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Valencia: Auf den Spuren der Kunst – auf den Spuren der Borjas

Als „Borgia“ sind sie weltbekannt, die Mitglieder der valencianischen Adelsfamilie Borja. Zwei von ihnen waren berühmte Päpste des 15. Jahrhunderts: Alonso de Borja als Papst Calixto III. (ab 1455) und Rodrigo de Borja, ab 1492 als Alejandro VI.. Mitte des 17. Jahrhunderts schaffte es ein später Nachkomme noch einmal: Papst Innozenz X. Und zu den Berühmten der Familie zählen auch Cesare Borgia, den Machiavelli in seinem `Il Principe´ verewigte und die umstrittene Lucrezia Borgia – beides Kinder von Alexander VI. – oder der Generalsuperior des Jesuitenordens, Francisco de Borja.

In der italienisierten Form steht ihr Name für Macht und Reichtum, für Luxus, für Kirchenpolitik und Vetternwirtschaft. Die Heimat der Borjas aber ist die spanische Autonomie-Gemeinschaft Valencia. Dort wirkte die weitverzweigte Adelsfamilie über Generationen. Als Fürsten, Herzöge, Barone, Berater von Königen, Erzbischöfe, Kardinäle oder Malteserritter regierten sie die Region, als Mäzene prägten sie Kunst und Architektur. Ihre einflussreichste Zeit war die der Renaissance, deren Kunst mit den Borjas nach Valencia kam.

Gewaltiges Kunsterbe

Die Autonomie-Gemeinschaft hat zum Auftakt 2017 eine neue, umfangreiche Ruta Els Borja erarbeitet, eine Route der Schönen Künste, die das historische, kulturelle und künstlerische Erbe der Adelsfamilie deutlich macht und zehn Orte umfasst: Albaida, Canals, Llombai, Gandía, Xátiva, Valencia,  Castelló de Rugat und Vallés sowie die Klöster Santa Maria de Simat de la Valldigna und San Jerónimo de Cotalba in Alfauir.

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San Nicolás. Foto: (c) Documentart

Gerade die in Valencia-Stadt tätigen Borjas hinterließen ein beeindruckendes Kunsterbe. Das betrifft z. B. die gotische Kirche San Nicolás, die wegen ihrer Deckenmalereien gern als Sixtinische Kapelle Valencias bezeichnet wird. Dort war der spätere Calixto III. Rector (Kirchherr, Pfarrpatron). In der Kathedrale von Valencia ließ er die Kapelle San Pedro bauen und sein Neffe, der spätere Alexander VI. war Mäzen für die Fresken der musizierenden Engel, die erste Renaissance-Freskomalerei in Spanien.

In Xátiva steht das Geburtshaus von Alexander VI. Diese Stadt ist – neben Gandía – ein großer Ort der Borjas. Ein Palast, mehrere Kirchen, eine kleine Ermita, ein Museum der Schönen Künste – alles ist verbunden mit der Familie, die im 15. und 16. Jahrhundert eine der bedeutendsten in Europa war.


In Gandía führt der Weg zum Herzogspalast, dem Sitz der Borjas. Dort wurden die meisten der Herzöge geboren, u. a. 1510 Francisco de Borja, der Mann, der sowohl ein oberster General des Jesuitenordens war als auch Berater am Hof von Kaiser Karl V.. Berühmt für den Palast sind seine Säle, die Goldene Galerie und der Kronsaal. Und sehenswert in der Stadt auch das Alte Hospital, der Konvent Santa Clara oder die von Francisco de Borja gegründete Universität.

Das Monasterio Santa Maria de Simat de la Valldigna gilt als  Wirkungsstätte von Rodrigo de Borja vor seiner Papst-Zeit. Er war Abt des Klosters und Bauherr des Kapitular-Saales. Nach ihm übernahm sein Sohn Cesar das Amt. Und das San Jerónimo de Cotalba in Alfauir kann man als den geistigen und kulturellen Mittelpunkt des damaligen Herzogtums Gandía bezeichnen.

Weitere Informationen (in spanischer Sprache): www.turisme.gva.es

Titelfoto / Kloster Santa María de la Valldigna. Foto: (c) Agencia Valenciana de Turismomo

Quelle: Spanisches Fremdenverkehrsamt

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