Die Malediven sind weiterhin bevorzugter Ort für Schnorchler und Taucher Reif für die Insel


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Sandflecke an der Südküste von Indien – so wurde der Inselstaat der Malediven von Weltreisenden wenig respektvoll bezeichnet. Doch schon allein ihre Entstehungsgeschichte ist spannend. Die Inseln sind sämtlich flach und erstrecken sich auf einem Kranz von Riffen, die sich meist um eine zentrale Lagune schließen. Diese werden auch Atolle genannt. Etwa hundert solcher innerhalb der Atolle entstandenen Inseln in unterschiedlicher Größe sind den Touristen vorbehalten. Die Inseln werden von schneeweißen Stränden eingerahmt. Das türkisblaue Wasser der Lagune lädt zum Tauchen ein, üppiges Grün mit Kokospalmen, Mandelbäumen und blühenden Hibiskus-Sträuchern sorgen für eine traumhafte Tropenlandschaft.

Zahl der Besucher steigt stetig

Ein Paradies für Urlauber, das lange im Dornröschenschlaf lag. Erst mit dem Düsenflugverkehr vor rund 40 Jahren wurde auf den maledivischen Inseln das Zeitalter des Tourismus eingeläutet. Bereits 1980 kamen 42.000 ausländische Besucher und ihre Zahl stieg unaufhörlich. Im vergangenen Jahr lag die offizielle Besucherzahl auf den Malediven bei knapp 1,4 Millionen und unter den Europäern liegen die deutschen Urlauber mit etwas mehr als 112.000 Gästen vor den Briten an der Spitze. Einen merklichen Ansturm auf die Malediven verzeichnen die Monate des nasskalten Schmuddelwetters in Europa. So stieg im Dezember 2017 die Gästezahl auf 143.000 und avancierte damit zum stärksten besuchten Monat. Die Steigerung ist wenig verwunderlich. Der Inselstaat liegt nahe dem Äquator mit sehr konstant warmem, tropischem Klima und ganzjährigen Tagestemperaturen zwischen 29 und 31 Grad, nachts immerhin noch um 25 Grad Celsius.

Die Ferieninsel Vilamendhoo

Insgesamt 26 Atolle gehören zum Inselstaat der Malediven. Im Süd-Ari-Atoll zählt Vilamendhoo zu den jüngeren Hotelinseln. Erst im Jahr 1994 wurde auf der 900 Meter langen und  300 Meter breiten Insel das Island Resort Vilamendhoo mit 140 Strand-Villen und 30 Wasser-Bungalows eröffnet. Ein Markenzeichen sind die halboffenen Badezimmer, das tropische Klima macht es möglich.

Auf dieser Insel ist beispielhaft eine enge, harmonische Verbindung der oft nur ein Dutzend Meter vom Strand entfernten aufgereihten Gäste-Bungalows und der sie umgebenden Natur gelungen. Das breite, langgezogene Eiland ist durch eine dichte Vegetation geprägt. Überall stehen hohe Palmen teilweise mit grünen Kokosnüssen in den Wipfeln. Die roten Blüten von Hibiskus-Sträuchern strahlen im Sonnenlicht. Schattige Pfade führen durch das Innere der Insel. Auch eine artenreiche Tierwelt ist vertreten und scheint von den Touristen unbeeindruckt zu sein. Zahlreiche Fischreiher sind allerorten beim Fischfang zu beobachten, Flughunde drehen in den Wipfeln der Palmen ihre Runden, Schmetterlinge wie kleine Eidechsen suchen Sonnenplätze, Beos trinken das Süßwasser aus den Swimmingpools. Bei einem Spaziergang an den Ufern der Insel sind sogar im knöcheltiefen warmen Meerwasser halb Meter lange Baby-Haie zu beobachten. Bilder der Tier und Pflanzenwelt einer urwüchsigen Insel.


Fotostrecke Malediven


Die Inseln der Muslime

Auf den Malediven findet man drei Arten von Inseln. Es gibt etwa tausend unbewohnte Inseln, dazu zählen auch nur sehr kleine Erhebungen aus dem Meer. Dann gibt es einhundert Inseln, auf denen die einheimische Bevölkerung lebt mit etwa 340.000 Einwohnern, davon knapp die Hälfte in der Hauptstadt Male. Und schließlich existieren 100 Inseln mit Hotels und Resorts für ausländische Touristen. Die Malediver sind ausnahmslos Muslime und ihr Staat ist streng islamistisch ausgerichtet. Das führte mit dem Beginn des Tourismus vor 40 Jahren dazu, dass die Inseln der Einheimischen streng von den Hotel-Inseln abgeschottet wurden. Diese Regelung lockerte sich erst in den letzten Jahren für stundenweise Exkursionen von Urlaubern, vor allem im Dienst des Souvenirverkaufs einheimischer Händler.


Ein islamisches Dorf empfängt Touristen

Von Vilamendhoo führt eine 30 Minuten Tour auf die Insel der Einheimischen Dhangethi. Das Dorf mit seinen 1000 Einwohnern liegt bei dem Rundgang am Nachmittag verschlafen da. Der Fremdenführer präsentiert stolz das Schulgebäude für 130 Schülerinnen und Schüler, fünf Jahre Grundschule in gemeinsamen und fünf Jahre Sekundärschule in getrennten Klassen. Blickfang ist ein imposantes Natur-Phänomen auf dem Gelände des Kindergartens. Hier wachsen Banyan-Bäume, die 350 Jahre alt sein sollen und imposant und eng nebeneinander in die Höhe wachsen. Ein Gesundheitszentrum ist für alle kostenlos. Die Touristen besichtigen Sportplätze, ein Jugendzentrum und sehen eine kleine Schiffswerft für die Boote der Fischer.

Im Dorf sind zwei Moscheen, ein großes Gebäude für die Männer, eine wesentlich kleinere Moschee für die Frauen, die die täglich fünf Gebete auch zu Hause machen dürfen. In einer Ladenstraße, wie alle Straßen des Ortes ein unbefestigter Sandweg, warten die Souvenir-Händler auf ihre Kundschaft. Zurück im kleinen Hafen weht in einer Brise vom Meer die Staatsflagge: der rote Grundton symbolisiert das Blut, vergossen für die Unabhängigkeit, die Grüne Farbe steht für Frieden und ist die Farbe Mohammeds und der weiße Halbmond steht für den Islam.

Korallen bleichen und siedeln neu an

Seit etwa 20 Jahren verbreitet sich die Korallenbleiche. Die Veränderung des Klimas auf der Welt und in deren Folge die Erwärmung der Meere ging auch an den Malediven nicht spurlos vorbei. Die Korallen leben mit Zooxanthellen, einzelligen Lebewesen, in Symbiose, die auch für ihre Farbgebung sorgen und die Korallen mit Zucker und Nährstoffen versorgen. Bei zu großer Wassererwärmung im Indischen Ozean stoßen die Korallen die Zooxanthellen unter Stress aus und „erbleichen“. Bleiben die Wassertemperaturen weiter hoch, führt es zum Absterben der Korallen und es besteht ein felsiges Riff aus Kalk weiter. Die Korallen sind gewissermaßen das Fundament des Inselstaates, das durch die Korallenbleiche bedroht ist.

Doch die ganze Wahrheit dieses Umweltproblems gibt auch Hoffnung. So weisen Experten darauf hin, dass es auf den Malediven immer noch genügend Riffe mit intakten Korallen gibt. Auch zeigen viele geschädigte Riffe auf den Malediven Anzeichen der Erholung. Schließlich gab es, wie Meereskundler belegten, im Laufe der Erdgeschichte auch immer wieder Korallenbleichen. Selbst in den von der Bleiche betroffenen Korallenbereichen siedeln sich vereinzelt neue Korallenstämme an. Und für die Tauch-Touristen lautet die erfreuliche Botschaft, dass alle vorliegenden Umwelt-Szenarien rund um die Inselwelt eine Tatsache nicht in Frage stellen: Nach wie vor zählen die Tauchplätze der Malediven zu den artenreichsten und attraktivsten der Erde.

Schnorcheln in einem gigantischen Aquarium

Die Insel Vilamendhoo verfügt über unzählige kleine Riffe, in denen Durchlässe existieren und viele zierliche Korallen wachsen. Auf diesen vorgeschriebenen Wegen gelangen Schnorchler und Taucher zum Außen-Riff. Bei Ebbe ist die Sicht etwas beeinträchtigt, wenn das Wasser aus der Lagune läuft. Am besten ist die Sicht bei Flutstillstand, bevor das frische Wasser aus dem Ozean zurückkehrt. Faszinierend ist die Vielfalt der Fische und das Potpourri ihrer Farbenpracht. Es beginnt das Abenteuer der Unterwasser-Fotografie in diesem schier unendlichen Aquarium. Auch als Schnorchler ist man umgeben von Fischen, für Momente sogar inmitten eines Fisch-Schwarms. Mit einem vor Ort erworbenen Fisch-Guide, der auf einigen hundert bunten Fotos und noch bunteren Bezeichnungen die Fischarten beschreibt, gelingt mit Mühe und Ausdauer ihre Identifizierung. Da tummeln sich Doktorfische, Putzerfische, Schnapperfische und Drückerfische, Papageienfische, Kugelfische, Grundelfische, Riff-Barsche, Falterfische, Wimpelfische, Füssiliere, Kaiserfische und See-Nadeln. Der majestätische Manta-Rochen mit seinen breiten Schwingen ist dagegen auch ohne Fisch-Guide sofort zu erkennen. Hier sucht und findet der Besucher beim Tauchen und Schnorcheln an den Riffkanten, rund um die Korallenbänke und sogar im sehr flachen Wasser das bunte Meeresleben.

Text und Fotos: Ronald Keusch ; Dezember 2018


Titelfoto / Die Malediven verfügen über viele Traumstrände. / Foto: Ronald Keusch

Informationen zur Anreise – Beispiel:

Flug von Berlin-Tegel nach Male via Istanbul mit Turkish Airline,
Hinflug: am 9.11.,  18:50-23:50 mit TK 1724 von Berlin-Tegel nach Istanbul, Weiterflug nach Male am 10.11.,  02:10-12:05 mit TK 730.
Rückflug:  am 23.11,  23:45-06:25 mit TK 731 von Male nach Istanbul, Weiterflug nach Berlin-Tegel am 24.11., 12:40-13:45 mit TK 1725.

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