vergangenen Jahrzehnten umfangreich restauriert. Fehlende Mauerteile wurden ergänzt und einzelne Abschnitte rekonstruiert. Die heute sichtbaren Backsteinmauern verbinden daher mittelalterliche Bausubstanz mit neueren Ergänzungen.

Barocke Franziskanerkirche St. Jakobus mit hohem Kirchturm und Zwiebelhaube an einem gepflasterten Platz in der Altstadt von Trnava.
Die barocke Franziskanerkirche St. Jakobus der Ältere gehört zu den zahlreichen Gotteshäusern, denen Trnava den Beinamen „Kleines Rom“ verdankt. Foto: Ingo Paszkowsky
Zwei historische Eingangsportale mit rötlichen Steineinfassungen an der Franziskanerkirche St. Jakobus in Trnava, daneben ein Hinweisschild zum Jakobsweg.
Kunstvoll gestaltete Eingangsportale an der Franziskanerkirche St. Jakobus der Ältere in der Altstadt von Trnava. Ein Schild weist auf den Jakobsweg hin. Foto: Ingo Paszkowsky

Für eine Stadtbesichtigung ist das eine schöne Abwechslung: Nach den Fassaden und Plätzen der Innenstadt stehen wir plötzlich vor einem Wehrbau, der nicht bloß als einzelne Kulisse übrig geblieben ist. An einigen Stellen kann man entlang der alten Befestigung spazieren.

Warum Trnava das „Kleine Rom“ heißt

Seinen Beinamen verdankt Trnava der großen Zahl von Kirchen und geistlichen Einrichtungen auf engem Raum. Dahinter steht eine bewegte europäische Geschichte. Als die Osmanen 1543 Esztergom, das frühere Gran, besetzten, verlegte der dortige Erzbischof mit seinem Kapitel seinen Sitz nach Trnava. Die Stadt entwickelte sich damit für lange Zeit zu einem wichtigen kirchlichen Zentrum des damaligen Königreichs Ungarn.

Mächtige mittelalterliche Ziegelmauer mit rechteckigem Turm und Toröffnung über einer Straße in Trnava.
Die erhaltene Ziegelmauer und der steinerne Wehrturm erinnern an die Befestigung der früheren Königsstadt Trnava. Foto: Ingo Paszkowsky.

Besonders auffällig ist die gotische Basilika St. Nikolaus mit ihren beiden Türmen. Sie diente von 1543 bis 1820 als Kathedralkirche des Erzbischofs von Esztergom. Ihr Gnadenbild der Muttergottes ist mit einer außergewöhnlichen Überlieferung verbunden: In den Jahren 1663 und 1708 soll das Marienbild Tränen vergossen haben. Ob man die Erzählung nun religiös oder kulturgeschichtlich betrachtet – sie gehört bis heute zur Identität der Stadt. Alljährlich im November findet zu Ehren des Marienbildes eine mehrtägige Andacht statt.

Sonnige Gasse mit historischen Häusern, großen bepflanzten Kübeln und einigen Fußgängern in Trnava.
Große bepflanzte Kübel und restaurierte Fassaden sorgen in einer Altstadtgasse von Trnava für eine freundliche Atmosphäre. Foto: Ingo Paszkowsky.

Eine andere Epoche eröffnet sich in der Kathedrale St. Johannes der Täufer, der früheren Universitätskirche. Ihr frühbarocker Hauptaltar aus Holz stammt aus dem Jahr 1640 und ist etwa 20 Meter hoch sowie fast 15 Meter breit. Mit seinen zahlreichen Figuren und vergoldeten Elementen beherrscht er den Kirchenraum. Besonders bemerkenswert: Zur Ausstattung gehören 27 große Heiligenstatuen. Das zentrale Bild zeigt die Taufe Jesu im Jordan.

Türkisfarbenes Schild mit slowakischer Aufschrift Pešia zóna und Zeichnungen von Radfahrern in Trnava.
Ein Hinweisschild in Trnava fordert Rad- und Rollerfahrer auf, in der Fußgängerzone abzusteigen. Foto: Ingo Paszkowsky.

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Als Trnava eine berühmte Universitätsstadt war

Der heutige Universitätsbetrieb hat eine lange Vorgeschichte. Kardinal Péter Pázmány gründete hier 1635 eine Universität. Philosophie und Theologie gehörten zu den frühen Studienfächern; später kamen weitere Fakultäten hinzu. Noch heute erinnern mehrere Gebäude rund um die Universitätskirche an diese Zeit. Der ungarische Hochadel, darunter die Familie Esterházy, unterstützte die Entwicklung der Stadt und ihrer repräsentativen Bauten.

Bronzenes Reliefmodell einer Stadt mit Straßen und Häusern, eingelassen in das Pflaster einer Fußgängerzone.
Ein bronzenes Stadtmodell auf dem Boden macht die Anordnung von Häusern, Straßen und markanten Bauwerken Trnavas anschaulich. Foto: Ingo Paszkowsky.

Unsere Stadtführerin erzählt die Geschichte mit hörbarer Begeisterung. Besonders unterhaltsam ist ihre Anekdote, damalige Studenten hätten täglich zwei Liter Wein bekommen – der sei allerdings deutlich schwächer gewesen als heute. Ob das tatsächlich eine feste Ration war, lässt sich nicht zuverlässig belegen. Die Geschichte passt aber zu einer Gegend, in der der Weinbau seit Jahrhunderten eine Rolle spielt.

Runde Bodenplatte aus Bronze und schwarzem Granit in Trnava mit einer Europakarte, dem Stadtwappen im Zentrum und Entfernungsangaben zu europäischen Städten.
Die 2014 entstandene Bodenplatte aus Bronze und schwarzem Granit zeigt das Stadtwappen von Trnava im Zentrum Europas. Am Rand sind Entfernungen zu europäischen Städten angegeben. Der Entwurf stammt vom Bildhauer Pavol Čambál. Foto: Ingo Paszkowsky

1777 wurde die Universität auf Anordnung Maria Theresias nach Buda verlegt, das erst viel später mit Pest und Óbuda zur Stadt Budapest vereinigt wurde. Trnava verlor dadurch einen Teil seiner früheren Bedeutung. Die Stadt blieb jedoch Bildungsstandort und ist heute wieder von studentischem Leben geprägt.

Große bunt bemalte Buchstaben mit dem Schriftzug TRNAVA auf einem Platz mit Bäumen und einem Kirchturm.
Große, bunt gestaltete Buchstaben mit dem Stadtnamen TRNAVA sind ein beliebtes Fotomotiv im Zentrum der westslowakischen Stadt. Foto: Ingo Paszkowsky.

Das Theater und eine Stadt, die sich immer wieder verändert

Der Rundgang führt nicht nur zu Kirchen. Am Dreifaltigkeitsplatz steht auch das heutige Ján-Palárik-Theater, das 1831 eröffnet wurde und zu den ältesten noch bespielten Theatergebäuden der Slowakei gehört. An dieser Stelle befand sich zuvor der renommierte Gasthof „Zum Schwarzen Adler“, in dem sogar gekrönte Häupter übernachteten. Der Theatersaal entstand zunächst im Bereich des Gasthauses, das noch einige Zeit weiterbestand. Auch das ist typisch für Trnava: In der kleinen Innenstadt überlagern sich die Nutzungen vieler Jahrhunderte.

Drei farbige Figuren in historischen Kostümen vor einer Ziegelmauer, darunter ein Mann in roter Kleidung.
Figuren in mittelalterlich anmutender Kleidung setzen vor einem gemauerten Abschnitt der Stadtbefestigung von Trnava einen spielerischen Akzent. Foto: Ingo Paszkowsky.

Auch auf dem Pflaster begegnet Besuchern eine Verbindung von Geschichte und Gegenwart: Wer beim Stadtbummel auf den Boden schaut, entdeckt eine ungewöhnliche Europakarte aus Bronze und schwarzem Granit. In ihrer Mitte befindet sich das Stadtwappen von Trnava, am Rand sind europäische Städte mit ihren Entfernungen verzeichnet. Der Trnavaer Bildhauer Pavol Čambál schuf das Werk 2014. Es soll die Zugehörigkeit der Slowakei zu Europa und zur Europäischen Union symbolisieren.

Großer Caféraum in einer ehemaligen Synagoge mit hohen Rundbogenfenstern, Emporen und Davidstern an der Decke.
In der früheren orthodoxen Synagoge von Trnava befindet sich heute das Synagóga Café. Die ursprüngliche Raumarchitektur bleibt im Café gut erkennbar. Foto: Ingo Paszkowsky.

Das historische Zentrum ist dabei kein abgeschlossener Museumsbezirk. Zwischen Kirchen, Stadtmauern und ehemaligen Universitätsgebäuden spielt sich das heutige Stadtleben ab. Und wer sich nach der Besichtigung stärken möchte, findet nicht nur Cafés und Restaurants, sondern auch eine besonders ungewöhnliche Weinstube.

Helle Kirche mit hohem Glockenturm hinter einer barocken Figurensäule auf einem Platz in Trnava.
Die gotische Basilika St. Nikolaus prägt den gleichnamigen Platz in Trnava. Im Vordergrund steht eine reich gestaltete Steinsäule. Foto: Ingo Paszkowsky.

Nach unserer Stadtführung bei bestem Herbstwetter steht eine Weinverkostung auf dem Programm. Unser Ziel ist die Trnavská viecha, eine Weinstube direkt an der historischen Stadtbefestigung. Eigentlich lädt das gemütliche Innere zum Verweilen ein. Doch die Herbstsonne meint es so gut mit uns, dass wir unsere Plätze lieber draußen einnehmen.

Steinerne Statue des heiligen Nikolaus mit Bischofsmütze und vergoldetem Bischofsstab vor der Basilika St. Nikolaus in Trnava
Die Statue des heiligen Nikolaus von 1805 steht neben dem Eingang der gleichnamigen Basilika in Trnava. Der Schutzpatron der Kirche ist mit Mitra, Bischofsstab und segnender Hand dargestellt. Foto: Ingo Paszkowsky

Weinverkostung in einem mittelalterlichen Turm

Adam Pecho betreibt die Weinstube Trnavská viecha in der Michalská-Straße, unmittelbar an der alten Stadtbefestigung. Der Ort passt hervorragend zu unserem Stadttag. Zwischen Ziegelwänden und kräftigen Holzbalken werden Weine ausgeschenkt, während im Innern des Restaurants ein Glasboden den Blick auf historische Reste eines Turms aus dem 13. Jahrhundert freigibt.

Auf der Karte stehen nach Angaben des Hauses mehr als 30 Weine und Schaumweine, vor allem von Erzeugern aus Trnava und der Umgebung. Pecho kennt die regionale Weinszene und führt uns bei der Verkostung in einen Teil des slowakischen Weinbaus ein, der außerhalb des Landes noch wenig bekannt ist: die modernen Rebsortenzüchtungen.

Außensitzplätze mit Tischen und Stühlen vor einer hohen Backsteinmauer und einem Eingang zur Weinstube.
Die Weinstube Trnavská viecha nutzt einen Turm der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Bei schönem Wetter kann man auch draußen direkt an der Stadtmauer sitzen. Foto: Ingo Paszkowsky.

Dorota Pospíšilová und ihre ungewöhnlichen Rebsorten

Dabei fällt immer wieder ein Name: Dorota Pospíšilová. Die 1930 geborene Wissenschaftlerin zählt zu den prägenden Persönlichkeiten der slowakischen Rebenzüchtung. Sie war maßgeblich an der Entwicklung von 24 anerkannten Rebsorten beteiligt. Zu ihren bekanntesten Schöpfungen gehören die roten Sorten Dunaj und Hron; auch Devín und Breslava zählen zur Geschichte dieser Züchtungsarbeit.

Pecho erklärt uns, dass viele rote Neuzüchtungen nach slowakischen Flüssen benannt sind. Bei weißen Sorten finden sich häufiger Ortsnamen oder weibliche Vornamen. Diese Orientierung ist allerdings keine ausnahmslose Regel. Gerade solche Hintergründe machen eine Verkostung besonders interessant: Hinter einem unbekannten Namen auf dem Etikett steckt plötzlich eine Geschichte von Forschung, Landschaft und regionaler Identität.

Innenraum der Trnavská viecha mit Weinregalen, einer Theke, Holzbalken und sichtbarem Backsteinmauerwerk.
Backsteinwände, Holzbalken, ein gläsender Fußboden und ein großes Weinregal prägen die Trnavská viecha, in der Adam Pecho slowakische Weine und andere Köstlichkeiten präsentiert. Foto: Ingo Paszkowsky.

Für deutsche Weinfreunde klingt vieles zunächst ungewohnt. Während Grüner Veltliner, Welschriesling oder Blaufränkisch zumindest einen vertrauten Anknüpfungspunkt bieten, begegnen einem Namen wie Dunaj, Hron oder Breslava nicht in jedem Weinregal. Dabei blickt der slowakische Weinbau auf lange Traditionen zurück – und entwickelt zugleich eigene geschmackliche Profile.


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Ein Breslava 2025 mit Grapefruitnoten

Als ersten Wein schenkt Adam Pecho einen Breslava des Jahrgangs 2025 von Château Béla ein. Der trockene Weißwein ist eine der slowakischen Neuzüchtungen. Pecho charakterisiert ihn als leicht, fruchtig und aromatisch, mit einer deutlichen Grapefruitnote. Auch der Erzeuger beschreibt für diese Rebsorte Zitrusaromen und Anklänge an Traminer.

Der Name Breslava erinnert an eine historische Namensform von Bratislava. An der Züchtung waren Dorota Pospíšilová und Ondrej Korpás beteiligt. Der Wein selbst stammt nicht aus unmittelbarer Nachbarschaft von Trnava: Château Béla liegt in Belá bei Štúrovo im Süden der Slowakei, nahe der ungarischen Grenze. Die Probe zeigt also nicht nur die Weine der Kleinen Karpaten, sondern gibt einen Einblick in die Vielfalt des slowakischen Weinlands insgesamt.

Nahaufnahme eines aus Stein gehauenen Gesichts an einer Hausecke neben einem schwarzen Eisengitter.
Eine verwitterte steinerne Gesichtsdarstellung schmückt die Ecke eines historischen Gebäudes in der Altstadt von Trnava. Foto: Ingo Paszkowsky.

Die Kleine Karpaten-Weinstraße endet in Trnava

Dennoch passt die Verkostung gut in die Region. An den Hängen der Kleinen Karpaten zieht sich eines der wichtigsten Weinbaugebiete des Landes entlang. Die Kleine Karpaten-Weinstraße führt über Bratislava, Svätý Jur, Pezinok und Modra bis nach Trnava. Unterwegs liegen Weinorte, kleine Produzenten und traditionelle Weinstuben. Angebaut werden unter anderem Grüner Veltliner, Welschriesling, Riesling, Blaufränkisch und St. Laurent.

Trnava ist deshalb ein geeigneter Ausgangspunkt, um Kultur- und Weinreise miteinander zu verbinden. Nach den Kirchen, Stadtmauern und Universitätsgebäuden erscheint die Verkostung nicht wie ein beliebiger Programmpunkt, sondern wie eine Fortsetzung der Stadtgeschichte mit anderen Mitteln. Die Türme der alten Befestigung schützen längst nicht mehr vor Angreifern. Einer von ihnen bewahrt heute ein Stück Stadtgeschichte unter Glas – und bietet darüber ein gutes Glas Wein.

Ingo Paszkowsky

Praktische Hinweise für einen Besuch in Trnava

Lage: Westslowakei, etwa 50 Kilometer von Bratislava entfernt. Die historische Innenstadt lässt sich gut zu Fuß erkunden.

Sehenswürdigkeiten: Dreifaltigkeitsplatz und Stadtturm, Stadtbefestigung, Basilika St. Nikolaus, Kathedrale St. Johannes der Täufer, ehemalige Universitätsgebäude und Ján-Palárik-Theater.

Weinverkostung: Trnavská viecha, Michalská 10, Trnava. Für eine geführte Probe empfiehlt sich eine vorherige Reservierung. Informationen: www.trnavskaviecha.sk.

Weitere Ausflüge: Die Kleine Karpaten-Weinstraße, die Burg Smolenice und die Kurstadt Piešťany lassen sich mit einem Aufenthalt in der Region verbinden.

Titelfoto / Der Renaissance-Stadtturm von Trnava, dessen Geschichte bis 1574 zurückreicht, überragt den Dreifaltigkeitsplatz im Zentrum der Stadt. Foto: Ingo Paszkowsky.


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