Alle Pfingsten treffen sich Römer und Germanen (-darsteller) zu Varusschlacht. Keine Angst, alles bleibt völlig friedlich, eine Schlacht gibt es nicht. Aber viel zu erleben.
An zwei Tagen schlagen mehr als 200 Römer- und Germanendarsteller im Museumspark ihre Zelte auf und nehmen Jung und Alt mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit – nach mehr als 2000 Jahren natürlich friedlich und mit guten Absichten.
Am Feiertagswochenende, Sonntag und Montag, 24. und 25. Mai 2026, erwartet die Besucherinnen und Besucher bei den Römer- und Germanentagen ein abwechslungsreiches Programm mit vielen neuen Attraktionen.
“Die Römer- und Germanentage bieten in diesem Jahr wieder eine spannende Mischung aus neuen Programmpunkten und bewährten Klassikern. Im ganzen Park gibt es viel zu erleben: ungewöhnliche Einblicke in die Geschichte, viele interaktive Mitmachangebote für die ganze Familie und eindrucksvolle Darbietungen der ‘Römer’ und ‘Germanen’ erwarten unsere Besucherinnen und Besucher.”
Museumspark-Geschäftsführer Dr. Stefan Burmeister
Germanen zwischen Macht und Mythos
Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr ganz besonders die Germanen, passend zur neuen Sonderausstellung “Verlorene Krieger – Germanen zwischen Macht und Mythos”. Kleine und große Besucherinnen und Besucher können Feuer schlagen, die Getreidemühle ausprobieren, der Germanin beim Wolle färben über die Schulter schauen oder mit dem germanischen Stammesfürsten ins Gespräch kommen.
Bei den Fechtvorführungen wird deutlich, wo die Stärken und Schwächen der germanischen Krieger lagen. Und in seiner Werkstatt stellt ein germanischer Schmied sogar Repliken anhand von Funden aus Thorsberg her.

Die gefürchtete Schildkrötenformation Testudo
Ein weiteres Highlight in diesem Jahr: In der Arena treffen sich Römer und Germanen zum gemeinsamen Training – in friedlicher Absicht. Auf dem Exerzierplatz zeigen Römer im Training die bekannte “Schildkröte”, präsentieren ihre Ausrüstung und demonstrieren ihr Können mit Schwert und Lanze.
Beim Katapultschießen an der Manubalista kommt es auf Treffsicherheit an. Wie immer ein Muss für alle kleinen und großen Römerfans: das Legionärstraining für Kinder. Beim Schlendern durch die Zeltstadt gibt es an allen Ecken etwas zu entdecken: In der römischen Schule wird konzentriert gelernt, während nebenan die Knochenschnitzerin ihre filigranen Arbeiten feilbietet. Expertinnen und Experten geben Einblicke in die Handwerkskunst der Römer. Neben prächtigem Schmuck werden Lederwaren und feine Stoffe verarbeitet.
Bei den Händlern gibt es so einiges zu sehen: schöner Schmuck, handgefertigte Schuhe, römischer Mulsum (römischer Wein mit Honig) – in Kalkriese wird die bunte Kultur der Antike authentisch erfahrbar.

Zusätzlich zum kurzweiligen Programm in den Zeltlagern bieten die Kinderprogramme der Museumspädagogik viele Gelegenheiten, das Leben und den Alltag von Römern und Germanen kennenzulernen. Beim beliebten Kleiderprogramm gibt es die Möglichkeit zum Anprobieren, man kann sich ein Cornu bauen oder eine Fibel biegen. Eine Wissensrallye führt quer durch den Park.
Die Ausstellung zur Varusschlacht und die Sonderausstellung “Verlorene Krieger” sind an beiden Tagen für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Für das leibliche Wohl sorgen neben dem Museumscafé Livia zahlreiche Essensstände mit einem regionalen und abwechslungsreichen kulinarischen Angebot. Tickets können auf der Webseite www.kalkriese-varusschlacht.de gebucht werden.
Germanicus kommt

Unter diesem Motto hatten wir die Veranstaltung im Jahr 2015 angekündigt. Hier die damalige Meldung:
In Berlin tobt zu Pfingsten der Karneval der Kulturen und im Osnerbrücker Land eine neuzeitliche Varusschlacht? Keine Sorge, bei den Römer- und Germanentagen am 24. und 25. Mai 2015 im Museumspark Kalkriese handelt es sich um ein friedliches Gipfeltreffen, bei dem Hunderte Römer- und Germanendarsteller ihre Zelte aufstellen. Jeweils von 10 bis 18 Uhr nehmen sie die Besucher mit auf eine Zeitreise in die antike Welt.
Die Veranstaltung 2015 steht unter dem Motto “Germanicus kommt”. Der römische Feldherr Germanicus hatte vor genau 2000 Jahren einen Feldzug gegen die Germanen geführt und dabei auch den Ort der Varusschlacht aufgesucht, um die dort gefallenen Legionäre zu bestatten. Er wurde am 24. Mai des Jahres 15 vor Christus geboren und feiert an Pfingsten einen “runden Geburtstag”.
“Germanicus ist auf besondere Weise mit dem Ort der Varusschlacht verbunden”, so Museums-Geschäftsführer Dr. Joseph Rottmann. “Daher widmen wir ihm 2000 Jahre nach seinem Feldzug in Germanien nicht nur eine Ausstellung, sondern wollen ihn auch bei unserer beliebten Großveranstaltung in den Mittelpunkt stellen”. Verschiedene Inszenierungen der zahlreichen Darsteller beschäftigen sich daher mit dem römischen Feldherren. Zu Ehren seines runden Geburtstags werden die anwesenden Römergruppen eine klassische Huldigung mit Opfergaben inszenieren, wie sie römischen Feldherren zu teil wurde. Im Anschluss an die Huldigung werden zudem Gladiatorenkämpfe gezeigt. Germanicus führte zahlreiche Auseinandersetzungen mit den germanischen Stämmen und traf dabei wieder auf Arminius, den alten Widersacher Roms und Sieger der Varusschlacht. Dieses Geschehen wird auf den Römer- und Germanentagen in moderierten Kampfvorführungen an der Wallanlage in Kalkriese beispielhaft präsentiert.
Der Aufenthalt von Germanicus am Ort der Varusschlacht und die Bestattung der gefallenen Legionäre bilden einen weiteren Programmpunkt. Eine römische Trauerfeier im Museumspark veranschaulicht, mit welchen Ritualen und Opfergaben römische Priester und Soldaten die letzte Ehre erwiesen.
Viele weitere faszinierende Einblicke bietet das Treiben im Römer- und Germanenlager. Hier begegnen die Besucher Kriegern mit Schild und Speer genauso wie Händlern und Handwerkern, die einen Einblick in das Alltagsleben der Antike geben. Der germanische Schmied zeigt in seiner nach archäologischen Funden rekonstruierten Werkstatt, wie vor 2000 Jahren Metall verarbeitet wurde. Ein Alamannenstamm informiert über Fischerei und Kleidung. Beim Gang durch das Römerlager treffen die Besucher auf Heilkundige und Köche und können Kunsthandwerkern bei der Verarbeitung von Gold und Bronzen über die Schulter blicken.
Zusätzlich zum Programm und den zahlreichen Begegnungen mit “Römern” und “Germanen” gibt es noch zahlreiche Angebote im Kindermuseum: Die kleinen Besucher lernen römische Kleidung kennen und können sie selbst anprobieren. An der Feuerstelle werden Kostproben der römischen und germanischen Küche zubereitet. Geschichte wird also für alle Sinne und alle Altersgruppen lebendig.
Die Römer- und Germanentage finden nun schon zum 12. Mal in Kalkriese statt. Seit den Anfängen 1993 sind sie mittlerweile das größte Treffen ihrer Art in Deutschland. 2015 kommen über ein Dutzend Reenactmentgruppen aus Deutschland und Italien zusammen.
Titelfoto / Dieser Krieger kann gut lachen, denn es ist ja “nur” ein Freundschaftstreffen / Foto: Lou Cognard (www.crealou.com) – Legio XI CPF vzw (www.legioxi.be)












