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Überlandflug der Ju 52. Foto: Joe Rimensberger / Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung

Ju 52 wird fliegendes Denkmal

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Sie ist eines der ältesten, kleinsten und langsamsten noch fliegerisch aktiven Passagierflugzeuge der Welt. Von ihren vielen Fans im In- und Ausland wird sie liebevoll „Tante Ju“ genannt, oder auch respektvoll „Grande Dame der Lüfte“. Jetzt wird dem Oldtimer, gebaut 1936 in den Junkers-Flugzeugwerken in Dessau, eine Ehre zuteil wie noch keinem Passagierflugzeug zuvor: Als weltweit erstes und einziges für den gewerblichen Flugbetrieb zugelassenes historisches Verkehrsflugzeug soll die Ju 52 der Lufthansa in Kürze vom Amt für Denkmalschutz der Hamburger Kulturbehörde als „bewegliches Denkmal“ unter Schutz gestellt werden. Diese Ehrung würdigt auch das Lebenswerk und die Leistung des legendären deutschen Ingenieurs, Luftfahrtpioniers und Unternehmers Hugo Junkers.

Dass die Ju 52 ein ebenso bedeutsames wie beliebtes Zeugnis der Luftfahrtgeschichte darstellt, belegen die vielen tausend Fluggäste, die sich alljährlich im Sommerhalbjahr bei einem der zahlreichen Rund- und Streckenflüge in ganz Deutschland an Bord der „Tante Ju“ in die Pionierzeit der Passagierluftfahrt zurückversetzen lassen und die Faszination der „Entschleunigung“ genießen. Die Unterschutzstellung als „bewegliches Denkmal“ durch das Denkmalschutzamt der Freien und Hansestadt Hamburg unterstreicht die Bedeutung der Ju 52 als Dokument der Baukunst sowie der Konstruktions- und Luftfahrtgeschichte, dessen Nutzung und Erhalt im öffentlichen Interesse liegt.

Ju 52 und Verkehrsmaschine der Lufthansa im Tandemflug. Foto: Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung
Ju 52 und Verkehrsmaschine der Lufthansa im Tandemflug. Foto: Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung

Die Anerkennung als „bewegliches Denkmal“ setzt die Erfüllung von Grundvoraussetzungen sowie strenger Kriterien voraus, die im Denkmalschutzgesetz festgelegt sind. Das dort geforderte Mindestalter von 30 Jahren erfüllt die Ju 52 quasi in Potenz; auch der erforderliche ausreichende Anteil an Originalsubstanz ist vorhanden. Aber vor den strengen Augen der Denkmalschützer muss auch nachgewiesen werden, dass die Ju 52 eine besondere Bedeutung besitzt, die ihre Erhaltung zu einem Gegenstand des öffentlichen Interesses macht. „Die Tante Ju besitzt eine große luftfahrthistorische Bedeutung als eines der letzten und gut erhaltenen Beispiele dieses damals im Hinblick auf seine Konstruktion neuartigen Motorflugzeugtyps, der nicht umsonst seinerzeit lange Jahre ein Erfolgsmodell und Verkaufsschlager war“, erläutert Dr. Christine Onnen vom Denkmalschutzamt.

Junkers Ju52 der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung im Flug. Foto: Andy Jacobs / Lufthansa D 10-13-189 / Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung
Junkers Ju52 der Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung im Flug.
Foto: Andy Jacobs / Lufthansa D 10-13-189 / Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung

„Für die Deutsche Lufthansa und die Deutsche Lufthansa Berlin Stiftung ist es eine große Ehre und Verpflichtung zugleich, dass unsere Ju 52 in die Liste der beweglichen Denkmäler aufgenommen wird“, freute sich Bernhard Conrad, Vorsitzender der DLBS, über die Ankündigung der Denkmalbehörde. Ein besonderer Dank gebühre den Ingenieuren und Technikern der DLBS und der Lufthansa Technik sowie den Piloten und Flugbegleitern, „die mit viel Liebe und Engagement dieses fliegende Denkmal mit Leben erfüllen und dafür sorgen, dass sich Jahr für Jahr tausende Menschen an einem Flugerlebnis wie zu Großmutters Zeiten erfreuen können“. Conrad versprach: „Wir werden alles daran setzen, dass unsere Tante Ju noch lange Jahre fit bleibt; nächstes Etappenziel ist der 100jährige Geburtstag!“

Blick ins Cockpit der Junkers Ju 52/3m D-AQUI. Foto: Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung
Blick ins Cockpit der Junkers Ju 52/3m D-AQUI. Foto: Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung

Wenn in Kürze das förmliche Verfahren der Unterschutzstellung abgeschlossen ist, erfolgt die endgültige Eintragung in die Denkmalliste. Offiziell gefeiert werden soll der neue Abschnitt im Leben der “ Tante Ju“ im kommenden August im Rahmen der Hamburg Airport Days mit Vertretern aus Politik, Kultur und Medien – und vor allem mit den fleißigen Fachleuten des Ju-52-Spezialteams, die in jedem Winter die fast 80 Jahre alte Dame in rund 4000 Arbeitsstunden gründlich durchchecken und wieder topfit machen für die nächste Flugsaison.

Titelfoto / Überlandflug der Ju 52. Foto: Joe Rimensberger / Deutsche Lufthansa Berlin-Stiftung

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