24 Stunden Frankenwald-Region erleben

Last updated on 6. Oktober 2021


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25 Minuten Lesezeit

Wie kurbelt man den Tourismus in Corona- oder Post-Corona-Zeiten wieder an? Wie zeigt man Touristen und Einheimischen, dass es in der Frankenwald-Region viele tolle Erlebnisse auf Besucher warten? Wie erreicht man eine Art Initialzündung des Tourismus?

Die Idee: Eine Vielfalt von über 80 Erlebnis-Angeboten in der Frankenwald-Region innerhalb von 24 Stunden, vom 4. September 10 Uhr bis 5. September 10 Uhr, sollten die Menschen ansprechen. Information und Buchung erfolgen dabei zentral über die Webseite des Frankenwald Tourismus.

Das Team von Frankenwald Tourismus mit Geschäftsführer Markus Franz an der Spitze lag mit diesem Ansatz genau richtig. Während Franz & Team anfangs noch von etwa 400 Buchungen ausging, konnten am Ende über 1000 Teilnehmer gezählt werden. Darunter viele Einheimische, die ihre Region (wieder-) erkunden wollten.

Kurpark Bad Steben / Foto: Ingo Paszkowsky
Kurpark Bad Steben / Foto: Ingo Paszkowsky

Umfangreiches Angebot

Das Programm konnte sich sehen lassen, angefangen bei Sonnenaufgangs-, Morgen-, Tages-, Sonnenuntergangs- und Nachtwanderungen, über Stadtführungen bis hin zu kulinarischen Angeboten wie Bio-Brezel backen beim Bäcker in aller Frühe um 5 Uhr, Brauerei-Touren und Mittelalter-Kost und vieles mehr.

Ich hatte mir den Besuch von sechs Events vorgenommen, musste dann aber leider erkennen, dass ich nicht alle schaffen würde. Denn häufig war die auf der Webseite von den Veranstaltern angegebene Zeit zu kurz bemessen. Leider blieben dabei eine Brauereiführung und die Hanftour auf der Strecke. Mit den verbleibenden vier Stationen war ich voll auf beschäftigt.

Keinen Zeit zum Lesen des Artikels? Dann schau dir unser Video auf youtube an

Startpunkt Bad Steben

Die schöne Frankenwald-Region liegt auf halber Strecke zwischen Berlin und München. Ein guter Ausgangspunkt für Frankenwald-Erlebnisse ist Bad Steben. Wenn nicht so viele Baustellen auf Autobahn wären, würde man die Strecke von Berlin nach Bad Steben mit dem Auto in unter drei Stunden bewältigen können. Für einen Tagesausflug sicher zu viele Kilometer, aber für ein Wochenende oder gar verlängertes Wochenende eine passable Strecke. Bad Steben gehört zum oberfränkischen Landkreis Hof.

Casino Spielbank Bad Steben  / Foto: Ingo Paszkowsky
Casino Spielbank Bad Steben / Foto: Ingo Paszkowsky

Vor der Verleihung des Titels Königlich Bayerisches Staatsbad hieß der Ort Steben und war das Zentrum des Bergbaus im Frankenwald. Kein geringerer als Alexander von Humboldt lebte von 1792 bis 1795 in dem späteren Kurort und revolutionierte den Bergbau in der Region.

Bad Steben selbst bietet Erholung und Unterhaltung pur u.a. mit den vielen Thermenangeboten, dem gepflegten Kurpark – und einer Spielbank. Diese wurde von dem bekannten Architekten Meinhard von Gerkan entworfen, der mit seiner Firma gmp viele Ausschreibungen gewann, darunter für die Entwürfe für den Flughafen Berlin-Tegel oder den Berliner Hauptbahnhof.

„Im März hätten wir eigentlich zwanzigjähriges Jubiläum feiern können“, erzählt Udo Braunersreuther, Direktor der Spielbank Bad Steben. Aber Covid habe die Feier unmöglich gemacht. Nun werde drüber nachgedacht, ob das Jubiläum mit etwas Verzögerung nachgeholt oder der 25. Jahrestag stärker begangen wird.

Bis zu 40.000 Besucher pro Jahr kommen ins Casino in Bad Steben und versuchen ihr Glück bei Automatenspiel, Roulette, bei dem bis zu 6000 Euro auf einmal gesetzt werden können, oder Black Jack und Poker in den Varianten Texas Hold’em und Bavarin Texas Hold‘em. (Erklärvideos der Spielbanken Bayern zu den Spielregeln). Nicht alle Gäste kommen um zu spielen, manche trinken etwas an der Bar und schauen den Spielern zu oder genießen das vorzügliche Essen. Der Eintritt in alle Bayerischen Spielbanken ist kostenfrei.

In Bayern darf erst mit 21 gespielt werden, während der Besuch ab 18 Jahren in Begleitung einer Person über 21 Jahren möglich. Ohne Ausweis, Reisepass oder EU-Führerschein ist kein Einlass möglich.

Im Rathaus Bad Steben ist auch ein zünftiger Ratskeller mit selbstgebrautem Bier
Im Rathaus Bad Steben ist auch ein zünftiger Ratskeller mit selbstgebrautem Bier

Die Bank gewinnt (nicht) immer

In den Bayerischen Spielbanken herrscht Rauchverbot an den Automaten und Spieltischen, es gibt aber ausgewiesene Raucherbereiche. „Das Rauchverbot hat uns sehr zu schaffen gemacht, weil viele Spieler rauchen“, erzählt Braunersreuther. Und die Wettbewerber sind nicht weit weg, in Tschechien sind die gesetzlichen Vorgaben laxer, außerdem darf geraucht werden. Aber die Bestimmungen im Nachbarland würden sich auch ständig ändern.

Die Bank gewinnt immer – diese (scheinbare) Binsenwahrheit mag Udo Braunersreuther nun gar nicht gerne hören, denn bei den Automaten gebe es eine Auszahlungsquote von 93 Prozent. Wenn beim Roulette nur auf Farbe gesetzt wird, stünden die Chancen sogar gleich. Dagegen liegt bei den einfachen Chancen der Bankvorteil bei 1,35 Prozent und bei den mehrfachen Chancen bei 2,7 Prozent. (Weitere Infos darüber, was ein Bankvorteil ist)

Wie hoch war der Maximalgewinn, den ein Spieler in der Spielbank Bad Steben mit nach Hause nahm? Rund 200.000 Euro beim Roulette.

Für das Land und die Kommunen sind die Spielbanken eine wichtige Einnahmequelle. So bessert Bad Steben mit 15 Prozent vom Erlös der Spielbank seine Haushaltskasse auf, freilich nur, wenn die Spielbank in den schwarzen Zahlen agiert. Bad Stebens Bürgermeister Bert Horn freut sich, dass es mit dem Umsatz der Spielbank nun wieder aufwärts geht.

Seit dem Jahr 2000 wurden rund 873 Millionen Euro Spielbankabgabe an den Freistaat Bayern abgeführt, von denen etwa 272 Millionen Euro an die Kommunen der neun Spielbanken flossen.

Udo Braunersreuther sucht weiter nach kreativen Ideen, um die Attraktivität seiner Spielbank zu steigern. So bietet Bad Steben als einzige Spielbank in Bayern einmal im Monat Live-Musik.

Lichtenberg – kleine Stadt mit vielen berührenden Geschichten

In unmittelbarer Nachbarschaft von Bad Steben liegt die Mittelalterstadt Lichtenberg. Die malerische Altstadt mit dem sehr schönen Rathaus schließt unmittelbar an die Burgruine an. Die Ursprünge der Burg reichen bis 814 zurück. 1427 ging Lichtenberg durch Kauf an die Familie von Waldenfels über, die bei kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region lange die Oberhand behielten. Schließlich mussten sie sich der brandenburgischen Lehenshoheit über Lichtenberg beugen.

Heute regiert wieder ein von Waldenfels über die mit rund 1000 Einwohnern zweitkleinste Stadt Bayerns. Bei der Stickwahl im März 2020 wurde der 19-jährige Jura-Student Kristian von Waldenfels von der CSU zum jüngsten Bürgermeister Bayerns gewählt.

„Ein sehr junger Bürgermeister regiert über eine sehr alte Stadt“, Stadtführer Karl-Heinz Marko, ein pensionierter Kripo-Beamter, schmunzelt. Lichtenberg besitzt seit 1337 das Stadtrecht und ist damit die älteste Stadt im Landkreis Hof.

Marko weiß (gefühlt) alles über die Geschichte von Lichtenberg. In seiner Mappe hat er zahlreiche Unterlagen, die er nicht zum Nachschlagen der Fakten benötigt, sondern nur zur Anschauung für die Teilnehmer seiner Stadtführung. Lichtenberg habe sich seit dem Mittelalter nicht mehr verändert, so Marko. Zwar gab es im Laufe der Geschichte zahlreiche Brände, doch die Struktur der Altstadt ist immer die gleiche geblieben. Auch die Einwohnerzahl liegt seit 1840 – von einigen Schwankungen abgesehen – stets bei rund um die 1000.

Los geht es in die Altstadt, die weniger als die Fläche von sechs Fußballfeldern umfasst. Besonders das Rathaus ist ein Kleinod. Dort sind die Wappen der ehemaligen Herrscher über mehrere Jahrhunderte zu bestaunen.

Ein weiteres Schmuckstück ist die Burgruine mit dem gut erhaltenen Burgfried. Die einst mächtige Burg bestimmte die Siedlungsstruktur.

Dort soll auch ein Endpunkt der Höllentalbrücke sein, einer von zwei geplanten und genehmigten Fußgängerbrücken: die 1030 Meter lange Höllentalbrücke und die 387 Meter lange Lohbachtalbrücke. Sowohl die Lohbachtal- als auch die Höllentalbrücke verlaufen leicht S-förmig, orientieren sich dabei am Verlauf der Selbitz, die durch das Tal fließt.

Die 387 Meter lange Lohbachtalbrücke ist mit nur je einem Pylon am Start- und Endpunkt der Brücke geplant.

Weltweit einmalig sei die Konstruktion der 1030 Meter langen Höllentalbrücke. Sie kommt komplett ohne Unterspannung und damit ohne Fundamente für Abspannungen aus. Die Tragseile der Brücke laufen stattdessen oberhalb der Geländer. Beide Brücken bestehen aus Stahlkonstruktionen, die Geländer aus Edelstahlnetzen.

Wenn die Brücken gebaut sind, ursprünglich war von 2023 die Rede, jetzt sollen die Bauwerke 2024 oder 2025 fertiggestellt sein, werden bis zu 300.000 Besucher jährlich erwartet, weiß Stadtführer Marko. Er zählt selbst nicht zu den Befürwortern des Projekts. Gegner wie er erwarten zu starke Eingriffe in die Natur und befürchten, dass zu viele Touristen kommen werden. Mehr über die Brücken.

Geschichte zeigen und erzählen

Wenn Du Lichtenberg auf eigene Faust ohne Stadtführer erkunden willst, kein Problem, ausführliche, informative Beschilderungen an vielen Orten helfen weiter. Das ist wirklich ein sehr lobenswertes Projekt. Mehr als 20 Informationstafeln erzählen Geschichten über die Einwohner der damaligen Zeit. Wer mehr zu den einzelnen Themen wissen will, schaut auf der Webseite der Stadt Lichtenberg nach oder – noch einfacher – ruft mit seinem Handy den Link hinter dem QR-Code auf.

Schilderwald in Lichtenberg. Es gibt viel zu entdecken / Foto: Ingo Paszkowsky
Schilderwald in Lichtenberg. Es gibt viel zu entdecken / Foto: Ingo Paszkowsky

Internationale Begegnungsstätte für die musikalische Elite

Das kleine Lichtenberg hütet einen weiteren Schatz, das Haus Marteau. Das künstlerische und architektonische Vermächtnis des Violinvirtuosen Henri Marteau (1874–1934), eine imposante Villa mit großer Parkanlage, wird getragen vom Bezirk Oberfranken. Das idyllisch gelegene Haus ist seit 1982 eine internationale Musikbegegnungsstätte.

Henri Marteau war außergewöhnlich talentiert. Bereits als Zehnjähriger wurde der Deutschfranzose bei einem Konzert mit 2000 Zuschauern frenetisch gefeiert. Mit nur 26 Jahren erhielt er eine Professur am Conservatoire de Musique in Genf.

Auf Einladung eines Freundes kam Marteau 1911 nach Lichtenberg und war über die Mittelgebirgslandschaft so begeistert, dass er ein 16.500 Quadratmeter großes Gelände erwarb und darauf eine Villa errichten ließ.

Rund 40 Musiker-Meisterkurse, die in der Regel fünf Tage dauern und mit einem öffentlichen Abschlusskonzert enden, finden jährlich im Haus Marteau statt.

Die steigende Zahl der Konzertbesucher und weiterer Platzbedarf in der Villa machten eine räumliche Erweiterung erforderlich. Mit den Planungen wurde der Münchner Architekt Peter Haimerl beauftragt. Das Fundament der Villa wurde um 60 Zentimeter tiefergelegt, damit konnte im Gartengeschoss die erforderliche Raumhöhe für drei neue Übungsräume gewonnen werden.

Das Konzept von Haimerl für den 13 x 13 Meter großen unterirdischen Unterrichts- und Konzertsaal orientiert sich an der Vergangenheit der Gegend als Bergbau-Areal mit den zahlreichen Minen zum Abbau von Eisen-, Kupfererz und Flussspat. In ihm sind 32 bis zu sieben Tonnen schwere Granitspitzen als akustische Diffusoren verbaut. Das BR Fernsehen berichtete in einem sehenswerten Beitrag vom 18.9.21 über den komplizierten Einbau der Granitsplitter.

Die Bühne des Unterrichts- und Konzertsaals, der bis zu 100 Menschen fasst, liegt etwa 4,5 Meter unterhalb der Geländeoberfläche. Der Saal wurde am 27. August 2021 eröffnet und steht seitdem für die Meisterkurse zur Verfügung.

Die Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt

Im Januar 2018 meldete die Handwerkskammer Oberfranken, dass es erstmals seit 177 Jahren wieder steigende Bauereizahlen in Franken gibt und dass das Brauereisterben gestoppt wurde. Wir wollen hoffen, dass die Corona-Pandemie den Trend nicht wieder umgekehrt hat. Oberfranken gilt ja als die Region mit der höchsten Brauereidichte der Welt. Die veröffentlichten Zahlenangaben sind nicht eindeutig, auf richtig aktuelle Zahlen bin ich bei meiner Internet-Recherche nicht gestoßen. 200 Gerstensafterzeuger oder einige mehr oder weniger werden es sein. Auf rund 5.500 bis 6.000 Einwohner kommt eine Brauerei. Das ist natürlich eine enorme Brauereidichte. Die Franken beherrschen also die hohe Kunst des Bierbrauens besonders gut.


Eine sehr informative, privat gepflegte Webseite über Brauereien in Franken ist braufranken.de. Dort erhältst Du viele Infos über kleine Brauereien und Brauwirtshäuser. Mehr Informationen über das Bierland Oberfranken gibt es beim gleichnamigen Verein Bierland Oberfranken e.V.


Ein-Mann-Brauerei Malzschmied von Rob Smithin Wallenfels / Foto: Ingo Paszkowsky
Ein-Mann-Brauerei Malzschmied von Rob Smith in Wallenfels / Foto: Ingo Paszkowsky

„Wahrzeichen von Wallenfels in flüssiger Form“

Die fränkische Braukunst war auch einer der Gründe dafür, dass der Brite Rob Smith in der Frankenwald-Region heimisch wurde. Smith: „Die Braukunst in Franken ist die beste, die es auf der Welt gibt.“

Malzschmied – der Name ist Programm, denn Smith steht für Schmied und Malz braucht man natürlich zum Bier brauen. Klein und fein ist die Brauerei vom Malzschmied. Rob Smith braut völlig analog und nicht digital, wie er betont. Von Meisterhand und authentisch, außerdem als Ein-Mann-Betrieb, damit er kreativer sein kann und besser alle Herstellungsschritte im Griff hat. Für sein Bier verwendet er stets vier Hopfensorten und „ganz besondere Malzmischungen“. Alle Biere tragen eine Berufsbezeichnung: Floßmeister, Meisterdieb (eigentlich kein richtiger Beruf), Flaschnermeister oder Holzmacher.

„Das Floßmeister Pilsner ist das Wahrzeichen von Wallenfels in flüssiger Form“, scherzt Smith. Floßmeister ist sein fränkisches Pilsner. Holzmacher Helles ist die neueste Kreation. „Das Bier hat mein Leben gerettet, weil es schlichtweg den Geschmack getroffen hat.“ Und sofort ausverkauft war. „Ich habe den Wald in das Bier gebracht, mit harzigen und kräutigen Hopfensorten“. Das Grapefruit-Aroma soll an eine frischgeschnittene Lärche erinnern. Inzwischen braut der Malzschmied diese Sorte am meisten.

Gerstensaft im Brauprozess / Foto: Ingo Paszkowsky
Gerstensaft im Brauprozess / Foto: Ingo Paszkowsky

Der Flaschnermeister ist ein kalt gehopftes Festbier. Durch die Kalthopfung, auch Hopfenstopfen genannt, kommen ganz andere Aromen ins Bier. Der Flaschnermeister ist sehr herb, aber auch sehr fruchtig.

Die authentischen Biere gibt es im Fass und in 0,5l- und 0,33l-Flaschen.


Die Brauerei des Malzschmied / Foto: Ingo Paszkowsky
Die Brauerei des Malzschmied / Foto: Ingo Paszkowsky

Kontakt:

Malzschmied Rob Smith

96346 Wallenfels

Telefon & WhatsApp: 0160 645 4632

E-Mail: the_first_rob@icloud.com


Mehr über den Malzschmied erfährst Du in unserem Video auf youtube.com.


Kulinarische Führung durch Stadtsteinach

Die nächste Führung ist in Stadtsteinach, im oberfränkischen Landkreis Kulmbach. Das Frankenwaldtheater Stadtsteinach ist als Veranstalter angegeben. Die Kulturinitiative „Die Wüste lebt e.V.“ und das Frankenwaldtheater haben ihren Standort in der Alten Schule, Staffel 2. Dort haben sich zahlreiche Teilnehmer versammelt. Wolfgang Martin führt gemeinsam mit Nicki Lang durch die Altstadt von Stadtsteinach. Weil er die Jahreszahlen nicht mehr so parat habe, werde er jetzt von Nicki Lang unterstützt, erzählt Martin.

Martin, der über die Bunte Liste Stadtsteinach auch einer von 16 Stadträten der Gemeinde ist, erzählt kenntnisreich über die Geschichte des Ortes. Der historische Stadtkern von Stadtsteinach mit dem Gebäudeensemble um den Marktplatz steht unter Denkmalsschutz. Zunächst besuchen wir das älteste Gebäude der Stadt: die Marienkapelle. Sie liegt versteckt am südlichen Ende des Stadthügels und soll eine der ältesten Kirchen in Nordbayern sein. Auf der Webseite der Stadtsteinach findet sich ein ausführlicher Artikel über die Marienkapelle.

Wir erfahren mehr über die historischen Gebäude, über die Reste der Stadtmauer, werden in einen dunklen großen Keller geführt und bei Gitarren-Livemusik mit einem hochgeistigen Getränk verwöhnt. Anschließend geht es weiter an Stadtmauerresten vorbei, zur ehemaligen Stadtwaage bis hin zum Stadtsteinacher Bauernmarkt, wo wir dann zünftig verkostet werden.

Blick auf die Uhr: die angegebene eine Stunde für die Führung ist weit überschritten. Da ich mein nächstes Ziel, das Schloss Schauenstein, nicht erst bei Dunkelheit erreichen will, ist ein schneller Aufbruch angesagt.

Einkehr auf Schloss Schauenstein zum Landknechtschmaus. Biergarten vor dem Schloss / Foto: Ingo Paszkowsky
Einkehr auf Schloss Schauenstein zum Landknechtschmaus. Biergarten vor dem Schloss / Foto: Ingo Paszkowsky

Mittelalter auf Schloss Schauenstein

Das Schloss steht an diesem Wochenende ganz im Zeichen des Mittelalters. Der Biergarten vor dem Schloss ist gut besucht. Gäste aus dem In- und Ausland genießen die Atmosphäre. Rechts vorm Schloss Schauenstein entführen uns Mitglieder des Schlossfreunde Schauenstein e.V. ins Mittelalter. Ein aufgebautes Feldlager mit Waffen und Pranger gibt Einblicke in das karge Leben im Mittelalter. Es wird gegrillt, wie im Mittelalter. Polierte Ritter-Utensilien wie Kettenhemd, Schwert, Schild und Helm können in Augenschein genommen werden. Die Schlossfreunde Schauenstein betreuen ehrenamtlich das Schloss mit seinem Café und organisieren Veranstaltungen. Das Schloss selbst befindet sich im Eigentum der Stadt. Vereinsvorsitzender Peter Geiser in zünftiger Rüstung ist an diesem Tag sehr gefragt, muss Auskunft geben, Gäste begrüßen oder verabschieden. Also zeigt mir sein Bruder Reinhard Geiser, ebenfalls Vereinsmitglied, die Räume des Schlosses.

Für Heiratswillige: Das Standesamt Schauenstein verfügt im Schloss mit dem imposanten Turmzimmer über eine romantische Außenstelle.

Im städtischen Heimatmuseum kannst Du die typischen Handwerksbetriebe der Region aus früheren Zeiten besichtigten. Du erhältst einen Einblick in die damaligen Arbeitsbedingungen von Bäckerei, Schusterei, Hausweberei, Zimmerei, Schneiderei und Friseurstube. 

Auch vom Wohnen in früheren Zeiten bekommst Du einen Eindruck in Küche, “Gute Stube”, Schlafzimmer und Wäschekammer.

Zum Heimatmuseum gehört eine Mineraliensammlung mit Mineralienfundstücken aus der näheren und weiteren Umgebung, sowie aus dem Bergbau rund um die Stadt Schauenstein. Aber auch Funde nicht aus der Region werden gezeigt.

Absolut sehenswert ist auch das Oberfränkische Feuerwehrmuseum, das auf 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Schloss Schauenstein untergebracht ist.  Betreut wird es vom gleichnamigen Verein, der sich aus aktiven Feuerwehrleuten zusammensetzt.


Keine Zeit zum Lesen? Dann schau unser Video über Schloss Schauenstein auf Youtube an

Die in den Räumen des Schlosses Schauenstein seit 1988 präsentierte Sammlung dokumentiert Aspekte der Geschichte des Feuerlöschwesens in Oberfranken im 19. und 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt auf den Landkreis Hof. Sie setzt sich vor allem aus historischen Geräten zur Feuerbekämpfung zusammen, wie Löschfahrzeugen, Handdruckspritzen, Motorspritzen, Gespannzügen, Luftschaumspritzen, Atem- und Gasmasken, aber auch Uniformen, Abzeichen und Urkunden.

Kaum zu glauben, aber wahr. Das älteste und wichtigste Stück der Sammlung ist eine Handdruckspritze aus dem Jahr 1855, die noch bis 1966 im Einsatz war. Wir erfahren, die tapfere und aufopferungsvolle Arbeit der Feuerwehrleute wurde seit jeher geehrt, aber mit der Ausrüstung haperte es damals nicht gerade selten. Jeder Brand bedeutete Leid für die Betroffenen, aber eben auch neue Aufträge für das örtliche Handwerk.

Mein Resümee von 24 Stunden Frankenwald: Es war ein unterhaltsames und informatives Wochenende. Das Wetter spielte auch mit. Was will man mehr.

Für Markus Franz war die Aktion ein voller Erfolg, so dass sie sogar wiederholt wird. Und künftig können die Veranstalter zudem ihre Events direkt über die Webseite von Frankenwald Tourismus anbieten und buchen lassen.

Ingo Paszkowsky

Titelfoto / Schöner Marktplatz in Stadtsteinach / Foto: Ingo Paszkowsky


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Die Recherchereise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien, PR-Agenturen und bzw. oder Tourismus-Behörden.
Unsere Berichterstattung ist davon unabhängig. Die Unterstützung hat keinen Einfluss auf Inhalt, Ausrichtung oder Tonalität unserer Artikel.


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